Die Dolmetscherin

Die Dolmetscherin

Die Dolmetscherin

Die Dolmetscherin - Originaltitel: The Interpreter - Regie: Sydney Pollack – Drehbuch: Charles Randolph, Scott Frank, Steven Zaillian, nach einer Story von Martin Stellman und Brian Ward – Kamera: Darius Khondji – Schnitt: William Steinkamp – Musik: James Newton Howard – Darsteller: Nicole Kidman, Sean Penn, Catherine Keener, Jesper Christensen, Yvan Attal, Earl Cameron, George Harris, Michael Wright, Lou Ferguson u.a. – 2005; 125 Minuten

Inhaltsangabe

Zufällig hört die UN-Dolmetscherin Silvia Broome, wie zwei Afrikaner über ein Attentat auf Dr. Zuwanie flüstern. Der Staatschef des afrikanischen Staates Matobo wird in drei Tagen eine Rede vor der Vollversammlung der UN halten, obwohl ihn viele wegen seiner blutrünstigen Herrschaft stattdessen vor dem Internationalen Gerichtshof sehen möchten. Geheimagent Tobin Keller wird auf den Fall angesetzt. Als er herausfindet, dass Silvia Broome in Matobo aufwuchs und dort zu den Rebellen gehörte, bezweifelt er ihre Aussage ...
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Kritik

Die Handlung des Politthrillers "Die Dolmetscherin" wirkt nicht besonders glaubwürdig. Spannender als die politische Verschwörung ist die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren.

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Silvia Broome (Nicole Kidman) arbeitet als Simultandolmetscherin bei den Vereinten Nationen in New York. Als sie nach einer Evakuierung des Gebäudes aufgrund eines ausgefallenen Metalldetektors in der Sicherheitsschleuse kurz in ihre Kabine zurückkehrt, um ihre Sachen zu holen, hört sie über den Lautsprecher zwei Männer, die in einem afrikanischen Dialekt darüber flüstern, dass Dr. Edmond Zuwanie (Earl Cameron), der Staatschef des afrikanischen Staates Matobo, das UN-Gebäude nicht lebend verlassen wird. Obwohl Zuwanie als Tyrann regiert, zahlreiche Oppositionelle umbringen ließ und deshalb von den westlichen Regierungen gemieden wird, will er in drei Tagen auf einer Vollversammlung der Vereinten Nationen in New York eine Rede halten. Gerade weil die USA zu seinen politischen Gegnern zählen, hätte ein Anschlag auf Zuwanie in New York katastrophale Auswirkungen.

Silvia meldet, was sie gehört hat. Jay Pettigrew (Sydney Pollack) setzt den Geheimagenten Tobin Keller (Sean Penn) auf den Fall an. Als sich herausstellt, dass Silvia zwar in den USA geboren wurde, aber in Matobo aufwuchs und dort sowohl ihre Eltern als auch ihre jüngere Schwester bei der Explosion einer von Zuwanies Anhängern gelegten Mine verlor, argwöhnt Keller, sie habe die Morddrohung erfunden. Sein Verdacht erhärtet sich, als er herausfindet, dass Silvias Geliebter in Matobo Selbstmord beging und ihr inzwischen getöteter Bruder Simon ebenso wie sie selbst zu den Rebellen gehört hatte.

Nur Sekunden nachdem Silvia einen öffentlichen Bus verlassen hat, wird das Fahrzeug von einer Bombe zerfetzt. Unter den Toten befinden sich auch Kuman-Kuman (George Harris), ein Oppositionspolitiker aus Matobo und Doug (Yusuf Gatewood), einer von Kellers Männern, der Silvia beschatten sollte. Wenig später wird die Leiche eines gewissen Philippe (Yvan Attal) gefunden, mit dem Silvia konspirativ Kontakt aufgenommen hatte. Er wurde ermordet.

Um Silvia besser observieren zu können, nistet Keller sich mit seiner Kollegin Dot Woods (Catherine Keener) und anderen Mitarbeitern in einer Wohnung des Hauses gegenüber ein. Plötzlich sieht er, wie der Afrikaner Jean Gamba (Byron Utley) in Silvias Apartment eindringt, während sie duscht. Er rennt los. Bei einem Feuergefecht kommt Gamba ums Leben. In der Dusche rauscht zwar das Wasser, aber Silvia floh rechtzeitig aus ihrer Wohnung.

Allmählich beginnt Keller der Zeugin zu glauben und sich zugleich Sorgen um sie zu machen.

Dr. Zuwanie trifft in New York ein und tritt vor die Vollversammlung der Vereinten Nationen. Plötzlich bemerkt Keller einen Mann, der mit einem Gewehr auf den umstrittenen afrikanischen Staatschef anlegt. Bevor Keller eingreifen kann, erschießt Zuwanies aus Holland stammenden Sicherheitschef Nils Lud (Jesper Christensen) den Attentäter. Zuwanie wird in einem Nebenraum in Sicherheit gebracht.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Rasch stellt Keller fest, dass das bereits beim Ausfall des Metalldetektors vor drei Tagen ins Gebäude geschmuggelte Gewehr nicht geladen war, und er begreift, dass es sich um ein inszeniertes Attentat handelte: Man zwang einen HIV-Infizierten, auf Zuwanie anzulegen, und Lud tut so, als habe er den Anschlag in letzter Sekunde verhindert. Auf diese Weise wollte Zuwanie der Weltöffentlichkeit beweisen, dass er es mit Terroristen zu tun habe und seine brutalen Maßnahmen unumgänglich seien.

Nachdem Keller Lud verhaftet hat, erfährt er, dass Silvia mit Zuwanie allein im Raum ist und ihn mit einer Pistole bedroht. Sie will den Tod ihrer Eltern, ihrer Geschwister und ihres Geliebten rächen. Durch geduldiges Zureden gelingt es Keller, Silvia davon abzubringen, den afrikanischen Staatschef zu erschießen. Zuwanie wird sich vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten müssen.

Die Behörden weisen Silvia aus, obwohl sie nicht nur die Staatsbürgerschaft von Matobo besitzt, sondern auch auch die der USA. Bevor sie nach Afrika fliegt, verabschiedet sie sich von Keller, von dem sie inzwischen weiß, dass seine Ehefrau Laurie zwei Wochen zuvor bei einem Verkehrsunfall mit ihrem Liebhaber ums Leben kam.

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Sowohl das afrikanische Land Matobo als auch der dort gesprochene Dialekt Ku sind fiktiv. Das nimmt dem Politthriller „Die Dolmetscherin“ viel von seiner Brisanz, auch wenn man hinter der Figur des Tyrannen Robert Mugabe vermuten kann, den vom Freiheitskämpfer zum Diktator mutierten Staatspräsidenten von Simbabwe. Die Handlung wirkt auch nicht besonders glaubwürdig. Spannender als die politische Verschwörung ist die Entwicklung der Beziehung zwischen der Dolmetscherin Silvia Broome und dem Geheimagenten Tobin Keller, die von Nicole Kidman und Sean Penn eindrucksvoll verkörpert werden. Exzellent ist auch die Kameraarbeit von Darius Khondji.

Kofi Annan, der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, erlaubte Sydney Pollack als erstem Filmregisseur überhaupt, im UN-Gebäude in New York zu drehen.

Synchronsprecher (und ihre Rollen) in „Die Dolmetscherin“: Tobias Meister (Tobin Keller), Petra Barthel (Silvia Broome), Martina Treger (Dot Woods), Wolfgang Condrus (Nils Lud), Michael Ojake (Kuman-Kuman), Jochen Schröder (Dr. Zuwanie), Simon Jäger (Doug), Patrice Luc Doumeyrou (Philippe), Boris Tessmann (Jean Gamba), Peter Flechtner (Simon Broome), Aloisius Itoka, Uli Krohm, Thomas Wolff, Hans-Jürgen Wolf, Roland Hemmo, Udo Schenk, Stefan Krause, Gerald Paradies, Regine Albrecht, Klaus Sonnenschein, Gerald Schaale u.a.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

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