Winston Churchill


30. November 1874: Winston Leonard Spencer Churchill wurde als Sohn des britischen Politikers Lord Randolph Spencer Churchill und dessen aus den USA stammender Ehefrau Jennie Jerome in Blenheim-Palace bei Woodstock geboren. Bei seinem Geburtsort handelte es sich um das Schloss seines Großvaters John Winston Spencer-Churchill, der als 7. Herzog von Marlborough dem Hochadel angehörte. Randolph erbte den Titel allerdings nicht, weil er der dritte Sohn des Herzogs war.

1881 – 1892: Als Sprössling des Hochadels besuchte Winston Churchill Eliteschulen in Ascot, Brighton und Harrow. Seine schulischen Leistungen waren mangelhaft.

1893: Nachdem Winston Churchill zweimal bei der Aufnahmeprüfung gescheitert war, wurde er Kadett bei der Royal Military Academy in Sandhurst.

Er las viel und begann, selbst zu schreiben.

1895 – 1899: Der Kavallerieleutnant Winston Churchill nahm als aktiver Soldat und Kriegsberichterstatter an mehreren Kolonialkriegen teil.

1898: Winston Churchill kämpfte bei der Niederschlagung des Mahdi-Aufstands im Sudan bei einer der letzten großen Kavallerieattacken der britischen Militärgeschichte mit (Schlacht von Omdurman).

1899: Er bewarb sich erfolglos bei einer Nachwahl um einen Sitz im britischen Unterhaus.

1899/1900: Den Zweiten Burenkrieg beobachtete er als Kriegsberichterstatter der Morning Post. Bei einem Eisenbahnüberfall der Buren geriet er in Gefangenschaft, aber er brach aus und schlug sich zur fast 500 Kilometer entfernten Delagoa-Bucht in der portugiesischen Kolonie Mosambik durch.

1900: Winston Churchill kandidierte als Mitglied der Konservativen Partei für den Wahlkreis Oldham.

März 1901: Er erhielt einen Sitz im britischen Unterhaus.

Mai 1904: Er wechselte zum sozialreformerischen Flügel der Liberalen Partei.

1906: Churchill wurde in der Regierung von Sir Henry Campbell-Bannerman Unterstaatssekretär für die Kolonien.

1908: Premierminister Herbert H. Asquith machte Winston Churchill zum Handelsminister.

September 1908: Winston Churchill heiratete in der St. Margaret’s Church in London Clementine Hozier.

Das Ehepaar bekam vier Töchter und einen Sohn: Diana (1909 – 1963), Randolph (1911 – 1968), Sarah (1914 – 1982), Marigold (1918 – 1921) und Mary (1922 – 2014).

1910: Churchill avancierte zum Innenminister.

November 1910: Aus einem Bergarbeiterstreik in der Nähe der walisischen Stadt Tonypandy entwickelte sich ein regelrechter Aufstand (Tonypandy Riot), der in schweren Straßenschlachten von der Polizei niedergeschlagen wurde. Churchill schickte nicht nur zusätzliche Polizisten aus London, sondern auch Soldaten nach Südwales.

Januar 1911: Der britische Innenminister Winston Churchill griff persönlich in eine blutige Schießerei der Londoner Polizei mit baltischen Anarchisten in der Sidney Street in London ein (Siege of Sidney Street, Battle of Stepney).

1911 – 1915: Als Erster Lord der Admiralität (Marineminister) rüstete Churchill die britische Flotte auf. Durch die von ihm angeordnete Umstellung von Kohle- auf Ölfeuerung erweiterte sich der Aktionsradius der Kriegsschiffe.

Oktober 1914: Churchill entsandte einen Schiffsverband zu den Falklandinseln, um das deutsche Ostasiengeschwader der Kaiserlichen Marine unter Vizeadmiral Graf Spee im Südatlantik zu vernichten.

Februar/März 1915: Um die Achsenmächte mit der Royal Navy anzugreifen, ließ Churchill gegen den Rat des Flottenchefs John Fisher zwei Landeunternehmen britischer, französischer, indischer, australischer und neuseeländischer Truppen auf der türkischen Halbinsel Gallipoli an den Dardanellen durchführen. Beide scheiterten.

Anfang Mai 1915: Gerüchten zufolge verhinderte Winston Churchill, dass die RMS „Lusitania“ auf dem Weg von New York nach Liverpool rechtzeitig vor einem deutschen U-Boot gewarnt wurde, um durch die erwartete Versenkung des britischen Passagierdampfers mit 128 US-Amerikanern an Bord den Kriegseintritt der USA zu erzwingen.

18. Mai 1915: Wegen der gescheiterten Dardanellen-Unternehmungen stellte Churchill sein Ministeramt zur Verfügung und übernahm für ein halbes Jahr die unbedeutende Position des Kanzlers des Herzogtums Lancaster.

