Hunter S. Thompson


Hunter Stockton Thompson wurde am 18. Juli 1937 in Louisville/Kentucky als erstes Kind der seit 2. November 1935 mit dem Versicherungssachverständigen Jack Robert Thompson (1893 – 1952) verheirateten Bibliothekarin Virginia Ray Davison (1908 – 1998) geboren. Seine beiden Brüder Davison Wheeler und James Garnet kamen am 18. Juni 1940 bzw. 2. Februar 1949 zur Welt. Außerdem gab es aus der ersten Ehe des Vaters noch einen sehr viel älteren Sohn. Jack R. Thompson starb, als Hunter 14 Jahre alt war. Die Mutter wurde daraufhin zur Alkoholikerin.

Bereits als Schüler begeisterte sich Hunter S. Thompson für Literatur, und im Alter von 15 Jahren wurde er 1952 Mitglied der Athenaeum Literary Association an der Louisville Male High School. Drei Jahre später schloss ihn die Vereinigung allerdings aus, weil er wegen Raubes zu 60 Tagen Haft verurteilt worden war.

Eine Woche nach seiner vorzeitigen Entlassung meldete sich Hunter S. Thompson zum Militär. Nach Ausbildungen in Texas und Illinois versetzte man ihn 1956 zur Eglin Air Force Base bei Pensacola/Florida, wo er als Sportreporter für die Kasernen-Zeitung schrieb. Im Rang eines Luftwaffengefreiten schied er 1958 aus dem Militärdienst aus.

Nachdem er einige Zeit als Sportreporter in Jersey Shore/Pennsylvania gearbeitet hatte, zog Hunter S. Thompson zunächst nach New York und 1960 nach San Juan in Puerto Rico. Die Sportzeitung „El Sportivo“, für die er dort schrieb, stellte allerdings bald nach seiner Anstellung ihr Erscheinen ein. Im Jahr darauf zog Hunter S. Thompson nach Big Sur/Kalifornien.

Ab Mai 1962 bereiste er als Korrespondent der Wochenzeitung „National Observer“ ein Jahr lang Südamerika.

Im Mai 1963, kurz nach seiner Rückkehr, heiratete er Sandra („Sandy“) Dawn Conklin. Sie wurde am 23. März 1964 in Aspen/Colorado von einem Sohn entbunden. Weitere Schwangerschaften endeten mit Fehlgeburten, und zwei lebend geborene Kinder starben kurz nach der Geburt.

1965 regte der Herausgeber der Zeitschrift „The Nation“ Hunter S. Thompson dazu an, eine Reportage über die Hell’s Angels in Kalifornien zu schreiben. Der bewusst subjektive Artikel erschien am 17. Mai 1965. Weil mehrere Verlage

daraufhin Interesse an einem Buch von Hunter S. Thompson über die Hell’s Angels zeigten, verbrachte er fast ein Jahr lang mit dem Motorrad- und Rockerklub und verfasste darüber den Roman „Hell’s Angels. The Strange and Terrible Saga of the Outlaw Motorcycle Gangs“, der 1966 bei Random House in New York erschien („Hell’s Angels“, Übersetzung: Jochen Schwarzer, Heyne Verlag, München 2004). Nachdem sich Hunter S. Thompson damit einen Namen gemacht hatte, druckten mehrere Zeitungen und Zeitschriften seine Artikel, und er konnte endlich vom Schreiben leben.

1970 kandidierte Hunter S. Thompson, der sich inzwischen die Owl Farm Ranch in Woody Creek bei Aspen/Colorado gekauft hatte, für das Amt des Sheriffs von Pitkin County/Colorado. Sein republikanischer Gegenkandidat, der amtierende Sheriff, trug sein Haar kurz geschnitten. Hunter S. Thompson ließ sich eine Glatze machen und nannte den politischen Gegner dann „my long-haired opponent“. Zur Erleichterung vieler Bürger von Aspen, die über Hunter S. Thompsons Forderung nach einer Legalisierung von Drogen entsetzt waren, scheiterte er mit seiner Kandidatur.

