Edward mit den Scherenhänden

Edward mit den Scherenhänden

Edward mit den Scherenhänden

Edward mit den Scherenhänden - Originaltitel: Edward Scissorhands - Regie: Tim Burton - Drehbuch: Caroline Thompson und Tim Burton - Kamera: Stefan Czapsky - Musik: Danny Elfman - Darsteller: Johnny Depp, Winona Ryder, Dianne Wiest, Alan Arkin, Vincent Price u.a. - 1990; 100 Minuten

Inhaltsangabe

Eine unerschrockene Avon-Beraterin entdeckt auf einem alten Schloss einen künstlich erschaffenen Punker mit langen Scheren statt Händen und nimmt ihn kurzerhand mit zu ihrer Familie in eines der Häuser einer schmucken amerikanischen Siedlung ...
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Kritik

"Edward mit den Scherenhänden" ist eine skurrile Märchenkomödie über einen Außenseiter, der zunächst als Attraktion bestaunt und später verstoßen wird. Damit nimmt Tim Burton amerikanische Eigenheiten aufs Korn.
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Vor dem Einschlafen in dem von einem Kaminfeuer wohlig warmen Zimmer möchte das Kind wissen, woher der Schnee kommt. Das sei eine lange Geschichte, wendet die Großmutter ein und beginnt dann doch zu erzählen …

Vergeblich fährt die Avon-Beraterin Peg (Dianne Wiest) in einer mustergültigen amerikanischen Siedlung, in der sie selbst wohnt, von Haus zu Haus. Die Männer sind am Morgen einer nach dem anderen zur Arbeit gefahren, die Frauen bleiben daheim. Keine von ihnen ist bereit, sich Pegs Kosmetikartikel anzusehen, bis auf eine, aber die kann auch nichts kaufen, weil sie kein Geld hat.

Frustriert steigt Peg wieder ins Auto. Da fällt ihr Blick auf das alte Schloss auf dem Hügel hinter der Siedlung. Sie fährt hinauf, arbeitet sich durch Gestrüpp und staunt über den gepflegten Park mit bunten Blumen und zu Tierfiguren zurechtgeschnittenen Büschen und Bäumen. Unter dem teilweise zerbrochenen Dach des düsteren Schlosses trifft sie auf einen blassen Punker, der anstelle von Händen riesige Scheren hat: Edward (Johnny Depp) wurde von dem alten Schlossherrn (Vincent Price) erschaffen, einem wunderlichen Erfinder, der starb, gerade als er seinem Geschöpf richtige Hände anpassen wollte. Seither hat Edward einsam im Schloss gehaust.

Ohne zu überlegen, nimmt Peg den Jungen mit nach Hause. Als die Nachbarinnen beobachten, dass sie einen seltsamen Gast mitbringt, tauschen sie die Neuigkeit gleich am Telefon aus und laufen aufgeregt zusammen, um die Attraktion zu bestaunen.

Mit seinen Scherenhänden zerkratzt Edward sich zwar fortwährend das Gesicht, auch hat er Schwierigkeiten beim Essen und Anziehen, aber es stellt sich heraus, dass er ein kreativer Gartengestalter, Hunde- und Damenfriseur ist und mit seinen Werkzeugen auch überlebensgroße Statuen aus Eisblöcken formt.

Als Pegs Tochter Kim (Winona Ryder) während der Abwesenheit ihrer Eltern mit ihrem Freund ins Haus will, aber die Schlüssel vergessen hat, öffnet Edward mit seinen Scheren die Haustür, ohne etwas zu verkratzen. Das bringt Kims Freund auf die Idee, mit ihr und ein paar Kumpanen ein Haus auszurauben. Nachdem Edward arglos die Tür geöffnet hat, beginnt eine Alarmsirene zu heulen, Türen und Jalousien schließen automatisch. Die anderen rennen weg, aber Edward ist gefangen. Die Polizei schaltet die Alarmanlage ab und fordert ihn auf, mit erhobenen Händen herauszukommen. Im Scheinwerferlicht sieht es so aus, als habe er mehrere Messer dabei. Mehrmals wird er durch Lautsprecher aufgefordert, die Waffen fallenzulassen. Im letzten Augenblick verhindert Peg, dass Edward erschossen wird.

Kim fühlt sich zu dem mysteriösen Jungen mit den Scherenhänden hingezogen und trennt sich von ihrem derben Freund. Der will sich das nicht gefallen lassen und fährt mit seinen Kumpanen zu Kims Elternhaus, um Edward zu verprügeln. Dabei läuft ihnen Kims kleiner Bruder vors Auto. Im letzten Augenblick reißt Edward ihn von der Straße, zerkratzt ihm dabei aber das Gesicht.

Nachbarn kommen angerannt. Beim Anblick des blutenden Kindes bricht Panik aus. Die anfängliche Neugier der Bewohner weicht Angst und Ablehnung. Peg muss einsehen, dass es am besten ist, wenn Edward aus der Siedlung verschwindet, und ein durchaus verständnisvoller Polizist scheucht ihn den Hügel zum Schloss hinauf.

Kim folgt Edward und gesteht ihm ihre Liebe. Da taucht ihr Exfreund auf und wirft sich auf den Jungen mit den Scherenhänden. Mitten im heftigen Kampf läuft er in die Klingen und stürzt aus dem Fenster in den Schlosshof hinab. Dort finden die zusammengelaufenen Frauen aus der Siedlung die Leiche und kreischen entsetzt auf. Kim erklärt der aufgeregten Menge, Edward sei tot.

Solange es schneie, sagt die Großmutter – es handelt sich um die gealterte Kim – zu dem Kind im Bett, sei sie sicher, dass Edward noch lebe, denn der Schnee entstehe, wenn er mit seinen Scherenhänden aus Eisblöcken Figuren forme.

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„Edward mit den Scherenhänden“ ist eine skurrile Märchenkomödie, die Tim Burton mit vielen Spitzen auf amerikanische Eigenheiten in Szene gesetzt hat: die schmucke, biedere Siedlung pastellfarbiger Häuschen mit Doppelgaragen, frisch gemähten Rasen und gepflegten Vorgärten, neugierige, telefonierende und überdrehte Frauen – die meisten von ihnen dick; wenige, die es sich leisten können, in engen Leggings herumzulaufen; alle in schrill bunten Stoffen –, die infantile Freude an kitschigen Figuren und Hundefrisuren, die simplen Ansichten über Moral … Schon durch seinen blassen Teint hebt sich der arglose Punker davon ab.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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