Spellbound. Ich kämpfe um dich

Spellbound. Ich kämpfe um dich

Spellbound. Ich kämpfe um dich

Spellbound. Ich kämpfe um dich – Originaltitel: Spellbound – Regie: Alfred Hitchcock – Drehbuch: Ben Hecht, Angus MacPhail, nach dem Roman "The House of Dr. Edwardes" von Francis Beeding – Kamera: George Barnes – Schnitt: William H. Ziegler, Hal C. Kern – Musik: Miklós Rózsa – Darsteller: Ingrid Bergman, Gregory Peck, Michael Chekhov, Leo G. Carroll, John Emery, Steven Geray, Paul Harvey, Donald Curtis, Rhonda Fleming, Norman Lloyd, Bill Goodwin, Art Baker, Regis Toomey u.a. – 1945; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Die Psychiaterin Dr. Constance Peterson verliebt sich auf der Stelle in den neuen Leiter der Nervenheilanstalt, aber das hindert sie nicht daran, zu durchschauen, dass es sich bei ihm nicht um Dr. Anthony Edwardes handelt. Der Neuankömmling glaubt, Dr. Edwardes ermordet und dessen Identität angenommen zu haben, kann sich jedoch nicht an die Umstände erinnern, und wer er selbst in Wirklichkeit ist, weiß er auch nicht. Constance ist überzeugt, dass er kein Mörder ist und will ihm helfen, sein Gedächtnis zurückzubekommen ...
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Kritik

Als Lehrbeispiel für die Psychoanalyse kann "Spellbound. Ich kämpfe um dich" nicht herangezogen werden, aber es handelt sich um einen spannenden Psychothriller mit einigen außergewöhnlichen optischen Ideen.
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Obwohl sich Dr. Murchison (Leo G. Carroll) inzwischen von einem Erschöpfungszustand erholt hat, soll er als medizinischer Leiter der Nervenheilanstalt Green Manor abgelöst werden. Während Dr. Murchison scheinbar gelassen seine Abreise vorbereitet, warten die Ärzte Dr. Fleurot (John Emery), Dr. Graff (Steven Geray), Dr. Hanish (Paul Harvey) und Dr. Constance Peterson (Ingrid Bergman) gespannt auf das Eintreffen seines Nachfolgers, des renommierten Psychiaters Dr. Anthony Edwardes. Schließlich fährt der jüngere Arzt (Gregory Peck) mit einem Taxi vor.

Zwischen ihm und Constance funkt es sofort; es ist Liebe auf den ersten Blick. Bisher ging Constance in ihrer Arbeit auf, und selbst dem Schürzenjäger Dr. Fleurot gelang es nicht, über das Berufliche hinaus mit ihr in Kontakt zu treten. Schon am ersten Tag unternehmen Constance und der neue Anstaltsleiter gemeinsam einen Spaziergang, bei dem das sorgfältig zusammengesteckte Haar der Psychiaterin in Unordnung gerät.

Bei einem Abendessen zieht Constance mit ihrer Gabel auf der weißen Tischdecke schlangenförmige Linien. Als der neue Anstaltsleiter darauf blickt, versucht er, die Tischdecke mit seinem Messer wieder zu glätten und bricht bewusstlos zusammen.

Ungeachtet ihrer Gefühle behält Constance einen kritischen Blick und durchschaut bald, dass es sich bei dem Neuankömmling nicht um Dr. Edwardes handelt. Darauf unter vier Augen angesprochen, erklärt der Unbekannte, er habe Dr. Edwardes ermordet und dessen Identität angenommen, könne sich jedoch nicht an die Umstände erinnern. Wer er selbst in Wirklichkeit sei, wisse er auch nicht. Constance ist überzeugt, dass er kein Mörder ist und will ihm helfen, sein Gedächtnis zurückzubekommen. Aus Liebe behält sie ihr Wissen für sich.

Am nächsten Morgen tauchen jedoch die Detectives Cooley und Gillespie (Art Baker, Regis Toomey) in Green Manor auf. Dr. Edwardes wird vermisst. Vermutlich hat ihn jemand ermordet. Bei dem neuen Anstaltsleiter handelt es sich auf jeden Fall um einen Betrüger, nach dem die Polizei nun fahndet. Der Unbekannte hat Green Manor jedoch in der Nacht heimlich verlassen, weil er Constance nicht in Schwierigkeiten bringen wollte.

Die Psychiaterin sucht ihn und findet ihn mit Hilfe eines eitlen Hoteldetektivs (Bill Goodwin) im Empire State Hotel in Manhattan, wo er sich unter dem Namen John Brown eingetragen hat. Als sie erkannt werden, fliehen sie nach Rochester und suchen Zuflucht bei Constances früherem Lehrer Dr. Alex Brulov (Michael Chekhov), dem sie vorzumachen versucht, sie seien ein frisch getrautes Ehepaar. Der verschmitzte Greis durchschaut jedoch aufgrund seiner Erfahrungen als Psychiater sofort, dass mit dem angeblichen John Brown etwas nicht stimmt.

Schritt für Schritt stellt sich heraus, dass er nicht John Brown, sondern John Ballantine heißt, Arzt ist und ihn Linien auf weißem Grund an einen Skiausflug erinnern, den er mit Dr. Edwardes im Gabrielstal unternahm. Dabei muss etwas Schreckliches passiert sein. Constance ahnt, dass der Schock durch ein Kindheitstrauma gesteigert wurde und lässt nicht nach, bis John sich daran erinnert, wie er als kleiner Junge (Joel Davis) seinen Bruder (Teddy Infuhr) übermütig schubste, worauf dieser in die spitzen Zacken eines Metallzaunes stürzte und ums Leben kam.

Constance fährt mit John ins Gabrielstal. Bei einer Skiabfahrt rasen sie nebeneinander auf einen Abgrund zu. Im letzten Augenblick reißt John Constance zu Boden. Jetzt erinnert er sich wieder: Er war etwa fünfzig Meter hinter Dr. Edwardes, als dieser über die Steilkante hinausschoss und in die Schlucht stürzte.

Kurze Zeit später trifft die Polizei ein und nimmt John fest, denn Dr.Edwardes‘ Leiche wurde inzwischen gefunden – mit einer Kugel im Rücken.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Dr. Brulov versucht Constance zu trösten und sorgt durch seine guten Beziehungen dafür, dass sie nach Green Manor zurückkehren kann, wo Dr. Murchison wieder die Leitung übernommen hat.

Beiläufig erwähnt Dr. Murchison, er habe Dr. Edwardes flüchtig gekannt. Wieso entlarvte er dann John nicht gleich bei der Ankunft als Betrüger? Constance denkt noch einmal über den Traum nach, den John ihr und Dr. Brulov erzählt hatte – und durchschaut durch dessen Deutung, dass Dr. Murchison sich im Gabrielstal hinter einem Baum versteckt und seinen designierten Nachfolger beim Skifahren aus dem Hinterhalt erschossen hatte. In ihrer Naivität sucht sie Dr. Murchison spät abends im Büro auf und lässt ihn wissen, was sie herausgefunden hat. Der Psychiater richtet einen Revolver auf sie, doch er bringt es nicht fertig, sie zu erschießen, als sie den Raum verlässt. Da richtet er sich selbst.

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Der Psychothriller „Spellbound. Ich kämpfe um dich“ entstand nach dem Roman „The House of Dr. Edwardes“ von Francis Beeding aus dem Jahr 1928. (Francis Beeding ist ein Pseudonym von Hilary Aidan St. George Saunders und John Leslie Palmer.)

Obwohl sich der Produzent David O. Selznick mit seinem Psychotherapeuten bei den Dreharbeiten von „Spellbound“ beriet, hat die Vorgehensweise von Dr. Constance Peterson wenig mit der von Sigmund Freud entwickelten Psychoanalyse zu tun. Optisch eindrucksvoll, doch überzogen wirken Metaphern wie eine Flucht von Türen, die sich nacheinander öffnen. Die Gestaltung der Traumsequenz oblag unverkennbar Salvador Dalí. Leider ließ Selznick aus Kostengründen nicht zu, dass sie im grellen Sonnenlicht gedreht wurde, wie Dalí es sich ursprünglich vorgestellt hatte. Außerdem wurde ausgerechnet diese Szene am Ende massiv zusammengeschnitten. Mit der Selbstmordszene in „Spellbound. Ich kämpfe um dich“ schrieb Alfred Hitchcock wieder einmal Filmgeschichte: Wir sehen den Revolver in Großaufnahme (seltsamerweise nicht auf Constances Rücken, sondern auf ihren Po gerichtet). Langsam wird er herumgedreht, bis wir direkt in die Mündung blicken. Dann kracht der Schuss, und in diesem Augenblick wird das Bild für einen Moment feuerrot, obwohl es sich um einen Schwarz-Weiß-Film handelt.

Für die Filmmusik von „Spellbound“ wurde Miklós Rózsa mit einem „Oscar“ ausgezeichnet. Nominiert hatte man auch Alfred Hitchcock für die Regie, den Nebendarsteller Michael Chekhov, Jack Cosgrove für die Spezialeffekte sowie den Film als solchen.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

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