Crystal Meth


Metamphetamin – der Wirkstoff von Crystal bzw. Crystal Meth – wurde erstmals 1893 von dem japanischen Chemiker und Pharmakologen Nagayoshi Nagai (1844 – 1929) synthetisiert. In Deutschland erhielten Werner Dobke und Friedrich Keil, zwei Mitarbeiter der Temmler-Werke in Berlin, 1937 ein Patent auf ein Verfahren zur Herstellung von Methamphetamin, und im Jahr darauf brachte die Preuß & Temmler AG ein Präparat mit dem Wirkstoff Metamphetamin unter dem Markennamen Pervitin® auf den Markt. Pervitin wurde im Zweiten Weltkrieg im großen Maßstab aus Aufputschmittel für deutsche Soldaten eingesetzt („Hermann-Göring-Pillen“).

Pervitin wird seit 1988 nicht mehr hergestellt. Aber der Wirkstoff Metamphetamin ist inzwischen in der illegalen Drogenszene weit verbreitet. In Deutschland spricht von von „Crystal“ bzw. „Crystal Meth“, in den USA von „Meth“ bzw. „Crank“, in Russland von „Vint“ und in Thailand von „Yaba“.

Crystal Meth wird meistens geschnupft. Es kann aber auch geschluckt, injiziert oder verdampft und eingeatmet – „geraucht“ – werden („Ice“).

Die Wirkung von Crystal Meth ist zwar ähnlich wie die anderer Designerdrogen, die aus Amphetaminen bestehen, aber deutlich stärker. Mit Crystal Meth lässt

sich Prüfungsangst bekämpfen. Manager, Ärzte und Fernfahrer schlucken Amphetamine, um auch bei längerer Anspannung wach und leistungsfähig zu bleiben, denn die Droge kann Durst, Hunger und Müdigkeit bis zu siebzig Stunden unterdrücken. Mit der erhöhten Aufmerksamkeit und Leistungsbereitschaft geht ein euphorisches Selbstbewusstsein einher. Sobald die Wirkung jedoch nachlässt, kann es zu Erschöpfungszuständen, Depressionen und Selbstmordgedanken kommen.

Crystal Meth ist von der chemischen Substanz her Ecstasy zwar ähnlich, hat aber ein viel höheres Suchtpotenzial. Es macht extrem schnell abhängig, oft bereits nach dem ersten Konsum. Man entwickelt schnell eine Toleranz, braucht immer mehr, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Der Konsum kann zu Hirninfarkten und Herzversagen führen, vor allem aber haben Abhängige Psychosen und Hirnschäden, da sterben ganze Areale ab. In dieser Beziehung ist es viel schlimmer als Crack und Heroin […] Crystal lässt einen innerhalb von Monaten um Jahre altern; der Körper verfällt, man hat Wortfindungsstörungen und Gedächtnisverluste.
(Dr. Roland Härtel-Petri, Oberarzt der Suchtstation im Bezirkskrankenhaus Bayreuth, im Interview mit Claudia Fromme, Süddeutsche Zeitung, 6. August 2008)

Barbara Vine - Heuschrecken
In "Heuschrecken" porträtiert Barbara Vine ein halbes Dutzend Figuren, die nicht von Erlebnissen in ihrer Vergangenheit loskommen. Die Stärke des Romans liegt in der Struktur und in den ausgefallenen Charakteren, weniger in der Sprache.
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