Dark Shadows

Dark Shadows

Dark Shadows

Dark Shadows – Originaltitel: Dark Shadows – Regie: Tim Burton – Drehbuch: Seth Grahame-Smith, John August nach einer Fernsehserie von Dan Curtis – Kamera: Bruno Delbonnel – Schnitt: Chris Lebenzon – Musik: Danny Elfman – Darsteller: Johnny Depp, Michelle Pfeiffer, Helena Bonham Carter, Eva Green, Jackie Earle Haley, Jonny Lee Miller, Bella Heathcote, Chloë Grace Moretz, Gulliver McGrath u.a. – 2012; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Weil Barnabas Collins die Liebe der schönen Hexe Angelique nicht erwidert, treibt sie 1776 ihre Rivalin Josette in den Freitod, verwandelt Barnabas in einen Vampir und lässt ihn begraben. 1972 stoßen Bauarbeiter auf den Sarg. Barnabas steigt heraus und tötet sie, um endlich wieder Blut saugen zu können. Er nimmt sich vor, das heruntergekommene Herrenhaus der Familie zu renovieren und den Familienbetrieb zu retten, dem die von Angelique Bouchard angeführte Konkurrenz schwer zu schaffen macht ...
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Kritik

"Dark Shadows" ist eine poppige und selbstironische Vampir-Gruselkomödie. Wichtiger als die alberne Geschichte ist die Art der Darstellung im Gothic-Look. Da zeigt Tim Burton seine Stilsicherheit.

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Joshua und Naomi Collins (Ivan Kaye, Susanna Cappellaro) gehen 1760 in Liverpool mit ihrem Sohn Barnabas (Justin Tracy) an Bord eines Schiffes und wandern nach Maine aus. Sie bauen dort einen Fischerei-Betrieb auf, errichten Collinwood Manor und steigen in die Oberschicht auf. Aber dann werden Joshua und Naomi von einer herabstürzenden Fassadenverzierung ihres Herrenhauses erschlagen.

Barnabas Collins (Johnny Depp) hat zwar eine Affäre mit dem Dienstmädchen Angelique (Eva Green), liebt jedoch nur Josette DuPress (Bella Heathcote). Als Angelique begreift, dass sie ihn nicht dauerhaft haben kann, nutzt sie ihre Zauberkraft und bringt Josette dazu, sich von einem Kliff zu stürzen. Barnabas, der Josette folgte, um sie vom Suizid abzuhalten, springt ihr nach. Aufgrund eines Fluches der Hexe Angelique wird er jedoch nicht durch den Tod erlöst, sondern in einen Vampir verwandelt und in einem Sarg begraben.

1972 reist eine junge Frau aus New York nach Maine. Sie heißt eigentlich Maggie, gibt sich jedoch als Victoria Winters (Bella Heathcote) aus. In der Nähe des Bahnhofs, an dem sie ausstieg, lässt sie sich als Anhalterin von einer Gruppe Hippies im VW-Bus mitnehmen, und das letzte Stück nach Collinwood geht sie zu Fuß. Victoria bewirbt sich als Gouvernante des Neffen der Schlossbesitzerin Elizabeth Collins Stoddard (Michelle Pfeiffer).

Collinwood Manor ist renovierungsbedürftig, aber die Einnahmen aus der Fischfabrik reichen nicht mehr aus, um größere Reparaturen bezahlen zu können. Schuld daran ist das mächtige, von Angelique Bouchard (Eva Green) geführte Konkurrenzunternehmen. Die Witwe Elizabeth Collins Stoddard lebt in Collinwood Manor mit ihrer 15-jährigen Tochter Carolyn Stoddard (Chloë Grace Moretz), ihrem ebenfalls verwitweten Bruder Roger Collins (Jonny Lee Miller) und dessen Sohn David (Gulliver McGrath), der zumeist betrunkenen Psychiaterin Dr. Julia Hoffman (Helena Bonham Carter), der altersdementen Mrs Johnson (Ray Shirley) und dem Diener Willie Loomis (Jackie Earle Haley). Weil David behauptet, seine Mutter Laura (Josephine Butler) erscheine ihm regelmäßig, hält man ihn für verrückt. Dr. Hoffman versucht ihn zu therapieren, und nun soll Victoria das Kind unterrichten.

Im Oktober 1972 stoßen Bauarbeiter auf einen Sarg. Sobald sie ihn ausgegraben haben, wird er von innen aufgedrückt. Barnabas Collins steigt heraus, bringt die elf Arbeiter um und saugt gierig das Blut aus. Er macht sich auf den Weg nach Collinwood Manor. Unterwegs sieht er das Emblem der Fastfood-Kette McDonald’s. Bei dem M, glaubt er, handele es sich um das Zeichen von Mephistopheles.

Elizabeth hält den Eindringling, der sich als ein Angehöriger der Familie Collins ausgibt, zunächst für einen Betrüger, aber er zeigt ihr einen Geheimgang, der zu einer Schatzkammer führt. Mit dem Erlös des wertvollen Schmucks, von dessen Existenz Elizabeth nichts ahnte, will er den Familienbetrieb sanieren und Collinwood Manor renovieren. Er gibt zu, ein Vampir zu sein, versichert Elizabeth jedoch, er werde weder ihr noch den anderen Familienmitgliedern etwas antun.

Als Barnabas Victoria sieht, ist er über ihre Ähnlichkeit mit Josette verblüfft und verliebt sich auf der Stelle in sie.

Vieles in der Welt von 1972 ist für Barnabas neu. So beauftragt er beispielsweise Willie, die Pferde anzuspannen und erfährt, dass man inzwischen Autos benutzt. Die Sängerin auf dem Bildschirm eines Fernsehgeräts hält er für eine Hexe. Und er kann sich nicht an die moderne Sprache gewöhnen.

Eines Abends trifft er auf die Hippie-Gruppe, mit der Victoria kam. Die jungen Leute sitzen an einem Lagerfeuer und lassen einen Joint herumgehen. Sie staunen über den seltsamen Kerl, der von einem Trip erzählt, der 200 Jahre gedauert haben soll. Obwohl ihm die Hippies sympathisch sind, tötet der ausgehungerte Vampir sie und saugt ihnen das Blut aus.

Barnabas lässt das Schloss renovieren. Bei seinen Bemühungen, den Familienbetrieb zu sanieren, versucht er Kapitän Clarney (Christopher Lee) und andere Fischer von der Konkurrenz abzuwerben.

Angelique bleibt nicht untätig. Sie hat von den elf ermordeten Bauarbeitern gehört, die einen Sarg ausgegraben hatten und weiß, dass Barnabas wieder da ist. Es gelingt der Femme fatale, ihn zu verführen. Aber nach dem leidenschaftlichen Geschlechtsverkehr, bei dem Angeliques Inneneinrichtung verwüstet wird, macht er ihr noch einmal unmissverständlich klar, dass er sie nicht liebt. Daraufhin droht Angelique, sie werde ihn vernichten.

Julia Hoffman überredet Barnabas, sich von ihr Blutinfusionen geben zu lassen. Sie tut so, als könne sie ihn dadurch in einen Menschen zurückverwandeln. Tatsächlich versucht sie, sich mit seinem Blut selbst in einen Vampir zu verwandeln, um nicht weiter zu altern und unsterblich zu werden. Als Barnabas das herausfindet, tötet er sie und lässt ihre Leiche von Willie im Meer versenken.

Barnabas ertappt Roger Collins mit der Garderobiere Alice Cooper (Alice Cooper). Längst hat er durchschaut, dass es sich bei Elizabeths Bruder um einen Schmarotzer handelt. Deshalb stellt er ihn vor die Wahl, entweder die Rolle eines vorbildlichen Vaters für David zu übernehmen oder Collinwood Manor mit einer großzügigen Abfindung zu verlassen. Roger entscheidet sich für das Geld und gegen seinen Sohn.

Angelique bringt Barnabas dazu, die Ermordung der elf Arbeiter, der Hippies und der Psychiaterin zu gestehen. Dann lässt sie ihn von ihren Mitarbeitern in Ketten legen und erneut in einen Stahlsarg legen. Aber David hat aufgepasst. Er befreit Barnabas.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Der kann jedoch nicht mehr verhindern, dass Angelique die Fischfabrik der Collins durch einen Zauberspruch explodieren lässt. Während die Feuerwehr den Brand zu löschen versucht, spielt sie dem Sheriff (William Hope) die Aufnahme von Barnabas‘ Geständnis vor. Daraufhin bleibt dem Sheriff nichts anderes übrig, als Verstärkung anzufordern und mit einem großen Polizeiaufgebot nach Collinwood Manor zu fahren.

Barnabas kommt freiwillig heraus. Im Schlosshof packt er Angelique und beißt sie in den Hals. Dadurch zwingt er sie, ihre Zauberkräfte einzusetzen, sich also als Hexe zu entlarven. Sie schleudert ihn ebenso wie Willie zur Seite und betritt das Schloss. Elizabeth schießt mit einem großkalibrigen Gewehr auf sie, aber die Hexe erholt sich gleich wieder von den Verletzungen. Carolyn verwandelt sich in einen Werwolf und stürzt sich auf Angelique, die sie mit einer leichten Armbewegung auf die Treppe wirft. Angelique prahlt damit, Barnabas‘ Eltern und Davids Mutter ermordet, Josette in den Tod getrieben, Barnabas in einen Vampir und Carolyn in einen Werwolf verwandelt zu haben.

Davids Mutter erscheint und schleudert Angelique in einen Kronleuchter, der daraufhin mit der Hexe zusammen zu Boden kracht. Barnabas beugt sich über sie. Angelique beteuert, dass sie ihn liebe, aber er meint, ihr Fluch sei es, nicht lieben zu können. Um ihm das Gegenteil zu beweisen, reißt Angelique sich ihr pochendes Herz aus der Brust, aber als sie es ihm reicht, zersplittert es, und gleich darauf reißt auch Angeliques Haut auf; sie zerbröckelt.

Das von Angelique während des Kampfes gelegte Feuer lässt sich nicht mehr löschen. Collinwood Manor brennt nieder.

Victoria, die noch von Angelique hypnotisiert wurde, geht zu dem Kliff, von dem sich 200 Jahre zuvor Josette in den Tod stürzte. Barnabas holt sie dort ein. Victoria lässt sich jedoch in den Abgrund fallen. Dadurch zwingt sie Barnabas dazu, ihr nachzuspringen und sie während des Sturzes durch einen Biss ebenfalls in einen Vampir zu verwandeln. Nun werden sie auf ewig vereint sein.

Im Schlussbild sehen wir Julia Hoffman auf dem Meeresgrund. Sie öffnet die Augen.

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In den Jahren 1966 bis 1971 strahlte das amerikanische Fernsehen (ABC) 1225 Folgen der Soap Opera „Dark Shadows“ von Dan Curtis (1928 – 2006) aus. (Eine DVD mit der kompletten Serie kam am 8. Mai 2012 auf den Markt.)

Besetzung der Fernsehserie „Dark Shadows“: Joan Bennett (Elizabeth Collins Stoddard u.a.), Jonathan Frid (Barnabas Collins), Grayson Hall (Dr. Julia Hoffman u.a.), Louis Edmonds (Roger Collins u.a.), Nancy Barrett (Carolyn Stoddard u.a.), Lara Parker (Angelique Bouchard), David Selby (Quentin Collins), Kate Jackson (Daphne Harridge), Kathryn Leigh Scott (Maggie Evans u.a.), David Henesy (David Collins u.a.), Denise Nickerson (Amy Jennings), Thayer David (Matthew Morgan u.a.), Alexandra Moltke (Victoria Winters) u.a.

1970/71 drehte Dan Curtis zwei Kinofilme zu „Dark Shadows“: „Das Schloss der Vampire“ und „Das Schloss der verlorenen Seelen“.

