Stephen King : Wahn

Wahn

Stephen King

Wahn

Originalausgabe: Duma Key Scribner, New York 2008 Wahn Übersetzung: Wulf Bergner Wilhelm Heyne Verlag, München 2008 ISBN: 978-3-453-26585-1, 895 Seiten, 22.95 € (D) Heyne Taschenbuch, München 2009 ISBN: 978-3-453-43343-4, 895 Seiten, 9.95 € (D)

Inhaltsangabe

Nach einem beinahe tödlichen Arbeitsunfall und dem Scheitern seiner Ehe zieht sich der erfolgreiche Bauunternehmer Edgar Freemantle auf die nahezu unbewohnte Insel Duma Key vor der Küste von Florida zurück. Wenn er wie im Wahn zeichnet und malt, erschließt sich ihm nach und nach die gruselige Familiengeschichte von Elizabeth Eastlake, einer 85-Jährigen, die mit ihrem Pfleger Jerome Wireman auf Duma Key lebt ...
Weiterlesen

Kritik

Obwohl Stephen King die Szenen in "Wahn" anfangs unnötig auswalzt, sind die ersten zwei Drittel des Buches besser als der Rest, der plump-effekthascherisch vom Horror mit Untoten handelt.
Weiterlesen

Edgar Freemantle war ein erfolgreicher Bauunternehmer in Minneapolis-St. Paul, der es im Alter von fünfzig Jahren auf 50 Millionen Dollar gebracht hatte. Vor vier Jahren wurde er auf einer Baustelle in seinem Auto beinahe von einem Kran zerquetscht. Rippen brachen, die rechte Hüfte wurde zertrümmert, Edgar erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma, er büßte auf einem Auge dreißig Prozent seines Sehvermögens ein, verwechselt jetzt Wörter, und die Ärzte mussten seinen rechten Arm unterhalb der Schulter amputieren. Weil er seit dem Unfall zu jähzornigen Gewaltausbrüchen neigt, folgte er einem Rat seines Psychologen Xander Kamen und legte sich eine „Wutmanagementpuppe“ zu. Doch damit konnte er seine Ehe nicht retten: Pamela („Pam“) ließ sich nach fünfundzwanzig Jahren von ihm scheiden, und er zog von Mendota Heights in ein kleineres Haus am Lake Phalen.

Statt weiter Selbstmordgedanken nachzuhängen, chartert Edgar 2008 einen Lear-Jet, fliegt nach Sarasota und mietet ein Ferienhaus auf der zu den Florida Keys gehörenden, größtenteils unbewohnten Insel Duma Key. Die Immobilienmaklerin Sandy Smith vermittelt ihm Jack Cantori als Fahrer seines Leihwagens. Das Haus heißt Salmon Point, aber Edgar nennt es „Big Pink“. Hier erfüllt er sich einen Jugendtraum und beginnt zu malen.

Melinda („Linnie“), Edgars ältere Tochter, unterrichtet im Rahmen eines Austauschprogramms als Lehrerin in Frankreich, aber seine neunzehnjährige Lieblingstochter Ilse („Illy“) Marie, die an der Brown University in Providence studiert, besucht ihn für ein paar Tage auf Duma Key. Sie ist begeistert von seinen Zeichnungen, und er schenkt ihr eine davon.

Mit Ausnahme der Ferienhäuser gibt es auf Duma Key nur ein einziges bewohntes Anwesen, die Hazienda Heron’s Roost am Nordende der Insel. Dort lebt Elizabeth Eastlake, eine fünfundachtzigjährige, an Alzheimer erkrankte Dame, mit ihrem Pfleger Jerome Wireman.

Ihrem Vater John Eastlake, einem Sporttaucher, gehörte früher die Insel. Elizabeths Mutter starb 1923 zwei Monate nach der Geburt an einer Infektion oder Thrombose, und Eastlake heiratete nicht wieder, sondern nahm stattdessen ein afroamerikanisches Kindermädchen, Nan Melda, für Elizabeth und ihre fünf Schwestern. Adriana („Adie“), die Älteste – sie war fünfzehn Jahre älter als Elizabeth –, brannte mit einem Mann namens Emery Paulson durch und wurde in Atlanta seine Frau. Die 1921 geborenen Zwillinge Tessie und Laura („Lo-Lo“) ertranken wohl im April 1927, aber ihre Leichen wurden nie gefunden. Maria und Hannah fuhren zehn Tage nach dem Verschwinden ihrer beiden Schwestern wieder ins Internat, und John Eastlake zog mit Elizabeth nach Miami. Erst 1951 kehrte Elizabeth – Maria und Hannah waren inzwischen verheiratet – mit ihrem Vater nach Duma Key zurück, und er starb hier.

