Gilles Rozier : Eine Liebe ohne Widerstand

Eine Liebe ohne Widerstand

Gilles Rozier

Eine Liebe ohne Widerstand

Originaltitel: Un amour sans résistance Denoël, Paris 2003 Eine Liebe ohne Widerstand Übersetzung: Claudia Steinitz DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln 2004 ISBN 3-8321-7868-6, 167 S., 16.90 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Während Anne im Obergeschoss des Elternhauses vor Lust schreit, wenn sie mit ihrem Geliebten, einem SS-Mann, zusammen ist, lieben sich im Keller das erzählende Ich (bei dem es sich entweder um einen Bruder oder eine Schwester Annes handelt) und der dort verborgene Jude, immer darauf bedacht, sich nicht durch Geräusche zu verraten.
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Kritik

In dem raffiniert konstruierten Roman "Eine Liebe ohne Widerstand" erzählt Gilles Rozier schroff und doch ausgefeilt von zwei parallelen skandalösen Liebesverhältnissen vor dem Hintergrund eines sarkastischen Bildes über das Verhalten von Franzosen während der deutschen Besatzung.
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Gilles Rozier lässt uns über das Geschlecht der Ich-Erzählerfigur im Unklaren. Um Formulierungen wie „der Erzähler bzw. die Erzählerin“ und „er/sie“ zu vermeiden, wird für die folgende Inhaltsangabe ebenfalls die erste Person Singular verwendet. Mit „ich“ ist also Roziers Erzählerfigur gemeint.

Ich halte Ihnen ein Jahrzehnte altes Familienfoto aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs hin. Aufgenommen wurde es vor dem 1905 von meinen Großeltern mütterlicherseits damals noch außerhalb einer französischen Provinzstadt gebauten Haus. Ich zeige auf die Personen: meine Mutter (mein Vater war damals schon in deutscher Kriegsgefangenschaft), meine sechs Jahre ältere Schwester Isabelle mit ihrem Mann, ihrer Tochter und den drei Söhnen, meine jüngere, verwitwete Schwester Anne, und „da bin ich“.

Fotografiert hat Volker Hammerschimmel, ein SS-Mann. Er bumste meine Schwester Anne, verzeihen Sie den Ausdruck, aber ein anderer fällt mir dazu nicht ein. Sie brüllte vor Lust, oben im ersten Stock […] Der Krieg war so trostlos, man musste sich irgendwie amüsieren. Meine Schwester war noch in Trauer, die Arme. Sie bumste, um zu vergessen […]
Nach der Befreiung hat ein Nachbar meine Schwester Anne unter dem Beifall des ganzen Viertels vergewaltigt. Das spielte sich vor dem Gartentor ab. Der Menschenauflauf hatte mich angelockt. Anne war völlig entstellt, ihr Kopf kahl geschoren. Sie wirkte geradezu dürr. Sie war nackt wie ein Wurm, ich sah sie zum ersten Mal nackt, nicht nur die Schädelhaut, ihr Körper, vollkommen nackt […] Meine Schwester hatte sich nie in meinem Beisein ausgezogen, wir waren eine Familie, in der man sich nicht entblößte […] (Seite 8f)

Mein Vater war schon vor dem Krieg „nicht richtig anwesend“: Tagsüber ging er arbeiten, abends und sonntags beschäftigte er sich im Garten, und im Winter füllte er im Keller den Wein in Flaschen; er lebte in einer anderen Welt.

Isabelle heiratete einen Mann aus der Gascogne; sie hatte es eilig, von zu Hause fortzukommen. Als das Foto geknipst wurde, war sie kurz zu Besuch.

Anne war mit vierzehn ausgerissen und dem Sohn eines Straßenwärters zur Weinlese in den Süden gefolgt. Nachdem sie sich wieder eingefunden hatte, befürchtete Mutter wochenlang, Anne könne schwanger sein, denn eine Jungfrau war sie wohl nicht mehr. Sie heiratete schließlich, und ihr Ehemann war unter den ersten Freiwilligen der mit den Deutschen kollaborierenden „Französischen Freiwilligenlegion gegen den Bolschewismus“. Durch die Drohung, mit ihrem Mann über das Verhalten des einen oder anderen Nachbarn zu reden, verbreitete sie im Viertel Angst und Schrecken. Als das Ehepaar einmal auf dem Treppenabsatz vor dem Haus frühstückte, hielt ein Auto vor dem Gartentor; ein Mann sprang heraus, feuerte mit einer Maschinenpistole und preschte weiter. Anne hatte er zwar verfehlt, ihren Gatten jedoch in den Kopf getroffen. Nach kurzer Zeit kürzte Anne die Ärmel ihres Trauerkleides und erweiterte den Ausschnitt. Sie ging häufig aus und kam nicht selten am nächsten Morgen betrunken nach Hause. Schließlich wurde sie die Geliebte des SS-Mannes Volker Hammerschimmel. Beinahe jeden Nachmittag trieben sie es in ihrem Zimmer. Ich verließ dann nach Möglichkeit das Haus, um die Lustschreie nicht mit anhören zu müssen. Mutter sagte nichts. Sie war nicht mehr die starke, autoritäre Frau von früher.

Ich hatte 1930 ein Jahr lang deutsche Literatur in Heidelberg studiert. Von klein auf an Einsamkeit gewöhnt, suchte ich auch in Deutschland keinen Kontakt, verliebte mich aber in den hübschen Kommilitonen Hans-Joachim Friedberg, der Thomas Mann schätzte und Schriftsteller oder Theaterregisseur werden wollte. Nach dem Jahr verloren wir uns allerdings wieder aus den Augen. Als ich später erfuhr, bei Hans-Joachim habe es sich möglicherweise um einen Juden gehandelt, konnte ich es kaum glauben.

War Hans-Joachim Jude? Dieser Gedanke war mir nie gekommen. Er war so deutsch, so schön. (Seite 137)

Nach meiner Rückkehr aus Deutschland unterrichtete ich halbtags im Mädchengymnasium unserer Stadt und verdiente nebenbei noch etwas Geld mit Nachhilfestunden. Zu meinen Privatschülern und -schülerinnen gehörte auch Claude, das jüngste von sechs Kindern eines Händlers „mit dem Drang nach Anerkennung“ (Seite 34). Nicht aus eigenem Antrieb, sondern auf Wunsch beider Elternpaare heirateten Claude und ich 1936.

[…] ich war außerstande, diesen fremden Körper zu berühren oder an mich heranzulassen. Der bloße Gedanke erfüllte mich mit Entsetzen, und ich war Claude dankbar, dass mir diese Prüfung erspart blieb. Ich hätte nicht sagen können, dass Claudes Körper mich abstieß, er weckte nichts in mir, weder Begehren noch Abneigung. (Seite 35)

Ich liebte Claude weder mit dem Verstand noch mit den Sinnen, ich erinnere mich nicht, dass mir auch nur die geringste Liebe oder irgendein Bedürfnis nach sexueller Beziehung entgegengebracht wurde. Nichts. (Seite 74)

Ich glaube, mein Begehren galt einzig den Büchern und der deutschen Sprache. (Seite 33)

Gegen Vorhaltungen meines Schwiegervaters nach der Hochzeit verwahrte ich mich.

Ich hatte eingewilligt, sein Kind zu heiraten, aber ich hatte nicht geschworen, mich mit ihm zu paaren. (Seite 31)

Trotz miserabler Schulzeugnisse erhielt Claude eine Stelle in der Buchhaltung einer Holztransportfirma. Wir wohnten in meinem Elternhaus bei meiner Mutter und meiner Schwester Anne. Da Claude keine Bücher las, sprachen wir nicht viel miteinander.

Claude hatte ganz bestimmt ein Innenleben, wer hat das nicht?, aber ich machte mir nicht die Mühe, es zu entdecken, lieber genoss ich den raschen Verfall von Gregor Samsa […] (Seite 36f)

Nach Kriegsbeginn versteckte ich meine Exemplare der von den Nationalsozialisten verfemten deutschen Schriftsteller in einem durch Bretter abgeteilten Verschlag in der dunkelsten Ecke des Weinkellers. Die Öffnung, durch die ich auf allen Vieren kriechen musste, tarnte ich durch einen Stapel leerer Kisten.

