Die Bartholomäusnacht

Die Bartholomäusnacht

Die Bartholomäusnacht

Die Bartholomäusnacht - Originaltitel: La Reine Margot - Regie: Patrice Chéreau - Drehbuch: Danièle Thompson und Patrice Chéreau, nach dem Roman "La Reine Margot" von Alexandre Dumas d.Ä. - Kamera: Philippe Rousselot - Musik: Goran Bregovic - Darsteller: Isabelle Adjani, Daniel Auteuil, Virna Lisi, Vincent Perez, Jean-Hugues Anglade - 1994; 140 Minuten (französische Originalfassung: 165 Min.)

Inhaltsangabe

Die französische Regentin Katharina von Medici richtet im August 1572 in Paris die prunkvolle Hochzeit ihrer 19 Jahre alten Tochter Margarete von Valois mit König Heinrich von Navarra aus. Margarete ist schön und verdorben; bereits in der Hochzeitsnacht lässt sie ihren Mann allein und befriedigt sich in einer Gasse mit einem Hugenottenmusketier ...
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Kritik

"Die Bartholomäusnacht" ist ein opulentes, orgiastisches Historiendrama von Patrice Chéreau nach dem Roman "La Reine Margot" von Alexandre Dumas dem Älteren.
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Katharina von Medici (Virna Lisi), die für ihren Sohn, den französischen König Karl IX., die Regierungsgeschäfte führt, zwingt ihre neunzehnjährige katholische Tochter Margarete („Margot“; gespielt von Isabelle Adjani), den Hugenotten Heinrich von Navarra (Daniel Auteuil) zu heiraten, weil sie sich davon einen Ausgleich in der Auseinandersetzung zwischen den Konfessionen erhofft. Aus dem gleichen Grund holt sie Admiral Gaspard Coligny (um 1470 – 1522), einen sittenstrengen und hochangesehenen Führer der Hugenotten, in den Kronrat.

Als Katharina von Medici jedoch merkt, dass Coligny durch seinen Einfluss auf den König ihre eigene Machtstellung gefährdet, beschließt sie, ihn töten zu lassen. Bei dem Anschlag am 23. August 1572 – fünf Tage nach der Trauung ihrer Tochter –

wird er nur am Arm verletzt. Weil Katharina daraufhin einen Aufruhr befürchtet, tritt sie die Flucht nach vorne an und überredet den König, die anlässlich der prunkvollen Hochzeitsfeier nach Paris gereisten Hugenottenführer umzubringen. Zur Rechtfertigung des Blutbads (Bartholomäusnacht, 23./24. August 1572) behauptet sie, die Hugenotten hätten einen Aufstand geplant. Nur wenige von ihnen überleben das tagelange Morden, darunter Katharinas Schwiegersohn Heinrich von Navarra, der jedoch seinem Glauben abschwören muss und das Schloss zunächst nicht mehr verlassen darf. Margarete hasst Heinrich von Navarra und fühlt sich zweifach von ihrer Mutter verraten, der sie unterstellt, die Hochzeit nur arrangiert zu haben, um die Hugenotten nach Paris in die Falle locken zu können.

Margarete ist schön und verdorben; bereits in der Hochzeitsnacht lässt sie ihren Mann allein und befriedigt sich in einer Gasse mit einem Hugenottenmusketier (Vincent Perez).

1573 beginnt der an Tuberkulose erkrankte dreiundzwanzigjährige König Blut zu spucken. Subkutane Blutungen röten seinen Schweiß. Nach Karls Tod am 30. Mai 1574 übernimmt sein ein Jahr jüngerer Bruder Heinrich III. die Krone, aber Katharina von Medici versucht das Heft in der Hand zu behalten.

Während einer Jagd gelingt Heinrich von Navarra 1576 die Flucht. Dem Hugenottenführer stellen sich vor allem die Katholiken unter Heinrich von Guise entgegen. Um die Niederlage in dem jahrelangen Bürgerkrieg, abzuwenden beschließt der König kurz vor Weihnachten 1588, Heinrich von Guise töten zu lassen. Er lockt ihn am 23. Dezember unter einem Vorwand ins Schloss und lässt ihn dort hinterrücks erdolchen.

Katharina von Medici reagiert entsetzt auf die in ihren Augen törichte Mordtat ihres Sohnes. Sie stirbt kurz darauf, am 5. Januar 1589.

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Mit einem spektakulären Aufwand und großartigen Akteuren verfilmte Patrice Chéreau den 1845 veröffentlichten Roman „La Reine Margot“ („Königin Margot“) von Alexandre Dumas dem Älteren und machte daraus ein opulentes, orgiastisches Historiendrama, eine Parabel auf Machtgier und politisch kalkulierten Mord: „Die Bartholomäusnacht“. Dabei geht es ihm allerdings weniger um die geschichtlichen Zusammenhänge als um die psychologischen Abgründe.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002/2003

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