Helmut Krausser : Der große Bagarozy

Der große Bagarozy
Der große Bagarozy Originalausgabe: Rowohlt Verlag, Reinbek 1997 ISBN 3-498-03493-6, 187 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Am Schreibtisch der Psychotherapeutin Cora Dulz sitzt ein Mann, der erzählt, wie ihm Maria erschienen ist – nicht die Mutter Gottes, sondern die 1977 verstorbene Maria Callas. Cora nimmt zunächst an, sie habe es wieder einmal mit einem ziemlich hoffnungslosen Fall zu tun und hört nur halb zu. Aber der Mann mit den leuchtenden, beinahe lilafarbenen Augen fasziniert sie ...
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Kritik

Aus einer witzigen Idee und einem kuriosen Plot machte Helmut Krausser einen furiosen, sehr unterhaltsamen Roman mit verblüffenden Wendungen und funkelnden Dialogen: "Der große Bagarozy".
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Nachdem gerade zwei ihrer Patienten fast gleichzeitig Selbstmord verübten, sitzt der siebenunddreißigjährigen Psychotherapeutin Cora Dulz, die über „obsessionsbedingte Detailüberinterpretation“ promoviert hatte, in ihrer Praxis ein Patient gegenüber, der sich als Stanislaus Nagy vorgestellt hat und erzählt, wie ihm vor zehn Jahren und zwei Wochen – an seinem zwanzigsten Geburtstag – zum ersten Mal Maria erschien, nicht die Mutter Gottes, sondern die 1977 verstorbene Maria Callas. Cora nimmt zunächst an, sie habe es wieder einmal mit einem ziemlich hoffnungslosen Fall zu tun, hört nur halb zu und überlegt, was sie fürs Abendessen einkaufen muss. Aber der Mann mit den leuchtenden, beinahe lilafarbenen Augen schlägt sie in seinen Bann.

Sie ist mit einem vier Jahre älteren Steuerberater verheiratet – Robert Dulz –, der wegen einer Herzerkrankung glaubt, „Risikoorgasmen“ vermeiden zu müssen. Seine Leidenschaft gilt einer Sammlung von Zeitungsausschnitten mit kuriosen Todesmeldungen.

Aus Wut über die Haltung eines Freundes zu den Massakern in Ruanda hat ein Belgier nach Angaben der Polizei seinen Gesprächspartner getötet und anschließend Teile der Leiche verspeist. Der 26jährige Guillaume Potiez gestand, einen 38-jährigen Mann nach einem Streit stranguliert zu haben […] Er habe damit seinen Gesprächspartner dafür bestrafen wollen, dass dieser die Morde im ruandischen Bürgerkrieg auf die leichte Schulter nahm. (Seite 17)

Ein paar Tage nach der ersten Sitzung entdeckt Cora ihren neuen Patienten zufällig im Café „Claque“ und setzt sich zu ihm. Er sei Kaufhausdetektiv, behauptet Nagy und fordert sie dazu auf, mit ihm nachts durch das leere Pullam-Kaufhaus zu gehen. Neugierig lässt Cora sich darauf ein, und als ihr Bedenken kommen, ist es bereits zu spät. Sie trinken Champagner, und er zieht ein Foto von Maria Callas aus der Brieftasche. Die Primadonna sitzt zwischen zwei Männern auf einem Barhocker und hat einen schwarzen Pudel an der Leine: „Maria beim Espressotrinken im Café. Mein Lieblingsfoto von uns.“ (Seite 36)

Danach kommen Cora und Nagy an einem Schaufenster vorbei, in dem eine Spieluhr steht. Er macht sie darauf aufmerksam. So eine Spieluhr hatte sie als Kind besessen, aber sie war kaputtgegangen. Stanislaus Nagy nimmt eine Mülltonne, und bevor Cora ein Wort sagen kann, zertrümmert er damit die Scheibe, ergreift die Spieluhr und läuft mit Cora davon.

