Jurek Becker : Jakob der Lügner

Jakob der Lügner
Jakob der Lügner Erstausgabe: Aufbau-Verlag, Berlin 1969 Neuausgabe: Suhrkamp Verlag, Frankfurt/M 2007 Mit einem Nachwort von Louis Begley ISBN 3-518-41944-1
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Um einen verzweifelten Leidensgenossen im Ghetto vor einem gefährlichen Vorhaben abzuhalten, erzählt ihm Jakob Heym vertraulich von einer hoffnungsvollen Nachricht, die er zufällig erfuhr, und um glaubwürdig zu sein, lügt er und behauptet, ein Radio zu besitzen – was Juden bei Todesstrafe verboten ist ...

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Kritik

Obwohl er selbst im Ghetto von Lodz aufwuchs und seine Mutter von den Nationalsozialisten ermordet wurde, gelingt es Jurek Becker, in "Jakob der Lügner" ohne pathetische Anklagen, aber mit viel Humor vom Leben unter der nationalsozialistischen Willkür zu erzählen.
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Der Erzähler fiel mit neun von einem Apfelbaum, acht Jahre später war er zum ersten Mal mit einem Mädchen zusammen, unter einer Buche, und vor einiger Zeit wurde seine Frau Chana von den Nationalsozialisten unter einem Baum erschossen (was für ein Baum es war, vergaß er zu fragen). Im Ghetto von Lodz waren Bäume und andere Pflanzen streng verboten.

Die Geschichte, die er uns erzählt, trug sich Ende 1944 im Ghetto von Lodz zu.

Es ist bereits dunkel, als Jakob Heym auf dem Kurländischen Damm vom Scheinwerfer des Kontrollturms erfasst wird. Der Posten behauptet, es sei nach 20 Uhr, also herrsche Ausgangssperre. Jakob Heym kann es nicht nachprüfen, denn ihm und den anderen Juden wurden längst alle Uhren abgenommen, und außerdem hätte es keinen Sinn, dem Deutschen zu widersprechen. Jakob Heym muss sich beim Wachhabenden im Revier melden und um eine gerechte Strafe bitten.

Aus dem Revier, das die Bewacher des Ghettos im früheren Finanzamt eingerichtet haben, ist noch kein Jude lebend wieder herausgekommen. Aber Jakob Heym bleibt nichts anderes übrig, als dem Befehl zu folgen, denn der Scheinwerferkegel folgt ihm bis zur Eingangstür. Ängstlich schleicht er durch den Korridor. Plötzlich geht eine der Türen auf. Aus dem Büro hört Jakob Heym ein Radio:

„In einer erbitterten Abwehrschlacht gelang es unseren heldenhaft kämpfenden Truppen, den bolschewistischen Angriff zwanzig Kilometer vor Bezanika zum Stehen zu bringen.“

Gleich darauf wird die Tür wieder geschlossen. Bezanika liegt im Südosten, nur 400 oder 500 km entfernt. Jakob Heym kann es kaum glauben, dass die Rote Armee schon so nah ist.

Der Wachhabende schläft auf einem schwarzen Ledersofa. Jakob Heym muss mehrmals klopfen, bis er erwacht. Auf der Schreibtischuhr sieht er, dass es erst 19.36 Uhr ist. Der Wachtposten hat sich also einen Scherz erlaubt. Einen Scherz, der Jakob Heym das Leben kosten kann! Doch er hat Glück: Der Wachhabende schickt ihn einfach nach Hause.

Den Vorfall behält Jakob Heym besser für sich, denn niemand würde ihm glauben, dass er lebend aus dem Revier gekommen ist; man hielte ihn wohl für einen Spitzel.

Am nächsten Morgen entlädt er mit anderen Männern am Güterbahnhof einen Zug mit Zementsäcken. Da merkt er, dass Mischa, ein 25-Jähriger, der einmal Boxer werden wollte, einen Waggon mit Kartoffeln entdeckt hat und – vom Hunger getrieben – auf eine Gelegenheit lauert, etwas von der Fracht zu stehlen. Um Mischa von dem überaus gefährlichen Vorhaben abzuhalten, erzählt Jakob Heym ihm, die Rote Armee sei bereits bis nach Bezanika vorgerückt und werde wohl bald das Ghetto befreien. Weil Mischa ihm nicht glaubt, lügt Jakob Heym: „Ich habe ein Radio!“

Am Abend sucht Mischa die Familie Frankfurter auf und hält bei Rosas Eltern um ihre Hand an. Aber Felix Frankfurter, der früher ein mittelmäßiger Schauspieler war, will nichts von Heiratsplänen wissen, weil er befürchtet, dass sie alle zusammen nicht mehr lange leben werden.

„Hört euch das an! Sein Schiff ist untergegangen, er schwimmt mitten auf dem Meer, weit und breit kein Mensch, der ihm hilft. Und er überlegt, ob er abends lieber ins Konzert geht oder in die Oper!“

Da erzählt Mischa die Neuigkeit von den Russen in Bezanika. Das schlägt wie eine Bombe ein. Sobald Mischa und Rosa die Wohnung verlassen haben, geht Felix Frankfurter mit seiner Frau in den Keller.

„Ich meine, auf einmal weiß die Gestapo, dass im Ghetto ein Radio ist. Und was machen die? Sie stellen sofort jede Straße auf den Kopf, Haus für Haus, sie geben nicht eher Ruhe, bis sie das Radio gefunden haben. Und wo finden sie eins?“

Entsetzt starrt seine Frau auf das Radio, das er aus einem Versteck holt. Sie ahnte nichts davon. Kein einziges Mal wagte er es einzuschalten, um sich nicht zu verraten, denn der Besitz eines Radios ist Juden bei Todesstrafe verboten. Jetzt zerlegt er das Gerät in tausend Einzelteile, die sich unauffällig beseitigen lassen.

Beim Essenfassen auf dem Güterbahnhof drängt Kowalski sich zu Jakob Heym durch. (Die beiden kennen sich seit Jahrzehnten. Damals besaß Kowalski einen Friseursalon, und Jakob Heym führte eine kleine Gaststätte. Aufgrund einer Abmachung brauchte Kowalski nichts zu bezahlen, wenn er jeden Abend bei Jakob Heym Kartoffelpuffer aß, und dieser konnte sich so oft er wollte, kostenlos im Friseursalon bedienen lassen. Weil man sich nicht so oft die Haare schneiden lassen konnte, ließ er sich den Bart abnehmen und jeden Tag rasieren.) Kowalski fragt:

„Gibt es Neuigkeiten?“
„Was für Neuigkeiten?“
„Stimmt das mit den Russen?“
„Mit was für Russen?“
„Mit was für Russen! Musst du mich so kränken, Jakob? hab ich dir je was Schlechtes getan? Besinn dich, Jakob, besinn dich, wer neben dir sitzt! Die ganze Welt weiß, dass er ein Radio hat, und mir, seinem einzigen und besten Freund, will er nichts sagen!“

Herschel Schtamm gehört zu den Ghettobewohnern, die befürchten, dass die Deutschen über kurz oder lang von dem Radio im Ghetto erfahren und dann alles auf den Kopf stellen werden. Deshalb fleht er Gott um eine Lösung an und glaubt schließlich, der tagelange Stromausfall in Jakob Heyms Straße gehe auf seine Gebete zurück.

Auch Professor Kirschbaum – früher ein berühmter Herzspezialist – macht Jakob Heym Vorwürfe, weil er sie alle durch sein Radio in Gefahr bringe.

Andere Ghettobewohner halten es ohne Nachrichten nicht mehr aus. Mischa schlägt vor, das Radio zu Kowalski zu bringen, der noch elektrischen Strom hat, aber der lehnt aufgeregt ab: er könne sich nicht auf die Leute in seinem Haus verlassen. Bei Jakob Heym sei das Radio sicherer.

Jakob Heym kann nicht mehr zurück. Als er merkt, wie durch die Neuigkeiten Hoffnung und neuer Lebensmut entstehen, beschließt er, weiterzumachen. Aber woher soll er die Meldungen nehmen?

