Diana Gabaldon : Feuer und Stein

Feuer und Stein

Diana Gabaldon

Feuer und Stein

Originaltitel: Outlander, 1991 Feuer und Stein Übersetzung: Elfriede Fuchs und Gabriele Kuby Blanvalet, München 1995 ISBN: 3-7645-0697-0, 798 Seiten
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Während Claire und Frank Randall nach ihrer im Zweiten Weltkrieg erzwungenen Trennung im Sommer 1945 in den schottischen Highlands noch einmal Flitterwochen machen, gerät Claire in einen Steinkreis und wird ins Jahr 1743 zurückversetzt. Damit schottische Rebellen sie vor dem englischen Captain John Randall, einem Vorfahren ihres Ehemanns Frank, beschützen können, muss sie einen der ihren heiraten: Jamie MacTavish ...
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Kritik

Diana Gabaldon mischt in ihrer bisher aus sechs Bänden bestehenden Saga Elemente aus verschiedenen Genres: historischer Roman, Fantasy, Science Fiction, Romanze bzw. Schnulze. Es geht um gefährliche Abenteuer und leidenschaftliche Liebe, Schrecken und Rührung.
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Claire Randall (geborene Beauchamp), die im Zweiten Weltkrieg als Krankenschwester an der Front eingesetzt und von ihrem Ehemann Frank getrennt war, will im Sommer 1945 mit ihm in den schottischen Highlands gewissermaßen noch einmal Flitterwochen verbringen und ein Kind von ihm empfangen.

Während eines Spaziergangs in der Nähe von Inverness gerät die Vierundzwanzigjährige beim Sammeln von Kräutern in einen druidischen Steinkreis auf dem Craigh na Dun und sinkt ohnmächtig zu Boden. Als sie wieder zu sich kommt, hat sich die Landschaft kaum verändert, aber bei dem englischen Captain, der sie als Hure beschimpft, handelt sich sich um John Randall, einen Vorfahren ihres Ehemanns Frank, von dem sie weiß, dass er im 18. Jahrhundert lebte. Tatsächlich wurde sie auf geheimnisvolle Weise ins Jahr 1743 zurückversetzt.

Schottische Rebellen, die sich gegen die Herrschaftsansprüche des englischen Königs George auflehnen, retten Claire und nehmen sie mit zur Burg Leoch des MacKenzie-Clans. Unter den Männern befindet sich ein schwer verwundeter rothaariger Hüne: James („Jamie“) Alexander Malcolm MacKenzie Fraser. Die Engländer sind hinter Jamie her, weil sie ihn verdächtigen, einen der ihren ermordet zu haben. Trotz des Zeitsprungs hat Claire ihre Krankenschwestern-Kenntnisse nicht eingebüßt und setzt sie bei der Pflege des störrischen Schotten ein. Zwar sehnt Claire sich zurück zu ihrem Ehemann Frank, aber sie hält es für ihre Pflicht, den zweiundzwanzigjährigen Jamie gesund zu pflegen.

Dadurch verschafft Claire sich unter den Rebellen Respekt und Vertrauen, obwohl diese der Engländerin anfangs misstrauten. Um sie vor den Engländern und besonders vor Captain John Randall, der Claire für eine Spionin hält, beschützen zu können, rät Dougal MacKenzie ihr, durch die Heirat mit einem Schotten Schottin zu werden. Es ist ihre einzige Chance. Claire wird Jamies Frau, und um die Ehe zu besiegeln, müssen die beiden sie vor Zeugen vollziehen. Dieser Akt ist der Beginn einer leidenschaftlichen Liebesbeziehung.

Als sich die Möglichkeit ergibt, ins Jahr 1945 und zu Frank zurückzukehren, muss Claire sich entscheiden. Es fällt ihr schwer, aber sie bleibt bei Jamie, der sich einem Kloster in Frankreich in Sicherheit bringt, sich von seinen Verletzungen erholt, neuen Lebensmut gewinnt – und mit Claire ein Kind zeugt.

Fortsetzung: Die geliehene Zeit

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Die von der amerikanischen Schriftstellerin Diana Gabaldon als schottische Highland Saga begonnene Romanreihe bestand bis 2005 aus sechs Bänden:

 

2009 setzte Diana Gabaldon die Reihe mit „An Echo in the Bone“ fort. Die deutsche Übersetzung von Barbara Schnell erschien unter dem Titel „Echo der Hoffnung“ (Blanvalet, München 2009, 1013 Seiten, ISBN: 978-3-7645-0303-1).

Zwischen dem vierten und fünften Band veröffentlichte Diana Gabaldon 1999 unter dem Titel „The Outlandish Companion“ („Der magische Steinkreis“, Übersetzung: Barbara Schnell, Blanvalet, München 1999, 699 Seiten) „das große Kompendium zur Highland-Saga mit vielen Enthüllungen über Claire und Jamie Fraser, ihr Leben und ihr(e) Zeitalter, ihre Vorgeschichte, ihre Abenteuer, Wegbegleiter und Nachkommen, mit gelehrten Anmerkungen (und zahlreichen Fußnoten) aus der Feder ihrer ergebenen Schöpferin“.

Die inzwischen millionenfach verkaufte Romanreihe beginnt mit einer Trilogie, in deren Mittelpunkt der in der neuntägigen Schlacht von Culloden Moor im April 1746 kulminierende und scheiternde Aufstand der Schotten gegen die Engländer steht. Dafür stimmte auch die Bezeichnung „Highland Saga“. Vom 4. Band an spielt die Geschichte jedoch in der Neuen Welt, und der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg wirft seine Schatten voraus. Die Zeitsprünge zwischen dem 18. und dem 20. Jahrhundert enden mit Band 4. Dementsprechend gerät die reizvolle Frage, wie eine Frau aus dem 20. mit dem Leben im 18. Jahrhundert zurechtkommt, mehr und mehr in den Hintergrund.

Diana Gabaldon mischt in ihrer Saga Elemente aus verschiedenen Genres: historischer Roman, Fantasy, Science Fiction, Romanze bzw. Schnulze. Das mehrere tausend Seite lange Epos (die Bände wurden immer dicker) spielt zwar vor dem Hintergrund historischer Ereignisse, aber auf deren faktengetreue Wiedergabe sollte man sich lieber nicht verlassen. Es geht in diesem grandiosen Bilderbogen nicht um historische Genauigkeit, sondern um Unterhaltung, um gefährliche Abenteuer und leidenschaftliche Liebe (einschließlich heftiger Sexszenen). Die Leser werden mit unvorhergesehenen Wendungen überrascht und abwechselnd in Schrecken und in Rührung versetzt. Über die Protagonistin Claire bringt Diana Gabaldon auch einiges an trockenem Humor mit ein.

Am schwächsten fiel wohl der fünfte Band aus: Da fehlt der große Spannungsbogen, und Diana Gabaldon hat auch die Charaktere nicht mehr weiter entwickelt. Mit einer schottischen Highland Saga hat „Das flammende Kreuz“ nichts mehr zu tun, denn der Roman handelt vom harten Leben der Einwanderer in Nordamerika, und Diana Gabaldon schwelgt in Lagerfeuer-Romantik.

 

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005 / 2010

Diana Gabaldon: Die geliehene Zeit
Diana Gabaldon: Ferne Ufer
Diana Gabaldon: Der Ruf der Trommel
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