Die nach außen hin spröde Therapeutin fühlt sich immer stärker zu dem außergewöhnlichen Mann hingezogen, der ihre geheimen Wünsche erahnt, längst vergessene Sehnsüchte und erotisches Verlangen in ihr weckt. Doch als sie bereit ist, sich von ihm küssen zu lassen, sagt er stattdessen: „Sie sind keine glückliche Frau.“ (Seite 41)

Nagy ist nicht gut auf die Menschen zu sprechen:

„Schauen Sie sich all die Menschen an. Verlangen vom Leben nichts, was nicht mit einem vollen Magen, einer schönen Wohnung und drei Orgasmen pro Woche abgeleistet wäre. Hinzugerechnet Gesundheit, später Tod und gutes Fernsehprogramm.“ (Seite 44)

Als die Therapeutin ihn fragt, ob er von seiner Kindheit erzählen wolle, antwortet er:

„Kind war ich nie. Zu Anfang war ich ein Gedanke. Später kamen Bilder. Bilder wurden Fleisch Irgendwann ging die Vermenschlichung so weit … Zu weit wahrscheinlich. Heute unterscheidet mich kaum etwas vom Idioten, für den Sie mich halten.“ (Seite 48)

Von den Erscheinungen sprach Nagy bereits. Jetzt irritiert er die Therapeutin, indem er behauptet, Maria Callas überall hin gefolgt zu ein. Die Sopranistin ist seit zwanzig Jahren tot! Als Cora nachfragt, gesteht er, sie angelogen zu haben. Er sei nicht dreißig Jahre alt, sondern sehr viel älter; sein richtiges Alter lasse sich nicht nummerisch ausdrücken. Den Namen „Stanislaus Nagy“ benütze er nur als Pseudonym, und Kaufhausdetektiv sei er auch nicht. In Wirklichkeit sei er der Teufel. Cora blickt ihn ungläubig an, und er fährt fort:

„Ich lief auch schon mal mit Bocksfüßen rum! Mit Hörnern auf der Stirn! Und kein Schwein hat mir erklärt, welchen Sinn das haben sollte!“ (Seite 72f)

Cora fragt, ob er Gott persönlich kenne, und er antwortet: „Wir gehen uns aus dem Weg.“ (Seite 55) Nagy erzählt ihr, wie die Menschen jahrhundertelang nach ihm riefen und ihm zu mitternächtlicher Stunde ihre Seele verkauften.

„Was haben Sie mit den Seelen gemacht?“
„Weggeschmissen. Soll ich das alles aufheben?“ (Seite 73)

Inzwischen, erklärt Nagy, langweile es ihn, böse zu sein, zumal es Menschen gibt, die das besser können. Im Zweiten Weltkrieg war ihm das bewusst geworden:

„Zum ersten Mal bekam ich das Gefühl, die Menschen hätten mich nicht unbedingt nötig, kämen gut ohne mich aus, erledigten meinen Part im großen Spiel grausamer und konsequenter, als es mir je eingefallen wäre. Es war der Anfang einer gewissen, Sie würden sagen: Sinnkrise.“ (Seite 58)

Statt böse und grausam möchte er zärtlich und liebevoll sein. Das wäre eine Abwechslung. Voll Mitgefühl meint Cora: „Sie sind ein kranker, verzweifelter Mensch.“ Da erwidert Nagy: „Behauptungen, von denen mich die dritte am ehesten beleidigt.“ (Seite 135) Aber dann muss er zugeben, dass Cora nicht weit von der Wahrheit entfernt ist; er verrät ihr, dass er beschlossen habe, Selbstmord zu verüben.

„Ich hab mir eine sehr langwierige Todesart ausgesucht. Wollen Sie wissen, welche?“
„Hmm?“
„Ich werde Mensch werden. Werde irgendeines Todes sterben, den der Zufall für mich parat hat.“ (Seite 136)

Schließlich erzählt Nagy weiter von Maria Callas.

Sie wuchs in New York auf. Als die Mutter mit Maria und deren Schwester nach Athen zog, sei ihr Mann froh gewesen, seine Familie los zu sein, behauptet Nagy. Dann fielen die Italiener und danach die Deutschen in Griechenland ein. Am 27. April 1941 wurde Athen besetzt. Etwa zu dieser Zeit wurde Nagy auf Maria Callas aufmerksam.

„Maria war hungrig, hässlich und verträumt. Und hatte Mut.“ (Seite 52)

Die Mutter wollte, dass Maria berühmt wurde, weil sie die Familie in den kommenden Jahrzehnten versorgen sollte.

Nagy sorgte dafür, dass die Erstbesetzung der Tosca an der Athener Oper erkrankte und nicht auftreten konnte. Die damals siebzehnjährige Maria Callas sollte für sie einspringen. Die Kranke hasste sie dafür und schickte ihren Gatten in die Oper, damit er Maria Callas den Zugang zur Bühne versperrte. Die Nachwuchssängerin musste mit ihm raufen, bis sie auf die Bühne kam. Zum Glück sah man im Schatten ihres breitkrempigen Hutes nicht das blaue Auge. Die Aufführung wurde ein Riesenerfolg.

Mehrmals versuchte Nagy, als Kellner, Liftboy oder Journalist in Maria Callas‘ Nähe zu kommen, aber sie hielt sich von ihm fern, schien ihn trotz seiner Verkleidungen zu erkennen. Um bei ihr sein zu können, musste Nagy in ihren schwarzen Pudel Toy schlüpfen, und manchmal tat er das so ausdauernd, dass ihm anschließend das Gehen auf zwei Beinen ungewohnt vorkam. Maria Callas brauchte keinen Teufelspakt, um eine große Sängerin zu werden! Aber sie vertraute sich einem windigen Agenten namens Bagarozy an. Dann lernte sie Meneghini kennen, „53 Jahra alt, dick und schlecht aussehend“ (Seite 72). Immerhin begeisterte er sich für ihre Musik. Mit dem Erfolg mehrten sich die Selbstzweifel. Das ließ Maria Callas nach immer kräftigerem Beifall gieren.

„Maria war nicht göttlich. Sie war etwas so Menschliches, voll unterdrückter Lust. Jähzornig war sie, eitel und geizig, komplexbeladen, applausgeil.“ (Seite 75)

Eines Tages beschloss die pummelige Sopranistin, abzunehmen. Mit eiserner Willenskraft hungerte sie und halbierte ihr Gewicht. Damit war sie perfekt und wurde zum Weltstar.

„Maria war eine so unbefriedigte Frau. Aber sie hat das sinnvoll sublimiert. Dann kam Onassis. Wie ich den gehasst habe! Und konnte nichts tun, sie hat ihn geliebt. Und er hat’s ihr besorgt. Teuflisch gut.“ (Seite 97)

Im Februar 1957 saß Nagy im Publikum, als Maria Callas im Covent Garden die Norma sang. Plötzlich begriff er, dass es sich bei diesem wunderbaren Gesang um Gottesdienst handelte, um einen gottverdammten Gottesdienst! Er vermochte weder zu bleiben noch aufzustehen, litt und genoss den Gesang, hasste und liebte die Callas.

„Umso mehr ich sie verehrte, umso mehr Lust spürte ich, ihr Wunden zu schlagen, sie zu quälen, ihren Genuss am Leben zu schmälern.“ (Seite 80)

„Ich habe Maria gequält. Gequält und geliebt. Und ruiniert.“ (Seite 96)

1965 brach sie in Paris auf der Bühne zusammen.

„Maria kämpfte, ohne dass sie es wollte, gegen ihre Legende an, mit immer neuen, immer schrecklicheren Comebacks. Sie sang wie ein halbgarer Rabe, allein – es nutzte nichts! Ihr Ruhm hatte sich längst selbstständig gemacht, es kümmerte ihn nicht mehr, was sie tat. Wird die Legende zu groß, stört der lebende Mensch.“ (Seite 143)

1976 gab Maria Callas in Paris ein allerletztes, privates Konzert, aber sie brachte keinen sauberen Ton mehr heraus. In dieser Nacht ging Nagy zu ihr ins Apartment, und diesmal empfing sie ihn, obwohl er sich nicht verstellte. So einsam war sie inzwischen. Sie sprachen bis zum nächsten Morgen miteinander.

Zur nächsten Sitzung erscheint Nagy nicht und ruft auch nicht an. Cora vermisst ihn, denkt kaum noch an etwas anderes, sieht sich in Sexualträumen mit ihm zusammen und vernachlässigt ihre anderen Patienten. Nach einer Woche vergeblichen Wartens sucht sie die Adresse, die er im Anmeldebogen angegeben hatte, aber die existiert überhaupt nicht. Gegen entsprechende Bezahlung verrät ihr der Pförtner des Pullam-Kaufhauses, der sie vor zwei Wochen nachts mit Nagy zusammen einließ, wo der Gesuchte wohnt. Kurz darauf steht sie vor einer Wohnungstür in „Tintenblau und Ehemalsweiß“ (Seite 88).

„Hier hausen Sie?“
„Nun – ich bin ein armer Teufel …“ (Seite 90)

Nagy liegt auf seinem zerwühlten Bett und ist schwermütig, denn es ist der 16. September: der Todestag der Callas. Er zeigt Cora ein Foto der Diva. Sie sitzt auf einem Stuhl und hält im rechten Arm einen weißen und im linken Arm einen schwarzen Pudel.

„Es gibt ein Foto von Maria, Gott und mir, kennen Sie’s? Nein? Da. Der schwarze Pudel – das bin ich.“ (Seite 93)

Robert wundert sich über seine Frau. Sie kommt ihm verändert vor, und er sagt zu seinem Freund Arnold:

„Ich hab so ein Gefühl, als ginge Cora fremd.“
„Ist das was Besonderes?“
„Sie hat mich meines Wissens nie betrogen.“
„Und du?“
„Ich hab sie ihres Wissens nie betrogen.“ (Seite 101)

Cora staunt über Einzelheiten, die Nagy von ihr weiß – bis sie dahinterkommt, dass er vor seinem ersten Besuch in ihrer Praxis ihre Sprechstundenhilfe Tamara („Tammi“) ausgehorcht hatte. Die nicht besonders kluge Zweiundzwanzigjährige war auf ihn hereingefallen. Entsetzt schreit Cora:

„Du hast ihm Informationen gegeben! Über mich! Einem Irren!“ (Seite 111)

In der dritten Woche schlägt Nagy der Therapeutin vor, zum „Du“ zu wechseln:

„Cora? Darf ich Cora sagen? Sagen wir Cora zueinander.“ (Seite 137)

Auf der Straße drängt er sie unvermittelt gegen eine Hauswand und fordert sie auf, ihren Rock hochzuschieben. Erregt tut sie es und sehnt sich danach, dass er ihr zwischen die Beine greift, aber er schnippt nur mit den Fingern und meint: „Ist gut. Hat mich nur interessiert. Wie weit du schon bist …“ (Seite 138) Vor Zorn über die Demütigung stampft sie mit dem Fuß auf.

Danach lässt Nagy sich nicht mehr sehen. Cora sucht eine Woche später ihre frühere Kommilitonin Lioba Rosenbaum auf, die sich auf forensische Psychologie spezialisiert hatte und zur Polizei gegangen war. Im Polizeicomputer gibt es keinen „Stanislaus Nagy“, und Lioba ist nicht bereit, auch noch Fingerabdrücke zu vergleichen oder andere Fahndungsmaßnahmen einzuleiten, obwohl Cora ihr vorlügt, es handele sich um einen gefährlichen Irren, der sich für den Teufel hält.

Fünf Wochen nach seinem ersten Besuch bei ihr in der Sprechstunde sieht Cora ihn wieder. Offenbar ist er zu Geld gekommen, denn er trägt einen neuen Anzug. Cora spricht ihn an, aber er beschwert sich über die Verfolgung und will nichts mehr mit ihr zu tun haben.

Indem sie ihn weiter beschattet, findet sie heraus, dass er als Zauberkünstler im Nachtklub „Alhambra“ auftritt: „Der große Bagarozy entführt sie ins Reich der Illusion!“. Cora besucht die nächste Vorstellung. In allen Ecken lauern Animierdamen auf ihre Opfer, „Frauen, denen jedes Lächeln zur vermögenswirksamen Leistung gerät“ (Seite 159). Nachdem die Schlangenbeschwörerin zum Schluss ihrer Darbietung ihr getigertes Trikot ausgezogen hat, tritt Nagy mit einer Assistentin auf, die er schließlich schweben lässt, während sich ihr Bustier öffnet: Eine Mischung aus Magie und Erotik. Plötzlich erblickt er Cora im Publikum, erstarrt, und die „Jungfrau“ fällt wie ein Stein zu Boden. Nagy rennt von der Bühne.