Das Schloss der Vampire – Originaltitel: House of Dark Shadows – Regie: Dan Curtis – Drehbuch: Sam Hall, Gordon Russell – Kamera: Arthur J. Ornitz – Schnitt: Arline Garson – Musik: Robert Cobert – Darsteller: Jonathan Frid, Grayson Hall, Kathryn Leigh Scott, Roger Davis, Nancy Barrett, John Karlen, Thayer David, Louis Edmonds, Don Briscoe, David Henesy, Dennis Patrick, Lisa Blake Richards u.a. – 1970; 95 Minuten

Das Schloss der verlorenen Seelen – Originaltitel: Night of Dark Shadows – Regie: Dan Curtis – Drehbuch: Sam Hall – Kamera: Richard Shore – Schnitt: Charles Goldsmith – Musik: Robert Cobert – Darsteller: David Selby, Grayson Hall, Kate Jackson, Lara Parker, John Karlen, Nancy Barrett, James Storm, Thayer David, Christopher Pennock, Diana Millay, Monica Rich, Clarice Blackburn u.a. – 1971; 90 Minuten

Mit der Sendung einer Neufassung der Fernsehserie wurde 1991 begonnen (NBC). Aber nach 13 Folgen brach man die Soap Opera ab.

Der kanadische Schriftsteller Dan Ross (1912 – 1995) veröffentlichte zwischen 1966 und 1972 ingesamt 32 Romane über den Vampir Barnabas Collins. Auch Hörspiele gibt es zu „Dark Shadows“.

Das Unternehmen Warner Bros. gab im Sommer 2007 bekannt, dass es die Filmrechte erworben hatte. Johnny Depp sollte die Hauptrolle spielen. Im Jahr darauf wurde Tim Burton als Regisseur gewonnen. John August war als Drehbuchautor vorgesehen, aber im Juli 2008 wurde er von Seth Grahame-Smith abgelöst. Die Dreharbeiten fanden von 18. Mai bis 30. September 2011 statt. Außenaufnahmen entstanden in Devon, Buckinghamshire, im Beckenham Place Park in Kent, in Bourne Woods bei Farnham/Surrey, in Cornwall, auf der Isle of Mull, in Argyllshire und auf der schottischen Insel Bute sowie bei der Trafalgar Castle School in Whitby/Ontario. Die Innenaufnahmen wurden in den Pinewood Studios in Iver Heath westlich von London gedreht.

Jonathan Frid, Lara Parker, David Selby und Kathryn Leigh Scott, die bereits in der Fernsehserie mitspielten, sind in Cameo-Auftritte als Gäste eines Balls zu sehen.

Die „Oscar“-Preisträger Rick Heinrichs („Sleepy Hollow“) und Colleen Atwood („Chicago“, „Die Geisha“, „Alice im Wunderland“) waren für das Produktionsdesign bzw. die Kostüme verantwortlich.

Tim Burtons Film „Dark Shadows“ ist eine poppige, verspielte und nostalgische Vampir-Gruselkomödie. Das darf man alles nicht ernst nehmen, es ist albern, unterhaltsam und – selbstironisch. Die Erzählung entwickelt sich nicht besonders elegant, sondern setzt sich mehr oder weniger aus Episoden zusammen, an deren Übergängen es holpert. Wichtiger als die Geschichte ist jedoch die Art der Darstellung im Gothic-Look. Und da zeigt Tim Burton seine Stilsicherheit.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012

Tim Burton (kurze Biografie / Filmografie)

Tim Burton: Batman
Tim Burton: Edward mit den Scherenhänden
Tim Burton: Batmans Rückkehr
Tim Burton: Sleepy Hollow
Tim Burton: Planet der Affen
Tim Burton: Big Fish
Tim Burton: Charlie und die Schokoladenfabrik
Tim Burton, Mike Johnson: Tim Burton’s Corpse Bride. Hochzeit mit einer Leiche
Tim Burton: Sweeney Todd
Tim Burton: Alice im Wunderland
Tim Burton: Big Eyes

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Aus Erinnerungsbruchstücken setzt sich allmählich ein Bild zusammen – das am Ende wieder in Frage gestellt wird. "Die Tochter" ist ein ernster, verzweifelter und verstörender Roman auf hohem Niveau.
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