Ein Winter in Michigan

Ein Winter in Michigan

Ein Winter in Michigan

Ein Winter in Michigan – Originaltitel: Winter Passing – Regie: Adam Rapp – Drehbuch: Adam Rapp – Kamera: Terry Stacey – Schnitt: Meg Reticker – Musik: Charlie Campbell, John Kimbrough – Darsteller: Zooey Deschanel, Ed Harris, Will Ferrell, Amelia Warner, Amy Madigan, Dallas Roberts, Sam Bottoms, Robert Beitzel, Deirdre O'Connell u.a. – 2005; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Reese Holdin ist das einzige Kind eines Schriftsteller-Ehepaares. Weil sich sich von ihren exzentrischen Eltern vernachlässigt fühlte, ging sie mit 18 nach New York und brach den Kontakt ab. Kurz nach dem Tod ihrer Mutter bietet ihr eine Verlegerin 100 000 Dollar für den Briefwechsel von Don und Mary Holdin. Obwohl Reese dringend Geld bräuchte, lehnt sie das Angebot zunächst ab, weil sie nicht an ihre Vergangenheit erinnert werden möchte. Dann bricht sie doch zu ihrem Vater nach Michigan auf ...
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Kritik

Adam Rapp lässt sich Zeit, die berührende Geschichte zu erzählen. "Winter Passing" (DVD) bzw. "Ein Winter in Michigan" (TV) – der erste Film des Bühnenautors Adam Rapp – ist ein eigenwillig-skurriles Familiendrama mit tragikomischen Elementen.
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Reese Holdin (Zooey Deschanel) wurde am 6. April 1980 in Michigan als einziges Kind des renommierten Schriftsteller-Ehepaars Don und Mary Holdin geboren (Ed Harris, Mary Jo Deschanel). Weil sie sich von ihren exzentrischen Eltern vernachlässigt fühlte, ging sie mit achtzehn nach New York, wo sie sich seither als Theaterschauspielerin durchschlägt. Den Kontakt mit den Eltern brach sie ab. Als kürzlich ihre Mutter starb, fuhr sie nicht zur Trauerfeier. Statt einer festen Beziehung hat Reese Affären, beispielsweise mit Ray (Dallas Roberts) und Rob (Robert Beitzel), und wenn sie ihre Depressionen nicht mehr erträgt, schnupft sie Kokain. Hin und wieder fügt sie sich absichtlich Schmerzen zu.

Eines Abends wartet eine Frau vor dem Bühnenausgang auf sie, die sich als Lori Lansky (Amy Madigan) vorstellt. Die Verlegerin erwähnt zunächst, dass Don Holdin seit zwanzig Jahren nichts mehr geschrieben habe und inzwischen auch als Literaturprofessor emeritiert sei. Dann kommt sie auf ihr eigentliches Anliegen zu sprechen: Sie weiß, dass Don und Mary Holdin sich zu Beginn ihrer Beziehung mehr als einhundertfünfzig Briefe schrieben. Die soll Reese nach dem Tod ihrer Mutter geerbt haben. Für die Veröffentlichung der Korrespondenz bietet Lori Lansky 100 000 Dollar. Reese, die nichts von der Existenz der Briefe geschweige denn der Erbschaft ahnte, bräuchte dringend Geld, aber sie lehnt das Angebot ab, denn sie will nicht an ihre Vergangenheit erinnert werden.

Nach ein paar Tagen ruft sie Lori Lansky dann doch an, trifft sich mit ihr und verlangt Bargeld für die Busfahrt nach Michigan.