November 1915: Churchill meldete sich freiwillig bei der Armee zurück.

Dezember 1915 / Januar 1916: Unter hohen Verlusten wurden die Truppen von den Dardanellen zurückgezogen.

1916: Als Abgeordneter kehrte Churchill in die Politik zurück.

Juli 1917: Premierminister David Lloyd George berief Churchill als Munitionsminister. In diesem Amt trieb Churchill den Bau von Panzern voran, deren Einsatz ein Jahr später maßgeblich zum Zusammenbruch der letzten deutschen Westoffensive beitrug.

1918 – 1921: Als Kriegs- bzw. Luftfahrtminister leitete Churchill nach dem Ersten Weltkrieg die britische Demobilisierung. Da er voraussah, dass sich Flugzeuge nicht nur bei der Aufklärung, sondern auch bei Luftangriffen im Hinterland des Kriegsgegners einsetzen ließen, förderte er den Aufbau einer Luftwaffe.

1921/22: Winston Churchill amtierte als Kolonialminister.

Oktober 1922: Der liberale Premierminister Lloyd George verlor die Unterhauswahlen und musste das Amt des Regierungschefs dem konservativen Politiker Andrew Bonar Law überlassen.

1924: Churchill wechselte von der Liberalen Partei zurück zu den Torys.

November 1924: Unter Premierminister Stanley Baldwin wurde er Schatzkanzler.

1929: Nach der Abwahl der Konservativen wurde Winston Churchill Kanzler der Universität Bristol.

Dezember 1931: Winston Churchill wurde in New York von einem Taxi angefahren und schwer verletzt.

1932: Bei einem Aufenthalt in München bemühte sich Churchill vergeblich um eine Unterredung mit Hitler.

Früher als die britische Regierung erkannte er die kriegerischen Absichten Hitlers und wandte sich gegen Neville Chamberlains Appeasementpolitik.

3. September 1939: Nach dem deutschen Überfall auf Polen erklärte Großbritannien dem Deutschen Reich den Krieg, und Chamberlain holte Churchill in das Amt des Ersten Lords der Admiralität zurück.

10. Mai 1940: Beim Beginn des Westfeldzugs der Wehrmacht rückte Winston Churchill an die Spitze einer Allparteienregierung und amtierte zugleich als Verteidigungsminister und Parteichef der Torys.

13. Mai 1940: In seiner ersten Rede als Regierungschef kündigte Churchill den Briten „blood, sweat and tears“ an.

18. Juni 1940: Churchill ermöglichte es dem französischen Brigadegeneral Charles de Gaulle, die Franzosen über BBC zur Fortsetzung des Kampfes aufzufordern.

3. Juli 1940: Um zu verhindern, dass die Vichy-Regierung die französische Marine den Deutschen überließ, befahl Churchill der Royal Navy, französische Kriegsschiffe im algerischen Hafen Mers-El-Kebir zu versenken. Dabei kamen 1267 französische Marinesoldaten ums Leben.

19. Juli 1940: Nach der Niederlage der Franzosen unterbreitete Hitler Großbritannien in einer Reichstagsrede ein „Friedensangebot“.

22. Juli 1940: Churchill ließ es zurückweisen.

August 1940: Heftige Luftangriffe gegen Großbritannien beantwortete Churchill mit dem Befehl an die Royal Air Force, nicht nur Industrieanlagen im Ruhrgebiet, sondern auch deutsche Städte gezielt zu bombardieren.

November 1940: Franklin D. Roosevelt wurde erneut zum US-Präsidenten gewählt. Churchill hätte sich ein Eingreifen der USA in den Krieg gewünscht, aber das war angesichts der öffentlichen Meinung in Amerika nicht durchsetzbar.

Frühjahr 1941: Hitler musste die Absicht einer Invasion der britischen Inseln aufgeben.

März 1941: Aufgrund einer Initiative Churchills vom Vorjahr brachte Roosevelt das Leih- und Pachtgesetz durch den Kongress. Es authorisierte die US-Regierung, Großbritannien nicht nur mit kriegswichtigem Material zu versorgen, sondern sogar Kriegsschiffe zur Verfügung zu stellen.

22. Juni 1941: Durch den deutschen Überfall auf die UdSSR entstand ein neuer Kriegsgegner der Achsenmächte.

14. August 1941: Winston Churchill und Franklin D. Roosevelt trafen sich auf dem Schlachtschiff HMS „Prince of Wales“ vor Neufundland und unterzeichneten die Atlantik-Charta, die zum Grunddokument der Nachkriegsordnung und der Vereinten Nationen werden sollte.

