Oscar Wilde


Oscar (Fingal O’Flahertie Wills) Wilde wurde am 16. Oktober 1854 als zweiter Sohn des namhaften Arztes William R. W. Wilde und dessen Ehefrau, der Dichterin Jane Francesca Elgee, in Dublin geboren. Zehn Jahre später rückte William Wilde in den Adelsstand auf, aber kurze Zeit später ruinierte seine ehemalige Patientin Mary Travers seinen Ruf, indem sie vor Gericht behauptete, er habe sie während einer Behandlung betäubt und missbraucht.

Nach dem Besuch des Trinity Colleges in Dublin (1871 – 1874) und einer Italienreise im Sommer 1874 begann Oscar Wilde im Oktober 1874 in Oxford klassische Literatur zu studieren (1874 – 1878).

Im Alter von fünfundzwanzig Jahren zog Oscar Wilde nach London und teilte sich dort mit dem Künstler Frank Miles eine Wohnung. Bald gehört er zu den stadtbekannten Dandys. Auf den Abendgesellschaften, zu denen er eingeladen wurde, vertrat er eitel und geistreich seine unkonventionellen Ansichten, war dabei exquisit gekleidet und verhielt sich zwar exzentrisch, verfügte jedoch über vollendete Manieren.

Ende 1881 reiste Oscar Wilde nach New York, wo er am 2. Januar eintraf und einige Tage später eine fast zwölf Monate dauernde Vortragsreise durch die USA und Kanada begann. Bei einem Aufenthalt in Paris lernte er im Frühjahr 1883 die Schriftsteller Alphonse Daudet, Edmond de Goncourt, Victor Hugo, Paul Verlaine und Émile Zola sowie die Künstler Edgar Degas und Camille Pissarro kennen.

Nach einer zweiten USA-Reise im August und September 1883 verlobte Oscar Wilde sich am 26. November in Dublin mit Constance Lloyd, die er am 29. Mai 1884 in London heiratete. Ihre Söhne Cyril und Vyvyan wurden am 5. Juni 1885 bzw. am 3. November 1886 geboren.

Die Veröffentlichung seines Romans „Das Bildnis des Dorian Gray“ („The Picture of Dorian Gray“) löste 1890/91 einen Skandal aus. Die Aufführung seines Bühnenstücks „Salomé“ wurde 1892 in London verboten. Als Dramatiker gelang Oscar Wilde 1895 der Durchbruch mit „Bunbury“ („The Importance of Being Earnest“), aber im selben Jahr wurde er durch eine gerichtliche Auseinandersetzung gesellschaftlich und finanziell ruiniert.

Seit vier Jahren hatte er nämlich ein homosexuelles Verhältnis mit dem sechzehn Jahre jüngeren Lord Alfred Bruce („Bosie“) Douglas.

Dessen Vater, John Sholto Douglas, Marquess of Queensberry, beschuldigte Oscar Wilde 1895 der Sodomie. Daraufhin zeigte Oscar Wilde ihn wegen Verleumdung an, und der Marquess wurde am 2. März festgenommen. Das Gerichtsverfahren begann am 3. April und endete am übernächsten Tag nicht nur mit dem Freispruch des Beschuldigten, sondern auch mit der Verhaftung des Klägers, dessen Besitz drei Wochen später zwangsversteigert werden musste. Die zweijährige Haftstrafe, zu der Oscar Wilde am 25. Mai 1895 verurteilt wurde, verbüßte er bis zum 19. Mai 1897 in Reading.

Noch am Tag der Entlassung reiste er unter falschem Namen („Sebastian Melmoth“) nach Frankreich und kehrte nie wieder nach Großbritannien zurück. In Rouen traf er sich am 28. August mit seinem Freund Alfred.

Am 30. November 1900 starb Oscar Wilde an den Folgen einer Mittelohrentzündung. Lord Alfred Douglas übernahm die Kosten für die Bestattung am 3. Dezember auf dem Friedhof von Bagneux bei Paris. (Neun Jahre später wurden die Gebeine auf den Prominentenfriedhof Père Lachaise in Paris überführt.)

Oscar Wilde: Bibliografie (Auswahl)

Literatur über Oscar Wilde

  • Peter Funke: Oscar Wilde (Rowohlt Bildmonographie)

© Dieter Wunderlich 2005

Oscar Wilde: Das Bildnis des Dorian Gray
Oscar Wilde: Lady Windermeres Fächer
Oscar Wilde: Ein idealer Gatte
Oscar Wilde: Bunbury (Verfilmung)

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In "Rot ist mein Name" versinnbildlicht Orhan Pamuk die Konflikte zwischen Tradition und Avantgarde, Orient und Okzident. Das Besondere an dieser orientalisch ausufernden Mischung aus Künstler-, Kriminal- und historischem Roman ist die konsequent polyperspektivische Darstellung.
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