Von klein auf hatte ich mir angewöhnt, alles zu verstecken: meine Leidenschaften, meine Ängste, meine Enttäuschungen. Meine Mutter war mein Vorbild gewesen. Bei uns entblößte man sich nicht. Deshalb war diese schwarze Liste der Schriftsteller geradezu ein Glücksfall, der mir die Möglichkeit gab, einen stillen Raum zum Lesen zu schaffen, heimlich, und heißt das nicht in Freiheit? (25)

Während des „drôle de guerre“ übersetzte ich nachmittags, nach der Schule, Artikel der NS-Presse für den französischen Generalstab. Ein junger Soldat mit ausländischem Akzent brachte mir die Dokumente, wartete während des Übersetzens vor der Tür und sang dabei Nocturnes von Frédéric Chopin.

Mein Patriotismus war so wie bei den meisten: flau. (Seite 43)

Während des Unterrichts beobachtete ich durch die Fenster des Klassenzimmers mehrmals, wie man jüdische Schüler abführte, auch, wie der kleine Lachman losrannte und erschossen wurde. Zu einem Zeitpunkt, als die Alliierten bereits in Nordafrika gelandet waren, tauchten der Rektor und zwei Deutsche in Gestapo-Uniformen im Klassenzimmer auf. Sie nahmen mich mit zum Hôtel des Barres, wo die Gestapo residierte. Nach stundenlangem Warten forderte mich der Gestapo-Ortskommandant auf, Übersetzungsarbeiten für die Deutschen zu erledigen. Jede Woche holte ich die Sachen im Hôtel des Barres ab und brachte die Übersetzungen hin.

Einmal, während ich auf dem Korridor wartete, brachten Soldaten Madame Bloch herein, die über fünfzig Jahre alte Kurzwarenhändlerin, die mich als Kind immer geküsst hatte, obwohl es meiner Mutter nicht recht gewesen war. Ich hätte mich am liebsten versteckt, aber zum Glück ging Madame Bloch vorbei, ohne mich zu erkennen.

Bei einem der nächsten Male wurde eine Gruppe Juden hereingebracht, darunter der ehemalige Soldat, der mir zwei Jahre zuvor die für den französischen Generalstab zu übersetzenden Artikel gebracht hatte. In dem Tumult gelang es mir, den Bekannten an den Wachen vorbei aus dem Gestapo-Quartier zu führen. Ich versteckte ihn in dem nicht einmal Mutter bekannten Kellerloch, das mir bis dahin als Bibliothek gedient hatte. Aus Stoffresten, Lumpen und Stroh nähten wir eine Matratze, ich versorgte ihn mit Wäsche und Nahrungsmitteln und leerte zweimal am Tag seinen Nachttopf aus, immer darauf bedacht, von niemand ertappt zu werden.

Am 8. Februar 1944 nahm Claude sich das Leben. Ich fand den toten Körper „auf dem Bauch liegend und in seinem Blut schwimmend auf dem Ehebett“ (Seite 70) und sah ihn bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal nackt. Einen Abschiedsbrief gab es nicht.

Herman – so hieß der gerettete Jude – wurde gleich nach dem Ersten Weltkrieg in Warschau geboren. Obwohl er zwar das Schneiderhandwerk erlernt, aber kaum eine Schule besucht hatte, begeisterte er sich für Bücher. Bei seiner Sprache, die ich bis dahin für einen deutschen Dialekt gehalten hatte, handelte es sich um Jiddisch. Ein Gedichtband von Heinrich Heine in jiddischer Sprache war in dem Dachzimmer zurückgeblieben, das Herman nach seiner Entlassung aus dem Militärdienst und bis zu seiner Festnahme bei der Witwe Pelloux und ihrer Tochter Monique bewohnt hatte. Ich vermutete, dass mein Kollege Besson, ein wohlerzogener Literaturlehrer, der in der Nachbarschaft von Madame Pelloux wohnte, Herman denunziert hatte.

Monique Pelloux gehörte zu meinen Schülerinnen. Um an den versteckten Gedichtband von Heinrich Heine heranzukommen, begann ich, das nicht sonderlich fleißige Mädchen zu bevorzugen. Dadurch blühte Monique regelrecht auf, und es dauerte nicht lange, bis mich Madame Pelloux zum Tee einlud.

Ich sagte Madame Pelloux, wie sehr ich ihre Tochter schätzte, das war nicht ganz richtig, aber das Buch von Herman zu beschaffen war mehr wert als die Wahrheit. (Seite 85)

Unter einem Vorwand erreichte ich, dass ich einmal aufgefordert wurde, in dem leer stehenden Mansardenzimmer zu übernachten. Dort fand ich tatsächlich das versteckte Buch. Als ich es Herman am nächsten Tag brachte, umarmte er mich gerührt; wir sanken auf den Boden und liebten uns. Von da an schlich ich mich jede Nacht in den Keller, um mit Herman über Literatur zu reden und mit ihm zu schlafen.

Die Briten bombardierten die Stadt wegen der deutschen Kaserne und einer Panzerkettenfabrik. Wenn ich während der Fliegerangriffe mit Mutter und Anne im Weinkeller Schutz suchte, befürchtete ich, Herman könne sich durch ein Niesen oder Husten verraten. Einmal war sogar Volker mit im Keller. Zum Glück war aus dem Versteck kein Laut zu hören.

Mit der Hilfe des Griechisch- und Lateinlehrers Viallet, der in der Résistance war, hätte ich Herman zur Flucht verhelfen können, aber aus egoistischen Gründen tat ich es nicht: Ich wollte ihn für mich.

Einmal waren sowohl die Mutter als auch Anne fort, als ich durch ein Fenster sah, wie Volker aufs Haus zukam. Da nahm ich ein Küchenbeil aus der Tischschublade. Damit traf ich ihn mitten in der Stirn. Volker sackte geräuschlos zusammen und blutete kaum.

Volker […] war gestorben wie eine Kuh im Schlachthof, ein Axthieb und Schluss, ohne ein Muh. (Seite 149)

Ich zog ihn aus und wunderte mich darüber, dass sein Penis ganz normal aussah, denn aufgrund von Annes Lustschreien hatte ich angenommen, dass der SS-Mann über besonders große Genitalien verfügen müsse. Ich schleifte die nackte Leiche in den Keller und forderte Herman auf, sie im Boden zu vergraben. Weil ich mit dem Säubern des Bodens noch nicht fertig war, als Mutter nach Hause kam, begriff sie, was ich getan hatte. Aber sie schwieg. Bis zu ihrem Tod vierundzwanzig Jahre später sprach sie nie ein Wort über den Mord. Anne raste vor Wut, weil sie annahm, dass Volker – wie andere Nationalsozialisten auch – ohne ein Wort des Abschieds vor den nur noch hundert Kilometer entfernten Alliierten geflohen war.

Herman hielt es über dem vergrabenen SS-Mann nicht mehr aus; er konnte nicht mehr schlafen und war zu keiner Erektion mehr fähig. Also half ich ihm, in Volkers SS-Uniform zu schlüpfen und versteckte die zivilen Kleidungsstücke an einer Stelle am Fluss, wo Herman sich dann wieder umziehen sollte. Nach zwei Jahren, drei Monaten und zwei Wochen (Seite 70) [und zwanzig Tagen (Seite 134)] verließ Herman erstmals das Versteck. Er kam nicht weit: In der Rue des Bons-Enfants stürzte er nach einer Salve aus einem Maschinengewehr tot zu Boden.

Ein Angriff der Résistance, die ein paar Tage vor der Befreiung noch einen SS-Mann erlegen wollte. (Seite 160)

Die im Keller versteckten Bücher holte ich auch nach dem Krieg nicht herauf. Ich wohne auch jetzt noch – zwanzig Jahre nach meiner Pensionierung – in dem Haus. Vater kam nach sechs Jahren aus der Kriegsgefangenschaft zurück. Nicht von ihm, sondern von einem Gebrauchtwagenhändler erfuhr ich, dass er in Deutschland eine Geliebte gehabt hatte: die Bäuerin auf dem Hof, wo er zur Zwangsarbeit eingeteilt worden war. Inzwischen sind Vater und Mutter längst tot; Anne raste bei einem Überholmanöver frontal in einen Lastwagen und kam dabei ums Leben.

Da ist noch ein Platz auf dem Friedhof, in der Familiengruft […] Sie warten nur noch auf mich. Aber was habe ich mit diesen Leuten zu tun? Mein Platz ist neben Herman, nirgendwo. Ich habe ein Testament auf einen Zettel gekritzelt […] Ich habe um die Einäscherung gebeten, das wird mein letztes Gedenken an Madame Bloch sein. (Seite 166)

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Was geschah, erfahren wir von einer namenlosen, hybriden Erzählerfigur, die sich Jahrzehnte später an die Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs in einer französischen Provinzstadt erinnert. Es handelt sich nicht gerade um einen Helden bzw. eine Heldin, sondern um eine eher feige Person, die sich anpasste und für die Gestapo Übersetzungen erledigte. Nicht um Widerstand gegen die Besatzer zu leisten, sondern weil das Erzähler-Ich sich verliebte – daher der Titel „Eine Liebe ohne Widerstand“ – rettete es einem jungen, von der Gestapo festgenommenen Juden das Leben und versteckte ihn mehr als zwei Jahre lang in einem Kellerloch, das bis dahin als Refugium für das Lesen verbotener deutscher Literatur gedient hatte.

Gilles Rozier hat seinen Roman raffiniert konstruiert: Während Anne im Obergeschoss des Elternhauses vor Lust schreit, wenn sie mit ihrem Geliebten, einem SS-Mann, zusammen ist, lieben sich im Keller ihr Bruder bzw. ihre Schwester und der dort verborgene Jude, immer darauf bedacht, sich nicht durch Geräusche zu verraten. Am Ende schlüpft der Jude in die Uniform des inzwischen erschlagenen SS-Mannes und wird gerade deshalb von Widerstandskämpfern erschossen.

In einer schroffen und doch ausgefeilten Sprache erzählt Gilles Rozier nicht nur von zwei parallelen skandalösen Liebesverhältnissen, sondern es geht ihm auch um die Austauschbarkeit von Personen (Mann / Frau, Jude / SS-Mann) und Sprachen (deutsch / jiddisch) sowie die Relativierung von Begriffen (gut / böse). Zugleich wagt er es, ein sarkastisches Bild über das Verhalten der Franzosen während der deutschen Besatzung zu vermitteln. Und nicht zuletzt huldigt Gilles Rozier der deutschen Literatur.

Gilles Rozier wurde 1963 als Sohn eines Franzosen und einer aus Polen stammenden Jüdin in Grenoble geboren. Dort wuchs er bis zu seinem siebzehnten Lebensjahr auf. Nach dem Besuch einer Grande École leistete er von 1984 bis 1986 seinen Zivildienst im Rahmen eines Austauschprogramms als Geschäftsführer eines christlichen Instituts für jüdische Studien in Jerusalem. Dabei lernte er Hebräisch. Zurück in Frankreich, arbeitete er ein Jahr lang zuerst bei einer Bank, dann im Verlag Hachette, bevor er Einkäufer für eine Pariser Kaufhauskette wurde und parallel dazu Abendkurse an der Universität belegte. Er promovierte in jiddischer Literatur. Heute leitet er das Haus für jiddische Kultur in Paris mit der größten jiddischen Bibliothek Europas.

Während ich in diesen Berufsjahren neben mir her lebte, begeisterte ich mich für die jiddische Sprache, die Sprache meines Großvaters Moyshe, ermordet in Auschwitz, meiner Großmutter Yokhved, gestorben in Paris im Jahre 1942 […] Zur Zeit spreche ich jiddisch. Ich habe das Deutsche verlernt, um die Sprache von Moyshe zu lernen. Dennoch spreche ich die Sprache von Goethe und Goebbels gut. (Gilles Rozier. Quelle: Informationsblatt des Verlags)

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004
Textauszüge: © DuMont Literatur und Kunst Verlag

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Mit einer Fülle von Zitaten, Dokumenten und Bildern beleuchtet der im Zusammenhang mit einer Ausstellung von Robert Amos entstandene Bildband den "Mythos Romy Schneider".
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