Oktober 1941: Churchill initiierte britische Hilfslieferungen an die Sowjetunion.

7. Dezember 1941: Japans Überfall auf die US-Pazifikflotte in Pearl Harbor ermöglichte es dem US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt, direkt in den Krieg einzugreifen.

11. Dezember 1941: Die USA erklärten Hitler den Krieg.

Obwohl Churchill den Kommunismus ablehnte, setzte er sich für eine Allianz Großbritanniens, der USA und der UdSSR ein. Der „Kriegspremier“, Stalin und Roosevelt waren die „Großen Drei“.

14. Februar 1942: Das britische Luftfahrtministerium wies Arthur Harris, den neuen Oberbefehlshaber des RAF Bomber Command an, Flächenbombardements in Deutschland durchzuführen, um den Kriegswillen der Bevölkerung zu brechen (Area Bombing Directive).

8. November 1942: Auf Drängen Churchills, der auch im Süden eine Front eröffnen wollte, landeten Briten und Amerikaner in Nordafrika (Operation Torch).

14. – 26. Januar 1943: Auf der Casablanca-Konferenz verständigten sich Churchill und Roosevelt über die gemeinsame Kriegsstrategie, der zufolge zunächst Deutschland und erst dann Japan besiegt werden sollte. In diesem Punkt hatte sich Churchill durchgesetzt, aber gegen seine Bedenken bestand der US-Präsident auf der Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation Deutschlands.

10. Juli 1943: Die Alliierten landeten in Süditalien.

28. November – 1. Dezember 1943: Churchill und Roosevelt trafen sich in Teheran mit Stalin, der darauf drängte, eine weitere Front an der französischen Atlantikküste zu eröffnen. Außerdem setzte sich der sowjetische Staats- und Parteichef mit seiner Forderung nach einer Westverschiebung Polens durch.

6. Juni 1944: Die Stalin zugesagte Landung erfolgte in der Normandie.

11. – 16. September 1944: Das weitere Vorgehen besprachen Churchill und Roosevelt in Québec.

9. – 19. Oktober 1944: Churchill und sein Außenminister Anthony Eden trafen sich mit Stalin in Moskau.

4. – 11. Februar 1945: Weil Churchill befürchtete, dass die Rote Armee den Westalliierten bei der Eroberung Deutschlands zuvorkommen könnte, vereinbarte er auf der Konferenz der Großen Drei in Jalta die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen und Europas in Interessensphären.

8. Mai 1945: Churchill gab vor dem Unterhaus in London die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht bekannt.

17. Juli – 2. August 1945: Churchill traf sich mit Stalin und Roosevelts Nachfolger Harry S. Truman zur Potsdamer Konferenz im Schloss Cecilienhof und besprach das weitere Vorgehen sowohl in Deutschland als auch gegenüber Japan.

27./28. Juli 1945: Die Potsdamer Konferenz war noch nicht zu Ende, als die Labour Party die Unterhauswahl gewann und Churchill als Regierungschef und Konferenzteilnehmer von Clement Attlee abgelöst wurde.

1945 – 1951: Winston Churchill war Oppositionsführer im britischen Unterhaus.

5. März 1946: In Fulton/Missouri prägte Churchill den Begriff „Eiserner Vorhang“.

19. September 1946: In einer Rede in Zürich propagierte Churchill die Schaffung der „Vereinigten Staaten von Europa“ auf der Grundlage einer Aussöhnung vor allem von Frankreich und Deutschland.

Oktober 1951: Nach dem Wahlsieg der Konservativen Partei wurde Churchill erneut zum Premierminister gewählt.

April 1953: Königin Elisabeth II. schlug Winston Churchill zum Ritter des Hosenbandordens. Dadurch erhielt er einen Anspruch auf die Anrede Sir.

Den mehrmals angebotenen Herzogtitel schlug Winston Churchill aus, um seinen Sitz im Unterhaus behalten zu können.

Dezember 1953: Für seine schriftstellerische Arbeit, vor allem das 1948 bis 1953 veröffentlichte sechsbändige Werk „The Second World War“ wurde Winston Churchill mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

April 1955: Nach mehreren Schlaganfällen trat Churchill vom Amt des Premierministers zurück, damit Anthony Eden zum Nachfolger gewählt werden konnte.

1955 – 1959: Churchill war zwar noch Mitglied des Unterhauses, trat jedoch nicht mehr als Redner auf.

1956: Für seine Verdienste um die Einigung Europas erhielt Churchill den Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen.

1963: Der amerikanische Kongress ernannte Churchill zum Ehrenbürger der USA.

24. Januar 1965: Sir Winston Churchill starb im Alter von 90 Jahren in London.

© Dieter Wunderlich 2014

Michael Köhlmeier: Zwei Herren am Strand

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