Mike Nicol : Payback

Payback

Mike Nicol

Payback

Originalausgabe: Payback Umuzi / Random House Struik, Kapstadt 2009 Payback Übersetzung: Mechthild Barth btb Verlag, München 2011 ISBN: 978-3-442-74283-7, 574 Seiten, 9.99 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Mace Bishop und Pylon Buso handelten in den 80er-Jahren für die Gegner des Apartheid-Regimes in Südafrika mit Waffen. Mit illegalen Aktionen wollen sie inzwischen nichts mehr zu tun haben. Aber nachdem Maces entführte Tochter bei ihrer Befreiung so schwer verletzt wurde, dass sie querschnittgelähmt bleibt, lässt er sich mit seinem Partner auf die Mitwirkung bei einem Drogen-Waffen-Diamanten-Deal ein, um die Hypothek für das behindertengerechte Haus abbezahlen zu können ...
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Kritik

"Payback" ist ein spannender hardboiled Kriminalroman. Mike Nicol schreibt lakonisch, nüchtern, präzise; er hat die Komplexität souverän im Griff und lässt die Charaktere vor dem Hintergrund der Verhältnisse in Südafrika lebendig werden.
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Der 42-jährige Weiße Mace Bishop und der Xhosa Pylon Buso gehörten in den Achtzigerjahren zu den Gegnern des Apartheid-Regimes in Südafrika, engagierten sich im Freiheitskampf und handelten dabei auch mit Waffen. Einen Teil ihrer Einnahmen legten sie schwarz auf den Cayman-Inseln an. 1990 kam Mace Bishop nach Mali und lernte dort die aus einer Beduinenfamilie stammende Töpferin Oumou kennen. Sie wurden ein Paar, und bevor sie heirateten und sich in Kapstadt niederließen, nahm Oumou ihrem Bräutigam das Versprechen ab, mit den gefährlichen Aktionen aufzuhören. Also gründeten Mace und Pylon das Zweimann-Unternehmen Complete Security. Sie holen zahlungskräftige Touristen vor allem aus Europa und den USA, die für eine Schönheitsoperation oder eine Safari nach Südafrika reisen, vom Flughafen ab und beschützen die Kunden während des Aufenthalts.

1998 meldet sich Donald („Ducky“) Hartnell bei Mace und erinnert ihn an die Schulden, will jedoch keine Tilgung, sondern Schutz für seinen stotternden Sohn Matthew, der in Kapstadt den Club Catastrophe betreibt. Mace, der weiß, dass es in dem Nachtlokal Drogen aller Art zu kaufen gibt, will damit nichts zu tun haben, aber Ducky erpresst ihn mit seinem Wissen nicht nur über Straftaten während des Freiheitskampfes, sondern auch über die Konten auf den Caymans. Da bleibt Mace nichts anderes übrig, als Matthew Hartnell bei einer Unterredung mit Abdul Abdul als „Berater“ beizustehen. Abdul gehört zu der 1996 gebildeten islamistischen Vigilantenorganisation PAGAD (People Against Gangsters And Drugs). Begleitet wird er von seinem Bodyguard Mikey Rheeder und der Rechtsanwältin Sheemina February, die wegen ihrer verstümmelten linken Hand stets einen Handschuh trägt. Als Sprecherin ihres Mandanten Abdul Abdul verlangt Sheemina, dass Matthew seine Schutzgeldzahlungen an andere Organisationen einstellt, von nun an mit PAGAD zusammenarbeitet und den Drogenhandel in seinem Etablissement beendet. Matthew denkt aber gar nicht daran, auf das lukrative Geschäft zu verzichten.

Kurz darauf lässt er Mace erneut kommen und zeigt ihm zwölf lebend an eine Wand des Club Catastrophe genagelte Katzenjunge, von denen die meisten nun bereits tot sind. (Als Leser wissen wir, dass Mikey und sein Komplize Val die Kätzchen aus einem Tierheim der Domestic Animal Welfare Group holten und dabei vortäuschten, im Auftrag der Mitchell’s Plain Baptist Congregation zu handeln.)

