The Town

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The Town. Stadt ohne Gnade – Originaltitel: The Town – Regie: Ben Affleck – Drehbuch: Peter Craig, Ben Affleck, Aaron Stockard nach dem Roman "Endspiel" von Chuck Hogan – Kamera: Robert Elswit – Schnitt: Dylan Tichenor – Musik: David Buckley, Harry Gregson-Williams – Darsteller: Ben Affleck, Rebecca Hall, Jon Hamm, Jeremy Renner, Blake Lively, Titus Welliver, Pete Postlethwaite, Chris Cooper, Slaine u.a. – 2010; 125 Minuten

Inhaltsangabe

Doug MacRay wuchs als Sohn eines inhaftierten Bankräubers im Bostoner Stadtteil Charlestown auf. Er und sein Freund Jam rauben für den Paten Fergie Banken und Geldtransporter aus. Als Doug nach einem Banküberfall die Filialleiterin beschattet, um herauszufinden, ob sie als Zeugin gefährlich werden könnte, verliebt er sich ernsthaft in sie, und Claire erwidert arglos seine Gefühle. Er will aussteigen und mit Claire ein neues Leben anfangen, aber Fergie zwingt ihn zu einem weiteren Coup ...
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Kritik

"The Town. Stadt ohne Gnade", die Verfilmung des Romans "Endspiel" von Chuck Hogan durch Ben Affleck, ist ein sehenswerter, schnörkelloser, packender und spannender Gangsterfilm.

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Doug MacRay (Ben Affleck) wurde in Charlestown geboren, einem von der irischen Mafia beherrschten Viertel in Boston. Sein Vater Stephen (Chris Cooper) verbüßt eine langjährige Haftstrafe wegen Bankraubs. An seine Mutter kann Doug sich nicht erinnern; sie soll die Familie verlassen haben, als er noch klein war. Wie schon sein Vater raubt Doug für den als Blumenhändler getarnten Gangsterboss Fergus („Fergie“) Colm (Pete Postlethwaite) Banken und Geldtransporter aus.

Als Stephen MacRay ins Gefängnis musste, wurde Doug von der ebenfalls in Charlestown lebenden Familie seines Freundes James („Jam“) Coughlin (Jeremy Renner) aufgenommen. Die beiden Jungen wuchsen wie Brüder miteinander auf und ziehen ihre Coups nun auch gemeinsam durch. Doug verdankt Jam sein Leben, denn Jam erschoss einmal einen Gangster, bevor dieser Doug töten konnte. Dafür verbüßte er neun Jahre Haft. Aber die beiden Freunde sind sehr verschieden: Während Doug alles genau plant, besonnen durchführt und darauf achtet, dass niemand ernsthaft verletzt wird, neigt Jam zu Gewaltausbrüchen.

Bei einem Banküberfall zertrümmert Jam das Gesicht des wehrlos am Boden liegenden stellvertretenden Filialleiters mit einem Gewehrkolben und zerrt spontan die junge Filialleiterin Claire Keesey (Rebecca Hall) als Geisel mit ins Fluchtauto. Bevor Doug, Jam, Desmond Elden (Owen Burke) und Albert („Gloansy“) Magloan (Slaine) die Totenkopf-Masken abnehmen, verbinden sie Claire die Augen. Doug besteht darauf, dass sie in Strandnähe freigelassen wird. Die Verbrecher schärfen ihr ein, geradeaus zu gehen, bis sie ans Wasser kommt und dann erst die Augenbinde zu entfernen.

Als die Gangster auf dem Führerschein, den sie Claire abgenommen haben, die Adresse der Filialleiterin lesen und feststellen, dass sie ebenfalls in Charlestown wohnt, sie also befürchten müssen, ihr zu begegnen und von ihr wiedererkannt zu werden, will Jam sie töten. Doug setzt jedoch durch, dass er sie erst einmal beschattet und herauszufinden versucht, ob sie etwas sah, das zur Identifizierung eines Bandenmitglieds führen könnte.

Er folgt ihr in einen Waschsalon. Als sie dort aufgrund des traumatischen Erlebnisses in der Bank in einen Weinkrampf verfällt, spricht er beruhigend auf sie ein, wie er es auch schon während der Geiselnahme tat. Offenbar erkennt sie seine Stimme nicht wieder. Sie finden sich sympathisch, trinken zusammen einen Kaffee und verabreden sich. Es ist der Beginn einer echten Liebesbeziehung.

Claire erzählt ihrem neuen Freund von dem Banküberfall und schildert ihm, wie sie sich fühlte, als sie mit einer Augenbinde aus dem Auto stieg und losging. Bei jedem Schritt befürchtete sie, in einen Abgrund zu stürzen. Dass sie im Nacken des Verbrechers, der den stellvertretenden Filialleiter krankenhausreif schlug, ein Tattoo sah, habe sie der Polizei verschwiegen, sagt sie, denn sie wolle nicht als Belastungszeugin von den Gangstern gejagt werden. Doug weiß, dass Jam das von Claire beschriebene Tattoo trägt.

Als sie über zwei Kerle in Charlestown klagt, von denen sie gemobbt wird, überfällt Doug die beiden mit Jams Hilfe und schlägt sie zusammen. Einen Grund dafür nennt er Jam nicht.

Doug sitzt mit Claire in einem Straßencafé. Jam gesellt sich für eine Weile zu ihnen, aber Doug kann verhindern, dass Claire das Tattoo sieht. Später stellt Jam seinen Freund zur Rede: Er hält eine Beziehung des Bankräubers mit der Zeugin für Wahnsinn. Aber Doug lässt sich nicht davon abbringen. Er hat sich ernsthaft verliebt.

Ungeduldig wartet Jam auf den nächsten Coup. Obwohl Doug noch nicht alles für die Planung geklärt hat, lässt er sich dazu drängen, die nächste Bank zu überfallen. Wieder warten die vier Männer darauf, bis ein Geldtransporter vorfährt, denn sie wissen, dass sich kurz darauf das Zeitschloss des Tresors öffnen wird. Diesmal eröffnet ein Wachmann eine Schießerei mit den als Klosterschwestern verkleideten Bankräubern. Streifenwagen rasen heran. Mit knapper Not entkommen die Gangster.

Die FBI-Agenten Adam Frawley (Jon Hamm) und Dino Ciampa (Titus Welliver) prügeln aus einem Drogensüchtigen Hinweise auf die Bankräuber heraus. Sie können zwar die vier Täter identifizieren und vorläufig festnehmen, müssen sie jedoch wieder laufen lassen, weil ihnen nichts nachzuweisen ist.

Doug will aussteigen. Am Telefon schlägt er Claire vor, Boston mit ihm gemeinsam zu verlassen. Das Gespräch wird vom FBI abgehört. Frawley vernimmt deshalb Claire noch einmal und lässt sie wissen, dass Doug MacRay höchst wahrscheinlich der Anführer der Bande ist, die sie in ihrer Bank überfiel und als Geisel nahm.

Als Doug mit Jam über seine Absicht redet, die Bande zu verlassen, erinnert dieser ihn daran, dass er ihm einmal das Leben rettete und Doug ihn deshalb nicht im Stich lassen dürfe. Jam weiß, dass die Bande ohne ihren cleveren Anführer nicht weitermachen könnte. Dennoch geht Doug zum Blumenladen und kündigt Fergie die Zusammenarbeit auf. Der Pate ist jedoch nicht bereit, auf seinen besten Mann zu verzichten. Maliziös klärt er Doug darüber auf, dass dessen Vater auch einmal aussteigen wollte. Daraufhin machte Fergie dessen Ehefrau – also Dougs Mutter – drogensüchtig, und sie nahm sich schließlich verzweifelt das Leben [Suizid]. Um seinen noch kleinen Sohn zu schonen, erzählte Stephen MacRay ihm, die Mutter sei verschwunden.

Fergie deutet an, dass er von Dougs Liebe zu Claire wisse und sein Bodyguard Rusty (Dennis McLaughlin) ihr etwas antun könnte. Notgedrungen erklärt Doug sich bereit, einen letzten Coup für den Gangsterboss durchzuführen.

Als Doug zu Claire in die Wohnung kommt, kauert sie mit einem Mobiltelefon in der Hand am Boden und droht schluchzend, den Notruf anzurufen. Sie wisse über ihn Bescheid und wolle nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Diesmal geht es weder um eine Bank noch um einen Geldtransporter, sondern um das Fenway Park Baseball Stadion. Während Doug, Jam, Gloansy und Desmond sich auf den Überfall vorbereiten, macht Frawley sich in einer Bar an Jams Schwester Krista Coughlin (Blake Lively) heran, von der er weiß, dass sie früher Dougs Geliebte war. Es gelingt ihm, sie eifersüchtig zu machen und gegen Doug aufzubringen. Ein paar Tage später, nachdem Krista von Doug abgewiesen wurde und betrunken einen Verkehrsunfall verursachte, verrät sie Frawley, was sie durch ihren Bruder über den geplanten Coup weiß.

