Berüchtigt

Berüchtigt

Berüchtigt

Berüchtigt - Originaltitel: Notorious - Regie: Alfred Hitchcock - Drehbuch: Ben Hecht, nach der Geschichte "The Song of the Dragon" von John Taintor Foote - Kamera: Ted Tetzlaff - Schnitt: Theron Warth - Musik: Roy Webb - Darsteller: Ingrid Bergman, Cary Grant, Claude Rains, Leopoldine Konstantin, Louis Calhern, Reinhold Schunzel, Moroni Olsen, Ivan Triesault, Alex Minotis, Wally Brown, Charles Mendl, Ricardo Costa, Eberhard Krumschmidt, Fay Baker u.a. - 1946; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Der Agent Devlin macht sich an Alicia Huberman heran, die Tochter eines toten Rauschgifthändlers. Sie soll Informationen über das Zentrum des Drogenrings beschaffen und sich zu diesem Zweck in das Vertrauen von Alexander Sebastian einschleichen. Alicia und Devlin verlieben sich, doch vergeblich wartet Alicia darauf, dass Devlin sie davon abhält, die Geliebte des Dealers zu werden ...
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Kritik

"Berüchtigt" ist ein spannender Thriller über den Konflikt zwischen Liebe und Pflicht. Das eine oder andere daran wirkt inzwischen ein wenig angestaubt, aber wegen der intelligenten Dramaturgie, den großen Schauspielern und der hervorragenden Kameraführung ist "Berüchtigt" nach wie vor sehenswert.
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Als Alicia Huberman (Ingrid Bergman) kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, dass ihr Vater im großen Stil mit Drogen handelt, beginnt sie zu trinken, um nicht dauernd an die Opfer denken zu müssen. Huberman wird verhaftet. In der Gefängniszelle tötet er sich selbst.

Der Agent Devlin (Cary Grant) macht sich auf einer Party mit Alicia Huberman bekannt. Sie soll Informationen über das Zentrum des Drogenrings in Rio de Janeiro beschaffen und sich zu diesem Zweck in das Vertrauen von Alexander („Alex“) Sebastian (Claude Rains) einschleichen, den sie durch ihren Vater kennen gelernt aber lange nicht mehr gesehen hat. Alicia und Devlin verlieben sich, doch vergeblich wartet Alicia darauf, dass Devlin sie davon abhält, sich an Alexander Sebastian heranzumachen. Sie fliegt mit ihm nach Brasilien, und die beiden richten es so ein, dass Sebastian ihnen beim Reiten begegnet. Weil der Drogenhändler argwöhnt, dass Alicia und Devlin sich heimlich lieben, stellt er Alicia auf die Probe und macht ihr einen Heiratsantrag. Devlin überlässt Alicia die Entscheidung, und um ihren Auftrag nicht zu gefährden, heiratet sie Alexander Sebastian.

Zimmer für Zimmer durchsucht sie die Villa, die er mit ihr, seiner Mutter Anna Sebastian (Leopoldine Konstantin) und den Hausangestellten bewohnt. Den Schlüssel für die stets versperrte Türe zum Weinkeller trägt Sebastian selbst bei sich. Um Devlin die Gelegenheit zu geben, sich in dem Gewölbe umzusehen, überredet Alicia ihren Ehemann, eine Gesellschaft zu geben und auch Devlin einzuladen. Rechtzeitig gelingt es ihr, den Schlüssel an sich zu nehmen. Als Devlin eine Flasche zerbricht, merkt er, dass sie keinen Wein, sondern ein Pulver enthält. Eilig säubert er den Boden. Dann gehen er und Alicia die Treppe hinauf. Im nächsten Augenblick erscheint Sebastian. Um ihn abzulenken, küsst Devlin Alicia. Doch bald darauf merkt Sebastian, dass jemand eine Flasche mit Material für die Drogenherstellung zerbrochen hat. Da begreift er, dass Devlin ein Agent ist und Alicia mit ihm zusammenarbeitet.

Anna Sebastian, die Alicia von Anfang an nicht ausstehen konnte, rät ihrem Sohn zur Vorsicht. Seine Partner dürfen nicht merken, dass er auf eine Agentin hereingefallen ist. Gerade erst wurde einer aus der Verbrecherbande ermordet, weil ihn die anderen für ein Sicherheitsrisiko hielten! Um Alicia aus dem Weg zu räumen und dabei nicht aufzufallen, träufelt ihr die Schwiegermutter in jede Tasse Kaffee ein paar Tropfen Gift. Alicia erkrankt und kann bald nicht mehr aufstehen.

Erst als Alicia zu mehreren vereinbarten konspirativen Treffen nicht erscheint, beginnt Devlin zu ahnen, dass sie in Gefahr ist. Er fährt zu der Villa und lässt sich bei Alexander Sebastian melden. Der sitzt in einer Besprechung mit seinen Kumpanen und lässt den Besucher warten. Devlin nützt die Gelegenheit, sich in Alicias Schlafzimmer zu schleichen. Er zwingt die Kranke, aufzustehen und sich auf ihn zu stützen. Als die beiden aus der Tür treten, treffen sie auf Sebastian und dessen Mutter. Anna Sebastian begreift schneller als ihr Sohn, dass Devlin und Alicia nicht aufgehalten werden dürfen, weil die anderen Mitglieder des Drogenkartells sonst von deren Agententätigkeit erfahren und nicht nur die beiden, sondern auch ihren Sohn töten. Devlin habe während des Wartens Alicia stöhnen gehört und werde sie jetzt ins Krankenhaus fahren, heißt es. Sebastian möchte mitfahren, aber Devlin wehrt ihn ab. Argwöhnisch beobachten seine Kumpane die Szene …

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In der amerikanischen Originalfassung von 1946 geht es um Uran schmuggelnde Nationalsozialisten. Als der Film 1951 in die deutschen Kinos kam, wurde daraus ein südamerikanisches Drogenkartell. Deshalb hieß der Titel „Weißes Gift“.

Alfred Hitchcock inszenierte diesen Konflikt zwischen Liebe und Pflicht in einem spannenden Thriller. Nach mehr als einem halben Jahrhundert ist das eine oder andere daran ein wenig angestaubt, aber der Film ist noch immer sehenswert, nicht nur wegen der intelligenten Dramaturgie und der großen Schauspieler, sondern auch wegen der hervorragenden Kameraführung und einiger Kameraeinstellungen, mit denen Ted Tetzlaff seiner Zeit weit voraus war. Ein Beispiel: Als die betrunkene Alicia auf dem Bett liegt und sieht, wie Devlin auf sie zukommt, nimmt die Kamera ihre Perspektive ein, wobei der Fußboden schräg steht und sich das Bild schließlich dreht. Heute gehört soetwas zum Handwerkszeug eines Kameramannes, aber damals handelte es sich um einen gelungenen Einfall.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

Drogenmissbrauch, Drogensucht

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