Das perfekte Verbrechen

Das perfekte Verbrechen

Das perfekte Verbrechen

Das perfekte Verbrechen – Originaltitel: Fracture – Regie: Gregory Hoblit – Drehbuch: Daniel Pyne, Glenn Gers – Kamera: Kramer Morgenthau – Schnitt: David Rosenbloom – Musik: Jeff Danna, Mychael Danna – Darsteller: Anthony Hopkins, Ryan Gosling, David Strathairn, Rosamund Pike, Embeth Davidtz, Billy Burke, Cliff Curtis, Fiona Shaw, Bob Gunton u.a. – 2007; 110 Minuten

Inhaltsangabe

Als Ted Crawford merkt, dass ihn seine Ehefrau Jennifer mit einem Polizisten betrügt, jagt er ihr eiskalt eine Kugel in den Kopf. Der selbstgefällige, erfolgsgewohnte Staatsanwalt Willy Beachum geht davon aus, den Fall rasch abschließen zu können. Aber dann stellt sich heraus, dass die sichergestellte Waffe noch kein einziges Mal abgefeuert wurde und es auch sonst keine Beweise gegen Crawford gibt ...
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Kritik

Es macht Spaß, in dem Psychothriller "Das perfekte Verbrechen" von Gregory Hoblit das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Mörder und Staatsanwalt zu verfolgen, zumal die beiden von Anthony Hopkins und Ryan Gosling brillant gespielt werden.
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Ted Crawford (Anthony Hopkins), ein reicher Flugzeugingenieur um die sechzig, lebt mit seiner deutlich jüngeren Ehefrau Jennifer (Embeth Davidtz) in Los Angeles. Als der Kontrollfreak merkt, dass Jennifer ihn mit dem jungen Polizei-Lieutenant Robert Nunally (Billy Burke) betrügt, jagt er ihr in seiner Villa ohne erkennbar Gefühlsregung eine Kugel in den Kopf. Aufgeschreckt durch den Knall, klopft der Gärtner Ciro (Carlos Cervantes) ans Fenster. Crawford zerschießt daraufhin die Scheiben.

Die Polizei geht von einer Geiselnahme aus und umstellt das Haus. Ohne zu ahnen, dass es sich um den Ehemann seiner Geliebten handelt, nimmt Nunally, der Experte des LAPD für Verhandlungen mit Kidnappern, Kontakt mit Crawford auf. (Nunally und Jennifer Crawford trafen sich jedes Mal in einem Hotel und kannten ihre Nachnamen nicht.) Crawford steht mit einer Pistole in der Hand im Wohnzimmer. Nachdem er sie weggelegt hat, wagt Nunally sich ins Haus und legt seine Pistole ebenfalls auf einen Tisch. Mit ruhiger Stimme erklärt Crawford ihm, er habe seine Frau erschossen. Als Nunally erkennt, wer die Frau ist, die leblos in einer Blutlache am Boden liegt, rastet er aus und stürzt sich auf Crawford. Seine Kollegen, die vor der Türe warteten, zerren ihn zurück und nehmen Crawford fest. Jennifer lebt noch und wird ins Krankenhaus gebracht.

Der junge, selbstgefällige, erfolgsgewohnte und ehrgeizige Staatsanwalt Willy Beachum (Ryan Gosling), der damit rechnet, in Kürze in einer renommierten Kanzlei anfangen zu können, sträubt sich zunächst dagegen, die Anklage noch zu übernehmen, doch als er hört, der Täter habe bei der Festnahme die Tatwaffe bei sich gehabt und kurz darauf ein umfassendes Geständnis abgelegt, glaubt er, den Fall rasch abschließen zu können.

Crawford wird wegen versuchten Mordes angeklagt. Er erklärt überraschend, er benötige keinen Anwalt und werde sich selbst verteidigen. Vor Gericht verzichtet er darauf, Zeugen zu benennen, zeichnet unentwegt und sieht so aus, als höre er kaum zu. Die Verhandlung endet jedoch mit einer Blamage für den Staatsanwalt, denn die von der Polizei sichergestellte Pistole wurde noch kein einziges Mal abgefeuert. Man fand kein Blut an Crawfords Kleidung und auch sonst keine Beweise dafür, dass er seine Frau erschoss. Und dann stellt sich auch noch heraus, dass Robert Nunally ein Verhältnis mit Jennifer Crawford hatte, den Angeklagten vor der Festnahme tätlich angriff und bei der Vernehmung anwesend war. Prompt behauptet Crawford, er sei unschuldig und habe das Geständnis nur aus Furcht vor dem aggressiven Liebhaber seiner Frau abgelegt. Die Richterin (Fiona Shaw) erklärt deshalb das Geständnis für unbrauchbar.

