Rendez-vous

Rendez-vous

Rendez-vous

Originaltitel: Rendez-vous - Regie: André Téchiné - Drehbuch: André Téchiné und Olivier Assayas - Kamera: Rénato Berta - Schnitt: Martine Giordano - Musik: Philippe Sarde - Darsteller: Juliette Binoche, Lambert Wilson, Wadeck Stanczak, Jean-Louis Trintignant, Dominique Lavanant u.a. - 1985; 80 Minuten

Inhaltsangabe

Eine junge Bühnenschauspielerin wird von einem zum Pornodarsteller herabgesunkenen früheren Romeo-Mimen bedrängt. Sie erinnert ihn an seine vor vier Jahren bei einem gemeinsamen Selbstmordversuch getötete sechzehnjährige Geliebte, die mit ihm als Julia aufgetreten war.
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Kritik

"Rendez-vous" ist eine sensible, düstere, verstörende Studie über die destruktive Wirkung leidenschaftlicher Liebe.
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Mit achtzehn kommt Nina (Juliette Binoche) nach Paris und träumt von einer Karriere als Bühnenschauspielerin. Nach drei Monaten hält sie es in der Wohnung eines ihrer Geliebten nicht mehr aus und erkundigt sich im Büro der Immobilienmaklerin Soisson nach Apartments. Der schüchterne Angestellte Paulot (Wadeck Stanczak) bietet ihr zunächst an, bei ihm in der Wohngemeinschaft zu übernachten. Dort trifft sie auf Quentin (Lambert Wilson) und dessen Freundin Olympia. Quentin lehnt es ab, dass Nina einzieht, aber als Paulot sie daraufhin in ein Hotel bringt, starrt er ihr aus dem Fenster nach.

Am nächsten Vormittag überfällt Quentin die Schauspielerin in ihrem Hotelzimmer und will mit ihr schlafen. Sie wirft ihn hinaus, doch am Abend taucht er in ihrer Garderobe auf, setzt sich ein Rasiermesser an die Kehle und stellt sie vor die Wahl: Entweder sie erhört ihn oder er tötet sich. Einige Tage später führt er sie in das Theater, in dem er selbst auf der Bühne zu sehen ist, in einer billig-pornografischen Version von „Romeo und Julia“. Vergeblich versucht Quentin Nina zu überreden, mit ihm in der Show aufzutreten. Sie lehnt ab, flüchtet sich in eine Bar, macht dort einen Mann an und lässt sich von ihm nach Hause begleiten. Quentin folgt den beiden, pöbelt Ninas Begleiter an – und lässt sich ohne Gegenwehr zusammenschlagen. Verzweifelt nimmt Nina den Verletzten mit in die Wohnung, die Paulot ihr inzwischen vermittelt hat.

Paulot versprach, ihr beim Einzug zu helfen. Als er am Morgen vorbeikommt, trifft er auf Quentin. Der führt ihn ins Schlafzimmer und fordert Paulot und Nina, die nackt geschlafen hat, zum Sex auf. Als die beiden sich sträuben, verlässt er die Wohnung – und wird vor dem Haus von einem Auto überfahren.

Kurz darauf fragt der aus London angereiste Theaterregisseur Scrutzler (Jean-Louis Trintignant) nach Quentin, von dem er ein Jahr lang nichts mehr gehört hat. Nach der Trauerfeier für Quentin spricht er Nina an. Er engagiert sie für seine Inszenierung von „Romeo und Julia“, obwohl die übrigen Theaterleute sie für eine schlechte Schauspielerin halten. Tag und Nacht übt Nina die Rolle der Julia. Zwischendurch glaubt sie, Quentin zu sehen, der sie davon abhalten will, die Rolle zu spielen.

Von Scrutzler erfährt sie, dass er und Quentin sich vor vier Jahren kennen lernten. Er engagierte den jungen Schauspieler für die Rolle des Romeo, und Quentin verliebte sich in Scrutzlers Tochter, die als Julia auftrat. Die beiden Sechzehnjährigen liebten sich so, dass sie überzeugt waren, es könne mit ihnen von diesem Höhepunkt aus nur noch bergab gehen. Deshalb wollten sie gemeinsam sterben. Aber Quentin überlebte den absichtlich herbeigeführten Autounfall.

In der Nacht vor der Premiere schläft Nina mit Paulot und wandert dann bis zum Morgengrauen mit ihm durch die Straßen von Paris, weil sie nicht allein sein möchte. Zum Abschied gibt sie ihm zwei Freikarten für die Vorstellung am Abend. Doch Paulot zerreißt die Karten beim Weggehen und wirft sie weg: Er hat eingesehen, dass Nina seine Liebe nicht erwidert.

Unmittelbar vor dem Beginn der Aufführung reist Scrutzler zurück nach London. Es wäre zu schmerzvoll für ihn, Nina in der Rolle der Julia zu sehen. Nina glaubt, Quentins Anwesenheit zu spüren. Er will nicht, dass sie als Julia auftritt. Sie gerät in Atemnot. Die Intendantin versucht ihr zu helfen.

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„Rendez-vous“ ist eine sensible, düstere, verstörende Studie über die destruktive Wirkung leidenschaftlicher Liebe. André Téchiné wurde für die Regie bei den Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet. Die damals einundzwanzigjährige Nachwuchsschauspielerin Juliette Binoche erhielt für ihre Rolle in „Rendez-vous“ den Romy-Schneider-Preis.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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