Hannah verschied in den Siebzigerjahren im Staat New York, Maria Anfang der Achtzigerjahre an der Westküste.

Edgar geht jeden Tag am Strand ein Stückchen weiter und kommt Heron’s Roost immer näher. Als er es endlich bis zu der Hazienda schafft, freundet er sich rasch mit Jerome Wireman an und lernt auch Elizabeth Eastlake kennen, die ihn warnt, dass Duma Key für seine Töchter ein gefährlicher Ort sei.

Wireman war Anwalt in der Kanzlei Fineham, Dooling und Allen in Omaha, Nebraska. Nachdem Julia Traveres, die Buchhalterin eines mexikanischen Wanderzirkus, von einem betrunkenen Autofahrer vor einem Supermarkt angefahren worden war, ließ sie sich bei der Durchsetzung ihrer Ansprüche von der Kanzlei vertreten – und wurde Wiremans Ehefrau. Sie bekamen eine Tochter. Als Emeralda drei Jahre alt war, begann Julia sich in Hilfsorganisation für Immigranten zu engagieren. Wireman hatte beruflich in Kansas City zu tun, als Emeralda im Kindergarten eine Murmel verschluckte und mit Atemnot ins Krankenhaus gebracht wurde. Dort starb das Kind, und Julia verunglückte auf dem Weg zur Klinik tödlich.

In seiner Verzweiflung versuchte Wireman, sich das Leben zu nehmen, doch er überlebte den Kopfschuss. Allerdings steckt das Projektil noch immer in seinem Gehirn, und eine Operation wäre zu riskant.

Vor sechzehn Monaten meldete er sich auf eine Anzeige in der „Tampa Tribune“ und kam als Elizabeth Eastlakes Betreuer und Verwalter ihrer Ferienhäuser nach Heron’s Roost. Er nennt die Hazienda allerdings „Palacio de Asesinos“. Wenn er in einem der Ferienhäuser oder in Sarasota zu tun hat, springt die Pflegerin Annmarie Whistler für ihn ein.

Edgar Freemantle und Jerome Wireman werden enge Freunde. Sie trinken zusammen Eistee und schauen sich ein Interview von Oprah Winfrey mit Kirstie Alley („Harry außer sich“) über Magersucht an. Ebenso wie Ilse rät Wireman seinem neuen Freund, seine Bilder auszustellen.

Tatsächlich interessieren sich die Galeristen Dario Nannunzzi und Jimmy Yoshida in Sarasota für Edgars Arbeiten. Er will es sich überlegen, ob er sie ausstellen will oder nicht.

Wie im Wahn malt und zeichnet Edgar manchmal die ganze Nacht durch. Dabei hat er den Eindruck, dass seine amputierte Hand den Pinsel führt. Und er entwickelt übersinnliche Fähigkeiten. Unter anderem sieht er, dass Tom Riley, der fünfunddreißig Jahre lang sein Buchhalter und Freund gewesen war und ihn dann mit Pam betrogen hatte, Selbstmordabsichten hat. Edgar ruft ihn an, erfährt jedoch, dass er mit seinem schwulen Bruder George und ihrer Mutter an einer Kreuzfahrt teilnimmt. Daraufhin telefoniert er mit Pam und drängt sie, Tom vom Suizid abzuhalten. Pam hält ihn für verrückt, denn woher will er das wissen? Und als er ihr sagt, sie habe sich kürzlich eine Rose auf die Brust tätowieren lassen, vermutet sie, Ilse habe ihm das Geheimnis verraten. Trotzdem redet sie mit Tom nach dessen Rückkehr – und merkt an seiner Reaktion, dass er sich tatsächlich mit Selbstmordgedanken trug.

Ein Verbrecher namens George („Candy“) Brown entführt die zwölfjährige Tina Garibaldi. Er missbraucht das Mädchen und ermordet es. Die Polizei nimmt ihn fest. In der Gefängniszelle stirbt er an einer Koronarthrombose – und zwar in der Nacht, in der ihn Edgar nach der Vorlage eines Zeitungsfotos ohne Mund und Nase zeichnet.

Danach verwendet Edgar seine übersinnlichen Fähigkeiten, um Wireman zu helfen: Er nimmt heimlich eine Röntgenaufnahme seines Gehirns an sich und zeichnet es ohne das Geschoss. Kurz darauf ruft Wireman ihn an und berichtet aufgeregt, seine seit dem Selbstmordversuch chronischen Kopfschmerzen seien weg. Um Wiremans Erblindung auf dem linken Auge zu beheben, muss Edgar noch einige zusätzliche Zeichnungen anfertigen.

Vor der Vernissage in der Scoto Gallery hält Edgar auf Wunsch von Dario Nannunzzi und Jimmy Yoshida im Geldbart Auditorium der Selby Library einen Diavortrag über seine Bilder. Mary Ire, die Verlegerin des kostenlosen Kultur- und Klatschblattes „Boulevard“, feiert ihn als großartigen naiven Maler.

Anlässlich der Ausstellung reisen nicht nur Pam, Ilse und Melinda an, sondern auch Tom Riley, Xander Kamen, Edgards Rechtsanwalt William Bozeman III., die Physiotherapeutin Kathi Green, die ihn während der Reha betreute. Melinda bringt ihren französischen Lebensgefährten Ric Doussault mit, aber Ilse kommt allein, denn sie ist sich nicht mehr sicher, ob ihr Freund, der Theologiestudent und Musiker Carson Jones, der richtige Mann für sie ist. Pam versöhnt sich mit Edgar und schläft in ihrem Hotelzimmer in Sarasota mit ihm.

Elizabeth Eastlake lässt sich von Jerome Wireman und Jack Cantori im Rollstuhl in die Scoto Gallery bringen, doch der Anblick der Bilder regt sie so auf, dass sie von Krämpfen geschüttelt wird. Ihr Hausarzt Dr. Gene Hadlock sorgt dafür, dass sie sofort ins Krankenhaus gebracht wird. Dort stirbt sie.

Im „Big Pink“ stoßen Edgar, Jack und Jerome Wireman auf Fußspuren von zwei Kindern, und Edgar wird von einem Untoten angegriffen, der wie Emery Paulson aussieht. Gerade noch rechtzeitig kommt Wireman dazu und vertreibt den Zombie mit einem silbernen Kerzenständer.

Auf dem Dachboden der Hazienda finden Jack und Wireman einen roten Picknickkorb, in dem Harpunengeschosse mit Spitzen aus Silber liegen und etwa hundert Zeichnungen, die Elizabeth („Libbit“) Eastlake offenbar als Kleinkind anfertigte. Aus einer alten Zeitungsmeldung geht hervor, dass Elizabeth im Juni 1925, also im Alter von zwei Jahren, aus dem umgekippten Ponywagen fiel und mit dem Kopf auf einen Felsen schlug. Danach soll sie angefangen haben wie ein Wunderkind zu zeichnen.

Tom Riley ruft Edgar an und teilt ihm mit ausdrucksloser Stimme mit, er müsse jetzt losfahren, um Pam und sich selbst umzubringen. Entsetzt wählt Edgar Pams Nummer. Ihr widerfährt nichts Schlimmes, aber Tom rast auf dem Weg zu ihr ungebremst in eine Straßenabsperrung aus Beton und ist sofort tot. Nur so konnte er offenbar dem Zwang entgehen, Pam zu ermorden. Als Edgar begreift, dass seine Bilder ein mörderisches Eigenleben entfalten können. stoppt er unverzüglich die weitere Auslieferung seiner Zeichnungen und Gemälde durch die Scoto Gallery. Pam versichert ihm, dass weder sie noch ihre beiden Töchter etwas von ihm kauften. Er bittet sie, dafür zu sorgen, dass Xander Kamen und William Bozeman III. die aus Sarasota mitgebrachten Gemälde verbrennen. Kurz darauf unterrichet ihn Pam darüber, dass der Psychologe auf dem Rückflug durch einen Herzinfarkt starb.

Plötzlich fällt Edgar ein, dass er Ilse bei ihrem ersten Besuch eine Zeichnung schenkte. Besorgt ruft er sie an. Sie ist völlig verstört und glaubt nicht, dass ihr Vater am Apparat ist. Eine Frau sprach nämlich aus dem Waschbecken zu ihr und erklärte ihr, er sei tot. Edgar drängt sie, die Zeichnung von der Wand ihres Schlafzimmers zu nehmen und sie zu verbrennen. In der Nacht wird Ilse Freemantle in ihrem Apartment in Providence von der Journalistin Mary Ire erschossen.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Edgar fährt mit Jack und Wireman an die unbewohnte, verwilderte Südspitze von Duma Key. Dort befindet sich die Ruine von Elizabeths Elternhaus, das ebenfalls Heron’s Roost hieß. Aus dem mit einer stinkenden Brühe gefüllten Pool klettert ein Alligator und greift die Männer an. Wireman, der eine Pistole mitgenommen hat, erschießt das Tier. Kurze Zeit später tötet er auch einen Reiher, denn Edgar durchschaute, dass das Böse sie durch die Augen des Vogels beobachtete.

Keine dreihundert Meter vom Strand entfernt liegt ein Schiff mit dem Namen Persephone vor Anker. Die Segel sind makellos weiß, aber Edgar weiß, dass es sich in Wirklichkeit um ein verwahrlostes Totenschiff handelt.

In den Trümmern der Villa finden Edgar und seine Begleiter Noveen, eine Puppe, mit der Elizabeth als Kind gespielt hatte. Durch sie sprach Perse, das Böse, zu dem Mädchen.

Edgar zeichnet in Trance und wie besessen. Dann berichtet er Jack und Wireman, was er inzwischen weiß:

John Eastlake fand im März 1927 beim Tauchen vor Duma Key einen Schatz, darunter eine Porzellanpuppe, die er Elizabeth schenkte. Sie nannte sie Perse. Zunächst ahnte niemand, dass es sich dabei um das Böse handelte. Im April rief Perse Tessie und Laura zu dem Totenschiff. Um bei der Suche nach den vermissten Kindern zu helfen, eilten Adriana und ihr Mann Emery Paulson aus Atlanta herbei. Als Emery zu sehen glaubte, wie Tessie und Laura ertranken, wollte er sie retten, aber die beiden Untoten zogen ihn unter Wasser und brachten ihn zum Totenschiff.

Nan Melda erkannte, welche Gefahr von Elizabeths Puppe ausging und beauftragte die Vierjährige deshalb, ein leeres Whiskyfässchen mit Süßwasser aus dem Swimmingpool zu füllen und die Perse darin zu ertränken. Während Elizabeth das tat, suchte das Kindermädchen John Eastlake in seinem Arbeitszimmer auf und drängte ihn, mit seiner Harpunenpistole zum Strand zu kommen. Dort sahen sie, wie Adriana im Wasser auf ihren untoten Mann zuging. Weil Eastlake wie erstarrt zuschaute, handelte Nan Melda an seiner Stelle und Emery an. Endlich bewegte sich auch Eastlake wieder. Er schoss mit der Harpune – und zerfetzte versehentlich seiner Tochter den Hals. Nan Melda, die Armreifen aus Silber trug, trieb Emery zurück und zertrümmerte ihm den Schädel. Da tauchten Tessie und Laura auf. Das Kindermädchen packte die beiden Zombies. Sie schrien um Hilfe, und John brüllte: „Hände weg von meinen Töchtern, Niggerschlampe!“ Sein zweiter Schuss traf Nan Melda in die Brust und tötete sie.

Die Skelette von Nan Melda und Adriana findet Edgar in einer ausgetrockneten Zisterne bei der Ruine. Daneben steht ein Whisky-Keramikfässchen. Er klettert hinunter, nimmt die silbernen Armreife an sich, öffnet das Fässchen und nimmt die Porzellanfigur einer Frau in einem Umhang heraus: Perse. Während er die Batterien aus der Stablampe fallen lässt und das leere Gehäuse mit Mineralwasser aus mitgebrachten PET-Flaschen füllt, beißt und kratzt ihn die Puppe. Er hört, wie Jack und Wireman, die am Rand der Zisterne auf ihn warten, von Emery und den Zwillingen angegriffen werden. Edgar schiebt Perse in die Taschenlampe. Weil er sie mit einer Hand nicht halten und zuschrauben kann, hilft Jack ihm.

Wireman hat Emery mit einem Harpunenschuss ausgeschaltet und mit der zweiten silbernen Harpunenspitze in der Hand die Zwillinge abgewehrt.

Die Männer fahren zurück. Von Heron’s Roost aus geht Edgar allein zum „Big Pink“. Vor dem Haus wartet eine aus Sand geformte Ilse auf ihn. Sie verlangt die Taschenlampe, aber Edgar behauptet, die begehrte Taschenlampe befinde sich inzwischen in einem Tresor der Hazienda und er habe stattdessen eine aus Jack Cantoris Wagen mitgenommen. Ein Schlag mit den Armreifen lässt den Sandteufel explodieren.

Einige Zeit später besucht Jerome Wireman seinen Freund am Lake Phalen. Er beerbte Elizabeth Eastlake und bezahlt Jack Cantoris das Studium an der Florida State University in Tallahassee. Die Taschenlampe mit der Puppe stecken Edgar Freemantle und Jerome Wireman in einen ebenfalls mit Süßwasser gefüllten und mit massiven Schraubverschlüssen versehenen Zylinder aus Silber. Den versenken sie im Lake Phalen an der Stelle, an der das Wasser 115 Meter tief ist.

Wireman beabsichtigt, in Tamazunchale im mexikanischen Bundesstaat San Luis Potosí ein vernachlässigtes Hotel zu kaufen und herzurichten. Edgar hätte er dabei gern als Partner. Der überlegt eine Weile und nimmt schließlich das Angebot an.

nach oben

Stephen King erzählt, die Grundidee für den Roman „Wahn“ sei ihm gekommen, als er in Florida am Strand spazieren ging und auf einem Schild las: „Vorsicht, Kinder!“ Parallelen gibt es zwischen den Unfällen der Romanfiguren Julia Traveres und Edgar Freemantle in „Wahn“ und dem Unfall des Autors am 19. Juni 1999: Stephen King wurde damals als Fußgänger von einem Auto erfasst. Er lag drei Wochen lang im Krankenhaus. Nach seiner Genesung kaufte er das Fahrzeug, das ihn verletzt hatte und zerstörte es am Jahrestag des Unfalls. Bryan Edwin Smith, der Fahrer des Autos, starb am 21. September 2000 – Stephen Kings 53. Geburtstag – im Alter von dreiundvierzig Jahren an einer Überdosis eines Schmerzmittels. Dass die Journalistin Mary Ire den Maler Edgar Freemantle in „Wahn“ als naiven Künstler bezeichnet, ist möglicherweise eine selbstironische Anspielung darauf, dass Stephen King von anspruchsvollen Lesern und Kritikern als Trivialautor abgetan wird.

Fiktiv ist auf jeden Fall die Insel Duma Key.

Erzählt wird die Geschichte von Edgar Freemantle in der Ich-Form. Die subjektive Perspektive verleiht „Wahn“ eine Pseudo-Authentizität. Die eingestreuten Rückblenden auf das malende Wunderkind Elizabeth („Libbit“) sorgen dafür, dass wir schon früh eine Bedrohung spüren. Zusammen mit dunklen Andeutungen evoziert das eine dichte Atmosphäre des Grauens. Obwohl Stephen King die Szenen anfangs unnötig auswalzt, sind die ersten zwei Drittel des Buches besser als der Rest, denn da werden die Andeutungen durch plump-effekthascherischen Horror mit Untoten abgelöst.

Den Roman „Wahn“ von Stephen King gibt es auch als Hörbuch, gelesen von David Nathan (Regie: Katrin Zacheja, Hamburg 2008, 20 CDs, ISBN: 978-3-86604-840-9).

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2009

Stephen King: Shining
Stephen King: Dolores
Stephen King: Das Leben und das Schreiben
Stephen King: Doctor Sleep

Kinofilme nach Vorlagen von Stephen King:
– Stanley Kubrick: Shining
– Fraser C. Heston: Needful Things. In einer kleinen Stadt
– Frank Darabont: Die Verurteilten
– Taylor Hackford: Stephen King’s Dolores
– Frank Darabont: The Green Mile

Michael Zeller - Bunt ist unser Leben
Der Schwerter Schulroman "Bunt ist unser Leben" setzt sich aus einem Dutzend parallel entwickelter Geschichten zusammen. Sie spiegeln die vielfältigen Vorlieben der Jugendlichen, ihre individuellen Erlebnisse und Erfahrungen.
Bunt ist unser Leben

Michael Zeller

Bunt ist unser Leben

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde am 11. Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.

Alte Homepage: