Wie angelt man sich einen Millionär?

Wie angelt man sich einen Millionär?

Wie angelt man sich einen Millionär?

Wie angelt man sich einen Millionär? – Originaltitel: How to Marry a Millionaire – Regie: Jean Negulesco – Drehbuch: Nunnally Johnson, nach Bühnenstücken von Zoe Akins, Dale Eunson und Katherine Albert – Kamera: Joe MacDonald – Schnitt: Louis R. Loeffler – Musik: Cyril J. Mockridge – Darsteller: Betty Grable, Marilyn Monroe, Lauren Bacall, David Wayne, Rory Calhoun, Cameron Mitchell, Alexander D'Arcy, Fred Clark, William Powell u.a. – 1953; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Obwohl die drei Mannequins Tschicki, Pola und Tütü kein Geld haben, mieten sie in New York ein möbliertes Luxusapartment, denn sie wollen sich einen Millionär angeln. Um nicht zu verhungern, verkaufen sie nach und nach das Inventar, das ihnen gar nicht gehört. Nach drei Monaten sitzen sie in einer leeren Wohnung, haben jedoch immer noch keinen Millionär an der Angel. Nur ein junger Mann, den sie aufgrund seiner Kleidung für einen Tankwart halten, umwirbt hartnäckig Tschicki ...
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Kritik

Die von Jean Negulesco schwungvoll inszenierte Screwball-Komödie "Wie angelt man sich einen Millionär?" ist lustig, satirisch und unterhaltsam.
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Das Mannequin Tschicki Page (Lauren Bacall) besichtigt mit dem Immobilienmakler Benton (Percy Helton) ein schickes, voll möbliertes Penthouse in New York und mietet es für ein Jahr. Freddie Denmark (David Wayne), der Besitzer, soll vor den Steuerbehörden nach Europa geflohen sein.

Sobald Tschicki die Wohnung übernommen hat, ruft sie ihre Freundin Pola Debevoise (Marilyn Monroe) an, die mit einem teuren Vorführwagen kommt, weil sie kein Geld für einen Fahrschein oder gar ein Taxi hat. Das dritte Model, das in dem Luxusapartment einziehen soll, Tütü Dempsey (Betty Grable), erhält den Auftrag, einen Vorrat an Lebensmitteln mitzubringen. Tütü verfügt zwar nur noch über 20 Cents, doch als sie im Laden darüber klagt, ihr Portemonnaie vergessen zu haben, hilft ihr ein junger Mann aus, der sich als Tom Brookman (Cameron Mitchell) vorstellt. Er trägt ihr dann auch noch die vielen Tüten. Tütü ist von dem charmanten Helfer begeistert, aber Tschicki komplimentiert ihn rasch hinaus und stellt klar, dass ein Mann ohne Krawatte für ihre Zwecke nicht in Frage komme. Seiner Kleidung nach hält sie Tom Brookman nämlich für einen Tankwart, aber die drei jungen Damen wollen sich einen Millionär angeln und haben die Luxuswohnung nur gemietet, um entsprechende Kandidaten zu beeindrucken. In Wirklichkeit haben sie alle drei kein Geld.

Um ausgehen zu können, verkaufen die Mieterinnen nach und nach das Inventar, obwohl es ihnen nicht gehört. Nach drei Monaten sitzen sie in einer leeren Wohnung, haben jedoch noch immer keinen Millionär an der Angel. Nur dieser Tom Brookman ruft immer wieder an und möchte sich mit Tschicki verabreden. Dabei verhehlt sie ihm nicht, dass ihre Absagen grundsätzlicher Art sind.

Um an Tschicki heranzukommen, lässt Tom sich von dem mondänen Couturier Monsieur Antoine (Maurice Marsac) eine Bademoden-Kollektion vorführen und besteht darauf, dass Tschicki eines der Mannequins ist. Das Vorhaben geht jedoch schief, denn Tschicki hält Tom nun für einen Hochstapler und warnt den Modemacher vor ihm.

Tütü taucht eines Tages wieder mit einem Herrn auf, der ihr nach einem Einkauf die Pakete trägt. Diesmal sind es allerdings keine Lebensmittel, denn Tütü und Jack D. Hanley (William Powell) begegneten sich in einem Juweliergeschäft. Der sechsundfünfzig Jahre alte verwitwete Ölindustrielle stammt aus Texas. Als er sich über die fehlende Inneneinrichtung wundert, behauptet Tschicki, die Möbel seien in der Reinigung. Hanley lädt die drei Grazien ein, ihn zu einem Empfang zu begleiten. Während Tschicki dort den Texaner umgarnt, flirtet Pola mit dem angeblich schwerreichen Junggesellen J. Stewart Merrill (Alexander D’Arcy), und Tütü versucht es bei Waldo Brewster (Fred Clark).

Der reiche, schon etwas ältere Industrielle Brewster ist zwar verheiratet, reist jedoch mit Tütü übers Wochenende zu seiner Skihütte und freut sich auf ein erotisches Abenteuer. Daraus wird allerdings nichts, denn er erkrankt an Masern, und Tütü verliebt sich in Tony (Jan Arvan), von dem sie glaubt, ihm gehöre das ganze Areal. Sogar als sie begreift, dass er nur der für das Waldgebiet zuständige Förster ist, ändern sich ihre Gefühle für ihn nicht.

Merrill, bei dem es sich vermutlich um einen Schwindler handelt, hat nach einer Weile angeblich in Atlantic City zu tun. Pola soll nachkommen. Obwohl sie ohne Brille kaum etwas sieht, trägt sie keine Brille, weil sie befürchtet, damit unattraktiv auszusehen. In La Guardia steigt sie deshalb versehentlich statt in die Maschine nach Atlantic City in die nach Kansas City. Neben ihr sitzt zufällig Freddie Denmark, dessen Sehstärke nicht besser ist. Er trägt jedoch eine Brille und überredet Pola, es ebenfalls zu tun. Freddie erzählt ihr, er habe sich auf seinen Steuerberater verlassen, doch der sei mit seinem Geld durchgebrannt und nun müsse er sich vor den Steuerbehörden verstecken. In Kansas City will er den Gauner aufspüren und zur Rechenschaft ziehen.

Tschicki lässt sich schließlich doch von dem hartnäckigen Bewerber Tom in ein einfaches Lokal einladen, denn sie hat nichts mehr zu essen, ihre beiden Freundinnen sind verschwunden, und Jack Hanley ist nach Texas zurückgeflogen.

Als Brewster genesen ist, kehrt er mit Tütü nach New York zurück und nimmt eigens einen Leihwagen, um nicht mit ihr gesehen zu werden. Seiner Ehefrau ließ er während des Aufenthalts auf der Skihütte von Freunden aus verschiedenen Städten Telegramme schicken, in denen es hieß, er habe noch geschäftlich zu tun. Womit Brewster nicht rechnen kann: Er wird als 50 000 000. Benutzer der George-Washington-Bridge gefeiert, und ein Pulk von Fernsehleuten filmt die Zeremonie.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Unerwartet kommt Jack noch einmal nach New York, um Tschicki einen Heiratsantrag zu machen.

Am Hochzeitstag tauchen Tütü und Pola wieder auf. Sie bringen ihre Ehemänner Tony und Freddie Denmark mit. Freddie trägt eine Halsmanschette – ein Ergebnis seiner Prügelei mit dem Steuerberater. Das Geld bekam er nicht zurück. Entnervt stellt Tschicki fest, dass ihre beiden Freundinnen offenbar glücklich sind, obwohl sie keinen Millionär geangelt haben. In letzter Sekunde kommen ihr Skrupel, einen reichen Mann zu heiraten, den sie nicht liebt. Sie gesteht Jack, dass sie einen mittellosen Tankwart liebt. Der Millionär hat das geahnt und Tom eingeladen. Es findet also doch noch eine Hochzeit statt.

Nach der Trauung stehen Tütü und Tony, Pola und Freddie, Tschicki und Tom am Tresen einer billigen Kneipe. Als Tom behauptet, über etwa 200 Millionen Dollar zu verfügen, halten die anderen das zunächst für einen Scherz. Aber dann begreifen sie, dass es die Wahrheit ist. Das haut die drei Freundinnen von ihren Barhockern.

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Das Drehbuch für die Screwball-Komödie „Wie angelt man sich einen Millionär?“ schrieb Nunally Johnson nach Broadway-Stücken von Zoe Akins, Dale Eunson und Katherine Albert.

Drei junge Frauen finden heraus, dass Liebe und Glück wichtiger sind als ein Millionär als Ehemann. Der schwungvoll inszenierte Film ist lustig, satirisch und unterhaltsam. Für das Kostümdesign erhielten William Travilla und Charles LeMaire eine „Oscar“-Nominierung.

Vor dem Vorspann sehen wir Alfred Newman (1901 – 1970). Er dirigiert das Fox-Studio-Orchestra; gespielt wird seine Komposition „Street Scene“.

„Wie angelt man sich einen Millionär?“ ist der erste in CinemaScope gedrehte Film. Allerdings fand die Premiere des CinemaScope-Films „The Robe“ (16. September 1953) noch vor der von „Wie angelt man sich einen Millionär?“ (4. November 1953) statt.

In der Originalfassung heißen die von Betty Grable und Lauren Bacall gespielten Mannequins Loco zw. Schatze; in der deutschen Synchronisation wurden daraus Tütü und Tschicki.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

Eugen Ruge - In Zeiten des abnehmenden Lichts
Nicht chronologisch, sondern kaleidoskopartig und aus verschiedenen Perspektiven erzählt Eugen Ruge in dem Roman "In Zeiten des abnehmenden Lichts" eine vier Generationen umspannende Familiengeschichte.
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