Chris Silberer : Korbleger

Korbleger

Chris Silberer

Korbleger

Korbleger Originalausgabe: crimetime-Verlag Silberer-Klein, Schwalbach 2010 ISBN: 978-3-9813749-0-2, 11.95 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Benina Gatti, eine 32-jährige Kommissarin der Frankfurter Mordkommission, wird in die Eichwaldhalle in Sulzbach gerufen. Dort liegt der tote Basketballspieler Dennis Pohl. Jemand präparierte einen Basketballkorb mit vergifteten Metallspitzen, an denen Pohl sich beim Dunking verletzte. Kurz darauf starb er. Der erste Verdacht fällt auf den Trainer Jens Migalla. Aber er wird bald darauf tot aufgefunden. Im Sterben kritzelte er ein S und ein I in den Sand ...
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Kritik

62 flott erzählte Kapitel mit einer Fülle kurzer Szenen sorgen für spannende Unterhaltung, auch wenn nicht alle Sequenzen der Handlung des Kriminalromans "Korbleger" von Chris Silberer glaubwürdig sind.
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Benina Gattis Vater, ein Berufsmusiker, hatte sich vor eine S-Bahn geworfen, nachdem seine linke Hand bei einem Überfall auf der Straße schwer verletzt worden war. Damals verließ Benina Berlin, schrieb sich in Frankfurt für Germanistik ein, jobbte bei einem Rechtsanwalt und fing dann vor neun Jahren eine Ausbildung bei der Polizeischule in Wiesbaden an. Inzwischen arbeitet sie bei der von Udo Bernsdorfer geleiteten Mordkommission in Frankfurt am Main.

Die zweiunddreißigjährige Hauptkommissarin wird in die Eichwaldhalle in Sulzbach gerufen. Dort liegt ein toter Basketballspieler. Gefunden wurde er an diesem Morgen von zwei Sechzehnjährigen: Florian („Flo“) Hansen und Marius Maciewsky. Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um den US-amerikanischen Staatsbürger Dennis Pohl handelt, einen Stammspieler der Frankfurter Skyliners, der inzwischen auch bereits von seiner im zweiten Monat schwangeren Verlobten Ann-Katrin Meyer als vermisst gemeldet wurde. Die Gerichtsmediziner kommen zu dem Schluss, dass er am frühen Morgen vergiftet wurde. Das Gift wird an einem der beiden Basketballkörbe gefunden: Jemand hatte dort kleine, in ein hoch wirksames Gift getauchte Pfeilspitzen angebracht, an denen Pohl sich beim Training verletzte.

Benina Gatti leitet zwar die Ermittlungen in dem Mordfall, muss aber hinnehmen, dass sich Trutz Helmer vom Bundeskriminalamt daran beteiligt.

Im Zuge ihrer Nachforschungen holen Benina Gatti und Trutz Helmer auch Informationen über Jens Migalla ein, den Trainer der ersten Damenmannschaft des BC Sulzbach. Er wurde 1962 in Karl-Marx-Stadt geboren, besuchte Sportinternate in der DDR, spielte zunächst Fußball, dann Basketball und trainierte nach seiner aktiven Zeit verschiedene Vereine, bis er als Nationaltrainer nach Kuba ging. Dort wurde er schließlich wegen Doping-Verdachts freigestellt. Kurz nach der Wiedervereinigung kehrte er nach Deutschland zurück, und vor knapp zwei Jahren fing er als Haupttrainer in Sulzbach an. Ermordete er Dennis Pohl, weil er befürchtete, der Sportler könne Informationen über seine Verstrickung in Doping-Vergehen verbreiten? Migalla wird festgenommen.

Kurz darauf taucht Ben Goldmann, ein Agent des israelischen Geheimdienstes, bei Benina Gatti im Büro auf und verlangt die Übergabe von Jens Migalla. Dazu ist die Hauptkommissarin allerdings nicht befugt.

Einige Tage nach dem Mord meldet sich der Chemiestudent Lars Fischer nach einem Kurzurlaub in der Sahara bei der Polizei. Dennis Pohl habe ihm eine Woche vor seinem Tod Medikamentenkapseln übergeben, deren Inhaltsstoffe er untersuchen sollte. Die Kapseln bekam Ann-Katrin Meyer, die zur ersten Damenmannschaft des BC Sulzbach gehört, vom Trainer. Angeblich handelt es sich um Mineraltabletten. Im Zuge einer Hausdurchsuchung bei Migalla werden größere Mengen des Präparats mit dem Markennamen „Royalis“ sichergestellt. Die Analyse ergibt, dass die Kapseln keine verbotenen Substanzen enthalten, sondern Aminosäuren, Vitamine und Mineralstoffe in einer Zusammensetzung ähnlich des Weiselfuttersafts der Honigbienen („Gelee Royal“).

Als dann auch noch Hanni Zeidler, die Mannschaftsführerin des BC Sulzbach, aussagt, Jens Migalla habe die Nacht vor Pohls Ermordung mit ihr verbracht und sei erst nach der Tatzeit aufgebrochen, bleibt der Polizei nichts anderes übrig, als ihn freizulassen.

Albert Pohl, der Vater des Ermordeten, reist aus den USA an, um die Leiche seines Sohnes abzuholen. Seine jüdische Familie war bis auf ihn im Holocaust ausgelöscht worden. Er selbst wuchs bei Verwandten in Boston auf.

Flo hat sich in ein Mädchen namens Silja verliebt. Weil sie bis vor kurzem mit seinem Freund Marius zusammen war, umwirbt er sie erst, nachdem er mit Marius darüber redete. Er kann es kaum glauben, als Silja mit ihm im Kronberger Wald spazieren geht. Ein Jeep fährt an ihnen vorbei. Am Steuer glaubt Flo Bertram Holzer zu erkennen, den Hausmeister der Eichwaldhalle in Sulzbach. Den Mann hält Flo für verdächtig, nicht zuletzt weil er in der Diskothek „Heart of Africa“ in Frankfurt beobachtete, wie Holzer seiner attraktiven, wesentlich jüngeren Begleiterin ein großes Kuvert übergab. Wie kommt der Hausmeister zu einer so schönen Frau und wieso kann er es sich leisten, sie in ein teures Lokal auszuführen. – Holzer scheint zu einem Waldstück gefahren zu sein, in dem sich ein verrottetes Anwesen befindet. Flo will nachsehen, was der Hausmeister dort tut. Er bittet Silja, kurz zu warten und schleicht sich durchs Gebüsch.

Als er nicht mehr zurückkommt, nimmt Silja an, dass Flo und Marius ihr einen Streich spielen. Wütend ruft sie Marius an. Der bekam kurz zuvor einen anderen Anruf. Auf dem Display konnte er sehen, dass er von Flos Handy kam, aber sein Freund meldete sich nicht. Marius hörte nur ein Stöhnen.

Weder Silja noch Marius ahnen, dass Flo gefesselt und geknebelt in einem der Gewächshäuser auf dem Waldgrundstück liegt und von Monsterbienen umschwirrt wird. Es gelang ihm zwar, an sein Handy zu kommen und Marius‘ Nummer zu wählen, aber er konnte nur unartikulierte Laute von sich geben. Kurz darauf fiel er ihn Ohnmacht.

Marius unterrichtet Benina Gatti telefonisch über Flos Verschwinden. Die Kommissarin schickt sofort einen Streifenwagen in den Kronberger Wald. Flo wird mit einem allergischen Schock ins Krankenhaus Höchst gebracht.

In den Glashäusern lassen sich kaum noch Spuren finden, denn sie wurden inzwischen durch ein Feuer zerstört. Offenbar handelt es sich um Brandstiftung.

Weil Flo glaubt, den Hausmeister im Wald gesehen zu haben, überprüft die Polizei Bertram Holzer. Er wurde 1945 geboren. Seit acht Jahren arbeitet er als Hausmeister in der Eichwaldhalle in Sulzbach. An dem Morgen, an dem Dennis Pohl ermordet wurde, besuchte er seinen behinderten Sohn in einem Pflegeheim, und während des Angriffs gegen Flo wechselte er vor zwanzig Zeugen in der Sporthalle eine Neonröhre der Deckenbeleuchtung aus. Bei der Frau, mit der Flo ihn im „Heart of Africa“ sah, handelt es sich um ein Model namens Carmen Sanchez.

