Chloe

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Chloe – Originaltitel: Chloe – Regie: Atom Egoyan – Drehbuch: Erin Cressida Wilson, nach dem Film "Nathalie" von Anne Fontaine – Kamera: Paul Sarossy – Schnitt: Susan Shipton – Musik: Mychael Danna – Darsteller: Julianne Moore, Liam Neeson, Amanda Seyfried, Max Thieriot, R. H. Thomson, Nina Dobrev, Mishu Vellani, Julie Khaner, Laura De Carteret, Natalie Lisinska, Tiffany Lyndall-Knight, Meghan Heffern, Tamsen McDonough u.a. – 2009; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Catherine, eine 50-jährige Gynäkologin, glaubt, dass sie nicht mehr begehrenswert aussieht und fürchtet sich vor dem Älterwerden. Ob ihr Ehemann David sie betrügt, etwa mit seinen Studentinnen? Argwöhnisch beauftragt sie die Edel-Prostituierte Chloe, ihn zu testen. Dadurch löst sie eine Dynamik aus, die bald ihrer Kontrolle entgleitet und die ganze Familie betrifft, wobei Vater und Sohn dem Geschehen ahnungslos ausgeliefert sind ...
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Kritik

"Chloe", Atom Egoyans Remake des Films "Nathalie", beginnt als Ehedrama und entwickelt sich dann zum Erotikthriller. Sehenswert ist "Chloe" wegen der eleganten Hochglanz-Ästhetik und der hochkarätigen Besetzung.
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David und Catherine Stewart (Liam Neeson, Julianne Moore) leben mit ihrem halbwüchsigen Sohn Michael (Max Thieriot) in einem Designerhaus in Toronto. Catherine praktiziert als Gynäkologin, David ist Musikwissenschaftler.

Zum Geburtstag des Mitfünfzigers organisiert Catherine eine Überraschungsparty. Die Gäste sind bereits da, als David aus New York anruft, wo er als Dozent tätig ist, und mitteilt, er habe das Flugzeug verpasst. Catherines Argwohn, dass David sie nicht mehr begehrt und mit Studentinnen betrügt, wird dadurch bestärkt.

Am anderen Morgen sieht Catherine entsetzt, wie Michaels Freundin Anna (Nina Dobrev) aus dessen Zimmer kommt. Offenbar haben die beiden miteinander geschlafen. Das dürfe nicht zur Gewohnheit werden, schimpft sie. Kurz darauf trennt Anna sich ohnehin von Michael, weil sie ihre Unabhängigkeit (noch) nicht aufgeben möchte.

Auf Davids Handy findet Catherine eine SMS einer seiner Studentinnen: „Danke für die Nacht.“

Am Abend sind David und Catherine mit Frank (R. H. Thomson) und Trina (Tiffany Lyndall-Knight) in einem Restaurant zum Essen verabredet. In der Toilette trifft Catherine auf eine junge attraktive Frau. Dass sie ihr Geld als Edel-Prostituierte verdient, weiß die Gynäkologin, weil sie durchs Fenster ihrer Praxis beobachtete, wie sie sich vor einem benachbarten Hotel von einem Freier verabschiedete und ins Taxi stieg. Chloe (Amanda Seyfried), so heißt das Callgirl, möchte Catherine einen Steckkamm schenken, aber die Ältere nimmt ihn nicht an. „Ich muss zu meinem Mann zurück“, erklärt sie brüsk.

Kurz darauf passt Catherine Chloe in der Bar des von der Arztpraxis aus sichtbaren Hotels ab, beauftragt sie, die Treue ihres Mannes zu testen und sagt ihr, in welchem Café sie ihn mittags finden kann. Sie solle sich als Sprachstudentin ausgeben, rät sie ihr.

Beim nächsten Treffen mit Catherine erzählt Chloe, wie sie David in dem Café um den Zuckerstreuer auf seinem Tisch bat. Er habe ein wenig mit ihr geflirtet, aber sonst nichts unternommen, sagt sie. Eigentlich wollte Catherine nur diesen einmaligen Test, aber nachdem sie dafür bezahlt hat, beauftragt sie Chloe mit einem zweiten Versuch.

Später erzählt Chloe ihr, David sei mit ihr ins Palmenhaus von Allan Gardens gegangen, um sie dort in einer Ecke ohne Zeugen küssen zu können. Seine Erregung habe sie durch die Hose gespürt. Aufgewühlt, zornig und eifersüchtig fordert Catherine sie auf, nicht weiterzusprechen, aber dann will sie doch wissen, was geschah, und Chloe behauptet, sie habe David mit der Hand befriedigt.

Die Vorstellung, wie David in Chloes Hand ejakuliert, erregt Catherine, und unter der Dusche malt sie sich die Szene im Gewächshaus aus.

Ein paar Tage später wird sie durch eine SMS Chloes in ein Hotelzimmer gerufen. Chloe schlüpft nackt in einen Bademantel. Das Doppelbett ist zerwühlt. Sie sei mit David hier gewesen, sagt Chloe. Zunächst habe er keine Erektion gehabt, sei aber dann von ihr oral stimuliert worden und nach der Penetration sofort gekommen.

Nach einem Klavierkonzert Michaels trifft Catherine sich erneut mit Chloe in einem Hotelzimmer. Sie knöpft Chloes Kleid auf und fragt erregt: „Wie macht er es? Wie berührt er dich?“ Die beiden Frauen schlafen miteinander. Catherine möchte, dass Chloe sich nicht mehr mit David trifft. Diesmal lässt sie sich den Steckkamm von ihr schenken.

Als Catherine frühmorgens nach Hause kommt, kommt es zum Streit mit David, denn er nimmt an, dass sie bei einem anderen Mann war, und sie wirft ihm ihrerseits vor, sie mit seinen Studentinnen zu betrügen.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Auf ihrem Handy erhält Catherine ein Foto, auf dem sie und Chloe nackt im Bett zu sehen sind. Chloe kommt mit einem Blumenstrauß in die Praxis, und als Catherine ihr einen Scheck ausstellt, beteuert Chloe, nicht für Geld mit ihr geschlafen zu haben. Ihre Gefühle für sie seien echt. Catherine erklärt ihr jedoch, es habe sich um nichts anderes als eine Geschäftsbeziehung gehandelt und wirft sie hinaus.

Daraufhin spricht Chloe Michael auf dem Sportplatz an und schenkt ihm eine CD der kanadischen Indie-Rockband „Raised by Swans“. Als Michael die CD in seinem Zimmer abspielt, erkennt seine Mutter die Musik wieder, von der Chloe schwärmte. Es irritiert sie, dass ihr Sohn die Musik jetzt ebenfalls hört.

Per SMS schreibt Chloe, sie treffe sich noch immer mit David.

Um die verlorene Kontrolle über ihr Leben zurückzubekommen, verabredet Catherine sich mit ihrem Mann mittags in einem Café und bestellt auch Chloe dorthin. David gibt zu, das Flugzeug in New York absichtlich versäumt zu haben, weil er ahnte, dass sie eine Geburtstagsparty für ihn organisiert hatte und er nicht daran teilnehmen wollte. Chloe kommt herein. Weil sie Catherine allein erwartete, bleibt sie überrascht stehen und eilt dann gleich wieder hinaus. Wer das gewesen sei, fragt David verständnislos. Offenbar kennt er Chloe nicht.

Da begreift Catherine, dass Chloe sie belog und sich die Treffen mit David nur ausdachte, um sie ins Bett zu bekommen. David beteuert denn auch glaubhaft, zwar des Öfteren in Versuchung gekommen zu sein, aber Catherine nie betrogen zu haben.

Sie gesteht ihrem Mann, dass sie ihm misstraute, deshalb eine Prostituierte auf ihn ansetzte und selbst Sex mit ihr hatte. Die beiden versöhnen sich. Aber dann muss David erst einmal ins Institut zurück, und Catherine fährt nach Hause.

Dort findet sie Chloe und Michael nackt im Ehebett vor. Catherine fordert ihren Sohn auf, das Schlafzimmer zu verlassen und stellt dann Chloe zur Rede. Während des Streits verletzt Chloe sie mit den Spitzen des Steckkamms am Hals, droht zuzustechen und erzwingt einen Kuss. Als Catherine sieht, dass ihr verstörter Sohn sie beobachtet, stößt sie Chloe erschrocken von sich. Die junge Frau stürzt gegen ein bodentiefes Fenster, das durch den Aufprall herausbricht. Ein paar Sekunden kann Chloe sich noch festhalten, und sie starrt Catherine an, dann stürzt sie in die Tiefe.

Einige Zeit später organisiert Catherine wieder eine Party, diesmal anlässlich von Michaels College-Abschluss. Alles scheint wieder wie früher zu sein. Nur der Steckkamm in Catherines Haar erinnert an Chloe.

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„Chloe“ ist ein Remake des Films „Nathalie. Wen liebst du heute Nacht?“ von Anne Fontaine. Erin Cressida Wilson (Drehbuch) und Atom Egoyan (Regie) haben die erste Hälfte der Handlung übernommen und nur die Geschichte von Paris nach Toronto verlegt. In der zweiten Hälfte geben sie der Geschichte allerdings eine andere Richtung, und „Chloe“ entwickelt sich vom Ehedrama zum Erotikthriller mit Anklängen an „Eine verhängnisvolle Affäre“ und „Weiblich, ledig, jung sucht …“.

Catherine, eine 50-jährige Gynäkologin, glaubt, dass sie nicht mehr begehrenswert aussieht und fürchtet sich vor dem Älterwerden. Ob ihr Ehemann David sie betrügt, etwa mit seinen Studentinnen? Argwöhnisch beauftragt sie die Edel-Prostituierte Chloe, ihn zu testen. Dadurch löst sie eine Dynamik aus, die bald ihrer Kontrolle entgleitet und die ganze Familie betrifft, wobei Vater und Sohn dem Geschehen ahnungslos ausgeliefert sind.

Obwohl Liam Neeson, Amanda Seyfried und vor allem Julianne Moore das Beste aus ihren Rollen machen und die beiden Hauptdarstellerinnen sehr intensiv spielen, bleibt man als Zuschauer unberührt. Vielleicht liegt es daran, dass die Geschichte konstruiert ist und von Erin Cressida Wilson und Atom Egoyan einfach chronologisch-linear erzählt wird. Es gibt zwar eine unerwartete Wendung, aber mitreißend ist das alles nicht; es wirkt so steril wie die Erklärung der Gynäkologin, der Orgasmus einer Frau sei nichts anderes als durch Stimulierung der Klitoris ausgelöste Muskelkontraktionen der Vagina.

Sehenswert ist „Chloe“ nicht nur wegen der hochkarätigen Besetzung, sondern auch wegen der eleganten Hochglanz-Ästhetik der Bilder.

Während der Dreharbeiten starb Liam Neesons Ehefrau, die Schauspielerin Natasha Richardson, am 18. März 2009 im Alter von 45 Jahren an den Folgen eines Skiunfalls.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012

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