Die Päpstin

Die Päpstin

Die Päpstin

Originaltitel: Die Päpstin – Regie: Sönke Wortmann – Drehbuch: Heinrich Hadding und Sönke Wortmann, nach dem Roman "Die Päpstin" von Donna W. Cross – Kamera: Tom Fährmann – Schnitt: Hans Funck – Musik: Marcel Barsotti – Darsteller: Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman, Iain Glen, Anatole Taubman, Suzanne Bertish, Nicholas Woodeson, Branko Tomovic, Oliver Cotton, Edward Petherbridge, Lotte Flack, Christian Redl, Claudia Michelsen u.a. – 2009; 145 / 160 Minuten

Inhaltsangabe

814 wird die heidnische Frau eines Priesters in Ingelheim von einer Tochter entbunden, die den Namen Johanna erhält. Der griechische Gelehrte Aeskulapius erkennt während einer Rast Johannas außergewöhnliche Intelligenz und unterrichtet sie deshalb. Nach einem Normannenüberfall schlüpft Johanna in die Kleidung ihres getöteten Bruders Johannes und tritt als Mönch in das Kloster Fulda ein. Zwölf Jahre später zieht sie als Medicus nach Rom ...
Weiterlesen

Kritik

Sönke Wortmann hat aus dem einfachen, legendenhaften Plot und den facettenarmen Figuren des Romans "Die Päpstin" von Donna W. Cross einen hölzernen und uninspirierten, blassen und blutleeren Historienfilm gemacht.
Weiterlesen

Donna Woodfolk Cross, die Autorin des Bestsellers „Die Päpstin“ hält es zumindest für möglich, dass es eine Päpstin gab, und sie führt in ihrem Buch eine Reihe von Indizien dafür an. Bei der Verfilmung des historischen Romans übernehmen Heinrich Hadding und Sönke Wortmann diese Auffassung. Auch sonst halten sie sich eng an die literarische Vorlage. Sie lassen allerdings Papst Leo IV. aus. Den Giftanschlag von Anastasius und Arsenius auf ihn kann es also im Film nicht geben. Stattdessen bringen die beiden den Kammerdiener dazu, Papst Sergius II. eine üppige Mahlzeit vorzusetzen, die für den Gichtkranken tödlich ist. Johanna folgt also im Film nicht Leo IV., sondern Sergius II. auf den Heiligen Stuhl.

In dem Historiendrama „Die Päpstin“ wird das patriarchalische Weltbild der römisch-katholischen Kirche in Frage gestellt und die Unterdrückung der Frau angeprangert.

Heinrich Hadding und Sönke Wortmann stellen die eigentliche Handlung in einen Rahmen: Ende des 9. Jahrhunderts erfährt Bischof Arnaldo von der Päpstin, deren Name in der von Anastasius verfassten Chronik der Päpste fehlt, und er schreibt ihre Geschichte auf. Bei Arnaldo handelt es sich ebenfalls um eine Frau in der Rolle eines Mannes, und zwar um Arnalda, die Tochter von Riculd und Bona. Was wir sehen, ist die Illustration dessen, was Arnalda erzählt, auch wenn sie in einigen Episoden Johannas Perspektive übernimmt.

Vielleicht liegt es an dieser Erzählstimme aus dem Off, dass zum Beispiel Johanna und Gerold wie Theaterschauspieler auf einer Bühne wirken, wenn sie sich ihre leidenschaftliche Liebe gestehen. Es wird alles nur dargestellt. Sönke Wortmann hat aus dem einfachen, legendenhaften Plot und den facettenarmen Figuren einen hölzernen und uninspirierten, blassen und blutleeren Film gemacht, in dem die einzelnen Episoden der Reihe nach abgearbeitet werden.

Gedreht wurde in englischer Sprache in der Burg Querfurt in Sachsen-Anhalt, in der Stiftskirche St. Cyriakus in Gernrode, in der Landesschule Pforta in Schulpforte, einem Ortsteil von Naumburg, in Berlin-Dahlem und in der marokkanischen Stadt Ouarzazate (dort auch in den Atlas Corporation Studios).

