Alice & Martin

Alice & Martin

Alice & Martin

Originaltitel: Alice & Martin - Regie: André Téchiné – Drehbuch: André Téchiné, Gilles Taurand und Olivier Assayas - Kamera: Caroline Champetier – Schnitt: Martine Giordano - Musik: Philippe Sarde - Darsteller: Juliette Binoche, Alexis Loret, Carmen Maura, Mathieu Amalric, Jean-Pierre Lorit, Marthe Villalonga, Piette Lacroix, Laurent Cirade, Kevin Goffette, Ruth Malka-Viellet u.a. - 1998; 130 Minuten

Inhaltsangabe

Mit zwanzig flieht Martin aus dem Haus, in dem sein Vater nach einem Treppensturz tot am Boden liegt. Drei Wochen bleibt er verschwunden, dann zieht er zu seinem schwulen Halbbruder Benjamin, der sich in Paris mit der Geigerin Alice eine Wohnung teilt. Er verliebt sich in Alice, doch als sie ihm mitteilt, dass sie schwanger von ihm ist, bricht er psychisch zusammen ...
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Kritik

In einer Mischung aus Thriller, Tragödie und Psychogramm erzählt André Téchiné von einer kaputten Familie und einer schwierigen Liebesbeziehung: "Alice & Martin".
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Erst im Alter von zehn Jahren lernt Martin Sauvagnac seinen Vater Victor (Pierre Maguelon) kennen, denn die Eltern hatten sich nach seiner Geburt getrennt. Der Vater nimmt ihn bei sich und seiner Lebensgefährtin auf. Weitere zehn Jahre später rennt Martin (Alexis Loret) verstört aus dem Haus, in dem sein Vater nach einem Treppensturz tot auf dem Boden liegt, und bleibt verschollen, bis er nach drei Wochen von einem Bauern als Eierdieb ertappt und der Polizei übergeben wird.

Ohne einen Pfennig Geld kommt Martin in die Wohnung, die sich sein schwuler Halbbruder Benjamin (Mathieu Amalric) in Paris mit der Geigerin Alice (Juliette Binoche) teilt, die als Mitglied einer kleinen Gruppe durch die Lokale tingelt. Obwohl wenig Platz ist und das Geld kaum reicht – Benjamin versucht sich erfolglos als Theaterschauspieler –, nehmen die beiden Martin erst einmal bei sich auf.

In einem Straßencafé wird Martin von Tania (Ruth Malka-Viellet) angesprochen, die männliche Nachwuchsmodels sucht und ihm einen Vertrag verschafft. So kommt Martin zu Geld.

Zusammen mit Alice fährt Martin nach Granada in den Urlaub. Die beiden haben sich längst verliebt. Alice ist durch den Tod ihrer Schwester Odil, die mit elf Jahren an Meningitis starb, traumatisiert. Als sie Martin mitteilt, dass sie schwanger von ihm ist, erleidet er einen Nervenzusammenbruch, denn die Vaterschaft lässt schlagartig seine psychische Wunde wieder aufbrechen: Er hat furchtbare Schuld auf sich geladen. Sein Vater starb nicht durch einen Unfall, sondern er stieß ihn im Streit die Treppe hinunter. Martin beichtet es Alice. Daraufhin ziehen sie sich in ein südspanisches Fischerdorf zurück. Wie ein Besessener schwimmt Martin jeden Tag im Meer, aber er redet kaum noch und wird mit der Situation nicht fertig, wirft einmal sogar Alice in den Sand und würgt sie. Sie kehren zusammen nach Paris zurück, und Martin lässt sich in eine psychiatrische Anstalt aufnehmen.

Weil Martins Mutter Jeanine (Carmen Maura) nichts von ihm wissen will und seine Briefe ungeöffnet zurückschickt, sucht Alice sie auf und liest ihr seinen letzten Brief vor, in dem er sich zu seiner Tat bekennt und ankündigt, er werde sich vor einem Gericht verantworten. Jeanine hätte zwar lieber den Skandal vermieden, aber Alice bringt Martin dazu, dass er die Psychiatrie verlässt und sich stellt. Sie liebt ihn und hofft auf ein mildes Urteil.

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Eine Zeitungsmeldung über einen Vatermörder, der aufgrund seiner Schuld beinahe verrückt wurde, inspirierte André Téchiné zu seinem Film „Alice & Martin“. In einer Mischung aus Thriller, Tragödie und Psychogramm erzählt André Téchiné von einer kaputten Familie und einer schwierigen Liebesbeziehung. „Alice & Martin“ ist vielleicht ein wenig lang geraten, aber die schauspielerischen Leistungen von Juliette Binoche und Alexis Loret sind unbedingt sehenswert.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005

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