1967 hatten Jann Wenner und Ralph J. Gleason in San Francisco das Magazin „Rolling Stone“ gegründet. Hunter S. Thompson gehörte schon bald zu den Autoren. Dabei entwickelte er einen eigenen Stil, für den der mit ihm befreundete Journalist Bill Cardoso (1937 – 2006) den Begriff Gonzo-Journalismus prägte. In der politischen Auseinandersetzung wandte er sich mit teilweise harten Worten gegen die Republikaner.

Sein Buch „Fear and Loathing in Las Vegas. A Savage Journey to the Heart of the American Dream“ erschien 1971 („Angst und Schrecken in Las Vegas. Eine wilde Reise in das Herz des amerikanischen Traumes“, Übersetzung: Teja Schwaner, Heyne Verlag, München 2005).

Sandy und Hunter S. Thompson ließen sich 1980 scheiden, blieben jedoch weiterhin befreundet. Zu Thompsons Freunden zählten auch Johnny Depp und Jack Nicholson, Bob Dylan, Keith Richards und andere Prominente.

Für den Roman „The Rum Diary“, mit dem Hunter S. Thompson seine Erlebnisse in Puerto Rico verarbeitet hatte, fand er erst 1998 einen Verleger („The Rum Diary“, Übersetzung: Wolfgang Farkas, Blumenbar-Verlag, München 2004).

Am 20. Februar 2005 schoss sich der 67-Jährige an seinem Schreibtisch auf der Owl Farm Ranch eine Kugel in den Kopf.

Juan Thompson erklärte, sein Vater habe sich nicht aus Verzweiflung das Leben genommen, sondern den Suizid lange geplant. Vier Tage zuvor hatte er in einem Abschiedsbrief geschrieben: „No More Games. No More Bombs. No More Walking. No More Fun. No More Swimming. 67. That is 17 years past 50. 17 more than I needed or wanted. Boring. I am always bitchy. No Fun – for anybody. 67. You are getting greedy. Act your old age. Relax – This won’t hurt.“

Die Asche des Toten wurde am 20. August 2005 mit einer Kanone in die Luft geschossen.

Auf der Owl Farm Ranch wurde ein von Ralph Steadman nach Anweisungen von Hunter S. Thompson gestaltetes fast 50 Meter hohes Steinmonument in Form einer Gonzo Faust errichtet.

Der Roman „Fear and Loathing in Las Vegas“ wurde 1980 unter dem Titel „Blast. Wo die Büffel röhren“ von Art Linson mit Bill Murray in der Hauptrolle verfilmt, 1998 dann noch einmal, diesmal von Terry Gilliam unter dem Originaltitel und mit Johnny Depp in der Hauptrolle. Johnny Depp verkörpert Hunter S. Thompson auch in der Verfilmung des Romans „The Rum Diary“ durch Bruce Robinson:
„Rum Diary“ (2011).

Will Bingley und Anthony Hope-Smith veröffentlichten 2010 eine Biografie in Form einer Graphic Novel: „Gonzo. A Graphic Biography of Hunter S. Thompson“.

Dokumentationen über Hunter S. Thompson: „Buy the Ticket, Take the Ride. Hunter S. Thompson on Film“ (Regie: Tom Thurman, Drehbuch: Tom Marksbury, 2006), „Gonzo. The Life and Work of Dr. Hunter S. Thompson“ (Regie und Drehbuch: Alex Gibney, 2008; deutscher Titel: „Ikone des Anarcho-Journalismus“), „The Crazy Never Die. Die Lange Nacht des Hunter S. Thompson“ (Deutschlandradio Kultur 2011).

© Dieter Wunderlich 2013

Bruce Robinson: Rum Diary

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Dan Brown erzählt in "Sakrileg" eine spannende und aktionsreiche Verschwörungsgeschichte, in der Fakten und Fiktion vermischt sind. Literarisch ist der Thriller anspruchslos; wer jedoch v. a. Wert auf spannende Unterhaltung legt, wird nicht enttäuscht sein.
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