Interview mit einem Vampir

Interview mit einem Vampir

Interview mit einem Vampir

Interview mit einem Vampir - Originaltitel: Interview with the Vampire. The Vampire Chronicles - Regie: Neil Jordan - Drehbuch: Anne Rice, nach ihrem Roman "Interview mit einem Vampir" - Kamera: Philippe Rousselot - Schnitt: Mick Audsley und Joke van Wijk - Musik: Elliot Goldenthal - Kostüme: Sandy Powell - Darsteller: Brad Pitt, Tom Cruise, Christian Slater, Antonio Banderas, Kirsten Dunst, Stephen Rea - 1994, 110 Minuten

Inhaltsangabe

San Francisco bei Nacht. In einem halbdunklen Hotelzimmer bereitet der Reporter Malloy ein Interview mit dem Fremden vor, der am Fenster steht und wartet, bis das Band des Recorders läuft. Ungläubig lacht der Journalist, als sein Gesprächspartner behauptet, er sei Vampir und über 200 Jahre alt ...
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Kritik

"Interview mit einem Vampir" ist fulminantes Epos von Neil Jordan über die Sinnlosigkeit eines ewigen Lebens voll unerfüllbarer Sehnsucht, Leid und Überdruss, Trauer und Einsamkeit.
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San Francisco bei Nacht. In einem halbdunklen Hotelzimmer bereitet der Reporter Malloy (Christian Slater) ein Interview mit dem jungen Mann vor, der ihm gerade auf der Straße auffiel. Er ist neugierig, mehr über den Fremden zu erfahren, der nun mit dem Rücken zu ihm am Fenster steht und wartet, bis das Band des Recorders läuft. Ungläubig lacht der Journalist, als sein Gesprächspartner behauptet, er sei Vampir und über 200 Jahre alt. Als sich der Mann umdreht und anfängt, seine Lebensgeschichte zu erzählen, blicken wir unvermittelt in sein bleiches, maskenhaftes Gesicht (Brad Pitt).

Louis de Pointe du Lac – so heißt er – besaß eine Plantage in New Orleans. Als seine Frau 1791 im Kindbett starb und auch das Kind nicht überlebte, wollte er ebenfalls tot sein. Der Vampir Lestat (Tom Cruise), der auf ihn aufmerksam wurde, saugte ihm das Blut aus, flößte ihm dann aber etwas von seinem unsterblichen Blut ein und machte ihn auf diese Weise zu seinesgleichen. Die beiden Dandys amüsierten sich auf den glamourösen Festen der feinen Gesellschaft, wo sich Lestat bedenkenlos frisches Blut besorgte.

Louis, der sich nicht überwinden konnte, einen Menschen zu töten, saugte in seiner Verzweiflung Hühner und Ratten aus.

Erst als er der kleinen Claudia (Kirsten Dunst) begegnete, die ihn anflehte, ihre bei einer Seuche gestorbene Mutter wieder „aufzuwecken“, tötete er aus Mitleid. Aber auch Claudia wurde durch Lestat zum Vampir. Weil sie ihn dafür hasste, verleitete sie ihn dazu, das Blut eines Jungen zu saugen, den sie mit einem starken Beruhigungsmittel umgebracht hatte: ein vernichtender Trank!

Louis und Claudia reisten nach Paris, wo sie 1870 im „Théâtre des Vampires“ nach langer Zeit wieder ihresgleichen begegneten.

Armand (Antonio Banderas), der Anführer der Truppe, ließ zu, dass die anderen Vampire Claudia wegen der Ermordung eines der ihren dem tödlichen Sonnenlicht aussetzten und Louis einmauerten. Er befreite Louis – in den er sich verliebt hatte – aus seinem Gefängnis und warnte seine Truppe nicht vor dessen Rache. So gelang es diesem, das Theater samt den Schauspielern zu vernichten. Allein reiste Louis nach Amerika zurück – ohne die Trauer um Claudia überwinden zu können.

1988 kam er wieder nach New Orleans. Dort spürte er Lestat auf, der den Anschlag zwar überlebt hatte, aber jetzt schwach und vergreist in einem Lehnstuhl saß. Louis blieb auch nicht bei Lestat, sondern er irrte weiter herum, bis er in San Francisco den Reporter traf.

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Den Roman „Interview with the Vampire“ schrieb Anne Rice (*1941) 1973 in nur fünf Wochen. Die Veröffentlichung erfolgte 1976. Eine deutsche Übersetzung von Karl Berisch und C. P. Hofman erschien 1978 („Interview mit einem Vampir“).

Neil Jordans Verfilmung des Romans „Interview mit einem Vampir“ ist ein fulminantes Epos über die Sinnlosigkeit eines ewigen Lebens voll unerfüllbarer Sehnsucht, Leid und Überdruss, Trauer und Einsamkeit. Faszinierend ist vor allem auch der morbid-poetische Rhythmus, in dem die opulenten Bilder gezeigt werden.

„Sympathy for the Devil“ ist von Mick Jagger und Keith Richards.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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