Die unbekannte Schöne

Die unbekannte Schöne

Die unbekannte Schöne

Die unbekannte Schöne - Originaltitel: La femme en bleu - Regie: Michel Deville - Drehbuch: Michel Deville - Kamera: Claude Lecomte - Darsteller: Michel Piccoli, Lea Massari, Michel Aumont u.a. - 1972; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Seit Pierre die Dame im hellblauen Kleid in einem Drugstore gesehen hat, kann er an nichts anderes mehr denken. Tag und Nacht sucht er in Paris nach der Unbekannten.
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Kritik

Michel Deville inszeniert die Komödie "Die unbekannte Schöne" wie ein unvollständiges Puzzle und spickt sie mit tausend witzigen Minigeschichten.
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Ein Mann (Michel Piccoli) schluckt eine Hand voll Schlaftabletten und legt sich aufs Bett. Später kommt ein Freund, mit dem er verabredet war, und findet den Toten. In diesem Augenblick läutet das Telefon.

Der Mann, dessen Selbstmord eingangs gezeigt wurde, ist Musikwissenschaftler und spricht beispielsweise im Französischen Fernsehen über Orgelmusik oder das Streichquartett „Der Tod und das Mädchen“ von Franz Schubert. Pierre – so heißt er – ist gerade mit einer viel jüngeren Blondine im Bett, als seine langjährige Freundin Aurelia (Lea Massari) anruft: Nach einem drei Monate langen Aufenthalt in ihrer Heimat Italien ist sie ein paar Tage früher als geplant nach Paris zurückgekehrt. In einem Drugstore, wo Pierre (Aurelia nennt ihn „Pietro“) auf dem Weg zu Aurelia Konfekt für sie kauft, sieht er eine Dame im hellblauen Kleid.

Als er ins Auto steigt, steht sie neben ihrem Kleinauto und scheint auf jemand zu warten. Pierre fährt weg, dreht nach ein paar hundert Metern wieder um, fährt zurück – aber die Dame in Blau ist verschwunden. Aurelia spürt sofort, dass Pierre in Gedanken bei einer Anderen ist. In Begleitung eines Freundes fährt er die ganze Nacht durch Paris, um die unbekannte Schöne zu suchen. Am anderen Tag hält Aurelia es nicht mehr aus: Sie bietet ihrem Freund an, ihm bei der Suche nach der geheimnisvollen Dame zu helfen. Man träume immer von dem, was man nicht habe, meint sie und hofft deshalb, dass der Reiz der Unbekannten verfliegt, sobald Pierre sie wiedersieht. Bei einem Spaziergang auf dem Land trägt sie ein feuerrotes Kleid, und Pierre erzählt ihr, wie er sich vorstellt, dass er sich mit Schlaftabletten das Leben nimmt. Ein Freund, mit dem er verabredet war, findet die Leiche. Da läutet das Telefon: Es ist die unbekannte Schöne, die annimmt, sie spreche mit Pierre. Er sei ihr im Drugstore aufgefallen, und nach einer seiner Fernsehsendungen habe sie nun seine Telefonnummer herausgefunden. Aurelia sorgt nach dem Spaziergang für ein schönes Abendessen und erwartet Pierre dann im Schlafzimmer. Doch er kommt nicht zu ihr ins Bett, sondern fährt noch einmal weg und stellt sich während der Fahrt erneut seinen Selbstmord vor …

Die Kamera fährt auf ein Werbeplakat für einen Urlaub in Finnland – französisch: Finlande – zu, bis nur noch die ersten drei Buchstaben zu sehen sind: Fin (Ende).

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Die Sehnsucht nach dem, was er nicht haben kann – die Dame in Blau, die blaue Blume der Romantik – macht den Menschen unfähig, das Vorhandene zu genießen und entrückt ihn dem Leben.

Dass Michel Deville daraus eine Komödie macht, die er wie ein unvollständiges Puzzle präsentiert und mit tausend witzigen Minigeschichten spickt, macht den besonderen Reiz des Films „Die unbekannte Schöne“ aus.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002

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