Marilyn Monroe


1. Juni 1926: Gladys Mortensen bringt im General Hospital von Los Angeles ihr drittes Kind zur Welt: Norma Jeane. Der Vater ist unbekannt.

13. Juni 1926: Weil Gladys arbeiten muss und sich nicht um das Neugeborene kümmern kann, vertraut sie es Pflegeeltern an: Ida und Albert W. Bolender. Das Ehepaar Bolender gehört der Pfingstgemeinde an und lehnt Vergnügungen ab.

März 1933: Nach dem Tod ihres Hundes verfällt Norma Jeane in eine anhaltende Depression. Daraufhin kommt Gladys mit ihrer kinderlosen Freundin Grace McKee und holt ihre Tochter zu sich.

August 1933: Gladys zieht mit dem Mädchen in ein Haus in Los Angeles, das sie mit einem Darlehen für alleinerziehende Mütter kaufte. Aufgrund ihrer Erziehung in einer puritanischen Familie ist Norma Jeane über die Vergnügungssucht ihrer Mutter schockiert. Statt in die Kirche gehen zu müssen, darf sie nun sonntags ins Kino.

Anfang 1934: Grace McKee lässt ihre Freundin Gladys wegen schwerer Depressionen in ein Sanatorium bringen und nimmt sich des Kindes an.

August 1935: Grace heiratet den zehn Jahre jüngeren Chirurgensohn Ervin Goddard, der bereits drei Kinder aus erster Ehe hat. Seine Tochter bringt er mit und zieht mit ihr, Grace und Norma Jeane in einen schäbigen Bungalow.

13. September 1935: Norma Jeane kommt in ein Waisenhaus in Hollywood.

Frühjahr 1937: Grace Goddard übernimmt für Norma Jeane die Vormundschaft.

7. Juni 1937: Eine Woche nach ihrem elften Geburtstag kehrt Norma Jeane zu den Goddards zurück.
Als sie sich bei Grace darüber beklagt, dass Ervin Goddard versucht habe, sie zu vergewaltigen, wird sie erneut weggebracht.

November 1937: Norma Jeane kommt zu ihrer Großtante Ida Martin.

August 1938: Grace Goddards Tante Ana Lower nimmt Norma Jeane bei sich auf.

März 1942: Norma Jeane bricht die Highschool ab.
Als sich Ana Lowers Gesundheitszustand verschlechtert, befürchtet Norma Jeane, ins Waisenhaus zurück zu müssen.

19. Juni 1942: Knapp drei Wochen nach ihrem 16. Geburtstag wird Norma Jeane mit dem fünf Jahre älteren Fabrikarbeiter James (»Jim«) E. Dougherty in Los Angeles getraut.
Durch die von Grace und Jims Mutter arrangierte Zweckheirat bleibt Norma Jeane ein weiterer Waisenhausaufenthalt erspart.

1943: Jim Dougherty meldet sich zur Handelsmarine und kommt zur Ausbildung auf die Insel Catalina.

Frühjahr 1944: Dougherty muss in den Krieg.
Norma Jeane lebt in Hollywood bei ihrer Schwiegermutter Ethel Dougherty, die in der Radioplane Company arbeitet und ihr dort einen Job in der Lackiererei vermittelt.

Herbst 1944: Der 25-jährige Militärfotograf David Conover, der für die Illustrierte »Yank« Aufnahmen von jungen Rüstungsarbeiterinnen machen soll, wählt Norma Jeane Dougherty als Modell.

Sommer 1945: Für eine weitere Fotoserie fährt David Conover mit Norma Jeane durch Kalifornien.
Weil der Schwiegermutter Norma Jeanes Tätigkeit als Fotomodell missfällt, zieht diese wieder zu Ana Lower.

2. August 1945: Auf Anregung von David Conover bewirbt sich Norma Jeane bei der Blue Book Modeling Agency.

Winter 1945/46: Für eine Shampoo-Werbung lässt sie ihr brünettes Haar bleichen.
Als Jim Dougherty aus dem Krieg zurückkommt, ist seine Frau mit dem 32-jährigen Fotografen André de Dienes in Kalifornien, Nevada und New Mexico unterwegs. Sie lässt sich auf eine kurze Affäre mit ihm ein.

Januar 1946: Bevor Jim Dougherty wieder abreist, fordert er seine Frau auf, sich zwischen ihm und einer Karriere als Fotomodell zu entscheiden.

26. April 1946: Erstmals ist Norma Jeane auf dem Titelblatt einer überregionalen Zeitschrift abgebildet.

14. Mai 1946: Norma Jeane reicht die Scheidung ein.

19. Juli 1946: Norma Jeane posiert für Probeaufnahmen in den 20th Century Fox Studios.

23. Juli 1946: Grace Goddard unterschreibt für die 20-Jährige einen Halbjahresvertrag mit 20th Century Fox. Aus Norma Jeane Mortensen wird Marilyn Monroe.

September 1946: Die Ehe von Jim und Norma Jeane Dougherty wird am 13. September in Las Vegas geschieden.
Obwohl Marilyn Monroe jeden Tag ins Studio fährt, darf sie kein einziges Mal vor die Kamera. Dennoch bekommt sie 75 Dollar pro Woche.

Februar 1947: 20th Century Fox verlängert den Vertrag um ein halbes Jahr. Sie erhält eine aus zwei Wörtern bestehende Sprechrolle in dem Film »Scudda-Hoo! Scudda-Hay!«

August 1947: Ihr Vertrag läuft aus. Marilyn Monroe wird arbeitslos.
Das Schauspieler-Ehepaar John Carroll und Lucille Ryman bringt Marilyn Monroe mietfrei in ihrer Stadtwohnung in Hollywood unter und unterstützt sie finanziell. Durch deren Vermittlung lernt sie den 69 Jahre alten Joseph (»Joe«) Schenck kennen, den Mitbegründer der 20th Century Productions. Die 21-Jährige lässt sich auf eine kurze Affäre mit ihm ein.

Februar 1948: Auf Drängen von Joe Schenck empfängt Harry Cohn, der Leiter der Columbia Studios, Marilyn Monroe in seinem Büro.

9. März 1948: Marilyn Monroe schließt mit Columbia einen Halbjahresvertrag und bekommt 125 Dollar pro Woche.
In dem Film »Ladies of the Chorus« spielt Marilyn Monroe die Tänzerin Peggy Martin. In dieser Rolle singt sie erstmals.

Silvester 1948: Bei einer Feier lernt sie den 53-jährigen Schauspieler-Agenten Johnny Hyde kennen, der Lana Turner, Rita Hayworth und andere Stars aufgebaut hat.

1949: Hyde ist verrückt nach Marilyn Monroe. Er überredet sie, ihre Nase und ihr Kinn korrigieren zu lassen, stellt sie einflussreichen Filmleuten vor und verschafft ihr eine kleine Rolle.

Mai 1949: Marilyn Monroe bewirbt sich bei dem Fotografen Tom Kelley als Modell. Am 25. Mai schlägt er ihr vor, Pin-up-Fotos für einen Brauerei-Kalender zu machen. Sie rekelt sich nackt vor seiner Kamera – und tritt ihm die Rechte an den Fotos für gerade einmal 50 Dollar ab.

Juni 1949: Johnny Hyde verlässt wegen Marilyn Monroe seine Familie. Eine Ehe mit dem reichen Mann, der viele Beziehungen hat und aufgrund einer Herzerkrankung mit seinem baldigen Tod rechnet, wäre für Marilyn Monroe von Vorteil, aber sie lehnt seinen Heiratsantrag ab.

Anfang September 1949: Marilyn Monroe lernt den Fotografen Milton H. Greene kennen und beginnt eine Affäre, die zehn Tage dauert.

Oktober 1949: Der Vertrag mit Columbia läuft aus. Johnny Hyde verschafft Marilyn Monroe einen Vertrag mit MGM für die Rolle der Angela Phinlay in John Hustons Gangsterfilm »Asphalt Dschungel«.

18. Dezember 1950: Johnny Hyde stirbt an einem Herzanfall.


Dieter Wunderlich: AußerOrdentliche Frauen. © Piper Verlag 2009

Ein litarisches Porträt von Marilyn Monroe finden Sie in dem Buch
„AußerOrdentliche Frauen. 18 Porträts“ von Dieter Wunderlich.
Piper Verlag, München 2009 – Leseprobe


Januar 1951: »Life« stellt in der Neujahrsausgabe vielversprechende Jungstars vor und druckt ein Foto von Marilyn Monroe.

März 1951: Marilyn Monroe wechselt zur Famous Artist Agency, die ihr einen Vertrag mit 20th Century Fox vermittelt, der sie sieben Jahre lang an die Produktionsgesellschaft bindet.

1951: Durch Elia Kazan lernt Marilyn Monroe den verheirateten Dramatiker Arthur Miller kennen.
Ihre Versagensängste nehmen zu.
Marilyn Monroe bekommt ihre erste große Rolle in einem ernst zu nehmenden Film: »Don’t Bother to Knock« und beweist ihre schauspielerischen Fähigkeiten.

Februar 1952: Marilyn Monroe und der geschiedene Baseball-Spieler Joe DiMaggio lernen sich kennen; eine Liebesbeziehung beginnt.
Joe DiMaggio wurde 1914 als achtes von neun Kindern sizilianischer Einwanderer im Norden Kaliforniens geboren. Obwohl er bis zu seinem achten Lebensjahr Stützprothesen an den Beinen tragen musste, begann er mit vierzehn eine Karriere als Baseball-Spieler und konnte vier Jahre später bereits davon leben. Er gilt als Nationalheld. Die Medien feiern Marilyn Monroe und Joe DiMaggio als Traumpaar.

März 1952: Eines der Nacktfotos, die Tom Kelley 1949 von Marilyn Monroe aufnahm, wird erneut veröffentlicht. Joe DiMaggio ist entsetzt, 20th Century Fox besorgt. Die angebliche Vollwaise gibt gegenüber der Presse Geldnot zum Zeitpunkt der Fotosession als Grund an und kann den drohenden Skandal gerade noch verhindern.

7. April 1952: »Life« bringt ein von Philippe Halsman aufgenommenes Foto von Marilyn Monroe auf der Titelseite.

Juni 1952: Die Dreharbeiten zu »Niagara« beginnen.

27. August 1952: Earl Wilson berichtet in der Zeitung »Los Angeles Daily News«, Marilyn Monroe habe ihm gestanden, dass sie nur selten Unterwäsche trage und deshalb bei der Anprobe von Jeans oder Pullovern hin und wieder Verkäuferinnen schockiere. In einem anderen Interview behauptet Marilyn Monroe, nachts nur einen Tropfen Chanel Nr. 5 zu tragen.
Joe DiMaggio ist sehr konservativ und eifersüchtig. Es missfällt ihm, dass Marilyn Monroe als Sexbombe vermarktet wird, und er drängt sie, ihren Beruf aufzugeben.

1952: Für »Blondinen bevorzugt« bekommt Marilyn Monroe ihre übliche Gage von 1250 Dollar pro Woche, ihre Partnerin Jane Russell dagegen das Zehnfache.

April 1953: Mit „Blondinen bevorzugt“ und „Wie angelt man sich einen Millionär?“ wird Marilyn Monroe endgültig auf das Image einer unbedarften Sexbombe festgelegt.

17. November 1953: »Look« veröffentlicht neun Porträts, die Milton Greene von Marilyn Monroe aufnahm.

Dezember 1953: Der »Playboy« druckt eines der im Mai 1949 aufgenommenen Aktfotos auf einer Doppelseite.

14. Januar 1954: Joe DiMaggio und Marilyn Monroe heiraten in San Francisco. Die Braut gelobt nicht, wie üblich, ihrem Mann zu gehorchen.

Januar/Februar 1954: Marilyn Monroe und Joe DiMaggio fliegen nach Japan. Trotz der Kälte singt sie leicht bekleidet im Freien und tritt innerhalb von zwei Tagen bei zehn Veranstaltungen vor insgesamt sechzig- bis hunderttausend US-Soldaten auf.

September 1954: Während der Dreharbeiten für »Das verflixte 7. Jahr« (Regie: Billy Wilder) in New York stellt sie sich für Standfotos nachts in Manhattan über einen U-Bahn-Lüftungsschacht, wo der Plisseerock ihres Kleides hochgeblasen wird. Der Fotograf Sam Shaw verspricht sich davon einen PR-Gag. Ihr von einem Journalisten aus San Francisco herbeigerufener Ehemann rastet aus; es kommt zu einem heftigen Streit, und danach soll Joe DiMaggio seine Frau heftig geschlagen haben.

Oktober 1954: Marilyn Monroe verlässt Joe DiMaggio und reicht die Scheidung ein.

Januar 1955: Marilyn Monroe gibt mit Milton Greene in New York die Gründung ihrer gemeinsamen Filmgesellschaft »Marilyn Monroe Productions« bekannt.
Marilyn Monroe ist häufig bei Milton Greene und seiner Ehefrau Amy in Weston, Connecticut. Greene macht einige sehr erotische Fotos von Marilyn Monroe, darunter die »Schwarze Serie« von 1956.

Februar 1955: Marilyn Monroe beginnt eine Psychoanalyse bei Greenes Psychotherapeutin Margaret Hohenberg in New York.
Sie erhält zudem in New York Unterricht bei dem Schauspiellehrer Lee Strasberg. Sie freundet sich mit ihm und seiner Familie an. Dadurch kommt es zu Spannungen zwischen ihr und Greene.

Sommer 1955: Arthur Miller und Marilyn Monroe sehen sich wieder. Sie beginnen eine Affäre.

31. Oktober 1955: Die Scheidung von Joe DiMaggio und Marilyn Monroe wird rechtskräftig.

Ende 1955: 20th Century Fox und die Marilyn Monroe Productions einigen sich nach langen Verhandlungen auf einen neuen Siebenjahresvertrag, in dem der Schauspielerin Mitspracherechte bei der Auswahl der Drehbücher, Regisseure und Kameramänner zugestanden werden.

Februar 1956: Nach einem Jahr in New York kehrt Marilyn Monroe nach Hollywood zurück.
Arthur Miller trifft sich an den Wochenenden heimlich mit ihr.

11. Juni 1956: Arthur Miller wird von Mary Grace Slattery geschieden.

29. Juni 1956: Arthur Miller und Marilyn Monroe lassen sich in New York standesamtlich trauen.

Juli 1956: Das Paar fliegt nach London, wo Marilyn Monroe mit Laurence Olivier »Der Prinz und die Tänzerin« dreht. Es kommt zu Konflikten zwischen den Eheleuten. (Darüber erzählt Simon Curtis in dem Kinofilm »My Week with Marilyn« (2011), in dem Marilyn Monroe von Michelle Williams und Laurence Olivier von Kenneth Branagh dargestellt werden.) Während der Dreharbeiten konsultiert Marilyn Monroe die Psychoanalytikerin Anna Freud.

November 1956: Nach Abschluss der Dreharbeiten für »Der Prinz und die Tänzerin« kehren Marilyn Monroe und Arthur Miller nach New York zurück.

April 1957: Marilyn Monroe und Milton Greene überwerfen sich, und Marilyn Monroe übernimmt infolgedessen die Anteile ihres Partners an ihrer Filmgesellschaft.

Sommer 1957: Arthur Miller und Marilyn Monroe verbringen einige Zeit in einem gemieteten Haus auf Long Island.
In New York lässt Marilyn Monroe sich weiter von Strasberg unterrichten und sucht täglich ihre Psychotherapeutin Margaret Hohenberg auf, bis sie zu Marianne Kris wechselt.

Herbst 1957: Arthur Miller beginnt, seine Kurzgeschichte »The Misfits« zu einer »Film-Erzählung« auszubauen.

Mai 1958: Marilyn Monroe übernimmt die Rolle der naiven blonden Sängerin Sugar Kane in Billy Wilders Film »Some Like It Hot« (»Manche mögen’s heiß«).

Dezember 1958: Als Folge von zwei Fehlgeburten verfällt Marilyn Monroe in eine schwere Depression. Ihr Gynäkologe hatte sie zuvor wegen ihrer Tablettensucht vor Komplikationen gewarnt.

30. September 1959: Marilyn Monroe unterschreibt einen Vertrag für »Let’s Make Love« (»Machen wir’s in Liebe«). Ihr Filmpartner ist Yves Montand.

April bis Juni 1960: Marilyn Monroe und der verheiratete Yves Montand haben eine Affäre.

Frühjahr 1960: Als die Drehbuchautoren streiken, weil sie bei Fernsehübertragungen von Kinofilmen leer ausgehen, erklärt Arthur Miller sich bereit, die gewünschten Änderungen am Drehbuch für »Let’s Make Love« für 20th Century Fox vorzunehmen. Dass ihr Mann sich nicht mit den Drehbuchautoren solidarisiert, ärgert Marilyn Monroe sehr.
Sie wendet sich an den Psychiater Ralph Greenson in Los Angeles.

Juli bis Oktober 1960: Dreharbeiten für »Misfits. Nicht gesellschaftsfähig« in der Wüste von Nevada. Arthur Miller ist mitgekommen, weil das Drehbuch noch nicht fertig ist, wohnt aber getrennt von seiner Frau – und beginnt eine Affäre mit einer Fotografin. Die ständigen Drehbuchänderungen verunsichern nicht nur Marilyn Monroe. Ihr Tabletten- und Alkoholkonsum nimmt zu; sie lässt sich mehrmals Injektionen geben.

Ende Oktober 1960: Arthur Miller verlässt das gemeinsame Apartment im Beverly Hills Hotel.

Dezember 1960: Marilyn Monroe nimmt in New York die Therapie bei Marianne Kris wieder auf.

20. Januar 1961: Marilyn Monroe und Arthur Miller werden geschieden.

Februar 1961: Ohne die Patientin darauf vorzubereiten, weist Marianne Kris sie wegen einer Depression in die geschlossene psychiatrische Abteilung des New York Hospital ein. Auf ihren telefonischen Hilferuf hin holt Joe DiMaggio sie aus der Klinik und bringt sie mit ihrem Einverständnis ins Columbia Presbyterian Medical Center.

März 1961: Marilyn Monroe verlässt das Sanatorium und verbringt einige Tage zusammen mit Joe DiMaggio in Redington Beach, Florida.

Ende April 1961: Marilyn Monroe kehrt allein nach Los Angeles zurück und mietet ein Apartment.

Sommer 1961: Sie nimmt ihre 1955 begonnene Liaison mit Frank Sinatra wieder auf. Die beiden treffen sich abwechselnd in Los Angeles, Las Vegas und am Lake Tahoe.

Oktober 1961: Bei dem mit ihr befreundeten Schauspieler Peter Lawford lernt Marilyn Monroe den US-Präsidenten John F. Kennedy kennen.

November 1961: Ralph Greenson übernimmt zunehmend die Kontrolle über Marilyn Monroe. Er sorgt dafür, dass sie die Witwe Eunice Murray als Haushälterin einstellt.

Ende Januar 1962: Marilyn Monroe kauft mit Hilfe von Eunice Murray ein Haus zwischen den Fox-Studios und der Greenson Villa.

3. März 1962: Bei der Gala zur Verleihung des »Golden Globe« an Marilyn Monroe kommt es aufgrund von Alkohol und Medikamenten zu Entgleisungen.
Marilyn Monroe bleibt einige Tage in der Krankenstation der Villa von Ralph Greenson.

6. März 1962: Joe DiMaggio bringt sie von hier weg und hilft ihr beim Umzug in das neue Haus. Er bleibt bis zum 14. März bei ihr.
Eunice Murray übernachtet häufig bei Marilyn Monroe.

24. März 1962: John F. Kennedy und Marilyn Monroe scheinen in der Villa von Bing Crosby in Palm Springs miteinander geschlafen zu haben.

23. April 1962: Beginn der Dreharbeiten für »Something’s Got to Give«, (Filmpartner: Dean Martin). Um dabei sein zu können, lässt Ralph Greenson sich von 20th Century Fox als Berater Marilyn Monroes unter Vertrag nehmen.

10. Mai 1962: Trotz dieses Beratervertrags tritt Greenson mit seiner Ehefrau eine fünfwöchige Urlaubsreise an.

17. Mai 1962: Marilyn Monroe fliegt nach New York, um an der Geburtstagsfeier von John F. Kennedy im Madison Square Garden teilzunehmen. 20th Century Fox zeigt die Schauspielerin wegen Vertragsbruchs an, weil sie den Drehort verließ.

19. Mai 1962: Marilyn Monroe erscheint verspätet zu der Veranstaltung. Vor 15 000 Besuchern haucht sie das Liedchen »Happy Birthday, Mr President« ins Mikrofon. Dabei trägt sie auf der nackten Haut ein Kleid, das so eng ist, dass man sie regelrecht einnähen musste.

20. Mai 1962: Marilyn Monroe ist wieder in Los Angeles.

1. Juni 1962: Nach den Dreharbeiten findet eine Geburtstagsfeier für Marilyn Monroe statt. Am nächsten Morgen ruft die 36-Jährige die Kinder ihres verreisten Psychiaters verzweifelt an, die den Psychologen Milton Wexler alarmieren. Er findet auf ihrem Nachttisch eine Unmenge von Beruhigungsmitteln. Die Patientin ist niedergeschlagen und desorientiert.

2. Juni 1962: Marilyn Monroe kommt nicht zu den Dreharbeiten.

5. Juni 1962: 20th Century Fox droht ihr mit einer Klage wegen Vertragsbruchs.

7. Juni 1962: 20th Century Fox reicht Klage gegen Marilyn Monroe ein.
Als Dean Martin sich weigert, mit einer anderen Filmpartnerin als Marilyn Monroe weiterzudrehen, wird die Arbeit an »Something’s Got to Give« abgebrochen.

Juni/Juli 1962: Marilyn Monroe telefoniert mehrmals mit Robert Kennedy, den sie vier Mal bei offiziellen Anlässen traf.
Die Gerüchte über eine Affäre von Marilyn Monroe und Robert Kennedy entbehren jeder Grundlage.

29. Juni bis 1. Juli 1962: Mehrtägige Fotosession mit Bert Stern im Bel Air Hotel in Santa Monica (»The Last Sitting«).

25. Juli 1962: 20th Century Fox bietet Marilyn Monroe einen neuen Vertrag mit einer höheren Gage an und stellt eine Klagerücknahme in Aussicht.
Marilyn Monroe und Joe DiMaggio beschließen, am 8. August wieder zu heiraten.

4. August 1962: Marilyn Monroe telefoniert und vereinbart Termine. Ihre Pressesprecherin kommt vorbei, um die geplante Eheschließung zu besprechen. Ralph Greenson schaut nach seiner Patientin, der es nicht gut geht, und schickt die Pressesprecherin fort. Am Nachmittag unternimmt Eunice Murray mit Marilyn Monroe einen Strandspaziergang.