Als Besitzerin des Waldgrundstücks, auf dem die Glashäuser standen, ist im Grundbuch Erika Freifrau von Schlehendorff eingetragen, eine an Demenz leidende Greisin, die seit Jahren in einem Senioren-Pflegeheim in Oberursel-Stierstadt lebt. Benina Gatti, die über die seltene Gabe verfügt, die Aura anderer Menschen zu sehen, wundert sich bei ihrem Besuch darüber, dass die alte Frau keine hat. Wenige Tage später erfährt die Kommissarin, dass die Sechsundneunzige gestorben ist.

Bei der Beerdigung schaut Benina Gatti aus der Nähe zu. Weil sie wissen möchte, warum Bertram Holzer der Verstorbenen die letzte Ehre erweist, passt sie ihn nach der Zeremonie ab. Erika von Schlehendorff sei seine Stiefmutter gewesen, erklärt der Hausmeister. Bevor er weitersprechen kann, wird er von einem Schuss niedergestreckt. Man bringt ihn ins Krankenhaus. Wer den Schuss abfeuerte, kann die Kommissarin nicht feststellen.

Auf Fotos von der Beerdigung entdeckt Benina Gatti Renate Meyer, die ihre Tochter Ann-Katrin kürzlich als vermisst gemeldet hatte und kurz darauf behauptete, sie sei wieder da. Die attraktive Frau neben Bertram Holzer wird als Carmen Sanchez identifiziert. Es handelt sich um Holzers Tochter. Die Mutter des Models, eine Kubanerin, war früh gestorben. Bei der Vernehmung gibt Carmen Sanchez zu Protokoll, dass Bertram Holzer der Sohn des ersten, im Krieg gefallenen Ehemanns von Erika von Schlehendorff sei. Carmens jüngerer Bruder Pedro ist seit der Geburt körperlich und geistig schwer behindert.

Ein fünfjähriger Junge und sein Vater stoßen an einem Ostseestrand auf die Leiche eines Mannes, der offenbar vor seinem Tod noch etwas in den Sand kritzelte. Paul fordert seinen Vater auf, die Zeichen mit dem Handy zu fotografieren, bevor sie vom Wasser weggespült werden. Die Polizei in Zingst findet heraus, dass es sich bei dem Toten um den Basketballtrainer Jens Migalla handelt. Er wurde durch einen Schuss in die Stirn getötet.

Das Zeichen im Sand ähnelt nicht nur dem auf einem Feuerzeug, das Paul ebenfalls am Strand fand, sondern auch dem Emblem auf den Royalis-Kapseln. Außerdem fanden Flo und Marius in der Nähe des Waldstücks, in dem die Glashäuser standen, einen Kugelschreiber mit einem entsprechenden Aufdruck. Bei dem Logo könnte es sich um die Buchstaben S und I handeln.

Flo googelt den Begriff Bienen in verschiedenen Sprachen. Bei der Eingabe von „blackbees“ stößt er auf rechtsextreme Websites. Ein veralteter Begriff für Biene lautet Imme. Vielleicht stehen die Buchstaben S und I für „Schwarze Immen“.

Als Benina Gatti den Hinweis telefonisch von Flo erhält, fährt sie zu der von Erika von Schlehendorff gegründeten Immenhaus-Stiftung, einem Heim für Waisen und minderjährige Mütter. Dort kommen gerade mehrere Byker mit verspiegelten Helmen und in Ledermonturen aus der Toreinfahrt. Die Kommissarin folgt ihnen möglichst unauffällig. Sie fahren in den Taunus. Dort werden sie von Mädchen erwartet, die Zelte errichtet haben und um ein Lagerfeuer herum sitzen. Die Personen, die von den Motorrädern steigen, nehmen die Helme ab. Es sind Frauen. Die Schwarzen Immen!

