Niagara

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Niagara

Niagara – Originaltitel: Niagara – Regie: Henry Hathaway – Drehbuch: Charles Brackett, Walter Reisch, Richard Breen – Kamera: Joe MacDonald – Schnitt: Barbara McLean – Musik: Sol Kaplan – Darsteller: Marilyn Monroe, Joseph Cotton, Jean Peters, Max Showalter (Casey Adams), Denis O'Dea, Richard Allan, Don Wilson, Lurene Tuttle, Russell Collins, Will Wright u.a. – 1953; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Polly und Ray Cutler holen ihre Flitterwochen in einem Hotel mit Blick auf die Niagara-Fälle nach. In einem der anderen Bungalows wohnt das Ehepaar Loomis. George Loomis ist offenbar depressiv und war noch bis vor kurzem in psychiatrischer Behandlung. Um so mehr wundert sich Polly, als sie sieht, wie Rose Loomis einen jungen Mann leidenschaftlich küsst. Sie kann nicht ahnen, dass Rose und ihr Geliebter beabsichtigen, George zu ermorden ...
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Kritik

"Niagara" ist eine Mischung aus Ehedrama und Psychothriller von Henry Hathaway. Die Handlung ist zwar unglaubwürdig und voller Klischees, aber Marilyn Monroe und die Niagara-Fälle sind sehenswert.
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Drei Jahre nach der Hochzeit holen Polly und Ray Cutler (Jean Peters, Max Showalter alias Casey Adams) ihre Flitterwochen nach und fahren von Toledo, Ohio, nach Ontario, wo sie in einer Hotelanlage einen Bungalow mit Blick auf die Niagara-Fälle gemietet haben. Der ist allerdings bei ihrer Ankunft noch nicht frei. Rose Loomis (Marilyn Monroe) öffnet im Morgenmantel. Sie erklärt dem Hotelmanager Charles Qua (Russell Collins) und den Neuankömmlingen, ihr Ehemann George (Joseph Cotten) sei gerade erst zu Bett gegangen und sie wolle ihn nicht wecken, denn er schlafe zum ersten Mal seit seiner Entlassung aus dem Letterman Army Hospital. Weil die Cutlers keinen Streit heraufbeschwören wollen, geben sie sich mit einem anderen Bungalow zufrieden.

Nachdem die Cutlers einen anderen Bungalow bezogen haben, verschieben die Loomis‘ ihre Abreise auf den nächsten Tag.

Während einer Besichtigung der Niagara-Fälle ertappt Polly die attraktive Ehefrau des Kriegsveteranen George, die hinter einer Mauerecke einen jungen Mann (Richard Allan) leidenschaftlich küsst.

Als Rose ins Hotel zurückkommt und ihrem Mann Zigaretten mitbringt, fällt eine Eintrittskarte für den Scenic Tunnel zu den Horseshoe Falls aus ihrer Kostümjacke. George argwöhnt, dass Rose ihn betrügt, aber er schweigt erst einmal.

Abends findet im Innenhof der Hotelanlage eine Party statt. Rose erscheint in einem aufregenden Kleid, das ihre Figur betont. Plötzlich kommt George aus dem Bungalow gestürzt, reißt die Schallplatte vom Teller und zerbricht sie wütend. Ein peinlicher Auftritt.

Weil er sich dabei an der Hand verletzt hat, geht Polly mit Verbandszeug zu ihm. Er erzählt ihr, er sei mit einer Schaffarm und anderen Unternehmungen gescheitert und habe sich deshalb für den Einsatz im Korea-Krieg gemeldet, sei jedoch nach kurzer Zeit wegen psychischer Störungen ins Letterman Army Hospital gebracht und später wegen Untauglichkeit entlassen worden. Als er Rose kennengelernt habe, sei sie Kellnerin gewesen.

Am nächsten Morgen behauptet Rose, sie wolle zum Busbahnhof gehen und Fahrkarten besorgen. George ist überzeugt, dass sie vorhat, sich mit ihrem Geliebten zu treffen. Er folgt ihr zum Souvenir-Geschäft und löst eine Karte für den Scenic Tunnel, wo er sie vermutet. Genau das wollten Rose und ihr Geliebter erreichen. Patrick steigt zu George in den Aufzug, um ihn im geeigneten Augenblick zu ermorden.

Währenddessen geht Rose zum Hotel zurück, fragt überall nach George und spielt die besorgte Ehefrau eines suizidgefährdeten Kriegsveteranen. Als sie ihn vermisst meldet, beginnt Inspector Starkey (Denis O’Dea) zu ermitteln. Er findet rasch heraus, dass im Umzugraum vor dem Scenic Tunnel ein Satz der an alle Besucherinnen und Besucher ausgegebenen Regenkleidung (Umhang, Gummistiefel) fehlt und dafür ein Paar Halbschuhe im Regal steht. Rose bestätigt Starkeys Verdacht: Es handelt sich um Schuhe ihres Mannes.

Vor dem US-amerikanischen Teil der Wasserfälle wird die verstümmelte Leiche eines Mannes aus dem Niagara-Fluss gezogen.

Rose wird ins Leichenschauhaus gebeten. Beim Anblick des Toten sinkt sie ohnmächtig zu Boden. Sie ist so verstört, dass man sie im Krankenhaus behandeln muss.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Charles Qua bringt Kleidung und Gepäck des Ehepaares Cutler in den frei gewordenen Bungalow. Polly legt sich kurz hin. Ein Geräusch lässt sie hochschrecken: George steht mit einem Messer in der Hand neben dem Bett. Offenbar lebt er und wollte nun seine Frau erstechen. Polly schreit. George flüchtet.