Bevor sie losfährt, ertränkt sie ein kleines, ihr zugelaufenes Kätzchen, das laut tierärztlicher Diagnose unheilbar an Leukämie erkrankt ist.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Als sie an der Türe ihres Elternhauses klingelt, öffnet ein Unbekannter, der ihr erklärt, dass ihr Vater inzwischen nur noch die Garage bewohnt. Don Holdin hat sich dort eingerichtet: Der Raum dient ihm als Arbeits-, Wohn- und Schlafzimmer zugleich. Die Mahlzeiten nimmt er jedoch im Haus ein. Dort sind Shelly (Amelia Warner) und Corbit (Will Ferrell) eingezogen. Bei Shelly handelt es sich um eine frühere Studentin des Literaturprofessors. Als die Waise wegen einer Endometriose operiert werden musste, kümmerte Don sich um sie, und seither führt sie ihm den Haushalt. Sie ist jetzt dreiundzwanzig. Corbit fand er eines Tages auf dem Sofa im Haus schlafend vor. Der scheue, skurrile Alt-Rocker hat sich inzwischen im Keller ein Studio eingerichtet, wo er singt und Gitarre spielt.

Don ordnet an, dass Shelly das frühere Kinderzimmer für seine Tochter freimacht. Als Corbit meint, Shelly könne im Arbeitszimmer schlafen, stellt Don klar, dass dieser Raum nicht genutzt werden dürfe.

Im Haus ist alles voller Bücher. Das Schlafzimmer ließ Don ausräumen; das Doppelbett verrottet im Garten.

Am nächsten Tag beginnt Reese, heimlich nach den Briefen zu suchen. Sie befinden sich in einer Schachtel. Reese geht damit zum nahen Seeufer und liest einige der Briefe. Dadurch erfährt sie, dass ihre Mutter schon früh von Selbstmordgedanken gequält wurde. Das erschüttert sie, und sie möchte nun wissen, wie sie starb. Don klärt sie darüber auf, dass Mary sich im Arbeitszimmer mit einer Krawatte erhängte.

Corbit beobachtet kurz darauf, wie Reese sich die Hand absichtlich in einer Schublade quetscht.

An einem der nächsten Abende findet Reese ihren Vater bewusstlos am Boden liegend vor. Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass er eine Überdosis Schlaftabletten schluckte. Offenbar kam er nicht über den Suizid seiner Frau hinweg.

Don überlebt seinen Selbstmordversuch. Bei einem Besuch am Krankenbett hat Reese ein Romanmanuskript ihres Vaters dabei, das sie mit Corbits Hilfe im Garten ausgrub. „People’s Park“ gefällt ihr, und Don freut sich darüber.

Statt die Korrespondenz ihrer Eltern der Verlegerin zu überlassen, vergräbt Reese die Schachtel mit den Briefen.

Mit dem Romanmanuskript im Gepäck fährt sie nach New York zurück.

Nach einer Theatervorstellung erhält sie ein gedrucktes Exemplar des Romans „People’s Park“ mit einer liebevollen Widmung ihres Vaters.

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Eine junge Frau, die vor Jahren den Kontakt mit ihren Eltern abbrach und keine Zukunftsperspektive für sich sieht, reist nach dem Tod ihrer Mutter widerwillig zu ihrem Vater. Sie sucht nach Briefen aus der Vergangenheit. Dabei befreit sie sich von den psychischen Verletzungen in ihrer Jugend, findet zu sich selbst und versöhnt sich mit ihrem Vater. Die Handlung von „Winter Passing“ (DVD-Titel) bzw. „Ein Winter in Michigan“ (TV-Titel) erinnert ein wenig an „Love Song for Bobby Long“ und an „Garden State“.

Originaltitel: Garden State – Regie: Zach Braff – Drehbuch: Zach Braff – Kamera: Lawrence Sher – Schnitt: Myron I. Kerstein – Musik: Chad Fisher – Darsteller: Zach Braff, Kenneth Graymez, George C. Wolfe, Austin Lysy, Gary Gilbert, Jill Flint, Ian Holm, Peter Sarsgaard, Alex Burns, Jackie Hoffman, Michael Weston, Christopher Carley, Armando Riesco, Amy Ferguson, Trisha LaFache u.a. – 2004; 100 Minuten

Adam Rapp lässt sich Zeit, die berührende Geschichte zu erzählen. „Ein Winter in Michigan. Winter Passing“ – der erste Film des Bühnenautors Adam Rapp – ist ein eigenwillig-skurriles Familiendrama mit tragikomischen Elementen.

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Inhaltsangabe und Filmkritik: © Dieter Wunderlich 2009

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