Da beobachtet er eines Tages beim Abladen der Zementsäcke auf dem Güterbahnhof, wie einer der Bewacher mit einer Zeitung zu dem Toilettenhäuschen geht, das für die Deutschen reserviert ist. Eine Zeitung! Sie wird schon nicht zu alt sein. Hoffentlich lässt der Soldat noch etwas davon übrig.

… ich werde, wenn es gut geht, ein paar Gramm Nachrichten entführen und mache euch eine Tonne Hoffnung draus.

Sobald der Deutsche das Toilettenhäuschen verlassen hat, springt Jakob Heym hin und setzt sich hinein. Niemand außer den eigenen Leuten hat es bemerkt. Die Tür lässt sich nicht verriegeln, und als der Nächste austreten will, prallt er zurück und entschuldigt sich bei dem vermeintlichen Kameraden hinter der Zeitung. Aber er bleibt vor der Tür stehen. Jakob kann nicht mehr hinaus. Da lässt Kowalski in der Nähe einen Kistenstapel umstürzen. Wutschnaubend stürzt sich der Deutsche auf ihn und prügelt auf ihn ein. Währenddessen schlüpft Jakob Heym ins Freie.

Was steht in der Zeitung? Bemerkungen eines Gauleiters über eine Kunstausstellung, der Wunsch des spanischen Botschafters nach einem Ausbau der Beziehungen, ein Prozess gegen zwei vom jüdischen Weltkapital bezahlte Agenten vor dem Volksgerichtshof, und in München stieß ein Lkw mit einer Straßenbahn zusammen. Damit kann Jakob Heym nichts anfangen. Deshalb behauptet er von da an, das Radio sei kaputt.

Nachdem die Männer die Zementsäcke ausgeladen haben, wird ihnen befohlen, alles wieder in die Waggons zu schleppen.

Einmal erzählt Jakob Heym dem früheren Rechtsanwalt Leonard Schmidt, wie Kowalski dem Wucherer Porfir Geld schuldete und diesem der Schuldschein abhanden kam. Damals sagte Jakob Heym vor dem Staatsanwalt aus, sein Freund habe Porfir das Geld zurückgegeben.

„Sind Sie denn dabeigewesen?“, fragt Schmidt.
„Nicht die Spur. Aber Kowalski hat mir vorher alles Wort für Wort erklärt.“
„Aber wenn Sie nicht dabeigewesen sind, den Sachverhalt also nur vom Hörensagen kannten, hätten Sie doch gar nicht als Zeuge auftreten dürfen. Woher wollten Sie denn mit Sicherheit wissen, dass Kowalski diesem Herrn das Geld auch tatsächlich zurückgegeben hatte? Er hätte, ich will es ihm nicht unterstellen, aber es wäre immerhin denkbar, Kowalski hätte Sie doch belügen können, damit Sie zu seinen Gunsten aussagen?“
„Das glaube ich nicht“, sagt Jakob ohne langes Nachdenken. „Er hat viele schlechte Seiten, die kennt keiner so gut wie ich, aber ein Lügner ist er nicht. Er hat mir gleich gesagt, dass er Porfir das Geld nicht zurückgegeben hat. Woher hätte er es denn nehmen sollen?“
„Und obwohl Sie das wussten, haben sie vor dem Staatsanwalt ausgesagt, er hätte es in Ihrer Gegenwart zurückgezahlt?“
„Ja, natürlich.“

Aus einem verschlossenen Waggon auf dem Güterbahnhof hört Herschel Schtamm Stimmen. Er pirscht sich ganz heran, und um den Eingeschlossenen Mut zu machen, sagt er ihnen, die Russen seien nicht mehr weit von hier. Die anderen Juden schauen wie gebannt zu. Dadurch wird einer der Deutschen auf den Vorfall aufmerksam. Bedächtig legt er das Gewehr an und tötet Herschel Schtamm mit einem einzigen Schuss.

Jakob Heym macht sich Vorwürfe, weil der bis dahin so unauffällige Herschel Schtamm durch seine Lügengeschichten zum Helden wurde und das mit dem Leben bezahlen musste.