Flo und Marius kommen aufgeregt zu Bettina Gattis Mitarbeiter Christian Holm ins Büro. Die Kommissarin sei in großer Gefahr, meinen sie. Auf dem Computerbildschirm zeigen sie Holm ein Video, das sie im Internet entdeckten. Es zeigt, wie Dennis Pohl in der Eichwaldhalle zusammenbricht und stirbt, kurz nachdem er bei einem Dunking in den Basketballkorb griff. Flo weist Holm daraufhin, dass die Kommissarin zur Immenhaus-Stiftung fahren wollte, nachdem er ihr von seinem Verdacht berichtet hatte, dass die Buchstaben S und I, die der sterbende Trainer Jens Migalla in den Sand gemalt hatte, um das Logo einer rechtsradikalen Vereinigung mit dem Namen Schwarze Immen handeln könnte.

Christian Holm nimmt die beiden Jungen mit zur Immenhaus-Stiftung. Dort liest Flo auf einem Aushang, dass am Vorabend eine Sonnwendfeier stattfand. Marius kennt eines der Mädchen, die sich in dem Haus aufhalten. Anne weiß allerdings nur, dass sich der Ort der Sonnwendfeier bei einer Schlucht und einem kleinen See befindet.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Benina wurde von den Schwarzen Immen entdeckt und überwältigt. Nun ist sie in einem Bunkerraum eingesperrt. Sie ruft ins Plumpsklo. Ann-Katrin Meyer antwortet. Sie ist ebenfalls eingesperrt.

Hanni Zeidler, die weit über zwei Meter große Anführerin der Schwarzen Immen, erklärt der Kommissarin, Royalis sei nur als Köder für Sponsoren gedacht. Nennenswertes Körperwachstum lasse sich damit nicht erzielen. Dafür habe ihr Vater wirksamere Präparate entwickelt. Jens Migalla habe das herausgefunden und versucht, sich die chemischen Formeln zu beschaffen, um damit Geld zu verdienen. Deshalb habe sie ihn erschossen.

Der Kommissarin gelingt es, eine Bewacherin zu überwältigen. Auf der Suche nach einem Weg ins Freie betritt sie eine Art Einsatzzentrale. Dort trifft sie auf Dr. Zeidler. Der rechtsextreme Wissenschaftler ist stolz auf seine Forschungsergebnisse. Auf deren Grundlage will er eine arische Königinnenrasse züchten. Plötzlich wird Ann-Katrin Meyer von Hanni Zeidler in den Raum gestoßen. Mit der Drohung, die Geisel zu erschießen, zwingt die Anführerin der Schwarzen Immen die Kommissarin, sich zu ergeben. Die beiden Gefangenen werden erneut eingesperrt.

Trutz Helmer lässt sich mit einem Hubschrauber zum Schwarzensee fliegen und dort mit einer Strickleiter absetzen. Einige der Schwarzen Immen werden festgenommen. Anderen gelingt die Flucht. Hanni Zeidler stürzt mit ihrem Motorrad in den See. Dr. Zeidler ist verschwunden. In einem Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg ruft Helmer nach Benina Gatti. Nachdem sie geantwortet hat, sprengt er das Türschloss mit Plastiksprengstoff auf. Auch Ann-Katrin Meyer wird befreit.

Als Polizisten in Zeidlers Haus in Kronberg eindringen, finden sie den Wissenschaftler tot am Schreibtisch vor. Er wurde erschossen. Weil die Schusswaffe fehlt, kann ein Suizid ausgeschlossen werden. Der Wandsafe steht offen. Bei der Hausdurchsuchung entdecken die Beamten ein geheimes Labor, in dem Zeidler riesige Bienen züchtete.

Trutz Helmer erhält einen Anruf von Beninas Handy. Hanni Zeidler meldet sich. Sie verlangt die Freilassung der verhafteten Schwarzen Immen und freies Geleit für sich und ihren Vater. Offenbar weiß sie noch nichts von seinem Tod. Benina Gatti soll Dr. Zeidler zusammen mit dessen wissenschaftlichen Aufzeichnungen aus dem Safe und einer bestimmten Geldsumme zum Flughafen Egelsbach bringen. Dort soll eine Privatmaschine bereitstehen. Für den Fall, dass ihre Forderungen nicht erfüllt werden, droht Hanni Zeidler mit einer Massenvergiftung.

Helmer beschlagnahmt unbefugt den Leichenwagen mit Zeidlers Sarg, damit Benina Gatti damit zum Flughafen Egelsbach fahren kann. Hanni Zeidler droht beim Anblick ihres toten Vaters zusammenzubrechen. Aber nach ein paar Sekunden rafft sie sich wieder auf und zwingt die Kommissarin, auf der Beifahrerseite in den Leichenwagen zu steigen. Während sie um das Fahrzeug herum zur Fahrerseite geht, springt Benina ins Freie. Im nächsten Augenblick schießt ein Scharfschütze Hanni Zeidler die Waffe aus der Hand. Sie rast mit dem Wagen los. Aber sie kommt nicht weit. Ein Nackenschuss tötet sie.

Die Polizei findet heraus, dass es sich bei Dr. Zeidler um den NS-Verbrecher Horst Born handelte, einen Assistenten von Josef Mengele in Auschwitz, der Wachstumssubstanzen an KZ-Häftlingen ausprobiert haben soll.

Bertram Holzer gibt im Krankenhaus zu Protokoll, er habe Hanni Zeidler an jenem Morgen in der Eichwaldhalle überrascht, an dem Dennis Pohl tot aufgefunden wurde. Es sei jedoch für ihn zu Lebzeiten seiner Stiefmutter unmöglich gewesen, der Polizei einen entsprechenden Hinweis auf die junge Frau zu geben, die er wie seine eigene Tochter aufwachsen gesehen habe. Hanni Zeidler und Holzers Mutter waren Cousinen.

Anhand der vorliegenden Ermittlungsergebnisse rekonstruiert die Polizei, wie Dennis Pohl ermordet wurde. Hanni Zeidler fuhr mit ihrem Motorrad nach Bad Soden, wo Ann-Katrin Meyer mit ihrer Mutter Renate wohnt und manipulierte deren Auto, damit sie nicht rechtzeitig zu ihrer Verabredung mit ihrem Verlobten Dennis Pohl in der Eichwaldhalle in Sulzbach kommen konnte. Dort präparierte sie einen Basketballkorb mit Giftpfeilen und filmte dann, wie Pohl und Migalla zusammen übten, bis der Amerikaner sich bei einem Dunking verletzte und zusammenbrach. Migalla rannte davon, kurz bevor Flo und Marius hereinkommen. Mit dem Video setzte Hanni Zeidler den Trainer unter Druck. Für die Tatzeit gaben sie sich gegenseitig ein Alibi. Weil Migalla aus finanziellen Gründen hinter der Wachstumsformel her war, erschoss Hanni Zeidler ihn schließlich am Ostseestrand.

Nun kommt es darauf an, die von Hanni Zeidler angedrohte Massenvergiftung zu verhindern. Die Spur führt zu einer bevorstehenden Schiffstaufe in einer Werft an der Ostsee. Zunächst sorgen Benina Gatti und Trutz Helmer dafür, dass die Feier abgesagt wird. Mit einem Hubschrauber fliegen sie hin. Am Schiffsbug der „Deutschland“ werden kleine, mit einer Chemikalie gefüllte Glasröhrchen gefunden, die beim Aufschlagen aufs Wasser zerplatzt wären und das Trinkwasser vergiftet hätten. Außerdem ist die Champagnerflasche, mit der das Schiff getauft werden sollte, mit Sprengstoff gefüllt. Die Bombe wäre beim Aufschlag explodiert.

