Robert Amos : Mythos Romy Schneider

Mythos Romy Schneider

Robert Amos

Mythos Romy Schneider

Originalausgabe: Marion von Schröder Verlag, München 2000 ISBN 3-547-78036-5, 320 Seiten Neuausgabe: Mythos Romy Schneider Melzer Verlag, Neu-Isenburg 2006 Großformat, ca. 30 x 24 cm 288 Seiten, ca. 800 Fotos, davon 300 in Farbe Hardcover: ISBN: 3-939062-02-2 Softcover: ISBN 3-939062-05-7
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Der Hauptteil besteht aus einer Bilder-Sammlung: Aufnahmen aus Filmen und von Dreharbeiten, Presse- und Familienfotos, Faksimiles handschriftlicher Zeugnisse. Ergänzt wird der Bildteil durch Interviews, in denen sich Zeitzeugen über Romy Schneider äußern, und eine Zusammenstellung von mit ihr aufgemachten Zeitschriftentiteln. Es folgen eine Filmografie, eine tabellarische Biografie und eine illustrierte Zeittafel.
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Kritik

Mit einer Fülle von Zitaten, Dokumenten und Bildern beleuchtet der im Zusammenhang mit einer Ausstellung von Robert Amos entstandene Bildband den "Mythos Romy Schneider".

Der im Untertitel zitierte Satz „Ich verleihe mich zum Träumen“ stammt nicht von Romy Schneider, sondern von dem kolumbianischen Literatur-Nobelpreisträger Gabriel García Márquez („Hundert Jahre Einsamkeit“).

Ein Mythos entsteht immer vor einem zeitgeschichtlichen Hintergrund und ist bedingt durch diesen. Die Frauen, die gegen Ende des Millenniums zum Mythos wurden, Marilyn Monroe, Romy Schneider und Lady Di, haben zeittypische Gemeinsamkeiten. Sie sind jung gestorben. Ihr Leben spielte sich hilflos naiv in der Öffentlichkeit ab und sie haben nie die richtigen Lebenspartner gefunden. Sie waren nicht in der Lage, ihre Publicity und ihr öffentlich gewordenes Privatleben professionell zu inszenieren, sondern haben darunter gelitten, dass sie von den Medien instrumentalisiert wurden. All das macht sie zu identifikationsfähigen Figuren […]
Wir Menschen zerstören uns beim Selbsterfinden, weil unsere Wünsche und Identifikationen auf einer Zielgeraden ohne Regeln voranschießen. Auf der zügellosen Liste unseres Heißhungers nach Glück und Erfolg stehen Liebe, Sex und Ewigkeit ganz oben, und was wir uns selbst nicht erfüllen können, projizieren wir auf Idole, die wir uns schaffen. (Robert Amos im Gespräch mit Heike Marx, Seite 7)

Eingeleitet wird der Bildband „Mythos Romy Schneider. Ich verleihe mich zum Träumen“ durch ein Gespräch von Heike Marx mit Robert Amos, dem Leiter der gleichnamigen Ausstellung. Wie alle anderen Texte auch, ist es in deutscher, französischer und englischer Sprache abgedruckt. Es folgen Kommentare von Brigitte Bardot, François Mitterand, Hildegard Knef, Jean Gabin, Lilli Palmer, Maria Schell, Joseph Losey über Romy Schneider und zum Teil längere Auszüge aus „Zeitzeugengesprächen“ mit Freunden, Regisseuren und Kollegen von Romy Schneider: Max Guerain (Maskenbildner), Arthur Brauner, Pierre Granier-Deferre („Le Train. Nur ein Hauch von Glück“), Jean-Claude Brialy, Jacques Deray („Der Swimmingpool“), Jacques Rouffio („Die Spaziergängerin von Sans-Souci“), Claude Sautet („Die Dinge des Lebens“, „Das Mädchen und der Kommissar“), Bertrand Tavernier, Alexandre de Paris (Friseur), Horst Buchholz, Will Tremper, Christiane Höllger (Freundin).

Der Hauptteil des Buches besteht aus einer Sammlung von Fotos (S. 67 – 208). Es beginnt mit Familienfotos (Rosa Albach-Retty, Magda Schneider, Wolf Albach-Retty) und Kinderfotos von Romy Schneider, die durch Faksimiles von Urkunden (Eheschließung der Eltern, Geburt, Firmung) und Handschriften ergänzt werden. Die meisten Bilder stammen aus Kinofilmen und von Dreharbeiten. Außerdem sind einige Filmplakate abgedruckt. Eine Passage ist mit „Romy Schneider & Alain Delon“ überschrieben. Auf vier Fotos sehen wir Romy Schneider mit Coco Chanel.

