Federico Fellini


Federico Fellini wurde am 20. Januar 1920 in Rimini geboren und wuchs mit zwei jüngeren Geschwistern auf: Riccardo (1921 – 1991) und Maria Maddalena (1929 – 2002). Der Vater Urbano Fellini (1894 – 1956), ein Bauernsohn aus Gambettola, war 1915 nach Rom gegangen und hatte dort eine Bäckerlehre absolviert. Nach der Eheschließung mit der Römerin Ida Barbiani (1896 – 1984) hatte er sich mit ihr in Rimini eingerichtet. Den Lebensunterhalt verdiente er als Händler.

In der Schulzeit verbrachte Federico Fellini die Sommerferien auf dem Bauernhof der Großeltern in Gambettola. Während er noch das Gymnasium besuchte, wurden bereits einige seiner Karikaturen veröffentlicht. Seinen Eltern gehorchend, begann Federico Fellini im Herbst 1939 in Rom Jura zu studieren, obwohl er dafür wenig Interesse aufbrachte. Lieber beschäftigte er sich als Karikaturist, Journalist und auch Radiodramaturg.

Im Herbst 1942 lernte Federico Fellini die Lehrertochter Giulietta Masina (1921 – 1994) kennen, die Kunstgeschichte, Archäologie und Philosophie studierte und vor ihrer Promotion als Schauspielerin beim Studententheater mitmachte. Am 30. Oktober 1943 heirateten die beiden. Ihr einziges Kind starb im Frühjahr 1945, wenige Wochen nach der Geburt.

Zum Film kam Federico Fellini zunächst als Drehbuchautor. 1950 führte er erstmals (mit Alberto Lattuada gemeinsam) Regie: „Luci del varietà“ / „Lichter des Varieté“, und um sich aufs Kino konzentrieren zu können, beendete er seine Tätigkeit für Zeitungen und Hörfunk. Giulietta Masina spielte die Hauptrollen in seinen Filmen „La strada. Das Lied der Straße“, „Die Nächte der Cabiria“, „Julia und die Geister“, „Ginger und Fred“.
Für einen (PR-wirksamen) Skandal sorgte Federico Fellini mit „La dolce vita“ / „Das süße Leben“. Die Szene mit Anita Eckberg in der Fontana di Trevi ist wohl eine der bekanntesten der Filmgeschichte. Als Fellinis Meisterwerk gilt das surreale Selbstporträt „8½“.

Federico Fellini wurde rund fünfzehnmal für einen „Oscar“ nominiert, für die Drehbücher von „Rom, offene Stadt“ (mit Sergio Amidei und Roberto Rossellini), „Paisà“ (mit Sergio Amidei, Alfred Hayes, Marcello Pagliero und Roberto Rossellini), „Der Müßiggänger“ (mit Tullio Pinelli und Ennio Flaiano), „La Strada“ (mit Tullio Pinelli), „Das süße Leben“ (mit Tullio Pinelli, Ennio Flaiano und Brunello Rondi), „8½“ (mit Tullio Pinelli, Ennio Flaiano und Brunello Rondi), „Amarcord“ (mit Tonino Guerra) und „Casanova“ (mit Bernardino Zapponi) sowie die Regie in „Satyricon“, „8½“ und „Amarcord“. Bekommen hat Federico Fellini einen „Auslands-Oscar“ für „La Strada“, „Die Nächte der Cabiria“, „8½“ und „Amarcord“. Darüber hinaus wurde er 1993 mit einem „Ehren-Oscar“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Am 31. Oktober 1993 erlag Federico Fellini einem Herzanfall.

Nach ihm wurde der Flughafen von Rimini benannt.

Federico Fellini: Filmografie (Auswahl)

  • Luci del varietà / Lichter des Varieté (1950)
  • Lo sceicco bianco / Die bittere Liebe / Der weiße Scheich (1952)
  • I vitelloni / Die Müßiggänger (1953)
  • L’amore in città / Liebe in der Stadt (1953)
  • La strada / La Strada. Das Lied der Straße (1954)
  • Il bidone / Die Schwindler (1955)
  • Le notti di Cabiria / Die Nächte der Cabiria (1957)
  • La dolce vita / Das süße Leben (1960)
  • Boccaccio 70 (1962)
  • „8½“ (1963)
  • Giulietta degli spiriti / Julia und die Geister (1965)
  • Histoires extraordinaires / Außergewöhnliche Geschichten (1968)
  • Fellinis Satyricon (1969)
  • I clowns / Die Clowns (1970)
  • Roma / Fellinis Roma (1972)
  • Amarcord (1973)
  • Il casanova di Federico Fellini / Fellinis Casanova (1976)
  • Prova d’orchestra / Orchesterprobe (1978)
  • La città delle donne / Fellinis Stadt der Frauen (1980)
  • E la nave va / Fellinis Schiff der Träume (1984)
  • Ginger e Fred / Ginger und Fred (1986)
  • Intervista / Fellinis Intervista (1987)
  • La voce della luna / Die Stimme des Mondes (1990)

Literatur über Federico Fellini

  • Liliana Betti: Fellini (Zürich 1976)
  • Tullio Kezich: Federico Fellini. Eine Biografie (Zürich 1989)
  • Francesco Tornabene: Federico Fellini. Realist des Phantastischen (Köln 1990)

© Dieter Wunderlich 2014 / 2015

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