Ben Goldmann klärt Benina Gatti über Einzelheiten auf, die sie noch nicht wusste: Horst Born alias Dr. Zeidler setzte sich nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien ab, lebte dort unter dem Namen Hans de Meyer und setzte seine Menschenversuche mit ahnungslosen Indios fort. Er züchtete monströse Bienenstämme und stellte aus deren Gelee Royal Präparate her, die er an Schwangeren erprobte, deren Kinder besonders groß werden sollten. Als er vor einer möglichen Festnahme gewarnt wurde, floh er nach Kuba. Dort lernte er den Basketballtrainer Jens Migalla kennen, der ihn interessierte, weil er mit überdurchschnittlich großen Menschen zu tun hatte. Nach der Wende kehrten beide nach Deutschland zurück und blieben in Kontakt. Erika von Schlehendorff hieß in Wirklichkeit Rike Schröder. Sie war als „Todesschwester von Auschwitz“ berüchtigt und seit damals eine enge Vertraute von Horst Born. Mit den Mädchen und Frauen der von ihr gegründeten Immenhaus-Stiftung konnte Born seine Menschenversuche auch in Deutschland fortsetzen.

Ben Goldmann kam als Säugling nach Auschwitz. Als einziger seiner Familie überlebte er den Holocaust und wuchs bei einer Großtante in den USA auf. Mit siebzehn übersiedelte er nach Israel, meldete sich zum Militär und arbeitete dann mit dem Ziel, NS-Verbrecher aufzuspüren, für den Geheimdienst. Auf der Suche nach Horst Born kam er ins Rhein-Main-Gebiet, wohin ihn die Spur von Jens Migalla geführt hatte. Bei der Beerdigung von Rike Schröder beobachtete er, wie Hanni Zeidler auf Bertram Holzer schoss. Warum er dies nicht der Polizei gemeldet habe? Weil er nur an Horst Born interessiert gewesen sei. Er war auch der Mann im Jeep, den Flo für Bertram Holzer hielt. Er sah, wie der Junge von zwei Vermummten aus den Gewächshäusern überwältigt wurde. Nachdem sie verschwunden waren, scheuchte er die Monsterbienen mit einem Wasserstrahl von dem Gefesselten weg und alarmierte den Notarzt.

Wieso verwechselte Flo die beiden Männer? Benina Gatti ahnt, dass es sich um Zwillinge handelt, die nichts voneinander wissen. Sie fährt Ben Goldmann zu Bertram Holzer ins Krankenhaus. Fassungslos starren sich die beiden Dreiundsechzigjährigen an.

Dann sucht sie Renate Meyer auf. Die Mutter der Basketballspielerin hatte Hans de Miller in Argentinien durch ihre Tante Erika von Schlehendorff kennengelernt. Ohne zu ahnen, dass es sich um einen NS-Verbrecher handelte, wurde sie die Geliebte des Wissenschaftlers. Als sie schwanger wurde, brachte er sie dazu, von ihm entwickelte Medikamente einzunehmen. Am 17. Mai 1984 gebar sie eine gesunde Tochter – Anna Katharina de Miller –, die besonders groß wurde. Ihr zweites Kind, der Sohn Michael, kam behindert zur Welt und starb nach vier Monaten. Die wachstumsfördernden Präparate lösen nämlich bei männlichen Embryonen schwere Missbildungen hervor. Als Renate begriff, dass ihr Mann skrupellos Menschenversuche durchführte, floh sie mit ihrer Tochter auf einem Frachter nach Deutschland. Hier schlug sie sich als Englisch- und Französisch-Lehrerin durch. Damit de Miller ihre Tochter nicht fand, meldete Renate sie unter dem Namen Ann-Katrin Meyer in der Schule an. Als Ann-Katrin jedoch eine Karriere als Basketballspielerin begann, dauerte es nicht lang, bis ihr Vater auf sie aufmerksam wurde. Sie war dreiundzwanzig, als er sie mit Hilfe von Jens Migalla durch ein Angebot des BC Sulzbach anlockte. In der ersten Damenmannschaft kümmerte sich Hanni Zeidler um sie. Als Ann-Katrin sich dann in den Juden Dennis Pohl verliebte, sich mit ihm verlobte und schwanger von ihm wurde, betrachtete Hanni Zeidler das als Rassenschande. Sie ermordete Pohl und entführte ihre Halbschwester Ann-Katrin Meyer, um sie umzuerziehen. Von Zeidler unter Druck gesetzt, zog Renate Meyer ihre Vermisstenanzeige nach kurzer Zeit zurück.