Ray glaubt, seine Frau habe einen Albtraum gehabt und sich nur eingebildet, den Totgeglaubten zu sehen. Aber Polly ist sich sicher, dass sie nicht geträumt hat. Sie telefoniert mit der Polizei und bittet um einen dringenden Rückruf von Inspector Starkey. George, der das Telefongespräch belauscht hat, folgt den Cutlers zu einer weiteren Besichtigung der Niagara-Fälle. Als Polly in der Gischt zurückbleibt, erblickt sie ihn. Sie flieht vor ihm, aber er will ihr nichts tun, sondern es geht ihm darum, ihr zu beteuern, dass er den Geliebten seiner Frau in Notwehr getötet habe.

Statt anzurufen, kommt Starkey ins Hotel. Polly will George zunächst nicht verraten, aber als sie erfährt, dass Rose aus dem Krankenhaus geflohen ist, berichtet sie, was sie gesehen und gehört hat, denn sie ist überzeugt, dass George sich für das Mordkomplott an Rose rächen will.

Rose eilt zum Busbahnhof. Eine Reisende erzählt, dass sich die Abfahrt des Busses nach Chicago verzögern werde, weil die Polizei nach einer Frau suche. Daraufhin hält Rose ein Taxi an, aber der Fahrer erklärt ihr, dass die Grenze an der Rainbow Bridge abgeriegelt sei. Da sieht sie George. Sie flieht in den Rainbow Tower. George folgt ihr. Stockwerk für Stockwerk steigen sie nach oben, bis zum Carillon. Dort erwürgt George die Frau, die er über alles geliebt hat.

Als er den Glockenturm verlassen möchte, ist die Türe bereits abgeschlossen. George muss die Nacht im Rainbow Tower verbringen und warten, bis der Touristenführer (George Ives) am nächsten Morgen aufsperrt.

Oberhalb der kanadischen Fälle will er sich ein Motorboot ausleihen, aber das einzige verfügbare ist für einen Angelausflug reserviert. Kurz darauf kommen Polly und Ray Cutler mit dem am Vortag eingetroffenen Ehepaar Kettering (Don Wilson, Lurene Tuttle) angefahren. Während sie ausschwärmen, um Treibstoff und Proviant zu besorgen, lenkt George den Verleiher (Will Wright) ab und gelangt unbemerkt aufs Boot. Er ist damit beschäftigt, den Motor durch einen Kurzschluss zu starten, als Polly aufs Boot kommt. George stößt sie, und sie fällt so unglücklich, dass sie das Bewusstsein verliert. Er legt ab.

Polly kommt wieder zu sich. Nach kurzer Fahrt ist der Tank leer, und der Motor bleibt stehen. Ruderlos treibt das Ausflugsboot auf die Niagara-Fälle zu. Verzweifelt zertrümmert George die Ventile, um das Boot zu fluten. Aber es gelingt ihm nicht, es auf Grund zu setzen. Wenige Meter vor dem Abgrund schrammt das Boot gegen einen aus dem Wasser ragenden Felsen. George hilft Polly, sich zu retten, aber er selbst stürzt mit dem Boot in die Tiefe und kommt dabei ums Leben.

Polly wird von einem Hubschrauber gerettet.

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„Niagara“ ist eine Mischung aus Ehedrama und Psychothriller von Henry Hathaway. Die Handlung ist zwar unglaubwürdig und voller Klischees, aber Marilyn Monroe und die Niagara-Fälle sind sehenswert.

„Niagara“, ein an den Niagarafällen spielendes Melodram, in dem sie eine selbstsüchtige, gerissene, sinnliche Blondine darstellt, half ihren Star-Ruhm entscheidend aufzubauen. Der Film zeigt neben ihrem jetzt schon berühmten Hüftschwung die widersprüchlichen Facetten eines Gesichts, das nichts mehr mit dem naiven Typus Blondine gemein hat. Der Regisseur Henry Hathaway, der ihr Gesangstalent entdeckte, fand „es wundervoll mit ihr zu arbeiten. Sie war leicht zu lenken und schrecklich ehrgeizig, es noch besser zu machen“. Den damals eher abgegriffenen Song „Kiss me“ von Lionel Newman und Haven Gillespie interpretierte die Filmschauspielerin völlig neu, mit einem Vibrato in der Stimme, das an ihr großes Vorbild Ella Fitzgerald erinnerte. (Ruth-Esther Geiger: Marilyn Monroe, Seite 59)

Deutsche Synchronsprecher (Rollen) in „Niagara“: Margot Leonard (Rose Loomis), Wolfgang Lukschy (George Loomis), Edith Schneider (Polly Cutler), Harald Juhnke (Ray Cutler), Erich Fiedler (Mr Kettering), Alice Treff (Mrs Kettering).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2011

 

Heinrich Pleticha - Deutsche Geschichte
Gemeinsam mit einer Reihe von Autoren hat Heinrich Pleticha eine deutsche Geschichte in 12 Bänden herausgegeben. Die entscheidenden Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Kultur vom Frankenreich um 500 bis zu den Umwälzungen in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1968 werden hier in einer sehr gut lesbaren, klar verständlichen und übersichtlichen Weise beschrieben.
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