Mace und Pylon befürchten einen Sprengstoffanschlag auf den Club Catastrophe. Bei ihrer Überprüfung fällt ihnen ein offenes WC-Fenster auf. In der Nähe sitzen Mikey und Val in einem geparkten Auto. Mace reißt eine der hinteren Türen auf, setzt sich in den Fond und fragt die beiden geradeheraus nach einer Bombe. Weil sie darauf keine Antwort geben und Mikey ihn verhöhnt, jagt er ihm eine Kugel durch den Autositz in die Schulter. Fast im selben Augenblick explodiert der im Club Catastrophe versteckte Sprengsatz. Vier Menschen sterben bei dem Anschlag. Als das beschädigte Gebäude evakuiert ist, erfolgt eine zweite Explosion und bringt die noch stehenden Wände der Ruine zum Einsturz. Mace, dem nicht entging, dass Ducky kurz weg war, verdächtigt den Vater des Clubbetreibers, die zweite Explosion in Erwartung des Anschlags vorbereitet und mit einem Handy ausgelöst zu haben, um von der Versicherung das Geld für einen Neubau zu bekommen.

Im Januar 1999 überlassen Mace und Oumou ihr gemietetes Reihenhaus in einer bewachten Wohnanlage Pylon, seiner Frau Treasure und seiner Stieftochter Pumla. Sie ziehen mit ihrer siebenjährigen Tochter Christa in ein von Dave Cruikshank, dem Geschäftsführer von City Bowl Properties, vermitteltes und von Mace renoviertes viktorianisches Haus in Kapstadt.

Ducky und Matthew Hartnell bauen mit dem Geld, das sie von der Versicherung bekamen, den Club Catastrophe wieder auf. Kurz vor der Eröffnung stellt Sheemina February klar, dass die Forderungen und Bedingungen der PAGAD vom Vorjahr nach wie vor gelten. Gegen Maces Rat sagen die Hartnells die Einweihungsparty nicht ab. Während die beiden Betreiber von Complete Security dort aufpassen, dass nicht wieder eine Bombe hochgeht, werden Oumou und Christa von zwei Männern überfallen. (Als Leser wissen wir, dass es sich um Val und Mikey handelt, die in Abduls Auftrag handeln.) Die Verbrecher entführen Christa.

Es dauert nicht lang, bis Pylon Mikey in dessen Wohnung in seine Gewalt bringt. Er ruft Mace an, der sofort hineilt. Sie fesseln Mikey auf einen Stuhl. Er beteuert, er sei nur Abduls Bodyguard und habe mit der Entführung des Kindes nichts zu tun. Mace geht in die Küche, kommt wieder zurück, stopft Mikey einen Schwamm in den Mund, legt die Hand des Wehrlosen auf ein Schneidebrett und zertrümmert ihm mit einem Fleischklopfer einen Zeigefinger und dann auch noch den kleinen Finger derselben Hand. Da verrät Mikey, dass Christa im Paardeneiland-Fabrikgebäude gefangen gehalten wird. Als Mace und Pylon hinkommen, droht Abdul Abdul die Geisel zu töten. Pylon erschießt den Verbrecher zwar, kann aber nicht verhindern, dass Abdul noch abdrückt und Christa schwer verletzt.

2001 sitzen Mace und Oumou vor dem Schreibtisch der Bankangestellten Elizabeth Tlali. Weil sie mit der Hypotheken-Abzahlung für das neue Haus drei Monate im Rückstand sind, droht die Bank ihnen die Immobilie wegzunehmen. Mace weist darauf hin, dass die Tochter querschnittgelähmt sei, die Familie deshalb das viktorianische Haus aufgegeben habe und nicht wieder in ein Haus mit Treppen ziehen könne. Schließlich lässt Elizabeth Tlali sich erweichen, verlangt die Bezahlung einer Rate innerhalb von zehn Tagen und gewährt einen dreimonatigen Zahlungsaufschub bis Januar 2002.

Etwa zur gleichen Zeit erschießt Riccardo Ludovico („Ludo“) im Auftrag des New Yorker Mafia-Paten Francisco Medicis in Santiago de Chile Ramon Moraga Salazar, weil dieser die Vereinbarungen bei einem Waffengeschäft nicht einhielt. Salazar ist bereits tot, als Francisco herausfindet, dass die Ladung sich auf einem Schiff befindet, das nach Südafrika unterwegs ist. Er schickt seinen Schwager Paulo Cavedagno nach Kapstadt. Der soll dort eine größere Menge eingeschmuggelte Drogen verkaufen. Am Ende, so sieht Franciscos Plan es vor, werden die mit dem Verkauf der Drogen und der Waffen erzielten Gelder in Diamanten angelegt und in dieser Form aus dem Land geschmuggelt. Franciscos Schwester Isabella Medicis weiß auch schon jemanden, der dabei helfen soll: Mace Bishop.

Mace und Isabella, die damals beide im Waffenhandel tätig waren, hatten sich im Januar 1989 in Berlin kennengelernt. Nachdem Mace einige Zeit später Oumou begegnet war, beendete er 1991 in Paris die Affäre mit Isabella. Oumou wurde Maces Ehefrau. Isabella ist ebenfalls verheiratet, lebt jedoch inzwischen von ihrem Mann getrennt. Paulo Cavedagno ist jetzt mit einer zehn Jahre jüngeren New Yorkerin namens Vittoria Corombona zusammen.

Isabella ruft Mace an, und als er in New York zu tun hat, trifft er sich mit ihr. Sie und ihr Bruder Francisco wollen, dass er bei dem groß angelegten Deal in Südafrika mitmacht. Mace hat zwar Oumou versprochen, nur noch legale Tätigkeiten auszuüben, aber er würde das Haus verlieren, wenn er kein zusätzliches Geld beschaffen könnte. Die Guthaben auf den Caymans würden sich nicht unauffällig transferieren lassen. Also sagt Mace zu. Dass er sich außerdem von Isabella verführen lässt und Oumou erstmals mit einer anderen Frau betrügt, bereut er anschließend.

Dass Paulo nach Kapstadt fliegen soll, trifft sich gut, denn vor ein paar Monaten überredete er Vittoria dazu, sich dem 65 Jahre alten Modeschöpfer Camillo Medardo und dessen deutschen Lebensgefährten Dieter Dreske in Mailand als Leihmutter zur Verfügung zu stellen. Weil die künstliche Befruchtung nicht funktionierte, muss Vittoria inzwischen an ihren fruchtbaren Tagen mit Camillo ins Bett gehen. Nun wollen die beiden Männer zu einer schwulen Weihnachtsparty nach Kapstadt und Vittoria mitnehmen. Trotz intensiven Kokain-Konsums ist sie über die Situation so frustriert, dass sie Paulo am Telefon zu einem Mordplan überredet: Sie beschließen, Camillo Medardo und Dieter Dreske in Südafrika zu töten.

Zunächst muss Paulo in Kapstadt allerdings Drogen zu Geld machen. Das entsprechende Paket „Kaffee“ bekommt er von dem korrupten Zollbeamten Vusi Themba ausgehändigt. Weil es Paulo zu anstrengend wäre, die ganze Ware auf der Straße zu verkaufen, überlässt er dem erfolgreichen Dealer Oupa K eine größere Menge und gibt sich dafür mit einem niedrigeren Preis zufrieden.

Camillo Medardo beauftragt Complete Security, ihn, Dieter Dreske und Vittoria Corombona in Kapstadt zu beschützen. Mace und Pylon holen die Reisegruppe am Cape Town International ab. Bald darauf werden die Leichen des Modeschöpfers und seines Lebensgefährten gefunden. Man hat die beiden Männer erschossen. Der Verdacht fällt auf die mit ihnen eingereiste Frau, die inzwischen verschwunden ist.

Pylon spürt sie im Club Catastrophe auf und folgt ihr dann in den Stadtteil Llandudno. Bei ihrem Liebhaber Paulo handelt es sich ausgerechnet um den Mann, mit dem Mace und Pylon bei dem geplanten Deal zusammenarbeiten sollen. Um die Polizei, die Vittoria wegen Doppelmordes sucht, davon abzuhalten, das Drogen-Waffen-Diamanten-Geschäft durch die Verhaftung von Paulo und Vittoria zu vereiteln, treffen Mace und Pylon sich mit Captain Consalves. Sie deuten an, dass sie wissen, wo die Gesuchte sich versteckt und stellen ihm einen entsprechenden Tipp in Aussicht, allerdings erst am 21. Januar. Damit er sich bis dahin geduldet, übergeben sie ihm einen Geldkoffer.

Anfang Januar kommt Isabella nach Kapstadt und nimmt sich ein Zimmer im Mount Nelson Hotel. Paulo übergibt ihr den bisher mit den Drogen eingenommenen Geldbetrag, und sie vermittelt ein Treffen zwischen ihm und Mace.

Am 14. Januar klingelt Captain Consalves bei Paulo in Llandudno. Vittoria, die sich oben ohne auf der Terrasse sonnt, versteckt sich, und ihr Liebhaber behauptet, sie sei vor einer Woche nach New York zurückgeflogen.

Consalves glaubt ihm nicht. Er ruft Mace an, lässt ihn wissen, dass er die gesuchte Doppelmörderin wahrscheinlich gefunden habe und mit dem Zugriff nicht noch eine ganze Woche warten könne. Immerhin stimmt er gegen zusätzliches Schmiergeld zu, sich bis Samstag, den 19. Januar, zu gedulden.

Paulo verabredet sich mit Isabella in einem Mugg & Bean Coffeeshop. Er bringt sie dazu, zu ihm und Vittoria ins Auto zu steigen und nimmt sie mit nach Llandudno. In der Garage setzt er sie plötzlich mit Pfefferspray außer Gefecht, und Vittoria betäubt sie mit Äther. Dann fesseln die beiden ihr Opfer, packen es in den Kofferraum und fahren wieder los. In den Dünen tötet Vittoria die Noch-Ehefrau ihres Liebhabers kaltblütig mit einem Kopfschuss.

Isabellas Bodyguard Ludo, der befürchtet, dass Paulo ihr etwas angetan haben könnte, dringt in das Haus im Stadtteil Llandudno ein. Es ist verlassen, aber er findet einen Hinweis auf ein Ferienhaus. Auf der Straße wird er überfallen. Bevor er den Angreifer erschießen kann, wird er durch einen Messerstich verletzt. Nachdem er so viel getrunken hat, dass er die Schmerzen erträgt, fährt er zu dem Ferienhaus und klingelt dort. Aber der Alkoholkonsum und der Blutverlust bewirken, dass er Paulo entgegenkippt, als dieser die Türe öffnet. Seine Leiche wird bald darauf in den Dünen gefunden. Bei der forensischen Untersuchung stellt sich heraus, dass Camillo Medardo und Dieter Dreske, Isabella Medicis und Riccardo Ludovico alle mit derselben Waffe erschossen wurden.

20 angeblich mit Maschinenbauteilen gefüllte Holzkisten werden im Hafen auf einen Lastwagen des Unternehmens von Mo Siq verladen und nach Luanda in Angola gebracht. Mo Siq war Anfang der Neunzigerjahre sechs Monate lang mit Sheemina February verheiratet. Von ihr erhält Mace einen Anruf, bevor er mit Pylon nach Luanda fliegt. Sie wünscht ihm spöttisch gute Reise. Woher weiß sie davon? Mace kann es sich ebenso wenig erklären wie die Tatsache, dass sie offenbar ein spezielles Interesse an ihm hat, inzwischen sein früheres Haus erworben hat und darin wohnt.

In Luanda finden Mace und Pylon die Kisten mit den Waffen in einem Container, den ein Angolaner bewacht. Sie treffen sich dort mit dem Verkehrsminister Dr. Kiambu, der die Waffen übernehmen will, und John Webster, der die Diamanten mitbringt, gegen die das Geld aus Paulos Drogenverkäufen und dem Waffengeschäft eingetauscht werden soll. Plötzlich tauchen zwei offenbar von Webster bestellte Männer auf und eröffnen das Feuer. Mace schießt Webster in den Bauch. Kiambu tötet die Angreifer. Nach zehn Jahren Zusammenarbeit rechnete er nicht mit Websters Verrat.

Zurück in ihrem Büro in Kapstadt, teilen Mace und Pylon die Diamanten auf. Paulo nimmt den für Francisco bestimmten Anteil in Empfang. Aber er hat nicht vor, die Diamanten nach New York zu bringen. Stattdessen fliegt er mit Vittoria zu einer Safari. Sie wollen untertauchen.

Mace findet heraus, wo die beiden abgestiegen sind. Er fliegt hin und dringt während ihrer Abwesenheit in ihr Chalet in der Lodge Hippo Pools ein. Als sie vom Abendessen zurückkommen, wundern sie sich über zwei von der Decke hängende Seile. Mace zwingt Paulo mit vorgehaltener Pistole, seine Geliebte zu fesseln und bindet dann auch Paulo die Hände auf den Rücken. Beide müssen sich eine Schlinge um den Hals legen. Sie sollen ein Geständnis ablegen. Während Vittoria auch nach Stunden noch nicht dazu bereit ist, redet Paulo und behauptet, die vier Morde seien alle von ihr ausgeführt worden. Mace lässt sich den Zahlencode des Zimmertresors geben, nimmt die Diamanten an sich und verlässt die Lodge. Eine halbe Stunde später gibt er der Polizei einen anonymen Hinweis auf die beiden Gäste mit den Schlingen um den Hals.

