Patrice Chéreau


Patrice Chéreau wurde am 2. November 1944 in Lézigné südwestlich von Le Mans geboren. Seine Eltern waren der Maler Jean-Baptiste Chéreau (1907 – 1988) und die Grafikdesignerin Marguerite Pelicier.

Bereits als Schüler in Paris begeisterte sich Patrice Chéreau für Kunst, Musik, Theater und Kino. Im Alter von zwölf Jahren fing er an, Bühnenbilder für das Schultheater zu entwerfen. Sieben Jahre später führte er erstmals an einem professionellen Theater Regie. 1966 brach er sein Studium an der Sorbonne ab und übernahm die künstlerische Leitung des Volkstheaters in der Pariser Trabantenstadt Sartrouville. Die Bühnenbilder ließ Patrice Chéreau von dem ein Jahr älteren Maler und Architekten Richard Peduzzi gestalten.

1969 inszenierte Patrice Chéreau erstmals eine Oper. Für Aufsehen sorgte er vor allem mit dem 1976 in Bayreuth zum 100-jährigen Bestehen der Festspiele inszenierten „Ring des Nibelungen“ von Richard Wagner und drei Jahre danach mit der von Friedrich Cerha fertiggestellten und am 24. Februar 1979 in Paris uraufgeführten Oper „Lulu“ von Alban Berg. (Die musikalische Leitung oblag in beiden Fällen Pierre Boulez.)

1982 übernahm Patrice Chéreau die Direktion des Théâtre des Amandiers in Nanterre, wo er bereits im Jahr zuvor das dramatische Gedicht „Peer Gynt“ von Henrik Ibsen aufgeführt hatte.

Aus Protest gegen die Bildung einer Regierungskoalition von ÖVP und FPÖ in Wien im Februar 2000 boykottierte Patrice Chéreau in diesem Jahr die Salzburger Festspiele.

1975 drehte Patrice Chéreau seinen ersten Kinofilm: „Das Fleisch der Orchidee“. (Einen Fernsehfilm hatte er bereits zwei Jahre zuvor inszeniert.) Besonderen Erfolg erzielte er 1994 mit „Die Bartholomäusnacht“. Für „Intimacy“ erhielt er 2001 auf der Berlinale einen „Goldenen Bären“.

Patrice Chéreau hatte eine langjährige Beziehung mit dem zehn Jahre jüngeren Schauspieler Pascal Greggory.

Am 7. Oktober 2013 starb Patrice Chéreau in Paris an Lungenkrebs. Er wurde auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt.

Patrice Chéreau: Filmografie (Auswahl)

© Dieter Wunderlich 2014 / 2015

Juli Zeh - Corpus Delicti
"Corpus Delicti" ist eine Dystopie, ein ebenso kluges wie faszinierendes Gedankenexperiment von Juli Zeh, in dem sie sich vorstellt, was in naher Zukunft aus bereits bestehenden Tendenzen werden könnte: ein utilitaristischer Überwachungsstaat.
Corpus Delicti

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