Catch Me If You Can

Catch Me If You Can

Catch Me If You Can

Originaltitel: Catch Me If You Can - Regie: Steven Spielberg - Drehbuch: Jeff Nathanson, nach dem Roman "Catch Me If You Can" von Frank W. Abagnale jr. und Stan Redding - Kamera: Janusz Kaminski - Schnitt: Michael Kahn - Musik: John Williams - Darsteller: Leonardo DiCaprio (Leonardo Di Caprio), Tom Hanks, Christopher Walken, Martin Sheen, Nathalie Baye, Amy Adams u.a. - 2002; 140 Minuten

Inhaltsangabe

Ein jugendlicher amerikanischer Trickbetrüger und Hochstapler ergaunert in den Sechzigerjahren mit gefälschten Schecks vier Millionen Dollar, fliegt als angeblicher Pan-Am-Pilot um die Welt, arbeitet ein Jahr lang mit gefälschten Papieren als Arzt in einem Krankenhaus, wird Anwalt in der Kanzlei eines Staatsanwalts, mit dessen Tochter er sich verlobt ...
Weiterlesen

Kritik

Diese unglaubliche Geschichte soll in ihren Grundzügen authentisch sein. Steven Spielberg hat daraus eine unterhaltsame Gaunerkomödie gemacht, bei der es leicht fällt, sich mit dem frechen, charmanten und cleveren Hochstapler zu identifizieren: "Catch Me If You Can".
Weiterlesen

Als Frank Abagnale junior (Leonardo DiCaprio) zu Beginn der Sechzigerjahre von der Schule nach Hause kommt, sitzen seine Eltern Frank (Christopher Walken) und Paula (Nathalie Baye) mit einem Anwalt zusammen: Sie bereiten ihre Scheidung vor. In dem entsprechenden Vertrag wurde eine Stelle freigelassen; da soll Frank jetzt entweder den Namen seines Vaters oder den seiner Mutter hinschreiben, je nachdem, bei wem er wohnen möchte. Entsetzt über den Gedanken, sich zwischen den beiden geliebten Menschen entscheiden zu müssen, läuft der 17-Jährige von zu Hause fort.

Zum letzten Geburtstag richtete der Vater ihm ein Konto mit 25 Dollar ein. Als Frank jr. jetzt versucht, Schecks einzulösen, um an Geld zu kommen, wird er überall abgewiesen.

Durch Zufall beobachtet er, wie die Crew einer Fluggesellschaft in einem Hotel freundlich empfangen wird. Das bringt ihn auf eine Idee: Er meldet sich als Schülerzeitungs-Redakteur bei Pan Am und verschafft sich durch ein Interview mit einem Manager Grundkenntnisse, nicht zuletzt über Dienstausweise, Pilotenlizenzen und Gehaltsschecks. Dann gibt er sich in einem Telefongespräch mit Pan Am als Pilot aus und behauptet, seine Uniform sei in der Hotelreinigung verloren gegangen. Auf diese Weise ergaunert er sich die Uniform eines Kopiloten. Nun ist es ganz einfach, die ungedeckten Schecks einzulösen: Niemand kommt auf die Idee, daran zu zweifeln, dass er über ein regelmäßiges Einkommen verfügt.

Durch eine Verwechslung am Flughafen hält man ihn für einen verspäteten Kopiloten, der zum Dienstantritt fliegen muss, und die Crew einer anderen Fluggesellschaft nimmt ihn kostenlos im Cockpit mit.

Frank Abagnale junior steht die Welt offen. Er träumt schon davon, seine Eltern nach Hawaii einzuladen und sie dort zu versöhnen. Frank Abagnale senior, bei dem er sich wieder meldet, glaubt nur zu gern, dass sein Sohn Pilot geworden ist und eine Menge Geld verdient. Der Senior ist ruiniert, weil das Finanzamt eine Steuernachzahlung von ihm verlangt und die Banken ihm keinen Kredit mehr geben. Er zitiert immer wieder gern die Fabel von den beiden Fröschen, die in eine Schüssel Milch fallen. Während der eine bald aufgibt und ersäuft, strampelt der andere weiter, bis aus der Milch Butter geworden ist. Er hält sich zwar für jemand, der nicht aufgibt, aber das kleine Geschäft, das er eröffnet, muss er auch bald wieder schließen. Um so wichtiger ist für ihn, dass sein Sohn mehr Erfolg hat und verspricht, alles Verlorene zurückzuholen: Paula, das Geld und das schöne Haus.

