Zelda Fitzgerald


Zelda und F. Scott Fitzgerald führten ein ausschweifendes Leben und galten in den roaring twenties als Traumpaar, aber glücklich wurden sie nicht. Zelda versuchte vergeblich, aus dem Schatten ihres Mannes herauszutreten – und ging dabei zugrunde.

Tabellarische Biografien: Zelda Fitzgerald und F. Scott Fitzgerald


Zelda Fitzgerald: Ein Leben wie im Roman

Leseprobe aus
Dieter Wunderlich: Verführerische Frauen. Elf Porträts
Piper Verlag, München 2012

Im April 1930 wurde Zelda wegen eines Nervenzusammenbruchs im Sanatorium de la Malmaison bei Paris aufgenommen. Einen Monat später brachte Scott seine Frau in die Valmont-Klinik bei Montreux. Von dort holte er sie nach eineinhalb Wochen mit dem Auto ab, aber statt mit ihr nach Paris zurückzukehren, übernachtete er mit ihr in einem Hotel in Lausanne und fuhr sie am nächsten Morgen in die psychiatrische Privatklinik Les Rives de Prangins bei Nyon am Genfer See. Zelda fühlte sich ausgebrannt und niedergeschlagen. Der berühmte Psychiater Eugen Bleuler stellte im November die Diagnose Schizophrenie. Scott führte den Zusammenbruch dagegen auf den übertriebenen Ehrgeiz seiner Frau beim Balletttraining zurück. Erst im September 1931 wurde Zelda aus der Klinik Les Rives de Prangins entlassen. Daraufhin kehrte Scott mit ihr in die USA zurück und mietete ein Haus in Montgomery, wo Zeldas Eltern nach wie vor lebten. (Ihr Vater starb zwei Monate später, am 17. November. )

Während Scott noch einmal versuchte, sich als Drehbuchautor in Hollywood einzuführen – wieder ohne Erfolg –, dachte Zelda (erneut) über eine Scheidung nach. Sie wusste jedoch, dass sie in diesem Fall aufgrund der psychiatrischen Behandlungen und wegen ihrer aussichtslosen finanziellen Lage wahrscheinlich das Sorgerecht für ihre Tochter verlieren würde. Statt sich von Scott zu trennen, begann sie daher, an einem Enthüllungsroman über ihre Ehe zu arbeiten. Das Buchprojekt verlor sie auch dann nicht aus den Augen, als sie wegen eines erneuten psychischen Zusammenbruchs im Februar 1932 von ihrem Mann in die Henry-Phipps-Klinik des Johns Hopkins Hospitals in Baltimore/Maryland gebracht wurde und dort vier Monate blieb. Mit ausdrücklicher Erlaubnis der behandelnden Ärztin stellte Zelda in dieser Zeit einen autobiografischen Roman fertig. Vor

Dieter Wunderlich: Verführerische Frauen. © Piper Verlag 2012

dessen Veröffentlichung im Oktober schickte der Verlag Charles Scribner’s Sons das Manuskript allerdings ihrem Mann, und Scott setzte massive Änderungen durch, zu der auch die Verharmlosung des Titels von Save Me in Save Me the Waltz gehörte.

Im Juni holte Scott seine Frau aus dem Krankenhaus und richtete sich mit ihr in dem Anwesen La Paix in Towson bei Baltimore ein, das er kurz zuvor gemietet hatte. Während es dem leitenden Psychiater der Phipps-Klinik nicht gelungen war, Scott in die Behandlung mit einzubeziehen, konnte ein jüngerer Arztkollege das Ehepaar im Jahr darauf wenigstens zu einem Gespräch in La Paix überreden, das ein Stenograf aufzeichnete. Auf diese Weise wurde festgehalten, was Scott zu seiner Frau sagte, die einen neuen Roman angefangen hatte: »Du bist eine drittklassige Schriftstellerin und eine drittklassige Balletttänzerin […] verglichen mit mir – na ja, da gibt es keinen Vergleich … Ich bin ein professioneller Schriftsteller mit einer riesigen Leserschaft. Ich bin der höchstbezahlte Storyschreiber der ganzen Welt. […] Ich will, dass du tust, was ich will. Genau das – und du weißt es … Alles, was wir gemeinsam gemacht haben, war meine Sache […] ich bin der professionelle Schriftsteller, und ich sorge für dich. Das ist alles mein Material, nichts gehört dir […]. Ich will, dass du aufhörst, Prosa zu schreiben. Ob du schreibst oder nicht, ist ohnehin von keiner großen Bedeutung.«

Quelle: Dieter Wunderlich, Verführerische Frauen. Elf Porträts
© Piper Verlag, München 2012

Fußnoten wurden in der Leseprobe weggelassen. Zitat:
Kyra Stromberg, Zelda und F. Scott Fitzgerald. Ein amerikanischer Traum, 1997, S. 155f

Zelda Fitzgerald und F. Scott Fitzgerald

Ralf Rothmann - Im Frühling sterben
Ralf Rothmann veranschaulicht in seinem Roman "Im Frühling sterben" das Absurde und Barbarische des Kriegs. Dabei verdichtet er das Geschehen auf ein auswegloses Dilemma und ebenso markante wie bestürzende Szenen. Vieles wird in Dialogen wiedergegeben.
Im Frühling sterben

Ralf Rothmann

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