Während des Gesprächs durchschaut Benina Gatti, wer Zeidler tötete. Renate Meyer gesteht, bei Zeidler in Kronberg gewesen zu sein. Er habe damit gedroht, Ann-Katrin über ihre Herkunft aufzuklären und holte die Geburtsurkunde der jungen Frau aus dem Safe. In einer Kurzschlussreaktion nahm Renate Meyer die ebenfalls im Safe liegende Armeepistole und erschoss Zeidler.

Die Kommissarin schweigt über das Geständnis Renate Meyers. Der Mord an Horst Born alias Dr. Zeidler bleibt offiziell unaufgeklärt.

Ein Basketballtrainer namens Krey fährt zum Flughafen. Zeidler war schon tot, als er zu ihm ins Haus kam. Im offenen Safe fand er die Aufzeichnungen des Wissenschaftlers über die Wachstumsformel. Die kopierte er auf einen Mikrochip. Den befestigte er mit einem Pflaster an seinem Oberarm. Er ist auf dem Weg in die USA, wo an der Entwicklung des Wachstumspräparates aus dem Gelee Royal von Monsterbienen weitergearbeitet werden soll. Krey ist kein Rechtsradikaler; er ist nur an dem Geld interessiert, das er mit dem gestohlenen Wissen verdienen kann.

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Die Handlung des Kriminalromans „Korbleger“ von Chris Silberer spielt nördlich von Frankfurt am Main, in Sulzbach, Bad Soden und Kronberg.

Dass jemand einen Basketballkorb mit vergifteten Pfeilen präpariert, um einen „Korbleger“ beim Dunking zu ermorden, ist zwar originell, aber ebenso wenig glaubwürdig wie ein Mossad-Agent, der unangemeldet im Büro einer Hauptkommissarin der Frankfurter Mordkommission auftaucht und die Übergabe eines inhaftierten deutschen Basketballtrainers verlangt. Leserinnen und Leser, die darüber hinwegsehen, werden in den 62 flott erzählten Kapiteln des Buches gut unterhalten.

Die chronologisch-geradlinig entwickelte Geschichte zeichnet sich dadurch aus, dass Chris Silberer nicht beschreibt, sondern lebhaft inszeniert. Auch wenn es in „Korbleger“ an einer Ausarbeitung der Charaktere fehlt, sorgt eine Fülle von Szenen für eine spannende, kurzweilige Lektüre.

Dass sich das Buch rasch und leicht lesen lässt, liegt wohl auch an der lockeren Sprache, die Chris Silberer für „Korbleger“ gewählt hat. Kaum jemand wird über die missglückten Formulierungen, Grammatik- und Orthographiefehler stolpern, die sich eingeschlichen haben, zum Beispiel:

Die Flocken vom Frühstück legen einen Rückwärtsgang ein.

Olaf Schmieder stand mit hochrotem Kopf und Perlen auf der Stirn bei den Reportern.

Links und rechts der kultigen Bartheke, die sich im Eingangsbereich breit machte, führten großzügige Treppen weit nach unten zu einer Tanzfläche, umringt von edel eingedeckten Tischen.

Ein Einsatzkommando, das sternförmig ausströmte.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2011
Textauszüge: © crimetime-Verlag Silberer-Klein

J. R. R. Tolkien - Der Herr der Ringe. Die Gefährten
In diesem Klassiker der Fantasy-Literatur lebte J. R. R. Tolkien seine unglaubliche Fabulierlust aus, indem er einen Märchenkosmos mit Tausenden von Details erdachte und darin eine Geschichte spielen lässt, die er auf mehr als 1200 Seiten überaus farbig und spannend erzählt.
Der Herr der Ringe. Die Gefährten

J. R. R. Tolkien

Der Herr der Ringe. Die Gefährten

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