Innerhalb kurzer Zeit hat Frank Abagnale junior mit gefälschten Schecks 1,3 Millionen Dollar ergaunert und ist mehrmals um die Welt geflogen. Der humorlose, auf Betrug spezialisierte FBI-Agent Carl Hanratty (Tom Hanks) nimmt die Ermittlungen auf. Als er in einem Hotel einen gemeldeten gefälschten Scheck abholt, erfährt er, dass er Aussteller noch in seinem Zimmer ist. Mit seinem Dienstrevolver im Anschlag dringt Carl Hanratty in das Hotelzimmer ein. Niemand ist im Raum. Da hört er die Toilettenspülung. Frank Abagnale schlendert herein, kümmert sich nicht um die Waffe, ignoriert Hanrattys Aufforderung, die Hände hochzunehmen und spielt die Rolle eines coolen Secret-Service-Agenten, der seinem Kollegen vom FBI um ein paar Minuten zuvorgekommen ist. Endlich glaubt Carl Hanratty zu verstehen. Er legt die Waffe weg und will den Dienstausweis des vermeintlichen Kollegen sehen. Der reicht ihm seine geschlossene Brieftasche, aber bevor Hanratty sie öffnet, fordert Frank ihn auf, aus dem Fenster zu sehen: Sein Mitarbeiter führe den Betrüger gerade ab, lügt er und zeigt auf die Straße, wo gerade jemand einem Blinden auf den Rücksitz eines Autos hilft. Erst als Frank fort ist, öffnet Carl Hanratty die von ihm zurückgelassene Brieftasche, die nur Zeitungspapier-Schnipsel enthält.

In einem Krankenhaus kommt Frank auf den Gedanken, sich als Arzt auszugeben. Bevor er sich mit gefälschten Dokumenten um eine entsprechende Stelle bewirbt, sieht er sich im Fernsehen die aktuelle Folge einer Arztserie an, damit er wenigstens über ein paar Grundkenntnisse verfügt. Obwohl der Chefarzt ihn aufgrund der vorgelegten Papiere für überqualifiziert hält, stellt er Frank als Oberarzt ein.

Frank verliebt sich in die Krankenschwester Brenda und wird schließlich von ihren Eltern zum Essen eingeladen. Da überrascht er Brenda, indem er behauptet, vor dem Medizinstudium ein Jahr lang als Rechtsanwalt gearbeitet zu haben. Nur der Vater, ein Staatsanwalt, durchschaut die Lüge — aber er hält den jungen Mann für einen Romantiker, der vor seinem Studienabschluss als Jurist steht und flunkert, um die Eltern seiner Angebeteten zu beeindrucken.

Zwei Wochen lang büffelt Frank, dann legt er das Staatsexamen ab und tritt in die Kanzlei seines zukünftigen Schwiegervaters ein.

Bei der Verlobungsfeier taucht Carl Hanratty mit einigen anderen Beamten auf. Frank holt in Brendas Zimmer zwei Koffer voll Geld — inzwischen hat er vier Millionen Dollar ergaunert –, drängt seine Verlobte, ihm zu vertrauen und verabredet sich mit ihr in zwei Tagen an einem Flughafen-Terminal, bevor er durchs Fenster flieht.

Zur vereinbarten Zeit taucht Brenda am Treffpunkt auf. Frank steigt aus dem Wagen. Da merkt er, dass überall Männer herumstehen, die sich betont unauffällig geben. Sie hat ihn also verraten. Unbehelligt fährt er wieder weg. Während das FBI hundert Beamte abstellt, um den Flughafen zu überwachen, lädt Frank als angeblicher Pan-Am-Flugkapitän sieben junge Damen ein, ihn auf einer PR-Tour zu begleiten und den Job einer Stewardess kennen zu lernen. Er lässt ihnen Uniformen anpassen, fährt mit ihnen am Flughafen vor und geht mit ihnen an den FBI-Agenten vorbei, die nur Augen für die attraktiven jungen Damen haben. Parallel dazu wird Carl Hanratty durch einen Telefonanruf auf einen Mann in Kopilotenuniform aufmerksam gemacht, der in einem geparkten Auto vor dem Terminal sitzt. Mit ein paar Kollegen läuft Hanratty hin. Ein Fremder steigt aus dem Wagen und gesteht, hundert Dollar dafür erhalten zu haben, in Franks alter Uniform hier zu warten.

