Jonathan Franzen : Schweres Beben

Schweres Beben

Jonathan Franzen

Schweres Beben

Originalausgabe: Strong Motion Farrar, Straus and Giroux, New York 1992 Schweres Beben Übersetzung: Thomas Piltz Rowohlt Verlag, Reinbek 2005 ISBN 3-498-02090-0, 685 Seiten, 24.90 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Louis Holland ist der Sohn eines Geschichtsprofessors und einer Aufsteigerin. Als seine Stiefgroßmutter während eines Erdbebens in Ipswich ums Leben kommt, erbt seine Mutter ein millionenschweres Aktienpaket, das wegen des Bebens sogleich an Wert verliert, weil es sich ausschließlich um Anteile eines Chemiekonzerns handelt, dessen Stammwerk zwischen Boston und Ipswich steht ...
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Kritik

In dem komplexen, gesellschaftkritischen Roman "Schweres Beben" von Jonathan Franzen geht es um Konsumgier, Wirtschaftskriminalität, Umweltschutz, Abtreibung, Religion, Liebe und persönliche Verantwortung.
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Louis ist dreiundzwanzig. Er studierte in Houston Elektrotechnik und arbeitet seither als einfacher Techniker bei einem lokalen Radiosender in Somerville, Massachusetts, der einem russischen Emigranten deutscher Abstammung namens Alec Bressler gehört.

Louis hatte gelernt, die Freiheit zu schätzen, die ein Verzicht auf Reichtum mit sich brachte […] (Seite 69)

Seine ältere Schwester Eileen studiert in Harvard Betriebswirtschaftslehre. Ihre Eltern Bob und Melanie Rose Holland leben in Evanston, Illinois, wohin sie noch vor Eileens Geburt gezogen waren. Bob Holland ist dort Geschichtsprofessor an der Northwestern University. Melanie hatte einen Bruder – Frank –, aber der war an Meningitis gestorben, als sie sechs Jahre alt war.

Während eines leichten Erdbebens kommt Melanies achtundsechzigjährige Stiefmutter Rita Damiano Kernaghan in ihrem Haus in Ipswich, Massachusetts, ums Leben. In Ermangelung anderer Sensationen berichten die Medien über sie als Erdbebenopfer, obwohl sie vom Barhocker fiel und man in der Familie weiß, dass sie zu viel trank. Louis hatte sie vor sieben Jahren ein einziges Mal gesehen. Ihr Mann, Jack Kernaghan, war 1982 einem Herzinfarkt erlegen. Danach hatte Rita eine Pyramide aufs Hausdach setzen lassen, esoterische Bücher geschrieben und Vorträge gehalten. Außer dem Haus hinterlässt sie schätzungweise 22 Millionen Dollar in Aktien der Sweeting-Aldren Industries, einem Chemiekonzern, dessen Vorstand Jack Kernaghan angehört hatte.

Für das operative Geschäft des Unternehmens ist zufällig der Vater von Eileens Freund Peter Stoorhuys verantwortlich. Peter versteht sich allerdings nicht gut mit seinem Vater.

Als Bressler den Radiosender aus finanziellen Gründen nicht mehr halten kann, verkauft er ihn an Reverend Philip Stites und dessen „Kirche der christlichen Aktion“. Als Wohnzentrum und Gotteshaus für seine zweihundertfünfzig bis dreihundert Anhängerinnen erwirbt Stites ein Gebäude, das eigentlich für unbewohnbar gilt, weil es auf einer unbefestigten Aufschüttung steht. Aber im Vertrauen auf Gott ziehen die Mitglieder der Sekte dort ein. In einer Fernsehsendung wird die dreißigjährige Harvard-Seismologin Dr. Renée Seitchek dazu interviewt. Sie hält es für riskant, sich in dem Gebäude aufzuhalten und gibt auf eine entsprechende Frage freimütig zu, dass sie den Kampf der Sekte gegen Abtreibungen missbilligt. Daraufhin wird sie in Briefen und Anrufen beschimpft und bedroht.

Louis lernte Renée kennen, als sie mit ihren Kollegen Howard Chun und Terry Snall nach Spuren des jüngsten Erdbebens suchte. Rasch wurden sie ein Liebespaar. Renée spricht mit Louis über ihren Verdacht, Sweeting-Aldren Industries könne dieses und andere Erdbeben ausgelöst haben. In einer Ausgabe des „Bulletin of the Geological Society of America“ vom Juli 1969 las sie einen Artikel über „Eine Theorie der subkrustalen Erdölbildung“. Darin wurde die Meinung vertreten, Erdöl und Erdgas seien nicht ausschließlich fossilen Ursprungs. Vielmehr habe tiefer im Erdinneren eine Erdölsynthese aus elementaren Kohlenwasserstoffen stattgefunden. Als Autor wurde ein A. F. Krasner vom Forschungslaboratorium Chemie der Sweeting-Aldren Industries angegeben. Renée glaubt deshalb, der Chemiekonzern habe aufgrund von Krasners Theorie 1969 eine Tiefbohrung vorgenommen, sei dabei zwar nicht auf ein Erdöllager gestoßen, benutze jedoch seither den Schacht dazu, um heimlich Abwässer aus dem Werk in Peabody in die Tiefe zu pumpen. Das Einpumpen großer Flüssigkeitsmengen in den Untergrund könne im Lauf der Zeit dazu führen, dass Gestein verrutscht, erklärt Renée ihrem neuen Freund. Man spricht in diesem Zusammenhang von induzierter Seismizität. Renée will ihren Verdacht sofort publik machen, aber Louis rät ihr, damit noch zu warten:

„Wenn wir den Konzern stoppen, bevor etwas Schlimmeres passiert, retten wir vielleicht ein paar Menschenleben. Wenn wir aber abwarten, und es passiert tatsächlich etwas Schlimmes, und wir lassen die Chose erst dann auffliegen, dann haben wir ein Zeichen gesetzt. Dann sehen die Leute vielleicht, was für skrupellose Haie bei uns an den Schaltstellen der Macht sitzen.“ (Seite 228)

Renée folgt zwar Louis‘ Rat und alarmiert nicht die Medien, wendet sie aber sich an die Regionalverwaltung des Bundesamts für Umweltschutz und erläutert der stellvertretenden Amtsleiterin Susan Carver, was sie über die Ursachen der an der Ostküste eher unwahrscheinlichen Erdbeben denkt. Auf einen bloßen Verdacht hin will Susan Carver nichts unternehmen. Da habe sie lohnendere Aufgaben, meint sie.

Auf eigene Faust engagiert Renée einen Piloten für einen Rundflug über Peabody und fotografiert die Fabrikanlagen der Sweeting-Aldren Industries. Nach der Landung wird sie auf dem Flugplatz in Beverly von zwei Herren in Anzügen erwartet: Rod Logan, dem Sicherheitsbeauftragten der Sweeting-Aldren Industries, und seinem Asisstenten Bruce Feschting. Sie reißen ihren Film aus der Kamera und nehmen auch die Filmpatrone aus ihrer Handtasche an sich, ahnen allerdings nicht, dass Renée den im Flugzeug belichteten Film rechtzeitig in ihrer gefüllten Spucktüte versteckt hat.

Als sie in Peabody Leute befragt, ob ihnen auf dem Fabrikgelände vor etwa zwanzig Jahren eine Art Turm aufgefallen sei, stößt sie auf die Witwe Jurene Caddulo, die sich nicht nur daran erinnern kann, sondern auch noch Familienfotos hat, auf denen im Hintergrund ein Bohrturm zu erkennen ist. „Februar 1970“ lautet der Aufdruck auf der Rückseite der Schnappschüsse.

Renée notiert:

Die jüngste seismische Aktivität in Peabody, Mass., und die Bebenserie von 1987 weisen übereinstimmend Charakteristika von Schwarmbeben auf, wie sie in dokumentierten Fällen induzierter Seismizität beobachtet wurden […] Kürzlich aufgetauchtes Foto- und Archivmaterial deutet […] klar darauf hin, dass die in Peabody ansässigen Sweeting-Aldren Industries in den Jahren 1969/70 eine Probebohrung in eine Tiefe von über 6 km niedergebracht haben und dass dieses Bohrloch später zur Entsorgung von Schadstoffen genutzt wurde. (Seite 422)

Weil der Kurs der Sweeting-Aldren Industries und die Immobilienpreise in Ipswich nach dem letzten Beben um zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent gefallen sind, überlegt Melanie Holland, ob sie ihr Erbe schnellstmöglich verkaufen soll oder warten, bis der Wert wieder steigt. Sie trifft sich mit Renée Seitchek, um die Einschätzung der Seismologin zu hören. Melanies Anwalt Henry Rudman von der Sozietät Arger, Kummer & Rudman vermittelt schließlich einen Vertrag zwischen den beiden Damen, in dem die Millionenerbin sich verpflichtet, der Wissenschaftlerin bis zu 600 000 Dollar zu zahlen, wenn sich deren Einschätzung der Kursentwicklung als richtig erweist. Dafür erhält sie von Renée den Rat, die Aktien der Sweeting-Aldren Industries zu verkaufen.

Bevor Louis Renée kennen lernte, war er mit Lauren Bowles befreundet gewesen. Aber die hatte statt ihn Emmett Andrew Osterlitz aus Beaumont geheiratet. Eines Tages taucht Lauren unerwartet bei Louis auf und erklärt ihm, sie habe einen großen Fehler gemacht und Emmett inzwischen verlassen, denn sie liebe nur Louis. Renée, die ebenfalls anwesend ist, erwartet, dass Louis der Besucherin auf der Stelle die Situation klar macht. Als er es nicht tut, verlässt sie ihn und will nichts mehr von ihm wissen.

Das Kind, das Renée von Louis erwartet, lässt sie in einer Klinik abtreiben, vor der Philip Stites und Mitglieder seiner „Kirche der christlichen Aktion“ gerade gegen Abtreibungen protestieren. Als sie nach dem Eingriff wieder auf die Straße kommt, nimmt sie einer Demonstrantin das Megaphon aus der Hand und gibt bekannt, dass sie in den letzten Monaten mit mehr als einem Mann Geschlechtsverkehr hatte und ihre Schwangerschaft soeben abbrechen ließ. Dann steigt sie zu ihrem Kollegen Howard Chun, der sie abholt, ins Auto. Er fährt los, kommt jedoch keine zehn Meter weit; da feuert jemand aus einer schwarzen Limousine mit einem Revolver und trifft Renée mehrmals. Schwer verletzt wird sie ins Krankenhaus gebracht und operiert.

Durch die Erschütterung über den Mordanschlag auf Renée kommt Louis nach langer Zeit wieder einmal mit seinem Vater ins Gespräch. Dabei erzählt er ihm von Renées Vermutung, Sweeting-Aldren Industries habe die Erdbeben in der Gegend durch das heimliche Einpumpen von Abwässern in einen um 1969 gebohrten Schacht verursacht. Bob Holland weiß, dass der Chemiekonzern während des Vietnamkriegs jeden Monat Entlaubungsmittel für 20 Millionen Dollar verschiffte und dazu noch Napalm. Sweeting-Aldren Industries schwamm damals im Geld und konnte es sich wohl leisten, eine Tiefbohrung durchzuführen. Bob teilt seinem Sohn mit, was er über dessen Großvater weiß:

Die Fusion der Unternehmen Sweeting und Aldren war von der Anwaltskanzlei Troob, Smith, Kernaghan & Lee betreut worden. Jack Kernaghan arbeitete von da an als Berater des Konzerns, und mit sechsundfünfzig wurde er Vorstandsmitglied. Er prahlte damit, wieviele Frauen er erobert hatte. 1969 fing im Forschungslaboratorium von Sweeting-Aldren Industries eine Anna Krasner an, bei der die Annäherungsversuche des sehr viel älteren Vorstandsmitgliedes scheiterten. Die Chemikerin glaubte, unter Massachusetts sei ein riesiges subkrustales Erdölfeld zu finden, veröffentlichte darüber einen Artikel im „Bulletin of the Geological Society of America“ und schlug dem Vorstandsmitglied Tabscott vor, vier Meilen tief zu bohren. Tabscott war nicht bereit, 5 Millionen Dollar für eine aberwitzige Theorie auszugeben, aber Kernaghan brachte ihn dazu, seine Meinung zu ändern: Falls sie kein Öl fanden, konnten sie den Bohrschacht verwenden, um Prozessabwasser des Stammwerks in Peabody unbemerkt zu entsorgen: 4000 Kubikmeter pro Jahr. Damit würde sich das Projekt in jedem Fall rechnen. So wurde Anna Krasner doch noch Kernaghans Geliebte.

Seine eifersüchtige Sekretärin Rita wunderte sich darüber und begann, Anna zu beobachten, Telefongespräche zu belauschen und heimlich Aktenschränke zu öffnen. Schließlich konfrontierte sie ihre Rivalin damit, dass man das Bohrloch für die illegale Entsorgung hochgiftiger Chemikalien verwendete und Jack Kernaghan von Anfang an nicht geglaubt hatte, auf Öl zu stoßen. Kurz darauf verschwand Anna. (Sie lebt inzwischen mit ihrem Ehemann und drei Kindern in London.)

1972, einen Tag vor Kernaghans zweiundsiebzigsten Geburtstag, an dem er in Ruhestand ging, eröffnete Rita ihm, sie habe alles über das Bohrloch dokumentiert. Eigentlich wollte sie ihn um Geld erpressen, aber Jack Kernaghan brachte die verliebte Frau dazu, ihn stattdessen zu heiraten. Das war vorteilhafter. Um ganz sicher zu gehen, dass sie nichts gegen ihn bzw. Sweeting-Aldren Industries unternahm, schichtete er sein gesamtes Portfolio in Aktien des Unternehmens um.

Louis versucht, Renée im Krankenhaus zu besuchen, aber deren misstrauische Mutter Elizabeth („Liz“) Seitchek lässt ihn nicht ins Zimmer. Ihr Mann Daniel verspricht immerhin, seiner Tochter auszurichten, dass Louis sie liebe. Mit einem im Treppenhaus versteckten Ersatzschlüssel öffnet Louis Renées Wohnungstür und sieht sich in ihrem Apartment um. Er weiß, dass sie stapelweise Unterlagen über Sweeting-Aldren Industries gesammelt hatte, aber davon findet er kein einziges Blatt mehr. Auch in ihrem Institut in Harvard sucht er vergeblich nach Aufzeichnungen über den Chemiekonzern. Daraufhin ruft er Liz Seitchek an und ersucht sie, Renée mitzuteilen, dass möglicherweise Sweeting-Aldren Industries hinter dem Mordanschlag stecke. Jetzt darf er ans Krankenbett ihrer Tochter.

Als Louis auch Peter Stoorhuys von seinem Verdacht erzählt, fährt dieser mit ihm und Eileen zu seinen Eltern. Er hat sich schon gewundert, warum sein Vater für das Haus eine Erdbebenversicherung abschloss, obwohl das in diesem Gebiet überhaupt nicht üblich war. Überdies liegen in Peters Elternhaus acht Gasmasken bereit. Peter konfrontiert seinen Vater mit der Beschuldigung, auf Renée Seitchek geschossen zu haben. Ohne sich zu verteidigen, fährt Mr Stoorhuys daraufhin mit seinem Porsche weg.

Kurz darauf erschüttert ein neues Erdbeben das Haus. Putz blättert von den Decken, Bücherschränke kippen um, Geschirr zerbricht. Louis, Eileen und Peter rasen nach Ipswich. Auch dort ist das Innere des Hauses verwüstet. Melanie Holland sitzt im Garten und trinkt Champagner darauf, dass sie die Aktien der Sweeting-Aldren Industries verkaufte.

Das Stammwerk des Chemiekonzerns in Peabody wird bei dem Erdbeben durch Explosionen und einen Großbrand völlig zerstört. Unter den Firmenangehörigen gibt es 23 Tote und 110 Verletzte. Im Firmenarchiv entdecken Feuerwehrleute einen Kanister mit Brandbeschleuniger; die Sprinkleranlage war manuell außer Betrieb gesetzt worden. Das mit Giftablagerungen verseuchte Gelände muss abgesperrt werden. Das FBI ermittelt, dass Sandy Aldren, der CEO des Unternehmens, 30 Millionen Dollar nach St. Kitts überweisen ließ. Im Süden der Karibikinsel stehen drei Strandvillen der Sweeting-Aldren Industries, die bisher als Gästehäuser und Feriendomizile für leitende Angestellte benutzt wurden. Dorthin haben sich Aldren, Tabscott, Stoorhuys, der Firmenjustitiar und der Finanzvorstand geflüchtet. Aldrens dreiundzwanzigjährige Ehefrau Kim und Tabscotts sechsundzwanzigjährige Freundin Sondra sind auch dort. Die Regierung von St. Kitts und Nevis weigert sich, die Herren an die USA auszuliefern.

Das Zentrum der „Kirche der christlichen Aktion“ stürzte bei dem Erdbeben ein, wie es Renée erwartet hatte. Reverend Philip Stites will Zelte aufstellen lassen, aber die Mitglieder seiner Sekte gehen auseinander, denn sie sind enttäuscht darüber, dass Gott ihr Gebäude nicht vor der Zerstörung bewahrte. Stites zieht sich nach Omaha, Nebraska, zurück.

Gegen ihn wie gegen Sweeting-Aldren Industries und den Staat Massachusetts werden eine Serie von Zivilklagen mit Millionenforderungen eingereicht.

Louis besucht Renée täglich im Krankenhaus, und als sie entlassen wird, zieht er zu ihr und umsorgt sie liebevoll. Als sie dazu in der Lage ist, fährt er mit ihr nach Ipswich zu seiner Mutter. Melanie übergibt Renée in seinem Beisein gegen eine entsprechende Quittung einen Scheck über 600 000 Dollar, aber die Seismologin verbrennt das Papier in einem Aschenbecher.

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In dem ambitionierten, komplexen und gesellschaftkritischen Roman „Schweres Beben“ von Jonathan Franzen geht es um Konsumgier, Wirtschaftskriminalität, Umweltschutz, Abtreibung, Religion, Liebe und persönliche Verantwortung. (Ob die Parallele von Abtreibung und Abwasser-Entsorgung gewollt ist?) Im Mittelpunkt steht eine zerrüttete US-amerikanische Familie: Bob Holland, ein früher politisch links engagierter Geschichtsprofessor, seine Frau Melanie, eine auf ihren Vorteil bedachte Aufsteigerin, deren verwöhnte Tochter Eileen und der Sohn Louis, ein dreiundzwanzigjähriger Elektrotechniker ohne jeden beruflichen Ehrgeiz. Nicht durch ein „schweres Beben“, sondern durch ein Erdbeben, das so leicht ist, dass beispielsweise Louis Holland gar nichts davon merkt, wird eine Kette von Ereignissen ausgelöst, die mit psychischen Erschütterungen von Romanfiguren und deren Beziehungen korrespondieren. Aber es dauert ein paar hundert Seiten, bis die Handlung dynamisch und spannend wird, denn Jonathan Franzen geht nicht nur auf viele Themen ein, sondern auch auf Nebensächlichkeiten und Biografien von Randfiguren. (So ist beispielsweise dem aus Taiwan stammenden Seismologen Howard Chun ein ganzes Kapitel gewidmet.) Deshalb ist „Schweres Beben“ nur für geduldige Leserinnen und Leser eine lohnende Lektüre.

Dass durch das Einpumpen von Abwässern in einen tiefen Schacht eine Serie kleinerer Erdbeben ausgelöst werden kann, ist übrigens keine Erfindung von Jonathan Franzen: Das passierte Mitte der Sechzigerjahre in Denver, Colorado, tatsächlich.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2005
Textauszüge: © Rowohlt Verlag

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