Leoparden küsst man nicht

Leoparden küsst man nicht

Leoparden küsst man nicht

Leoparden küsst man nicht – Originaltitel: Bringing Up Baby – Regie: Howard Hawks – Drehbuch: Dudley Nichols, nach einer Erzählung von Hager Wilde – Kamera: Russell Metty – Schnitt: George Hively – Musik: Roy Webb – Darsteller: Cary Grant, Katharine Hepburn, May Robson, Charles Ruggles, Virginia Walker, George Irving u.a. – 1938; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Der weltfremde Paläontologe David Huxley bemüht sich darum, von einer verwitweten Millionärin eine Spende für sein naturhistorisches Museum in New York zu bekommen. Bei dem Versuch, mit dem Anwalt der Mäzenin zu reden, stolpert David über eine unkonventionelle junge Frau namens Susan, die ihn kurz hintereinander in immer neue Schwierigkeiten bringt. Dann stellt sich auch noch heraus, dass sie eine Nichte der Millionärin ist ...
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Kritik

Eine turbulente, einfallsreiche Handlung, komische Szenen, witzige Dialoge und zwei Hauptdarsteller in bester Spiellaune sorgen auch 70 Jahre nach der Entstehung der Screwball-Komödie "Leoparden küsst man nicht" noch immer für vergnügliche eineinhalb Stunden.
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Der linkische Paläontologe David Huxley (Gary Crant) leitet das Stuyvesant-Museum of Natural History in New York. Seit vier Jahren arbeitet er an der Wiederherstellung eines gigantischen Brontosaurus-Skeletts. Jetzt fehlt nur noch ein einziger Knochen: der Claviculus intercostalus. Auf der Suche danach wurden in den letzten fünf Jahren drei Expeditionen durchgeführt, aber jetzt ist es so weit: Das Paket mit dem Claviculus intercostalus ist unterwegs.

David freut sich: Das wird sein schönes Hochzeitsgeschenk. Er will nämlich am folgenden Tag seine Assistentin und Verlobte Alice Swallow (Virginia Walker) heiraten, die seine Begeisterung für den Brontosaurus teilt und ihren zukünftigen Mann dabei unterstützen will, sein Leben ganz in den Dienst des Museums zu stellen. Als David von Kindern redet, verweist Alice ihn auf das prähistorische Gerippe und sagt streng: „Das wird unser Kind sein!“

An diesem Nachmittag ist David noch mit Dr. Alexander Peabody (George Irving) zum Golf verabredet. Peabody ist der Anwalt einer reichen Witwe – Elizabeth Random (May Robson) –, die eine Stiftung einrichten und dafür eine Million Dollar spenden will. David hofft, über Peabody an das Geld heranzukommen, das er dringend für sein Museum benötigt.

Während er auf dem Golfplatz auf Peabody einredet, lässt er seinen Golfball aus den Augen, und als er sich danach umschaut, stellt er fest, dass eine Unbekannte damit spielt. David entschuldigt sich bei Peabody und geht hin, aber es gelingt ihm nicht, der ebenso selbstbewussten wie unbekümmerten jungen Dame – sie heißt Susan Vance (Katharine Hepburn) – klarzumachen, dass sie den falschen Ball genommen hat.

Kurz darauf sind vom Parkplatz ungute Geräusche zu hören: Susan versucht auszuparken und schrammt mit dem Auto mehrmals gegen benachbarte Fahrzeuge. Entsetzt stellt David fest, dass sie in seinem Wagen sitzt. Auch diesmal glaubt sie ihm nicht. Obwohl David auf dem Trittbrett steht, fährt sie los.

Am Abend will David das Gespräch mit Peabody in einem Hotel nachholen. Beim Betreten des Saals rutscht er auf einer Olive aus – die Susan gerade fallen ließ. Minuten später wird er verdächtigt, der Ehefrau des Psychiaters Dr. Fritz Lehmann (Tala Birell, Fritz Feld) das Handtäschchen gestohlen zu haben, weil Susan ihre Tasche mit der von Frau Lehmann vertauschte. Fluchtartig will er fort. Susan hält ihn fest – und zerreißt seinen Frack.

Am nächsten Morgen trifft das Paket mit dem Claviculus intercostalus bei David ein. Bevor er es öffnen kann, ruft Susan an und tut so, als werde sie von einem Leoparden angegriffen, den ihr Bruder aus Brasilien geschickt hat. Um Susan zu retten, eilt David mit dem Paket in der Hand zu ihr – und sie überredet ihn, das zahme, auf den Namen „Baby“ hörende Raubtier rasch mit ihr gemeinsam zu ihrer Tante Elizabeth zu bringen.

Unterwegs rammt Susan aus Unachtsamkeit einen Lastwagen mit Hühnern, Enten und Schwänen – ein gefundenes Fressen für den Leoparden.