Doug und Jam tragen Polizeiuniformen, als sie sich von einem Angestellten in den Keller des Gebäudes einschleusen lassen, auf die verwirrten Wachleute zugehen, sie überwältigen und fesseln. Dann droht Doug den beiden Männern im Kassenraum (Ralph Boutwell, Michael Romig), ihren Familien etwas anzutun und bringt sie dazu, die Türe zu öffnen. Die Räuber packen die Tageseinnahmen in Taschen, laden sie auf einen Handkarren und gehen damit zu Gloansy und Desmond, die in einer Lagerhalle mit einem Krankenwagen auf sie warten. Während sie die Beute verladen, sieht Doug durchs Fenster, dass das Gebäude von einem Großaufgebot der Bundespolizei umstellt wird.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Mit einer Salve aus seiner automatischen Waffe eröffnet Jam eine Schießerei. Desmond stirbt nach wenigen Minuten im Kugelhagel. Gloansy rast mit dem Krankenwagen hinaus auf die Straße und verschafft durch diese Selbstmordaktion Doug und Jam die Möglichkeit zur Flucht. In ihren Polizeiuniformen gehen sie auf die Straße und entfernen sich möglichst unauffällig vom Tatort. Frawley schöpft jedoch Verdacht; er folgt Jam und ruft ihn an. Blitzschnell dreht dieser sich um und schießt. Aber er trifft den FBI-Agenten nicht, und der hat inzwischen Verstärkung angefordert. Von allen Seiten nähern sich Streifenwagen. Aus einiger Entfernung beobachtet Doug, wie Jam erschossen wird.

Doug entkommt. Er geht zum Blumenladen und erschießt zunächst Rusty, dann Fergie. Er öffnet den Tresor des Paten und nimmt das in Bündeln gestapelte Geld an sich.

Kurz darauf ruft er Claire an. Bei ihr in der Wohnung sind Frawley und ein halbes Dutzend weitere Polizisten. Claire bleibt nichts anderes übrig, als sich mit Doug zu verabreden. In einer Stunde soll er bei ihr sein. Allerdings warnt sie ihn durch den Satz: „Ich möchte dich sehen. Dann wird es heute für mich noch ein sonniger Tag.“ Doug wäre auch ohne die Warnung nicht in die Falle gegangen, denn er steht während des Telefongesprächs an einem Fenster des Hauses gegenüber und sieht, dass Claire nicht allein ist.

Unbehelligt geht Doug zum Busbahnhof und steigt nach kurzer Fahrt in einen Zug nach Miami um.

Bei der Gartenarbeit findet Claire kurz darauf eine mit den Banknotenbündeln aus Fergies Tresor gefüllte Tasche. Dazu hat er eine Mandarine (tangerine) und einen Liebesbrief gelegt. Claire erinnert sich, dass er ihr erzählte, seine Mutter sei aus Tangerine in Orange County/Florida gewesen. Dort wartet er auf Claire.

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Unter dem Titel „The Town. Stadt ohne Gnade“ verfilmte Ben Affleck den Roman „Prince of Thieves“ (2004) von Chuck Hogan („Endspiel“, Übersetzung: Bernhard Kleinschmidt, Heyne, München 2008, 607 Seiten, ISBN 978-3-453-43289-5).

Die Gangsterstory spielt wie Martin Scorseses Film „Departed. Unter Feinden“ in Charlestown, einem von der irischen Mafia beherrschten Stadtviertel von Boston. Besonders originell ist der Plot von „The Town. Stadt ohne Gnade“ nicht, und Ben Affleck versucht auch nicht, mit überraschenden Wendungen oder ambitionierten formalen Experimenten zu glänzen. Stattdessen verlässt er sich auf die schauspielerischen Leistungen – darunter seine eigene – und entwickelt die Handlung klar, nüchtern und stringent. Das Ergebnis ist ein sehenswerter, schnörkelloser, packender und spannender Gangsterfilm.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2012

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