Ehekrieg

Ehekrieg

Ehekrieg

Ehekrieg – Originaltitel: Adam's Rib – Regie: George Cukor – Drehbuch: Ruth Gordon, Garson Kanin – Kamera: George J. Folsey – Schnitt: George Boemler – Musik: Miklós Rózsa – Darsteller: Spencer Tracy, Katharine Hepburn, Judy Holliday, Tom Ewell, David Wayne, Jean Hagen, Hope Emerson, Eve March, Clarence Kolb, Emerson Treacy, Polly Moran, Will Wright, Elizabeth Flournoy u.a. – 1949; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Als Doris Attinger ihren Ehemann in flagranti ertappt, schießt sie in blinder Wut mit einer Pistole um sich und verletzt ihn. Staatsanwalt Adam Bonner, der die Anklage gegen sie vertritt, strebt eine Verurteilung wegen Mordes an. Seine Ehefrau Amanda, eine Rechtsanwältin, zeigt dagegen Verständnis für die Verzweiflung der Betrogenen und übernimmt die Verteidigung, damit Doris nicht zum Opfer männlicher Vorurteile wird ...
Weiterlesen

Kritik

Die längst zum Klassiker gewordene Screwball-Komödie "Ehekrieg" von George Cukor zeichnet sich durch witzig-pointierte Dialoge und eine hervorragende Besetzung aus.

Weiterlesen

Doris und Warren Attinger (Judy Holliday, Tom Ewell) sind seit neun Jahren verheiratet und haben drei Kinder im Alter von acht, sieben und sechs Jahren. Seit längerer Zeit wird Doris von ihrem Mann geschlagen, und er betrügt sie mit anderen Frauen. Als der Versicherungsvertreter wieder einmal drei Nächte lang ausbleibt, kauft Doris sich eine Pistole samt Gebrauchsanleitung, lauert ihm auf und schleicht ihm nach. In einer Wohnung ertappt sie ihn bei einer Umarmung mit der Mieterin Beryl Caighn (Jean Hagen), die nichts außer einem schwarzen Negligé trägt. In ihrem Zorn schießt Doris mehrmals mit der Pistole, zielt dabei jedoch nicht, sondern kneift die Augen zu. Warren Attinger wird verletzt ins Krankenhaus gebracht. Seine Geliebte kommt mit dem Schrecken davon. Doris Attinger lässt sich widerstandslos festnehmen.

Am nächsten Morgen, beim Frühstück, lesen Adam und Amanda Bonner (Spencer Tracy, Katharine Hepburn) davon in der Zeitung. Im Gegensatz zu Doris und Warren Attinger führen die beiden eine harmonische Ehe. Bei der Diskussion über den Fall geraten die beiden Juristen – Adam ist Staatsanwalt, Amanda führt eine Anwaltskanzlei – jedoch aneinander. Während Amanda Verständnis für die betrogene Ehefrau zeigt, pocht Adam auf die Gesetze und tritt für eine Mordanklage ein.

Im Büro erfährt Adam Bonner, dass man ihm die Anklage gegen Doris Attinger zugeteilt hat. Darüber beklagt er sich in einem Telefongespräch mit seiner Frau. Er befürchtet, dass Amanda ihm während des Prozesses jeden Abend eine Diskussion darüber aufzwingen wird. Aber es kommt noch schlimmer!

Amanda Bonner beauftragt sogleich ihre Sekretärin, einen Kontakt zu der Angeklagten herzustellen und übernimmt die Verteidigung. Sie geht nämlich davon aus, dass Doris Attinger mit einem Pflichtverteidiger an ihrer Seite keinen fairen Prozess bekäme, weil Männer es augenzwinkernd tolerieren, wenn einer von ihnen seine Frau betrügt, während sie eine Verzweiflungstat der Betrogenen niemals hinnehmen.

Adam ist entsetzt, als er herausfindet, dass er im Gerichtssaal seiner Frau gegenüberstehen wird.

Amanda kämpft nicht nur um ein gerechtes Urteil im konkreten Fall, sondern für die Gleichbehandlung von Männern und Frauen zum Beispiel vor Gericht und die Gleichberechtigung der Frau im Allgemeinen. Dabei scheut sie auch nicht davor zurück, den Staatsanwalt lächerlich zu machen.

Die unterschiedlichen Auffassungen drohen die Ehe der Bonners zu zerstören. Adam zieht aus und begegnet seiner Frau fortan nur noch im Gerichtssaal.

Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.

Am Ende wird Doris Attinger von den Geschworenen für nicht schuldig befunden und vom Gericht freigesprochen.

Nach Einbruch der Dunkelheit überrascht Adam seine Frau bei dem Nachbarn Kip Lurie (David Wayne), der längst ein Auge auf sie geworfen hat und den er nicht ausstehen kann. Er richtet eine Pistole auf ihn. Erschrocken ruft Amanda, niemand habe das Recht auf Selbstjustiz. Da schiebt Adam sich unvermittelt den Lauf der Waffe in den Mund – und beißt ab: Es handelt sich um ein Imitat aus Schokolade.

Während eines Termins bei ihrem Steuerberater Jules Frikke (Emerson Treacy) begreifen Adam und Amanda, dass ihre Ehe nicht durch Meinungsverschiedenheiten aufs Spiel gesetzt werden darf. Spontan beschließen sie, in ihr Landhaus zu fahren.

Dort überrascht Adam seine Frau mit der Ankündigung, er wolle sich von den Republikanern zum Oberstaatsanwalt wählen lassen. Amanda kontert mit der Überlegung, sie könne mit Unterstützung der Demokraten für seine dann freie Stelle in der Staatsanwaltschaft kandidieren.

nach oben

In der Screwball-Komödie „Ehekrieg“ treten George Cukor (Regie), Ruth Gordon und Garson Kanin (Drehbuch) für die Gleichberechtigung der Geschlechter im Allgemeinen und die Gleichbehandlung von Männern und Frauen vor Gericht im Besonderen ein.

Der unterhaltsame Komödienklassiker zeichnet sich durch witzig-pointierte Dialoge und eine hervorragende Besetzung aus.

Katharine Hepburn (1907 – 2003) und Spencer Tracy (1900 – 1967) drehten nicht nur neun Filme zusammen, sondern waren auch fünfundzwanzig Jahre lang ein heimliches Paar. Freunde wussten zwar von ihrer Beziehung, aber die Öffentlichkeit erfuhr davon erst nach Spencer Tracys Tod. Die beiden wohnten nie zusammen, sie übernachteten in getrennten Hotelzimmern und bemühten sich auch sonst um Diskretion. Spencer Tracy, der mit der Bühnenschauspielerin Louise Treadwell (1896 – 1983) verheiratet war und zwei Kinder mit ihr hatte, ließ sich als gläubiger Katholik nicht scheiden. Katharine Hepburn half Spencer Tracy, mit seiner Alkoholkrankheit umzugehen, und in den letzten fünf Jahren seines Lebens stellte sie ihre eigene Karriere zurück, um ihn zu pflegen. Aus Rücksicht auf seine Angehörigen nahm Katharine Hepburn nicht an seiner Beerdigung teil.

Für das Drehbuch erhielten Ruth Gordon und Garson Kanin eine „Oscar“-Nominierung.

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2010

George Cukor: Das Haus der Lady Alquist

Luigi Malerba - Die nackten Masken
Kritik:
In seinem historischen Kriminalroman "Die nackten Masken" erzählt Luigi Malerba mit Witz und Fantasie über das opulente Leben der römischen Kardinäle in der Spätrenaissance.

Die nackten Masken

Luigi Malerba

Die nackten Masken

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.

Alte Homepage: