Hunde von Riga

Hunde von Riga

Hunde von Riga

Hunde von Riga - Originaltitel: Hundarna i Riga - Regie: Pelle Berglund - Drehbuch: Lars Björkman, nach dem Roman "Hunde von Riga" von Henning Mankell - Kamera: Tony Forsberg - Schnitt: Leif Kristiansson - Musik: Thomas Lindahl - Darsteller: Rolf Lassgård (Rolf Lassgard), Charlotte Sieling, Björn Kjellman, Pauls Butkevics, Juris Kaminskis, Peteris Liepins, Ernst Günther, Leonids Grabovskis, Carina Lidbom, Tove Granditsky, åke Jörnfalk, Svetlana Bless, Lars Wiik, Nils Bäckström, Hans Polster, Hans Dahlin u.a. - 1995; 110  Minuten

Inhaltsangabe

An einem südschwedischen Strand werden im Februar 1991 zwei erschossene Männer in einem Schlauchboot gefunden. Kurt Wallander leitet die Ermittlungen und vermutet aufgrund von Indizien, dass sie einem Drogenkartell in Lettland angehörten. Als der lettische Kollege, der in dem Fall mit ihm zusammengearbeitet hat, ermordet wird, reist Kurt Wallander selbst nach Riga – und sucht dort nach Beweismaterial gegen korrupte Polizeioffiziere ...

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Kritik

Pelle Berglund verfilmte den 1992 von Henning Mankell veröffentlichten Roman "Hunde von Riga" über den schwedischen Kommissar Kurt Wallander, der vor dem Hintergrund des Zerfalls der UdSSR und der politisch-gesellschaftlichen Umwälzungen in den baltischen Staaten in Riga ermittelt. Das ist zwar spannend, aber unplausibel.
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Als der schwedische Kommissar Kurt Wallander (Rolf Lassgård) im Februar 1991 eines Abends aufgrund von Schmerzen in der Brust vorübergehend befürchtet, einen Herzinfarkt erlitten zu haben, sieht er ein, dass er pausenlos arbeitet, um sich abzulenken. Sein Privatleben geriet nämlich durcheinander, als seine Frau Mona ihn mit ihrer Tochter Linda (Cecilia Zwick-Nash) verließ. Hin und wieder besucht er seinen alten Vater (Ernst Günther), der immer das gleiche Motiv malt und seinem Sohn auch keine große Stütze sein kann. Im Gegenteil: Kurt Wallander hat ein schlechtes Gewissen, weil er sich zu wenig um ihn kümmert. Er beschließt, Ordnung in sein Leben zu bringen und macht deshalb seiner Freundin Eva Strandberg (Carina Lidbom) einen Heiratsantrag. Aber sie lehnt ab.

Die guten Vorsätze, weniger zu arbeiten, sind ohnehin rasch wieder vergessen, als am Mossby Strand ein Schlauchboot mit zwei gut gekleideten männlichen Leichen gefunden wird. (Zwei Schmuggler hatten es auf hoher See entdeckt, zur Küste geschleppt und anonym die Polizei in Ystad verständigt.) Die Männer waren gefoltert und dann erschossen worden. In der Tasche eines der beiden Toten steckt eine fremdsprachige Quittung. Es stellt sich heraus, dass sie in Riga ausgestellt wurde. Magnus Bjoerk (Stellan Skarsgård), der Polizeichef von Ystad, setzt sich mit dem schwedischen Außenministerium in Verbindung und nimmt Kontakt mit den Kollegen in Riga auf. Daraufhin kommt der lettische Polizeimajor Karlis Liepa (Benny Poulsen) nach Ystad, um bei den Ermittlungen zu helfen.