Der Bezirksstaatsanwalt Joe Lobuto (David Strathairn) wirft Beachum vor, bei der Vorbereitung der Anklage nachlässig und überheblich gewesen zu sein. Nur mit Mühe kann Nikki Gardener (Rosamund Pike), Beachums zukünftige Vorgesetzte, verhindern, dass die Kanzlei ihr Vertragsangebot zurückzieht.

Vergeblich lässt Beachum das Haus noch zweimal nach der Tatwaffe durchsuchen. Aus Sorge, dass der Mörder seiner Geliebten freigesprochen wird, versteckt Nunally auf Crawfords Grundstück eine Pistole und verspricht dem Staatsanwalt, er werde dafür sorgen, dass man sie nach der technischen Untersuchung als Tatwaffe identifiziert. Als Crawford zu Beginn der nächsten Sitzung des Gerichts einen Antrag auf Freilassung stellt, ist Beachum versucht, auf Nunallys Plan einzugehen, aber im letzten Augenblick entscheidet er sich dagegen und lässt zu, dass Crawford den Gerichtssaal als freier Mann verlässt. Nunally erschießt sich noch im Treppenhaus des Gerichtsgebäudes [Suizid].

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Kurze Zeit später weist Crawford den Staatsanwalt süffisant darauf hin, dass er als Ehemann über die weitere künstliche Beatmung und Ernährung seiner im Wachkoma liegenden Frau zu entscheiden habe. Beachum versteht dies als Ankündigung, den Mord zu Ende zu bringen. Verzweifelt rast er zu Nikki Gardeners Vater (Bob Gunton) und lässt sich von dem Richter eine einstweilige Verfügung ausstellen, derzufolge die Geräte, die Jennifers Kreislauf aufrechterhalten, vorerst nicht abgeschaltet werden dürfen. Doch er kommt damit zu spät ins Krankenhaus.

Beachum ist am Boden zerstört: Er hat nicht nur versagt, sondern ist deshalb nun auch arbeitslos.

Crawford kann es nicht lassen, seine Überlegenheit auszukosten. Er ruft Beachum in sein Haus und sorgt dafür, dass der ehemalige Staatsanwalt die Tatwaffe findet. Beachum, der aufgrund der Ermittlungen weiß, dass Crawford kurz vor dem Schuss auf Jennifer in dem Hotel war, in dem diese sich mit Nunally aufhielt, ahnt nun, was mit der Tatwaffe geschah: Crawford vertauschte im Hotel unbemerkt die Dienstwaffe des Polizisten gegen ein gleiches Modell. Damit schoss er auf seine Frau, und als Nunally dann bei ihm im Haus war und beide Pistolen auf dem Tisch lagen, vertauschte er sie erneut. Also trug Nunally die Tatwaffe im Gerichtssaal bei sich, ohne es zu ahnen! Und er erschoss sich damit.

Crawford bestätigt Beachums Vermutung und gesteht noch einmal, was er getan hat. Er fühlt sich sicher, weil er weiß, dass er nach einem rechtskräftigen Gerichtsurteil kein zweites Mal wegen derselben Tat vor Gericht gestellt werden darf. Beachum weist ihn jedoch darauf hin, dass er von der Anklage wegen versuchten Mordes freigesprochen worden sei, während es sich im nächsten Prozess um Mord handele.

Die vor der Villa wartende Polizei verhaftet Crawford erneut.

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Die Handlung des Psychothrillers „Das perfekte Verbrechen“ ist zwar nicht in allen Wendungen nachvollziehbar, aber es macht Spaß, das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Mörder und Staatsanwalt zu verfolgen, zumal es Anthony Hopkins und Ryan Gosling gelungen ist, aus den etwas klischeehaft angelegten Figuren lebendige Charaktere zu machen. Weil wir als Zuschauer von Anfang an wissen, wer Jennifer Crawford erschossen hat, ergibt sich die Spannung nicht aus dem üblichen whodunit, sondern aus dem Psychoduell der beiden Männer. Dementsprechend verzichtet Gregory Hoblit auf Actionszenen und setzt stattdessen auf unerwartete Schachzüge der Hauptfiguren. Sehenswert ist „Das perfekte Verbrechen“ nicht zuletzt auch wegen der anspruchsvollen Optik des Films.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

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