Weil David sich bei dem Unfall und dem Versuch, den Leoparden von dem Geflügel wegzuzerren, schmutzig gemacht hat, zeigt Susan ihm im Haus ihrer Tante erst einmal die Dusche. Sobald das Wasser rauscht, gibt sie seine Kleidung einer Bediensteten, die alles in die Stadt zum Reinigen bringen soll. David bleibt nichts anderes übrig, als sich in einen gerüschten Damen-Morgenrock zu hüllen. So begegnet er der Tante, die sich über den fremden Mann in ihrem Haus wundert und von seiner Aufmachung befremdet ist. „Ich wurde ganz plötzlich schwul“, versucht David zu erklären.

Als David endlich wieder seine Sachen anziehen kann, stellt er fest, dass Susan das Paket geöffnet hat. Es ist leer. Wo ist der unersetzbare Claviculus intercostalus? Offenbar hat George, der Foxterrier der Tante, den Knochen entdeckt und im Park vergraben.

Schließlich erfährt David, dass es sich bei Susans Tante ausgerechnet um Elizabeth Random handelt. Er befürchtet, dass sie aufgrund des ungünstigen Eindrucks, den er auf sie machen musste, ihre Million niemals seinem Museum zur Verfügung stellen würde, wenn sie erführe, wer er ist. Susan gibt ihn deshalb als Großwildjäger Bronto aus.

Zum Abendessen hat Tante Elizabeth einen wirklichen Großwildjäger eingeladen: Major Horace Applegate (Charles Ruggles). Als sie alle zusammen bei Tisch sitzen, ist ein Schrei des von Susan eingesperrten, jedoch unwissentlich von dem betrunkenen Stallknecht Gogarty (Barry Fitzgerald) befreiten Leoparden zu hören. Major Applegate glaubt allerdings, eine Eule gehört zu haben.

Während David und Susan im Park nach dem Hund und dem Leoparden suchen, bringen Mitarbeiter eines in der Stadt gastierenden Zirkus einen Leoparden fort, der seinen Dompteur angefallen hatte. Während die Männer anhalten, um sich auf der Straßenkarte zu orientieren, entdeckt Susan in einem Käfig auf der Ladefläche des Lkws einen Leoparden, den sie für Baby hält und lässt ihn frei.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Die Ereignisse überschlagen sich. David und Susan kommen dem Polizisten Slocum (Walter Catlett) verdächtig vor. Kurzerhand nimmt er sie fest und sperrt sie ein. Als Elizabeth Random und Major Horace Applegate auf der Suche nach den beiden Vermissten zur Polizeiwache kommen, setzt Constable Slocum sie ebenfalls fest. Die beiden Männer, die den bösartigen Leoparden verloren haben, melden sich kurze Zeit später bei der Polizei. Nachdem es Susan gelungen ist, zu fliehen, tauchen auf der Wache auch noch Alexander Peabody und Alice Swallow auf, gefolgt von Baby. Susan kehrt zurück und zerrt einen Leoparden hinter sich her, den sie für Baby hält, bei dem es sich jedoch um den wild gewordenen Leoparden aus dem Zirkus handelt. – Endlich klärt sich alles auf.

Alice trennt sich allerdings von David.

Der arbeitet gerade wieder am Skelett des Brontosaurus, als Susan ins Museum kommt, um ihm den inzwischen wiedergefundenen Claviculus intercostalus zu bringen. Sie klettert auf einer Leiter zu David hinauf, verliert das Gleichgewicht – und bringt das in vierjähriger Arbeit aufgestellte Skelett zum Einsturz.

Immerhin hat sie eine gute Nachricht: Ihre Tante hat ihr die Million geschenkt. Susan will David das Geld zur Verfügung stellen und ihn heiraten.

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„Leoparden küsst man nicht“ ist eine von Howard Hawks inszenierte Screwball-Komödie. Ein weltfremder Wissenschaftler trifft auf eine junge, attraktive Frau, die das Leben unbeschwert genießt und sich nicht mit Kleinigkeiten aufhält: Was bedeutet schon ein kaputter Kotflügel, wenn es darum geht, den Mann fürs Leben zu finden!

Eine turbulente Handlung, einfallsreiche Verwicklungen, komische Szenen, witzige Dialoge und zwei Hauptdarsteller in bester Spiellaune – Katharine Hepburn und Gary Grant – sorgen auch siebzig Jahre nach der Entstehung des Films „Leoparden küsst man nicht“ noch immer für vergnügliche eineinhalb Stunden.

Eigentlich müsste der Titel „Geparden küsst man nicht“ heißen, denn bei dem gezeigten Raubtier handelt es sich nicht um einen Leoparden, sondern um einen Geparden.

Im Auftrag des ZDF wurde „Leoparden küsst man nicht“ 1995 restauriert und um zuvor herausgeschnittene Szenen ergänzt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2007

Screwball-Komödie

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Zsuzsa Bánk - Die hellen Tage
"Die hellen Tage" handelt von Lüge, Vernachlässigung und Freundschaft, Verlust, Trauer und Loslassen. Der Roman von Zsuzsa Bánk zeichnet sich durch eine ganz besondere, etwas märchenhafte, mit Symbolen aufgeladene Atmosphäre aus.
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