Ducky Hartnell hat inzwischen mit dem Makler Dave Cruikshank ein Areal in Kapstadt gekauft, auf dem sie ein siebenstöckiges Mietshaus errichten wollen. Aber kurz nach der Grundsteinlegung werden menschliche Knochen im Boden gefunden, und nun verlangen sowohl muslimische als auch christliche Geistliche, dass die Gebeine geborgen werden und die Hauseigentümer einen Raum für die Aufbewahrung zur Verfügung stellen. Ducky und Dave befürchten, dass es kaum jemand geben würde, der in so einem Haus wohnen möchte. Deshalb mieten sie ein Lagerhaus an und lassen die Knochen hinbringen. Das Bauvorhaben kommt nicht voran, weil die Gegner nicht nur dagegen demonstrieren, sondern auch Gerichtsverfahren anstrengen. Als Ducky Morddrohungen bekommt, will er erneut von Mace beschützt werden. Aber Mace und Pylon können nicht verhindern, dass jemand auf ihn schießt und ihn an der Hand verletzt.

Bei einer Unterredung mit dem Reverend Carney, dem Imam Mahmed Jabaar und deren Rechtsanwältin Sheemina February schwenkt Ducky unerwartet um und gesteht außer einer Gedenktafel auch eine Krypta für die Gebeine in dem geplanten Haus zu. Mace kann es kaum glauben. Als kurz darauf das Lager mit den Knochen niederbrennt, ahnt er, dass Ducky seine Haltung nicht wirklich geändert hat. (Tatsächlich bezahlte er Oupa K für die Brandstiftung.)


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Mace wird von Mikey Rheeder überfallen, betäubt und in den Keller seines früheren, seit drei Jahren von Sheemina bewohnten viktorianischen Hauses verschleppt, das seit kurzem zum Verkauf angeboten wird. Als Mace zu sich kommt, liegt er auf einer Matratze und ist mit einer in der Wand verankerten Kette am Fuß gefesselt. Pylon erhält eine CD, auf der Mace in seinem Gefängnis zu sehen ist und ein Mann aus dem Off die Diamanten verlangt.

Unter der Matratze findet Mace eine Damenpistole. Die wurde offenbar von Sheemina dort in der Absicht platziert, dass es ihm gelingt, Mikey zu erschießen und er dann in dem Keller verdurstet. Als Mikey mit einem Holzhammer und einem Küchenbrett kommt, jagt Mace ihm zwei Kugeln in die Brust.

Eine von Complete Security beauftragte Lokalisierungsfirma entdeckt Maces mit einem Peilsender ausgestattetes Auto. Pylon fährt hin und dringt in das frühere Haus seines Partners ein. Im Keller findet er Mace. Mit dem Schlüssel aus einer Tasche des toten Verbrechers öffnet er die Kette.

Danach verabreden Mace und Pylon sich mit Sheemina in einem Café. Sie zeigt sich nicht besonders erstaunt über Maces Befreiung. Allerdings ist sie frustriert, weil Mace sich nicht an sie erinnert. Sheemina erzählt, dass sie als 18-jährige idealistische Studentin zu den Aktivistinnen des ANC gehörte und an Demonstrationen teilnahm. Nachdem sie sich in einem Lager in der sambischen Provinz Lusaka zur Freiheitskämpferin hatte ausbilden lassen, glaubten ihr die eigenen Leute nicht, dass sie den ganzen Weg dorthin und zurück getrampt war. Man hielt sie für eine Spionin der politischen Gegner, und um sie zum Reden zu bringen, zertrümmerte ihr nicht nur Mace die linke Hand, sondern sie wurde auch monatelang jeden Tag vergewaltigt.

Nach dieser Eröffnung verabschiedet Sheemina sich von Mace und Pylon in dem Café mit der Bemerkung, dass sie über die Diamanten Bescheid wisse.

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„Payback“ ist ein hardboiled Kriminalroman von Mike Nicol. Vor dem Hintergrund der Verhältnisse in Südafrika um die Jahrtausendwende dreht sich die spannende Geschichte um Gier und Betrug, Korruption, Gewalt und Kriminalität. Bis auf Oumou und Christa gibt es in „Payback“ keine unschuldige Figur. Der Titel ließe sich mit Rache oder Vergeltung übersetzen, und ein Rachedrama bildet denn auch einen der zentralen Bestandteile des vielschichtigen Plots.