Bei der Verfilmung des Romans „Die Päpstin“ sollten ursprünglich Volker Schlöndorff Regie führen und Natalie Portman oder Franka Potente die Hauptrolle spielen. Aber als Volker Schlöndorff sich kritisch über das Konzept der Amphibienfilme äußerte, die in einer Kinofassung und einer mehrteiligen Version fürs Fernsehen geschnitten werden, trennte sich die Produktionsgesellschaft von ihm. Sönke Wortmann übernahm die Regie, Johanna Wokalek die Titelrolle.

Schauspieler und ihre Rollen in „Die Päpstin:

  • Johanna Wokalek: Johanna
  • David Wenham: Ritter Gerold
  • John Goodman: Papst Sergius
  • Iain Glen: Dorfpriester, Johannas Vater
  • Jördis Triebel: Johannas Mutter
  • Nicholas Woodeson: Arighis
  • Anatole Taubman: Anastasius
  • Oliver Cotton: Arsenius
  • Christian Redl: Abt in Fulda
  • Edward Petherbridge: Aesculapius
  • Gerald Alexander Held: Kaiser Lothar
  • Claudia Michelsen: Richilde
  • Marc Bischoff: Odo
  • Oliver Nägele: Bischof Fulgentius
  • Suzanne Bertish: Bischof Arnaldo
  • Marian Meder: Arn
  • Kristina Karst: Bona
  • Giorgio Lupano: Mamertus
  • Richard van Weyden: Eusthasius
  • Branko Tomovic: Paschal
  • Ian Gelder: Aio
  • Tom Strauss: Benjamin
  • Alberto Cracco: Ennodius
  • Raúl Semmler: Valentinus
  • Christoph Glaubacker: Thedo
  • Frank Kessler: Normannenkönig
  • Paulina Bachmann: Mätresse des Bischofs Fulgentius
  • Thomas Glas: Hufschmied
  • Barbara Wittman: Ehefrau des Hufschmieds
  • Steffen Jurk: Sohn des Hufschmieds
  • Sven Hönig: Odilo
  • Sebastian Hülk: Envoy
  • Jolly Serra: Wegelagerer

Als Kind wird Johanna von Tabitha Christina Rieger (Säugling), Tigerlily Hutchinson (6 bis 9 Jahre) bzw.Lotte Flack (10 bis 14 Jahre) dargestellt. Lukas T. Berglund (6 Jahre) bzw. Sandro Lohmann (12 Jahre) spielen ihren Bruder Matthias, Jack Flack (3 Jahre), William Stütz (9 bis 12 Jahre), Jan-Hendrik Kiefer (13 bis 19 Jahre) ihren Bruder Johannes.

Die Legende von einer Päpstin im Mittelalter wurde zuvor schon einmal in den Siebzigerjahren von Michael Anderson mit Liv Ullmann in der Hauptrolle verfilmt:

Papst Johanna – Originaltitel: Pope Joan – Regie: Michael Anderson – Drehbuch: John Briley – Kamera: Billy Williams – Schnitt: Bill Lenny – Musik: Maurice Jarre – Darsteller: Liv Ullmann, Trevor Howard, Jeremy Kemp, Natasa Nicolescu, Sharon Winter u.a. – 1972; 130 Minuten

Inhaltsangabe

nach oben

Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2011

Donna W. Cross: Die Päpstin

Sönke Wortmann: Drei D
Sönke Wortmann: Allein unter Frauen
Sönke Wortmann: Kleine Haie
Sönke Wortmann: Der bewegte Mann
Sönke Wortmann: Das Superweib
Sönke Wortmann: Das Wunder von Bern

Thea Dorn, Richard Wagner - Die deutsche Seele
Die zwischen zwei und 38 Seiten langen Kapitel sind recht unterschiedlich. Aber es wird weder etwas überhöht noch verteufelt. Unverkrampft bewegen sich Thea Dorn und Richard Wagner zwischen "E(ernst) und U(unterhaltung)".
Die deutsche Seele

Thea Dorn, Richard Wagner

Die deutsche Seele

Meine vor 18 Jahren selbstgestrickte Website wurde im Juli durch einen professionellen Neubau ersetzt. Aber das Informationsangebot bleibt kostenlos und werbefrei.

Alte Homepage: