Teufel in Blau

Teufel in Blau

Teufel in Blau

Teufel in Blau – Originaltitel: Devil in a Blue Dress – Regie: Carl Franklin – Drehbuch: Carl Franklin, nach dem Roman "Teufel in Blau" von Walter Mosley – Kamera: Tak Fujimoto – Schnitt: Carole Kravetz – Musik: Elmer Bernstein – Darsteller: Denzel Washington, Tom Sizemore, Jennifer Beals, Don Cheadle, Maury Chaykin, Terry Kinney, Mel Winkler, Albert Hall, Lisa Nicole Carson, Jernard Burks, David Wolos-Fonteno, John Roselius, Beau Starr, Steven Randazzo, Scott Lincoln, L. Scott Caldwell, Joseph Latimore, Renée Humphrey u.a. – 1995; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Der Afroamerikaner Ezekiel ("Easy") Rawlins wird 1948 in Los Angeles arbeitslos. Um die Hypotheken für sein Haus abbezahlen zu können, braucht er einen neuen Job. Deshalb lässt er sich mit dem zwielichtigen Weißen DeWitt Albright ein, der ihm 100 Dollar dafür anbietet, dass er Daphne Monet findet, die ihren Geliebten Todd Carter verlassen hat, einen der beiden Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters. Bevor Easy sich versieht, wird er mit zwei Morden in Verbindung gebracht ...
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Kritik

Bei "Teufel in Blau" handelt sich um einen stilsicheren film noir, der ohne Effekthascherei auskommt. Carl Franklin setzt auf Retro-Romantik, Atmosphäre, leise Töne und einen überzeugenden Hauptdarsteller: Denzel Washington.
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Los Angeles im Sommer 1948. Der aus Houston, Texas, stammende Afroamerikaner Ezekiel („Easy“) Rawlins (Denzel Washington) verliert seinen Arbeitsplatz in einer Fabrik. Er ist einer der wenigen Schwarzen in Los Angeles, die ein eigenes Haus bewohnen. Das will er nicht verlieren. Um die Hypotheken abbezahlen zu können, braucht er allerdings einen neuen Job.

Der mit ihm befreundete Wirt Joppy (Mel Winkler) macht ihn mit DeWitt Albright (Tom Sizemore) bekannt, einem zwielichtigen Weißen, der Easy 100 Dollar dafür anbietet, dass er herausfindet, wo Daphne Monet (Jennifer Beals) zu finden ist. Albright lässt Easy glauben, dass er im Auftrag des reichen Bürgermeisterkandidaten Todd Carter (Terry Kinney) handelt: Daphne war dessen Geliebte, aber sie verließ ihn kürzlich, und nun möchte er sie zurückgewinnen. Misstrauisch fragt Easy, ob er wirklich nicht mehr machen müsse, als Daphne aufzuspüren, und als Albright ihm das versichert, willigt er zögernd ein. Er ahnt, dass er sich damit Ärger einhandelt, aber er benötigt das Geld.

Easy hört sich in den illegalen Jazz-Clubs um, trifft dort einen Bekannten namens Dupree Brouchard (Jernard Burks) und lernt durch ihn Coretta James (Lisa Nicole Carson) kennen, die behauptet, mit Daphne befreundet zu sein. Damit ködert sie Easy: Er schleppt ihren sturzbetrunkenen Lover Dupree nach Hause und verbringt den Rest der Nacht mit Coretta im Bett. Am Morgen verrät sie ihm, dass Daphne sich bei einem Mann namens Frank Green (Joseph Latimore) versteckt.

Die Adresse übergibt Easy seinem Auftraggeber bei einem Treffen in Malibu.

Damit, glaubt Easy, sei seine Aufgabe erledigt. Doch als er nach Hause kommt, wird er von den Detectives Miller (Beau Starr) und Mason (John Roselius) verhaftet. Bei der Vernehmung packen sie ihn brutal an: Sie wissen, dass er die Nacht mit Coretta verbrachte. Deshalb steht er unter Mordverdacht: Sie wurde am frühen Morgen erschlagen. Weil ihm die Cops nichts nachweisen können, lassen sie ihn schließlich wieder laufen.

Easy geht zu Fuß nach Hause. Unterwegs hält eine Limousine neben ihm, und der Chauffeur (Brendan Kelly) fordert ihn zum Einsteigen auf. Im Fond sitzt Matthew Terell (Maury Chaykin), der Konkurrent von Todd Carter bei der Bürgermeisterwahl. Er hat einen kleinen Jungen bei sich. Coretta habe als Telefonistin in seinem Wahlkampfbüro gearbeitet, erzählt er Easy und fragt ihn nach Daphne Monet. Easy verrät ihm nichts, lehnt es ab, sich nach Hause fahren zu lassen und nimmt auch kein Geld für ein Taxi von Terell an.

Kaum ist er zu Hause, da ruft Daphne an. Sie weiß, dass er nach ihr sucht und fordert ihn auf, zu ihr ins Hotel „Ambassador“ zu kommen. Die Adresse, die Easy von Coretta bekam, war also falsch.

Im Hotel erklärt Daphne ihm, sie wolle zu Todd Carter zurückkehren, aber auf dem Weg noch etwas erledigen. Easy soll sie zu einem gewissen Richard McGee (Scott Lincoln) fahren, der angeblich einen an Daphne adressierten Brief irrtümlich zugestellt bekam.

McGee liegt tot in seinem Haus. Man hat ihn ermordet und die Räume durchwühlt. Während Easy sich umsieht, flüchtet Daphne mit dem Auto.

Bei ihm zu Hause wartet Albright mit ein paar Kumpanen auf ihn: Er hat inzwischen festgestellt, dass die Adresse, die Easy ihm nannte, falsch war und ist deshalb verärgert, aber er gibt Easy noch eine Chance, Daphne zu finden.

Easy, der inzwischen mit zwei Morden in Verbindung gebracht werden kann, droht die Sache über den Kopf zu wachsen. Deshalb ruft er Rayman („Mouse“) Alexander (Don Cheadle) in Houston an, einen kriminellen Bekannten, der angeblich vor fünf Jahren jemandem umbrachte. Der soll ihm beistehen.

Um bis zur Ankunft von Mouse mehr über die Zusammenhänge herauszufinden, sucht Easy Todd Carter auf und fragt ihn, warum Albright für ihn nach Daphne suche. Carter kennt Albright nicht und gab auch keinen entsprechenden Auftrag, aber er ist bereit, Easy 1000 Dollar für die weitere Suche nach Daphne zu bezahlen.

Aufgrund der Unterredung mit Carter durchschaut Easy, dass Albright für dessen Konkurrenten arbeitet. Aber was will Terell von Daphne?

Aus dem Hinterhalt wird Easy von einem Fremden überfallen. Als dieser ihm bereits ein Messer an den Hals setzt, trifft Mouse ein. Er hat eine Pistole in der Hand und zwingt den Angreifer, von Easy abzulassen. Nachdem Mouse ihm unnötigerweise in die Schulter geschossen hat, flüchtet der Mann, bei dem es sich um Frank Green handelt.

Die Detectives Miller und Mason wollen Easy erneut verhaften, aber er kann sie überreden, ihm bis zum nächsten Morgen Zeit zu lassen, um den oder die Mörder von Coretta James und Richard McGee zu finden.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Mit Mouse zusammen fährt Easy zu Dupree Brouchard, der um Coretta trauert. Als er erwähnt, dass Coretta ihm eine Bibel schenkte, machen sie ihn betrunken und suchen nach dem Buch. Darin finden sie den Brief, den Daphne offenbar bei Richard McGee holen wollte. In dem Kuvert befinden sich Fotos, die Matthew Terell in eindeutigen Posen mit nackten Kindern zeigen.

Als Easy nach Hause kommt, wartet Daphne auf ihn. Sie bietet ihm 7000 Dollar für die Fotos und klärt ihn darüber auf, dass Frank nicht ihr Liebhaber, sondern ihr Bruder ist. Im nächsten Augenblick taucht Albright mit seinen Männern auf. Während sie Daphne zum Auto zerren, wollen sie von ihr wissen, wo die Fotos sind, aber sie verrät es ihnen nicht.

Easy bringt Joppy in seine Gewalt, von dem er inzwischen zu wissen glaubt, dass er Coretta und McGee ermordete, und der Wirt lotst ihn und Mouse zu Albrights Haus. Mouse soll Joppy im Wagen fesseln, während Easy sich zu einem der Fenster schleicht. Einer der Verbrecher erhitzt gerade im Kamin ein Eisen, um Daphne zu foltern. Easy zerschlägt ein Fenster und eröffnet das Feuer. Daphne wird befreit. Als Easy zum Wagen zurückkommt, liegt Joppy tot auf dem Boden. Mouse meint, er habe keine Zeit gehabt, ihn zu fesseln und ihn deshalb erschossen. Daraufhin drängt Easy den schießwütigen Gangster, wieder nach Texas zurückzukehren.

Obwohl Todd Carter Daphne liebt und sie heiraten will, verlässt sie mit ihrem Bruder die Stadt. Dafür bekam sie von Terells Familie 30 000 Dollar.

Die Fotos übergibt Easy dem neuen Bürgermeister Carter. Dafür erhält er den Rest seines Honorars sowie die Zusage, dass ihn die Polizei von jetzt an in Ruhe lassen wird.

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In dem Thriller „Teufel in Blau“, der 1948 in Los Angeles spielt, geht es um einen Morast aus politischen Intrigen, Korruption, Päderastie, Mord, polizeilichen Übergriffen und Rassismus. Auch am Ende bleiben einige Einzelheiten der Handlung unklar, aber das entspricht der Undurchschaubarkeit der dargestellten Machenschaften.

Wenn es sich bei dem Protagonisten nicht um einen Afroamerikaner handeln würde, könnte man glauben, Sam Spade oder Philip Marlowe vor sich zu haben. „Teufel in Blau“ wirkt, als hätte Dashiell Hammett oder Raymond Chandler die Romanvorlage geschrieben. Tatsächlich stammt sie von Walter Mosley („Devil in a Blue Dress“, New York 1990; „Teufel in Blau“, Übersetzung von Thomas Mohr: München 1992). Filme wie „Tote schlafen fest“, „Chinatown“ und „L. A. Confidential“ könnte man mit „Teufel in Blau“ assoziieren. Es handelt sich um einen stilsicheren film noir, der ohne Effekthascherei auskommt. Carl Franklin setzt auf Retro-Romantik, Atmosphäre und leise Töne. Während man Jennifer Beals die femme fatale bzw. den „Teufel in Blau“ nicht abnimmt, ist Denzel Washington die Darstellung eines differenzierten Charakters überzeugend gelungen.

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Inhaltsangabe und Filmkritik: © Dieter Wunderlich 2009

Carl Franklin: High Crimes. Im Netz der Lügen
Carl Franklin: Out of Time

Martin Walser - Ein sterbender Mann
Der Protagonist äußert sich in Briefen, Mails, Postings, Selbst­ge­sprächen ... Eingestreut sind auch Texte anderer Figuren. Daraus ergibt sich eine heterogene Mixtur selbst­ironischer, tragikomischer, sarkas­tischer, grotesker, satirischer Passa­gen: "Ein sterbender Mann" von Martin Walser.
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