… du denkst dir eine große Waage mit zwei Schalen, auf eine legst du Herschel, auf die andere türmst du alle Hoffnung, die du im Laufe der Zeit unter die Leute gebracht hast, nach welcher Seite wird sie niedergehen? Die Schwierigkeit ist, du weißt nicht, wieviel Hoffnung wiegt, niemand wird es dir sagen, du musst alleine die Formel finden und einsam die Rechnung beenden.

Einige Tage später passt Kowalski seinen Freund auf dem Weg zum Güterbahnhof ab und stellt ihm Josef Najdorf vor, einen Rundfunkmechaniker, der sich trotz des Risikos bereit erklärte, das Radio zu reparieren. Da lügt Jakob Heym, das sei nicht mehr nötig, denn er habe den Fehler inzwischen selbst gefunden und das defekte Stromkabel ausgebessert.

Jakob Heym teilt sein Zimmer mit Josef Piwowa und Nathan Rosenblatt. Heimlich sorgt er für die achtjährige Lina. Deren Eltern wurden vor zwei Jahren von der Gestapo abgeholt, weil der Vater versehentlich eine Jacke ohne Judenstern angezogen hatte. Sie sahen ihre Tochter im Hinterhof spielen und ließen sie dort, während sie abgeführt wurden. Seither lebt Lina auf dem Speicher versteckt, und Jakob Heym isst oft selbst nichts, um ihr eine Mohrrübe oder eine Suppe bringen zu können.

Lina sucht nach dem Radio. Schließlich gibt Jakob Heym dem Drängen nach und schleicht mit ihr in den Keller. Sie dürfe das Radio zwar nicht sehen, aber ausnahmsweise hören, sagt er. Während sie auf einem Stuhl sitzt, spricht er hinter einem Bretterverschlag in leere Blechkannen und gaukelt ihr die Rundfunkübertragung eines Interviews mit Winston Churchill vor.

Ein Auto fährt ins Ghetto. Das geschieht selten. Die beiden SS-Offiziere Preuß und Meyer wollen zu Professor Kirschbaum, und als sie von dessen Schwester Else erfahren, dass er nicht zu Hause ist, warten sie auf ihn. Sobald er auftaucht, nehmen sie ihn mit zum Auto. Sturmbannführer Hardtloff, der Kommandant der Wachmannschaft, hatte am Morgen einen Herzanfall erlitten, und sein Leibarzt verlangte daraufhin die Hinzuziehung eines Spezialisten. Während der Fahrt öffnet Kirschbaum seine Ledertasche, nimmt ein Röhrchen heraus, schraubt es auf und schüttet sich zwei Tabletten in die Handfläche. Auf Preuß‘ fragenden Blick behauptet er, Sodbrennen zu haben, schluckt die Tabletten und bleibt sitzen wie zuvor. Preuß äußert Verständnis für Kirschbaums unangenehme Lage: Hilft er Hardtloff, verübeln ihm das die anderen Juden, tut er es nicht, kann man sich vorstellen, was mit ihm geschieht. Bei der Ankunft fällt Kirschbaum tot aus dem Auto. Hardtloff stirbt kurz darauf.

Der Erzähler nimmt den Einwand vorweg, er könne nicht wissen, was während der Autofahrt geschah, und erläutert, dass er nach dem Krieg Preuß in Westberlin ausfindig gemacht habe und sich von ihm berichten ließ, wie Professor Kirschbaum gestorben war.

Als Mischa erfährt, dass die Menschen in der Franziskanerstraße aus ihren Wohnungen geholt werden, eilt er zu der Fabrik, in der Rosa beschäftigt ist. Sie habe eine Stunde nach Arbeitsbeginn frei bekommen und sei nach Hause gegangen, sagt man ihm. Mischa holt sie auf dem Weg ein, behauptet, ebenfalls frei zu haben und nimmt sie mit zu sich. Später sieht sie aus dem Fenster eine lange Marschkolonne und erkennt Nachbarn aus der Franziskanerstraße. Mischa umklammert Rosa und zerrt sie mit Gewalt weg zum Fenster, damit sie ihre Eltern nicht sieht.

Einige Tage danach taucht Jakob Heym bei Mischa auf und bittet ihn, Lina vorübergehend bei sich aufzunehmen, denn er fühle sich krank. Mischa zögert, aber Rosa ist sofort einverstanden. Zu Hause trennt Jakob Heym die Judensterne ab. Dann geht er mit einer Kneifzange zum Zaun des Ghettos. Unmittelbar nach der Gewehrsalve, mit der er erschossen wird, hebt ein ohrenbetäubendes Donnern an: Die ersten russischen Panzer fahren auf. Das Ghetto wird befreit.

Das sei „ein Ende, das sich nie ergeben hat“, erklärt der Erzähler. „Nach dem erfundenen endlich das blaßwangige und verdrießliche, das wirkliche und einfallslose Ende“:

„Was meinst du, Kowalski, wieviel ein Mensch aushalten kann?“, fragt Jakob Heym. Dann gesteht er, dass er gar kein Radio besitzt und alles erfunden hat.

Am nächsten Morgen bemerkt er eine Menschenansammlung vor Kowalskis Wohnung. Sein Freund hat sich erhängt.

Die Deutschen räumen das Lager. Jakob Heym, Lina, der Erzähler und alle anderen Juden werden in einen Güterzug gepfercht und in ein Vernichtungslager transportiert. Nur der Erzähler überlebt.

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Obwohl er selbst im Ghetto von Lodz aufwuchs und seine Mutter von den Nationalsozialisten ermordet wurde, gelingt es Jurek Becker, ohne pathetische Anklagen, aber mit viel Humor in seinem 1969 erschienenen ersten Roman „Jakob der Lügner“ das Leben unter der nationalsozialistischen Willkür zu schildern. „Jakob der Lügner“ ist tragikomisch, aber Jurek Becker verharmlost nichts und verfällt auch keinem Euphemismus. Gerade weil er weder spektakuläre Szenen noch großartige Helden vorführt, sondern mit einfühlsamer Liebe zum Detail und vielen originellen Einfällen vom Alltagsleben der kleinen Leute in einem Ghetto erzählt, bleibt der Leser betroffen zurück.

Außergewöhnlich wie der Inhalt des Romans ist auch die Erzählstruktur. Jurek Becker führt gleich zu Beginn einen 46 Jahre alten Erzähler ein, der als einziger Ghettobewohner überlebte und die Geschichte 1967 aufschreibt. Meistens tritt der Erzähler hinter den Protagonisten Jakob Heym zurück, und wir erleben das Geschehen unmittelbar wie bei einem in der dritten Person geschriebenen Roman. Doch an mehreren Stellen meldet sich der Erzähler zurück, etwa mit einem Kommentar oder einem Hinweis auf seine Quellen. Dieser Wechsel der Perspektive könnte die (fiktive) Geschichte authentisch wirken lassen, aber das wird auch gleich wieder durchkreuzt, weil der Erzähler zugibt, einiges erfunden zu haben.

Mein wichtigster Gewährsmann ist Jakob […] Einiges weiß ich von Mischa, aber dann gibt es ein großes Loch, für das einfach keine Zeugen aufzutreiben sind. Ich sage mir, so und so muss es ungefähr gewesen sein, oder ich sage mir, es wäre am besten, wenn es so und so gewesen wäre, und dann erzähle ich und tue so, als ob es dazugehört …

Jurek Beckers bewegender Roman „Jakob der Lügner“ wurde 1974 von Frank Beyer und 1999 von Peter Kassovitz verfilmt. Es gibt den Roman „Jakob der Lügner“ auch in einer von Jurek Becker selbst gelesenen gekürzten Fassung.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2002 / 2007
Textauszüge: © Suhrkamp Verlag

Jurek Becker (Kurzbiografie)
Warschauer Ghetto
Holocaust

Frank Beyer: Jakob der Lügner
Peter Kassovitz: Jakob der Lügner

Jurek Becker: Bronsteins Kinder
Jurek Becker: Amanda herzlos

Martina Brandl - Schwarze Orangen
Bei "Schwarze Orangen" handelt es sich um eine Provinzposse. Die Geschichte ist nicht besonders ausgefeilt, und bei den Figuren handelt es sich um Klischees, aber wie Martina Brandl erzählt, ist amüsant.
Schwarze Orangen

Martina Brandl

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