Mike Nicol hat die Komplexität souverän im Griff. Er schreibt lakonisch, nüchtern, präzise. Dabei arbeitet er die verschiedenen Charaktere – darunter eine Reihe starker Frauen – durch deren Verhalten plastisch heraus. Einige brutale Szenen gibt es, aber dabei geht es Mike Nicol weniger um Effekthascherei als um die Veranschaulichung einer Grausamkeit, die in diesem Umfeld durchaus realistisch wirkt.

Bis auf den Prolog von „Payback“, in dem Mike Nicol die Entführung Christas vorwegnimmt, entwickelt er die verschiedenen Handlungsstränge chronologisch und im ständigen Wechsel als auktorialer Erzähler.

Hin und wieder leistet er sich auch ein wenig Zynismus, etwa in der Szene, in der der Killer Mikey Rheeder bei Mo Siq eingedrungen ist und ihn niedergeschlagen hat.

Mikey Rheeder entdeckte die Pizzaschachtel auf der Küchentheke mit den drei übrig gebliebenen Stücken. „St Elmo’s“ las er und nahm eine Olive, an der gummiartige Mozzarellafäden hingen. Hielt sie in seiner linken Hand, die unbeweglich wie eine Klaue war. „Ich persönlich bevorzuge ja Moma Roma. Besserer Teig. Bei St Elmo’s sollten sie lieber zwei Pizzen aus dem Teig für eine machen, da finde ich die Kruste immer viel zu dick. Vor allem wenn sie nicht mehr warm ist.“ Er drehte sich zu Mo um. „Was dagegen, wenn ich mich bediene?“ Hob ein Dreieck hoch, ohne auf die Antwort zu warten. „Willst du auch noch ’n Stück?“
Mo antwortete: „Nah.“
Mikey sagte. „Verstehe.“ Er legte die Pistole auf die Theke und benutzte beide Hände, um das Stück Pizza zum Mund zu führen. Kaute und schluckte. „Ich hab mal einen Film [„Pulp Fiction“] gesehen mit zwei Typen in schwarzen Anzügen. Die haben über die besten Hamburger geredet, die sie jemals gegessen haben. Haben die Feinheiten diskutiert. Bevor sie allen möglichen Scheiß gemacht haben, haben die über Hamburger geredet. Ist das nicht abgefahren?“
„WaswollnSe?“, fragte Mo und senkte den Kopf, um zu testen, ob die Blutung aufgehört hatte. Sie hatte aufgehört.
Mikey nahm noch ein Stück Pizza aus der Schachtel und biss hinein. Kauend sah er zu Mo hinüber. Dann legte er den Rest der Pizza in die Schachtel zurück und wischte sich die Hände an einem Geschirrtuch ab. „[…] Ich soll dir ausrichten, dass es um etwas geht, was sie Zweckentfremdung nennt. […]“
Mo sagte: „Zweenfremun. Schei-Scheiße.“
„Irgend so was“, erwiderte Mikey, hob die Neun-Millimeter und jagte damit eine Kugel in Mo Siqs Herz.

Der Kapstädter Mike Nicol (* 1951) machte sich 1978 mit dem Lyrikband „Among the Souvenirs“ einen Namen. Dafür wurde er auch mit dem Ingrid Jonker Prize ausgezeichnet. Außer Gedichten, Biografien („Mandela. Das Porträt“, 2006), Sachbüchern und Zeitungsartikeln schrieb Mike Nicol die Romane „The Powers That Be“ (1989; „Die Feuer der Macht“), „This Day And Age“ (1992; „Seit Jahr und Tag“) und „Horseman“ (1994; „Der Reiter“). Mit „Payback“, seinem ersten Thriller, eröffnete er eine Rache-Trilogie, zu der auch „Killer Country“ (2010) und „Black Heart“ (2011) gehören.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2013
Textauszüge: © btb Verlag

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In der schnörkellosen Novelle "Der Fangschuss" bilden die Kämpfe zwischen russischen Partisanen und deutschen Freischärlern im Baltikum im Winter 1919/20 den Hintergrund für eine teilweise authentische Tragödie zwischen zwei Männern und einer Frau.

Der Fangschuss

Marguerite Yourcenar

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