Karlis Liepa erzählt Kurt Wallander, er sei ungeachtet der politischen Veränderungen in Osteuropa im Herzen Kommunist geblieben und betrachte es als eine beinahe religiöse Aufgabe, Verbrecher, Korruption und Feinde der Demokratie – die „Hunde von Riga“ – zu bekämpfen. Zum Abschied schenkt Wallander seinem Gast einen feuerroten Mantel für dessen Ehefrau Baiba, den dieser in einem Schaufenster sah, sich aber nicht leisten konnte.

Nach Liepas Abreise will Kurt Wallander nun doch erst einmal zwei Wochen Skiurlaub in den Alpen machen, aber im Sportgeschäft erhält er einen Anruf: Major Liepa wurde in Riga ermordet! Magnus Bjoerk schickt Kurt Wallander und Jan Blomman (Björn Kjellman) nach Lettland. Sie werden dort von Oberst Putnis (Paul Butkevich) und Oberst Murnieks (Juris Kaminskis) empfangen. Vorsichtshalber lässt Jan Blomman nicht erkennen, dass er die lettische Sprache beherrscht. Aus den Gesprächen der lettischen Kollegen hört er heraus, dass sie über den Besuch der schwedischen Kriminalisten nicht erfreut sind und sie so rasch wie möglich wieder loswerden wollen.

Kurt Wallander entgeht nicht, dass er beschattet wird, und in seinem Wecker findet er eine Abhörwanze. Unter konspirativen Umständen wird er zu einem Geheimtreffen lettischer Untergrundkämpfer gebracht. Ihr Sprecher – er heißt Gulbis (José Castro) – fragt den schwedischen Kommissar ebenso wie die lettischen Polizeioffiziere, ob Karlis Liepa in Ystad irgendwelche Unterlagen hinterlassen habe. Kurt Wallander war zwar eine rote Mappe in Liepas Aktenmappe aufgefallen, aber die hatte der lettische Major beim Verlassen des Hotels noch bei sich. Gulbis behauptet, dass Liepa von Polizeioffizieren ermordet worden sei, weil er auf eigene Faust gegen korrupte Beamte ermittelt habe.

Am nächsten Tag wird Kurt Wallander zu einem Konzert in einer Kirche gelotst. Es gelingt ihm, seinen Bewacher abzuschütteln, und in der Kirche fällt ihm eine Frau auf, die den Mantel trägt, den er Karlis Liepa zum Abschied geschenkt hatte: Baiba Liepa (Charlotte Sieling)! Sie gehört zu der oppositionellen Untergrundgruppe und bestätigt, dass ihr Mann Beweismaterial gegen korrupte Kollegen zusammengetragen hatte. Sie vermutet, dass die Dokumente in ihrer Akte im Archiv des Polizeipräsidiums versteckt sind und drängt Wallander, sie zu besorgen. Aber der schwedische Kommissar sieht keine Chance, heimlich an die Akte heranzukommen. Außerdem muss er am nächsten Morgen zurück nach Schweden. Vor seiner Abreise wird er noch in den Gefängnistrakt des Polizeipräsidiums geführt, und man zeigt ihm, dass Gulbis in einer Zelle sitzt. Wenn das keine Warnung ist!

Trotzdem lässt Kurt Wallander sich auf ein gewagtes Vorhaben ein: Ein Mitglied der lettischen Oppositionsgruppe bringt ihm einen deutschen Pass auf den Namen Gottfried Eggers und fährt ihn über Polen und Litauen zur Grenze von Lettland, wo er von Inese (Tove Granditsky), einer Vertrauten Baiba Liepas, abgeholt und erneut zu einem Geheimtreffen gebracht wird. In der leer stehenden Fabrikhalle, in der es stattfindet, schlagen plötzlich Polizisten mit den Läufen ihrer automatischen Gewehre die Fensterscheiben ein. Es kommt zu einem blutigen Schusswechsel. Kurt Wallander verletzt sich zwar leicht am Knie, aber er kann fliehen und trifft sich mit Baiba.

Sie bringt ihn mit Mikaelis (Leonîds Grabovskis) zusammen, dem früheren Assistenten ihres Mannes, der ihr vertrauenswürdig erscheint. Mikaelis verschafft Wallander Baupläne des Polizeipräsidiums und fünf Schlüssel, die er auf dem Weg zum Archiv benötigt. Dem schwedischen Kommissar gelingt es, die Akte unbemerkt herauszuholen – aber als Baiba darin blättert, stellt sie bestürzt fest, dass nichts darin versteckt ist.

Jetzt kann sie sich nur noch vorstellen, dass ihr Mann das Belastungsmaterial seinem Freund Boris Simonoff (Lars Wiik) anvertraut hat. Kurt Wallander sucht den orthodoxen Priester auf, aber der weiß von nichts. Als Wallander bei Boris Simonoff ein Gemälde bemerkt, das Karlis Liepa von seinem Vater geschenkt bekam, reißt er entschlossen die Rückseite auf – und da ist die gesuchte rote Mappe! Wallander deponiert sie in einem Schließfach am Bahnhof.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Inzwischen hat Kurt Wallander sich in Baiba verliebt. Er schlief mit ihr und lud sie ein, mit ihm nach Schweden zu kommen. Bevor er zu Boris Simonoff fuhr, machten sie vorsichtshalber zwei weitere Treffpunkte aus. Baiba erscheint erst zur zweiten Verabredung, fragt sofort nach der Mappe und fordert Wallander auf, sie ihr auszuhändigen. Der ahnt, dass Baiba inzwischen von der Polizei bearbeitet wurde und unter Druck steht. Er flieht mit ihr aufs Dach des Bahnhofs, aber sie haben keine Chance gegen das große Polizeiaufgebot. Bei dem Schusswechsel wird Kurt Wallander zwar getroffen, aber die Kugel prallt an einer Dose Kaviar ab, die er einem aufdringlichen Straßenhändler abgekauft hatte. Oberst Murnieks wird erschossen. Dann tritt Oberst Putnis auf und bedankt sich bei seinem schwedischen Kollegen im Voraus für das Beweismaterial. Er weiß, dass Baibas Mann von Murnieks umgebracht wurde, hatte aber bisher nichts in der Hand, um mit der Korruption in den eigenen Reihen aufzuräumen.

Ob Baiba ihrem neuen Freund nach Schweden folgen wird, bleibt offen.

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Pelle Berglund verfilmte den 1992 veröffentlichten Roman „Hunde von Riga“ („Hundarna i Riga“) von Henning Mankell mit Rolf Lassgård (*1955) in der Rolle des schwedischen Kommissars Kurt Wallander, der vor dem Hintergrund des Zerfalls der Sowjetunion und der politisch-gesellschaftlichen Umwälzungen in den baltischen Staaten in zwei Mordfällen ermittelt und dabei in Riga auf die Spur korrupter Polizeioffiziere kommt. Die Geschichte ist zwar spannend, aber unplausibel. Besonders unrealistisch ist die Vorstellung, dass ein schwedischer Kriminalkommissar sich mit einem falschen Pass nach Lettland einschleusen lässt und dort unbemerkt in das Archiv des Polizeipräsidiums eindringt, um nach Beweismaterial zu suchen, obwohl er die lettische Sprache nicht beherrscht und zuvor auf einer Quittung nicht einmal erkannt hatte, dass sie in in Riga ausgestellt worden war.

Synchronsprecher:
Douglas Welbat (Kurt Wallander), Claus Brockmeyer (Karlis Liepa), Daniela Thuar (Baiba Liepa), Florian Halm (Jan Blomman), Sergiy Kalantay (Oberst Putnis), Arthur Galiandin (Oberst Murnieks) u. a.

Weitere Verfilmungen von Henning Mankells Werken mit Rolf Lassgård (*1955) in der Rolle des Kommissars Kurt Wallander:

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005/2007

Henning Mankell (Kurzbiografie)

Pelle Berglund: Mörder ohne Gesicht
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