Leben wäre schön

Leben wäre schön

Leben wäre schön

Originaltitel: Leben wäre schön - Regie: Kai Wessel - Drehbuch: Beate Langmaack - Kamera: Holly Fink - Schnitt: Tina Freitag - Musik: Ralf Wienrich - Darsteller: Dagmar Manzel, Gabriela Maria Schmeide, Filip Peeters, Amelie Kiefer, Hans Korte, Hjalmar Hjalmarsson, Benedikt Kristjansson, Paul Herwig u.a. - 2003; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Die 42-jährige Bauleiterin Manja Grüneberg wohnt mit ihrem Vater und ihrer Tochter in einer deutschen Stadt. Während eines Besuchs bei ihrer in Island verheirateten Freundin Uta verliebt sie sich in deren Schwager Ragnar. Der erwidert ihre Gefühle, doch sie muss sich wegen Brustkrebs operieren lassen und hat nicht nur Angst vor dem Tod, sondern auch vor der Liebe ...
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Kritik

Trotz der Dialoglastigkeit und der bedächtigen Erzählweise ist dieses ebenso unsentimentale wie einfühlsame Psychodrama "Leben wäre schön" ergreifend und bedrückend.
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Die zweiundvierzigjährige Brückenbau-Ingenieurin Manja Grüneberg (Dagmar Manzel) lebt mit ihrem fast siebzig Jahre alten Vater Albert Grüneberg (Hans Korte) und ihrer vierzehnjährigen Tochter Miriam (Amelie Kiefer) in einer deutschen Stadt. Ihre Mutter war an Brustkrebs gestorben, und den Vater ihrer Tochter hat sie nicht geheiratet.

In den Sommerferien fliegt Manja mit Miriam zu ihrer Freundin Uta Even (Gabriela Maria Schmeide), die mit ihrem Ehemann Erlendur (Hjalmar Hjalmarsson) und ihrem Sohn Elis in Island lebt und dort in einer Klinik als Krankenschwester arbeitet, während Erlendur mit seinem Kleinbus Touristen zu den Sehenswürdigkeiten fährt. Bei einem Abendessen verliebt Manja sich auf den ersten Blick in Utas Schwager, den Vulkanologen Ragnar Sturluson (Filip Peeters), der ihre Gefühle erwidert und eine leidenschaftliche Affäre mit ihr beginnt.

Einige Wochen vor der Island-Reise ertastete Manja einen Knoten in ihrer Brust. Weder Miriam noch Albert wissen etwas darüber; nur Uta erzählt sie von ihrer Angst, und die rät ihr dringend, sich untersuchen zu lassen. Also fahren sie gemeinsam nach Reykjavik ins Krankenhaus. Das Ergebnis der Biopsie wird erst in einigen Tagen verfügbar sein. So lange will Manja nicht in Island warten: „Ich kann doch nicht so plötzlich raus aus meinem Leben!“ Sie bevollmächtigt Uta deshalb, das Untersuchungsergebnis abzuholen und fliegt mit Miriam wie geplant zurück nach Deutschland. Während des Flugs kommt Miriam aus der Toilette und teilt ihrer Mutter stolz mit, dass ihre Menarche eingesetzt hat.

Als Ragnar sie bei einem letzten Ausflug über eine Furt trug und sagte, er würde sie über alle Flüsse der Welt tragen, lief sie abrupt fort, weil sie plötzlich von der Angst vor dem Tod und der Liebe gepackt wurde. Um die Trennung zu motivieren, ließ sie Ragnar in dem Glauben, sie liebe einen anderen Mann. Umso verblüffter ist Manja, als er in Deutschland plötzlich vor ihrer Tür steht. Impulsiv schlägt sie die Tür wieder zu. Dann besinnt sie sich und fällt ihm stürmisch um den Hals.

Eine E-Mail bestätigt ihre Sorge: Der Knoten in ihrer Brust ist bösartig. Sie muss sich einer Operation unterziehen. Um ihre Krebserkrankung weiter vor Miriam und Albert zu verheimlichen, behauptet sie, sie müsse noch einmal nach Island, weil Uta und Erlendur sich scheiden ließen und sie ihrer Freundin beistehen wolle. Miriam durchschaut die Lüge sofort und verübelt ihr diese, weil sie annimmt, Manja wolle nur nicht zugeben, dass es wegen Ragnar ist. Um nicht im Streit von ihrer Tochter Abschied zu nehmen, gesteht Manja ihr dann doch die Wahrheit, besteht aber darauf, dass Albert nichts erfahren darf.

In ihrem Ingenieurbüro gibt Manja vor, zu Studien über erdbebensichere Brückenbauten noch einmal nach Island zu müssen und beauftragt ihren Assistenten, sie während ihrer Abwesenheit zu vertreten.

In Reykjavik werden zunächst noch weitere medizinische Untersuchungen vorgenommen, um Metastasen auszuschließen. Während Manja auf die Ergebnisse und den Operationstermin wartet, setzt sie ihre Affäre mit Ragnar fort. Unvermittelt stößt sie ihn erneut von sich. Dann fährt sie mit ihm in die Berge, wo er Messungen durchzuführen hat und klärt ihn darüber auf, dass sie nur ihn liebt und sich in vier Tagen einer Krebsoperation unterziehen muss, bei der ihr wahrscheinlich eine Brust entfernt wird. Zur ihrer Enttäuschung reagiert Ragnar völlig verstört, statt ihr – wie erhofft – die Angst wegzuzaubern.

Als Utas Sohn Elis sie nach ihrer Tochter fragt, ermutigt sie ihn, Miriam anzurufen. Einige Stunden, bevor Manja ins Krankenhaus muss, holt Ragnar sie zu einem Bootsausflug ab. Während die beiden Erwachsenen nicht wissen, wie sie miteinander reden sollen, geht es Elis und Miriam am Telefon ebenso. Schweigend starrt Manja aufs Wasser. Da erblickt sie dicht neben dem Boot einen friedlichen Wal und macht Ragnar freudig darauf aufmerksam.

Zum Zeitpunkt der Operation fängt Miriam zu weinen an. Ihr Großvater tröstet sie: Er weiß Bescheid, denn er hat die E-Mails von Uta gelesen.

Nach der Operation erholt Manja sich noch einige Zeit bei ihrer Freundin in Island. Unverhofft taucht Miriam auf: Albert hat ihr den Flug bezahlt und wäre auch gern mitgekommen, aber das Geld reichte nur für eine Person.

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„Leben wäre schön“ ist ein ebenso sprödes wie einfühlsames Psychodrama über eine selbstbewusste Frau, die mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert und dadurch aus der Bahn geworfen wird. Trotz der Dialoglastigkeit und der bedächtigen Erzählweise ist Kai Wessel ein ergreifender, bedrückender Film gelungen. Die Emotionen werden jedoch nicht durch Sentimentalitäten hervorgerufen, sondern durch grandiose Landschaftsbilder, ein geschickt aufgebautes Drehbuch – und mehr noch durch Dagmar Manzel, die ihre Rolle außergewöhnlich sensibel und nuanciert spielt.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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