5. August 1962: Um 4.25 Uhr wird im LAPD angerufen. Als Sergeant Jack Clemmons kurz vor 5 Uhr im Haus des Filmstars eintrifft, findet er Marilyn Monroe leblos vor. Das Bett wurde bereits abgezogen, und die Waschmaschine ist in Betrieb.
Eunice Murray sagt aus, sie habe gegen 3 Uhr Licht unter Marilyn Monroes verschlossener Schlafzimmertüre bemerkt, vergeblich gerufen und deshalb Greenson alarmiert. Der sei gekommen, habe ein Fenster eingeschlagen und die Schauspielerin tot vorgefunden.
Die Obduktion der Leiche ergibt, dass Marilyn Monroe an einer Überdosis von Nembutal und Chloralhydrat starb. Das Schlafmittel Chloralhydrat könnte Eunice Murray ihr mit einem Klistier verabreicht haben; die Nembutal-Kapseln scheint sie nicht auf einmal – wie es bei einem Suizid der Fall gewesen wäre –, sondern über den Tag verteilt eingenommen zu haben.
Obwohl eine 1982 eingesetzte Untersuchungskommission der Bezirksstaatsanwaltschaft von Los Angeles das Ergebnis der polizeilichen Ermittlungen von 1962 bestätigt, dass es keine Indizien für ein Verbrechen gibt, halten sich Verschwörungstheorien, denen zufolge Marilyn Monroe im Auftrag der CIA oder des Kennedy-Clans ermordet wurde.

Marilyn Monroe: Filmografie (Auswahl)

  • Arthur Pierson: Dangerous Years (1947)
  • Phil Karlson: Ladies of the Chorus (1948)
  • David Miller: Glücklich verliebt (1950)
  • John Huston: Asphalt-Dschungel (1950)
  • Joseph L. Mankiewicz: Alles über Eva (1950)
  • Fritz Lang: Vor dem neuen Tag (1952)
  • Edmund Goulding: Wir sind gar nicht verheiratet (1952)
  • Roy Baker: Versuchung auf 809 (1952)
  • Howard Hawks: Liebling, ich werde jünger (1952)
  • Henry Koster: Vier Perlen (1952)
  • Henry Hathaway: Niagara (1953)
  • Howard Hawks: Blondinen bevorzugt (1953)
  • Jean Negulesco: Wie angelt man sich eine Millionär? (1953)
  • Otto Preminger: Fluss ohne Wiederkehr (1954)
  • Billy Wilder: Das verflixte 7. Jahr (1955)
  • Joshua Logan: Bus Stop (1956)
  • Laurence Olivier: Der Prinz und die Tänzerin (1957)
  • Billy Wilder: Manche mögen’s heiß (1959)
  • George Cukor: Machen wir’s in Liebe (1960)
  • John Huston: Misfits. Nicht gesellschaftsfähig (1961)

Literatur über Marilyn Monroe

Robin de Raaff (Musik) und Janine Brogt (Libretto) schrieben die Oper „Waiting for Miss Monroe“, die 2004 in Amsterdam uraufgeführt wurde.

Kurzbiografie: © Dieter Wunderlich 2003
Hauptquellen:
Ruth-Esther Geiger: Marilyn Monroe
Norman Mailer: Marilyn Monroe
Donald Spoto: Marilyn Monroe
Dieter Wunderlich: AußerOrdentliche Frauen. 18 Porträts

Simon Curtis: My Week with Marilyn
Ruth-Esther Geiger: Marilyn Monroe
Joyce Carol Oates: Blond
Donald Spoto: Marilyn Monroe. Die Biographie
Dieter Wunderlich: AußerOrdentliche Frauen. 18 Porträts

Arthur Miller (Kurzbiografie)

Arnon Grünberg - Phantomschmerz
Arnon Grünberg springt zwischen verschiedenen Orten und Zeiten hin und her und baut die Geschichte auch noch in eine Rahmenhandlung ein. Der tragikomische Roman "Phantomschmerz" ist kein besonders tiefschürfendes Buch, aber eine recht unterhaltsame Satire.
Phantomschmerz

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