Zu einem Abschnitt über ihre Eheschließung mit Harry Meyen und ihren gemeinsamen Sohn David Christopher gehören rund ein Dutzend Fotos aus einem von Romy Schneider für ihren Sohn angelegten „Tagebuch“. „Romy Schneider & Daniel Biasini“ heißt es auf den Seiten 169 bis 171. Eine Doppelseite zeigt Romy Schneider mit ihrer Tochter Sarah. Wir blättern weiter zu zwei Seiten über Romy Schneider und ihren Sohn David sowie zwei weiteren über den Tod des vierzehnjährigen Jungen mit verzweifelten Notizen der trauernden Mutter. Es folgen Bilder aus Romy Schneiders letztem Film – „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“ – und eine Doppelseite „Romy Schneider & Laurent Petin“. Den Abschluss des Bildteils bildet die erste Seite der mit der Schlagzeile „Romy Schneider s’est suicidée“ aufgemachten Zeitung „France Soir“; dazu wurden Fotos von Trauergästen gestellt und ein Faksimile des „Testaments“, das Romy Schneider am 10. Mai 1982 offenbar im Zustand größter Erregung und Verzweiflung geschrieben hatte: ein erschütterndes Dokument (Seite 206; auch auf dem „stern“-Titel vom 14. Oktober 1982: Seite 235).

Auf den Seiten 209 bis 240 finden wir Titelseiten von Zeitschriften, die mit Fotos von Romy Schneider aufgemacht wurden: bella, Bravo, Bunte, Ciné Revue, Cinémonde, Constante, De Post, Deutsche Illustrierte, Film und Frau, Filmmagazin, Film-Revue, France Soir Magazine, Jours de France, Le Soir illustre, Marie-Claire, Match, Münchner Illustrierte, Neue Illustrierte, Oggi, Piccolo, Playboy, Quick, Revue, Star Revue, stern, Studio, Super Illu, Weltbild, Wereld-Kroniek u. a. Da die aus den Jahren 1955 bis 1998 stammenden Titelfotos chronologisch geordnet sind, wird damit auch die Entwicklung Romy Schneiders vom fröhlichen Teenager zur schönen Frau dokumentiert, und die Schlagzeilen beleuchten noch einmal einige Ereignisse in ihrem Leben.

Ich bin nichts im Leben, aber alles auf der Leinwand. (Romy Schneider, Seite 12)

Wenn Heinrich Böll sagt, dass die Franzosen, Engländer, Italiener ein bisschen zu leben verstehen, so beschreibt er für mich einen der Gründe, weshalb ich gern in Frankreich bin. Denn innerhalb der unwirklichen Star- und Schauspielerwelt kann man bestenfalls überleben – nicht aber wirklich leben. (Romy Schneider, 25. November 1976, hier: Seite 176)

In einer Filmografie sind die 59 Kino- und Fernsehfilme aufgelistet, in denen Romy Schneider mitwirkte.

Auf eine tabellarische Biografie folgt eine illustrierte Zeittafel mit wichtigen zeitgeschichtlichen und cineastischen Ereignissen der Jahre 1938 bis 1982.

Mit einer Fülle von Zitaten, Dokumenten und Bildern beleuchtet der im Zusammenhang mit einer Ausstellung von Robert Amos entstandene Bildband den „Mythos Romy Schneider“. 300 der insgesamt etwa 800 Fotos sind farbig. Das Buch eignet sich vor allem auch als Geschenk für Fans von Romy Schneider.

Über den Herausgeber: Der Künstler Robert Amos (1956 – 2000) leitete das Institut für Kultur und Kommunikation CULTURA und editierte die Zeitschrift CULTURA.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006/2007
Textauszüge: © Melzer Verlag

Romy Schneider (Kurzbiografie / Filmografie)

Claude Sautet: César und Rosalie
Claude Sautet: Das Mädchen und der Kommissar
Claude Miller: Das Verhör
Michel Deville: Das wilde Schaf
Jacques Deray: Der Swimmingpool
Claude Sautet: Die Dinge des Lebens
Jacques Rouffio: Die Spaziergängerin von Sans-Souci
Claude Chabrol: Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen
Pierre Granier-Deferre: Le Train. Nur ein Hauch von Glück
Andrzej Zulawski: Nachtblende
Francis Girod: Trio Infernal

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