Polizeiruf 110. Er sollte tot

Polizeiruf 110. Er sollte tot

Polizeiruf 110. Er sollte tot

Originaltitel: Polizeiruf 110. Er sollte tot - Regie: Dominik Graf - Drehbuch: Rolf Basedow - Kamera: Alexander Fischerkoesen - Schnitt: Ulla Möllinger - Musik: Sven Rossenbach, Florian van Volxem - Darsteller: Michaela May, Edgar Selge, Rosalie Thomass, Eisi Gulp, Joachim Striebeck, Ulrike C. Tscharre u.a. - 2006; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Der Rentner Johannes Obermaier wurde in seinem Haus erschlagen. Tatverdächtig ist Maria Lorenz, die sich in den letzten Monaten um den einsamen alten Mann gekümmert hatte und von ihm als Alleinerbin eingesetzt worden war. Maria scheint jedoch ein Alibi zu haben. Nach und nach stellt sich heraus, dass Maria als Prostituierte arbeitete, einen Immobilienbesitzer heiratete, der 15 Tage nach der Hochzeit starb und einsamen Männern mit Lügengeschichten viel Geld abnahm. Was hat sie mit dem Mord zu tun?
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Kritik

Im Mittelpunkt des von Dominik Graf inszenierten Films "Er sollte tot" steht das tagelange Verhör von Maria Lorenz durch Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber. Die Aussage der Tatverdächtigen wird jedoch immer wieder durch Rückblenden veranschaulicht.
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Als sich Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber (Edgar Selge) an einem Sonntagvormittag mit seinem früheren Vorgesetzten Kruppke (Jochen Striebeck) zum Billard in Erding trifft, erfahren sie von einem Mord ganz in der Nähe: Der Rentner Johannes Waller (Josef Thalmeier) wurde in seinem Haus erschlagen. Für die Aufklärung des Falles ist eigentlich Kriminalhauptkommissarin Jo Obermaier (Michaela May) zuständig, aber die drei Beamten einigen sich darauf, gemeinsam zu ermitteln.

Tatverdächtig ist Maria Lorenz (Rosalie Thomass), die sich in den letzten Monaten um den einsamen alten Mann gekümmert hatte und von ihm als Alleinerbin eingesetzt worden war. Kruppke verhört sie hart, aber Maria hat für die Tatzeit ein Alibi: Sie war mit Peter Post (Michael Grimm) in der Diskothek „Club 99“ in München. Peter Post bestätigt, dass Maria mit ihm dort war, erzählt aber auch, dass sie ihm bei anderer Gelegenheit 10 000 Euro für eine Operation ihrer nicht krankenversicherten Mutter abgeschwatzt habe.

Jürgen Tauber und Jo Obermaier beschatten das Mädchen und ermitteln weiter. Nach und nach stellt sich heraus, dass Maria als Prostituierte für Karlheinz („Kalle“) Witte (Johannes Casell) und Bernd („Bernie“) Reichel (Thomas Kügel) im Nachtklub „Why Not“ tätig war. Ein Mann namens Thore Lorenz (Stefan Betz), der sich in sie verliebt hatte, heiratete sie, um sie aus dem Milieu herauszuholen, aber 15 Tage nach der Hochzeit starb er in den Flitterwochen in der Türkei an einem Herzinfarkt. Obwohl sie von ihm mehrere Mietshäuser erbte, gab Maria danach regelmäßig Kontaktanzeigen auf („gern auch etwas reifer“), machte sich an alleinstehende Männer heran, erzählte ihnen Lügengeschichten und „lieh“ sich auf diese Weise von jedem eine größere Geldsumme.

Als Johannes Waller herausfand, dass sie ihn angelogen hatte, zeigte er sie an, aber Kriminalhauptkommissar Kruppke ging der Angelegenheit damals nicht weiter nach. Jürgen Tauber vermutet, dass sich sein früheres Idol von dem Mädchen herumkriegen ließ, aber bevor er das klären kann, erliegt Kruppke einem Herzinfarkt.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

In tagelangen, geduldigen Verhören findet Jürgen Tauber heraus, dass Maria zuerst von Kalle Witte und dann von Bernie Reichel gezwungen wurde, nicht nur als Prostituierte für sie zu arbeiten, sondern auch ihr Erbe abzuliefern und einsamen Männern Geld abzuschwatzen. Wenn sie zu wenig Geld brachte, wurde sie verprügelt. Nachdem sie bereits die gesamten Ersparnisse von Johannes Waller erhalten hatte, wollte Bernie unbedingt noch mehr und verlangte deshalb von ihr, ihn umzubringen, um an das Haus und das Grundstück heranzukommen. Maria bot einem Mann namens Klaus Matthes (Eisi Gulp) aus Freising 25 000 Euro für den Auftragsmord, aber der war nur dazu bereit, wenn sie mitkam.

Weil der Verdacht sofort auf sie fallen würde, forderte Klaus Matthes sie auf, sich ein Alibi zu verschaffen. Sie fuhr also mit Peter Post nach München, tat kurz nach der Ankunft im „Club 99“ so, als habe sie vergessen, bei einer in der Nähe wohnenden Freundin vorbeizuschauen, die angeblich gerade aus dem Krankenhaus gekommen war und fuhr mit Klaus Matthes nach Erding, wo sie zusah, wie Johannes Waller erschlagen wurde. Danach kehrte sie nach München zurück und ließ sich von Peter Post nach Hause bringen.

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„Polizeiruf 110. Er sollte tot“ beruht auf einer wahren Begebenheit, die sich in Schleswig-Holstein abspielte. Rolf Basedow sprach mit der inhaftierten Frau und dem Kommissar, der sie geduldig verhört hatte. Der Titel „Er sollte tot“ stammt aus dem Protokoll des Verhörs. Der unvollständige Satz zeigt ihre Angst und ihre Verzweiflung. Im Drehbuch verlegte Rolf Basedow das Geschehen dann allerdings nach Süddeutschland, an den nordöstlichen Rand von München.

Im Mittelpunkt des von Dominik Graf inszenierten Films steht das tagelange Verhör von Maria Lorenz durch Kriminalhauptkommissar Jürgen Tauber. Die Aussage der Tatverdächtigen wird jedoch immer wieder durch Rückblenden veranschaulicht.

Es geht darum, wie leicht einsame ältere Männer sich von einem Mädchen in der Hoffnung auf ein wenig Ansprache, Fürsorge und Zuneigung ausnutzen lassen und um eine junge Frau, die von skrupellosen Zuhältern gefoltert und charakterlich zugrunde gerichtet wird.

Für die Rolle der Maria Lorenz wurde Rosalie Thomass auf dem Filmfest München 2006 mit den Förderpreis in der Kategorie Schauspiel ausgezeichnet.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2006

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