Cora fragt sich zu seiner Garderobe durch. Er beschwert sich, dass ihn ihr Erscheinen die Stellung gekostet habe. Nagy fordert sie auf, ihn zu seiner Wohnung zu begleiten. Dort führt er sie in den Keller und hält ihr das letzte Foto hin, das von Maria Callas aufgenommen worden war, am Tag vor ihrem Tod. Entsetzt begreift Cora: „So hat er mich die ganze Zeit gesehn. Als alte, zerstörte Frau.“ (Seite 168)

Nagy wirft ihr vor, ihr Körper sei „ein Massengrab verschenkter Möglichkeiten, erstickter Träume […]“ (Seite 175).

Als Cora in dieser Nacht nach Hause kommt, träumt Robert gerade, der Tod komme wie ein Versicherungsvertreter zu ihm, um die Modalitäten seines Ablebens zu besprechen. Robert ist erleichtert als er erwacht und merkt, dass es nur ein Albtraum war und seine Frau neben dem Bett stehen sieht. Sie trägt lange Wildlederhandschuhe, richtet eine Pistole auf ihn und erschießt ihn.

Roberts letzter Gedanke war: Es hätte schlimmer komm – (Seite 179)

Am Morgen wirft Cora die Nagy gehörende Waffe in der Nähe ihres Reihenhauses in eine Hecke, wo sie bestimmt gefunden wird. In der Praxis verbrennt sie die Handschuhe und das Protokoll über die Behandlung Nagys. Im Lauf des Vormittags ruft sie die Polizei an und meldet, ein ihr zwanghaft verfallener Patient habe gedroht, ihren Gatten umzubringen, und weil dieser das Telefon nicht abhebe, mache sie sich Sorgen.

In Nagys Apartment findet die Polizei nur einen schwarzen Pudel, der sofort davonläuft. Bei der Durchsuchung stoßen die Ermittlungsbeamten in einer Tiefkühltruhe, auf der sich ein halbmeterhohes Gebirge aus den Resten niedergebrannter Kerzen erhebt, auf den Kadaver eines weißen Pudels.

Die Fahndung nach dem geistesgestörten Patienten verläuft ergebnislos. Niemand verdächtigt Cora, ihrem Mann etwas angetan zu haben. Lioba Rosenbaum wirft sich vor, nicht rechtzeitig auf ihre frühere Kommilitonin gehört zu haben. Cora gibt ihre Praxis auf und lebt „unbestraft und unglücklich“ von dem Geld, das Roberts Lebensversicherung ihr ausbezahlt hat.

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Nach der Lektüre von „Der große Bagarozy“ wissen wir es: Bei dem schwarzen Pudel von Maria Callas handelte es sich um den, der schon Faust begegnet war! – So wie der Gelehrte einen Pakt mit dem Teufel schloss, um die Welt mit anderen Augen sehen zu können, wünscht sich die unerfüllte Psychotherapeutin Cora Dulz den Teufel herbei und wird sich durch die Begegnung mit ihm der Trivialität ihres Lebens bewusst.

Die alte Fabel vom Teufelspakt verband Helmut Krausser in seinem Roman „Der große Bagarozy“ mit Elementen des Künstlerdramas und einer Kritik an der barbarischen Gesellschaft des 20. Jahrhunderts, in der die Menschen geistig anspruchslos und zu Grausamkeiten bereit sind. Da fühlt sogar der Teufel sich überflüssig und gerät in eine Sinnkrise.

„Der große Bagarozy“ ist auch eine Hommage an Maria Callas.

Aus einer witzigen Idee und einem kuriosen Plot machte Helmut Krausser einen furiosen, sehr unterhaltsamen Roman mit verblüffenden Wendungen und funkelnden Dialogen.

Bernd Eichinger verfilmte Helmut Kraussers Roman 1999: „Der große Bagarozy“.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005
Textauszüge: © Rowohlt

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J. M. Coetzee - Die Kindheit Jesu
"Die Kindheit Jesu" ist Literatur auf hohem Niveau, aber nicht verkopft, sondern als intellektuelles Vergnügen. Auf einer originellen Grundidee aufbauend, entwickelt J. M. Coetzee eine Fülle von Anspielungen und Gedanken, ohne den Roman zu überfrachten.
Die Kindheit Jesu

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