Umberto Eco


Umberto Eco wurde am 5. Januar 1932 in der piemontesischen Stadt Alessandria geboren. Der Vater Giulio stellte sich zwar während Umbertos Schulbesuch bei den Salesianern vor, dass der Junge Rechtsanwalt werden könne, doch Umberto zog es vor, ab 1948 in Turin Philosophie und Literaturgeschichte zu studieren. Obwohl Umberto Eco sich in dieser Zeit von der Kirche abwandte, promovierte er 1954 über Thomas von Aquin.

Danach arbeitete er als Kulturredakteur fürs Fernsehen. 1956 veröffentlichte er eine erweiterte Fassung seiner Dissertation: „Il problema estetico in San Tommaso“. Nach der Ableistung seines Wehrdienstes beendete Umberto Eco 1959 seine Tätigkeit beim Fernsehen und fing als Sachbuchlektor beim Verlag Bompiani in Mailand an (1959 – 1975).

Im September 1962 heiratete Umberto Eco die Deutsche Renate Ramge, eine in Frankfurt/M geborene Dozentin für Kommunikation und Design, die als Expertin für Museums- und Kunstdidaktik geschätzt wird.

Mit seinem 1962 erschienenen zweiten Buch – „Opera aperta“ – machte sich Umberto Eco als Kulturtheoretiker einen Namen. Im Jahr darauf begann er parallel zu seiner Lektorentätigkeit in Mailand an der Universität in Florenz zu dozieren. Sein 1968 publiziertes Buch „La struttura assente“ („Einführung in die Semiotik“, 1973) gilt als Standardwerk. 1975 wurde Umberto Eco als ordentlicher Professor auf den Lehrstuhl für Semiotik der Universität Bologna berufen.

Weltberühmt wurde Umberto Eco mit seinem 1980 veröffentlichten Roman „Der Name der Rose“.

1985 begann Umberto Eco, regelmäßig die Kolumne „La Bustina di Minerva“ in der Wochenzeitschrift „L’Espresso“ zu schreiben. Gemeinsam mit Gleichgesinnten gründete er 2002 die Gruppe „Libertà e Giustizi“ („Giustizia e Libertà“ hieß eine Widerstandsbewegung gegen Mussolini), die sich als intellektuelle Opposition gegen Silvio Berlusconi verstand.

2008 emeritierte Professor Umberto Eco an der Universität Bologna.

Umberto Eco erhielt außergewöhnlich viele Auszeichnungen, darunter die Ehrendoktorwürde von 39 Universitäten, der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste und das Große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. Seit 2011 war Umberto Eco Commandeur de la Legion d’honneur.

Umberto Eco starb am 19. Februar 2016 in Mailand.

Umberto Eco: Bibliografie (Auswahl)

Belletristik

Sach- und Fachbücher

  • Das offene Kunstwerk (1962)
  • Apokalyptiker und Integrierte. Zur kritischen Kritik der Massenkultur (1964)
  • Einführung in die Semiotik (1968)
  • Zeichen (1973)
  • Semiotik. Entwurf einer Theorie der Zeichen (1975)
  • Wie man eine wissenschaftliche Abschlussarbeit schreibt (1977)
  • Über Gott und die Welt. Essays und Glossen (1977 / 1983)
  • Semiotik und Philosophie der Sprache (1984)
  • Über Spiegel und andere Phänomene (1985)
  • Kunst und Schönheit im Mittelalter (1987)
  • Die Grenzen der Interpretation (1990)
  • Die Suche nach der vollkommenen Sprache (1993)
  • Im Wald der Fiktionen. Sechs Streifzüge durch die Literatur (1994)
  • Vier moralische Schriften (1997)
  • Kant und das Schnabeltier (1997)
  • Lüge und Ironie. Vier Lesarten zwischen Klassik und Comic (1997)
  • Derrick oder die Leidenschaft für das Mittelmaß (2000)
  • Die Bücher und das Paradies. Über Literatur (2002)
  • Quasi dasselbe mit anderen Worten. Über das Übersetzen (2003)
  • Im Krebsgang voran. Heiße Kriege und medialer Populismus (2006)
  • Die Kunst des Bücherliebens (2006)
  • Die unendliche Liste (2009)
  • Bekenntnisse eines jungen Schriftstellers (2011)

Literatur über Umberto Eco

  • Günter Berger: Annäherungen an die Insel. Lektüren von Umberto Ecos „Die Insel des vorigen Tages“ (1999)
  • Armin Burkhardt, Eberhard Rohse (Hg.): Umberto Eco. Zwischen Literatur und Semiotik (1991)
  • Grit Fröhlich: Umberto Eco. Philosophie. Ästhetik. Semiotik (2009)
  • Thorsten Gubatz: Umberto Eco und sein Lehrer Luigi Pareyson. Vom ontologischen Personalismus zur Semiotik (2007)
  • Alfred Haverkamp, Alfred Heit (Hg.): Ecos Rosenroman. Ein Kolloquium (1987)
  • Klaus Ickert, Ursula Schick: Das Geheimnis der Rose entschlüsselt (1986)
  • Max Kerner (Hg.): „… eine finstere und fast unglaubliche Geschichte“? Mediävistische Notizen zu Umberto Ecos Mönchsroman „Der Name der Rose“ (1988)
  • Tom Kindt, Hans-Harald Müller (Hg.): Ecos Echos. Das Werk Umberto Ecos. Dimensionen, Rezeptionen, Kritiken (2000)
  • Burkhart Kroeber (Hg.): Zeichen in Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ (1987)
  • Dieter Mersch: Umberto Eco zur Einführung (1993)
  • Dieter Mersch (Hg.): Zeichen über Zeichen. Texte zur Semiotik von Peirce bis Eco und Derrida (1998)
  • Michael Nerlich: Umberto Eco (2010)
  • Helge Schalk: Umberto Eco und das Problem der Interpretation (1999)
  • Erik Schilling: Der historische Roman seit der Postmoderne. Umberto Eco und die deutsche Literatur (2012)
  • Thomas Stauder: Umberto Ecos „Der Name der Rose“. Forschungsbericht und Interpretation, mit einer kommentierten Bibliographie der ersten sechs Jahre internationaler Kritik (1988)
  • Thomas Stauder (Hg.): „Staunen über das Sein“. Internationale Beiträge zu Umberto Ecos „Insel des vorigen Tages“ (1997)
  • Thomas Stauder: Gespräche mit Umberto Eco (2004)
  • Manilo Talamo: Das Rätsel des Foucaultschen Pendels (1989, Übersetzung: Renate Reil und Andrea Weichert, 1992)

Burkhart Kroeber übersetzte Umberto Ecos Romane und auch einige der Sachbücher ins Deutsche.

© Dieter Wunderlich 2014 / 2016

Pierre Lemaitre - Wir sehen uns dort oben
"Wir sehen uns dort oben" ist eine ebenso zynische wie tragikomische Mischung aus Antikriegs- und Schelmen-, Abenteuer- und Krimi­nal­roman. Pierre Lemaitre erzählt mit überbordender Fabulierlaune. Die Lektüre ist unter­haltsam, auch wenn einem das Lachen im Halse stecken bleibt.
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