Gegen den Rat seines Vorgesetzten verfolgt Hanratty die Spur des Betrügers nach Europa. In einer französischen Provinzstadt spürt er ihn 1969 beim Drucken von Scheckformularen auf. Indem er Frank vorlügt, eine Einheit französischer Polizisten stehe mit Waffen im Anschlag vor der Tür, hält er ihn von der Flucht ab und bringt ihn dazu, sich selbst Handschellen anzulegen, um nicht erschossen zu werden. Die Straße ist leer. Aber kurz darauf fahren tatsächlich Streifenwagen der französischen Polizei vor. Carl Hanratty kann nicht verhindern, dass Frank in eines der Autos gezerrt wird und er selbst zurückbleiben muss.

Aber er betreibt die Auslieferung des Betrügers und fliegt selbst mit zwei Kollegen nach Frankreich, um ihn abzuholen. In den USA möchte Frank sofort mit seinem Vater telefonieren, damit er nicht aus dem Fernsehen von der Verhaftung seines Sohnes erfährt. Kurz vor der Landung erfährt er von Carl Hanratty, dass sein Vater tödlich verunglückte. Frank ist erschüttert und schließt sich auf der Toilette des Flugzeugs ein. Als die FBI-Agenten die Tür aufbrechen, ist er verschwunden. Auf dem Boden liegt die Schraube der Waschbeckenverkleidung. Noch bevor die Maschine ausgerollt ist, springt Frank aus der Toilettenklappe und rennt übers Flugfeld davon.

Durchs Fenster blickt er ins Wohnzimmer seines Elternhauses. Da sitzt seine Mutter mit ihrem neuen Ehemann und ihrer kleinen Tochter. Während Frank noch um Fassung ringt, umstellt die Polizei das Haus und verhaftet ihn erneut.

Er wird zu acht Jahren Haft verurteilt.

Als Carl Hanratty — der gerade wieder gegen einen Scheckbetrüger ermittelt — bei einem Besuch im Gefängnis merkt, dass Frank von gefälschten Schecks sehr viel mehr als er selbst versteht, überzeugt er seinen Vorgesetzten davon, dass es sich bei dem Häftling um eine wertvolle Ressource handelt. So kommt es, dass Frank den Rest seiner Freiheitsstrafe nicht im Gefängnis verbringen muss, sondern im Betrugsdezernat des FBI arbeitet.

Seine Kenntnisse sind so außerordentlich, dass er schließlich auch von großen Unternehmen als Berater engagiert wird und nun auf legale Weise Millionen verdient.

nach oben

„Catch Me If You Can“ beruht auf dem 1980 veröffentlichten gleichnamigen Roman von Frank W. Abagnale jr. und Stan Redding. Die unglaubliche Geschichte soll in ihren Grundzügen authentisch sein. Jedenfalls hat es den jugendlichen Trickbetrüger Frank Abagnale in den Sechzigerjahren wirklich gegeben, und es stimmt auch, dass er nach seiner Gaunerkarriere und Verurteilung als gesuchter Spezialist gut verdiente.

Steven Spielberg, der den Film zunächst nur produzieren wollte und am Ende doch selbst Regie führte, hat daraus eine unterhaltsame Gaunerkomödie gemacht, bei der es leicht fällt, sich mit dem frechen, charmanten und cleveren Hochstapler zu identifizieren.

Zwei Szenen halte ich für besonders gut gelungen: (1) Frank entgeht der Verhaftung im Hotelzimmer, indem er sich gegenüber dem verblüfften FBI-Agenten als Kollege vom Secret Service ausgibt. (2) Frank gelingt es, in einer Gruppe von attraktiven jungen Damen in Stewardessen-Uniformen an hundert FBI-Agenten vorbei unbemerkt durch ein Flughafen-Terminal zu kommen.

Besonders originell ist übrigens auch der Zeichentrick-Vorspann.

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

Steven Spielberg (kurze Biografie / Filmografie)

Steven Spielberg: Duell
Steven Spielberg: Indiana Jones (Trilogie)
Steven Spielberg: E. T. Der Außerirdische
Steven Spielberg: Die Farbe Lila
Steven Spielberg: Schindlers Liste
Steven Spielberg: A. I. Künstliche Intelligenz
Steven Spielberg: Minority Report
Steven Spielberg: Terminal
Steven Spielberg: Krieg der Welten
Steven Spielberg: München
Steven Spielberg: Gefährten. War Horse
Steven Spielberg: Lincoln
Steven Spielberg: Bridge of Spies. Der Unterhändler

Philip Roth - Das sterbende Tier
Philip Roth erzählt die beklemmende Geschichte in "Das sterbende Tier" schnörkellos und sarkastisch in Form eines Monologs: Der Protagonist wendet sich in einer Art Lebensbeichte an einen nicht weiter greifbaren Zuhörer.
Das sterbende Tier

Philip Roth

Das sterbende Tier

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.

Alte Homepage: