Schnappt Shorty

Schnappt Shorty

Schnappt Shorty

Schnappt Shorty - Originaltitel: Get Shorty - Regie: Barry Sonnenfeld - Drehbuch: Scott Frank, nach dem Roman "Schnappt Shorty" von Elmore Leonard - Kamera: Don Peterman - Schnitt: Jim Miller - Musik: John Lurie - Darsteller: John Travolta, Danny DeVito (Danny De Vito), Gene Hackman, Rene Russo, Dennis Farina, Delroy Lindo, James Gandolfini, Jon Gries, Renee Props, David Paymer, Martin Ferrero, Miguel Sandoval, Bette Midler, Harvey Keitel u.a. - 1996; 105 Minuten

Inhaltsangabe

Chili Palmer arbeitet für einen Gangsterboss von der Ostküste. Als er von dem Filmproduzenten Harry Zimm in Los Angeles Spielschulden eintreiben soll, kommt er mit ihm ins Gespräch und begeistert sich für die Idee, selbst ins Filmgeschäft einzusteigen. Als Krimineller glaubt er über die nötigen Erfahrungen zu verfügen ...
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Kritik

"Schnappt Shorty" ist eine witzig-unterhaltsame Satire auf das Filmgeschäft in Hollywood, das Barry Sonnenfeld spaßeshalber mit dem organisierten Verbrechen vergleicht.
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Chili Palmer (John Travolta) ist ein kleiner Geldeintreiber in Miami, der für den Gangsterboss Momo in Brooklyn arbeitet. Der öffnet an seinem Geburtstag eine Tür und steht unvermittelt einer riesigen Gesellschaft gegenüber, die „Happy Birthday“ zu singen beginnt. Vor Schreck fällt Momo tot um.

Ausgerechnet Ray Barboni (Dennis Farina), den alle „Bones“ nennen, übernimmt Momos Geschäfte. Chili hatte sich gerade mit ihm angelegt. Nachdem Bones sich von dem Schlag auf die Nase und dem Streifschuss an der Stirn erholt hat, verlangt er von Chili das Geld, das ihm der Trockenreinigungsbesitzer Leo Devoie (David Paymer) schuldet. Leo kam angeblich bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Bones ist es völlig gleich, ob Chili den Betrag aus eigener Tasche bezahlt oder von der Witwe eintreibt. Jedenfalls will er in drei Tagen das Geld.

In Los Angeles soll Chili für einen Auftraggeber namens Dick Allen aus Las Vegas Spielschulden von dem Filmproduzenten Harry Zimm (Gene Hackman) eintreiben. Dessen Geliebte, die Schauspielerin Karen Flores (Rene Russo), wacht nachts auf, weil der Fernseher läuft. Sie weckt Harry. Dessen Ausflüchte nützen nichts: Karen schickt ihn ins Wohnzimmer zum Nachsehen. Da sitzt Chili vor dem Fernseher. Er macht Harry klar, dass er gekommen sei, um für Dick Allen die Schulden einzutreiben. Dann aber erzählt er ihm eine Filmidee, und Harry hört begeistert zu: Leo, der überschuldete Besitzer einer Trockenreinigung, sitzt aufgeregt in einem Flugzeug, dessen Start sich verschiebt. Er steigt wieder aus und befindet sich noch in der Flughafenlounge, als die Maschine abhebt – und gleich danach abstürzt. Niemand überlebt das Unglück. Leos Name steht auf der Passagierliste. Er braucht also keine Schulden mehr zurückzuzahlen, und seine vermeintliche Witwe erhält 300 000 Dollar von der Fluggesellschaft. Karen, die inzwischen ebenfalls aufgestanden und ins Wohnzimmer gekommen ist, findet die Idee nicht besonders originell, zumal das mit dem Flugzeugabsturz in Miami vor ein paar Tagen in der Zeitung stand. Aber Harry lässt sich von Chili überreden, mit ihm zusammen einen Film zu produzieren. Als Hauptdarsteller wollen sie Martin („Shorty“) Weir (Danny DeVito) engagieren, Karens Ehemann.

Harry hat Geld von den „Limousinenkerlen“ Bob Catlett (Delroy Lindo) und Ronnie Wingate (John Gries) angenommen. Die beiden investierten 200 000 Dollar in seinen nächsten Film. Das Geld brauchte Harry für ein Drehbuch, das er unbedingt haben wollte, aber für die Filmproduktion fehlt es ihm nun, und zurückzahlen kann er es auch nicht. Chili merkt, dass er durch seine Erfahrungen als Krimineller die besten Voraussetzungen mitbringt, um in Hollywood erfolgreich zu sein: Er übernimmt die Verhandlungen mit Bob und Ronnie.

Martin Weir, den Karen verließ, weil sie ihn auf ihrer Geburtstagsparty mit Nicki (Renee Props) in flagranti erwischt hatte, ist bereit, in dem Film die Rolle Chilis zu übernehmen.

Während Bones sich auf die Suche nach Chili macht, spürt dieser Leo in dessen Hotelzimmer auf und nimmt ihm das Geld ab. Damit will er sich als Filmproduzent etablieren.

Bob erschießt den Abgesandten eines kolumbianischen Drogenhändlerrings, der eine halbe Million Dollar abholen will, es aber nicht wagt, das Geld aus einem Schließfach im Flughafen zu holen, weil er die betont unauffällig herumsitzenden FBI-Agenten bemerkt. Das Geld bietet Bob nun Harry als neue Beteiligung an. Die bereits investierten 200 000 Dollar will er allerdings in den nächsten Tagen zurückbekommen. Heimtückisch schlägt er Harry vor, die Reisetasche mit den Banknoten von Chili aus dem Schließfach holen zu lassen. Auf diese Weise will er seinen Konkurrenten ausschalten.

Die Ereignisse überschlagen sich: Mr. Escobar (Miguel Sandoval), der Onkel des ermordeten Kolumbianers, sucht nach dem Jungen und verlangt von Bob die halbe Million Dollar, die dieser ihm für eine Rauschgiftlieferung schuldet. Bones taucht bei Harry auf. Zur gleichen Zeit erscheint Ronnie, um die 200 000 Dollar einzutreiben. Bones erschießt Ronnie, drückt Harry die Pistole in die Hand und zwingt ihn, noch einmal auf den Toten zu schießen, damit der Verdacht auf den Filmproduzenten fällt. Währenddessen dringt Bob in Karens Haus ein. Sie liegt mit Chili im Bett. Nach einer kurzen Schießerei nimmt er Karen als Geisel mit. Auf diese Weise lockt er Chili in seine Villa, wo er die Schrauben des Geländers der Dachterrasse herausdrehen ließ, um Chili in die Tiefe stoßen zu können. Das würde wie ein Unfall aussehen. In dem Getümmel bricht er jedoch selbst durch das Geländer. Kurz darauf wird Chili von Bones gezwungen, den Schließfachschlüssel herauszugeben, den dieser von Harry erhielt. Schnitt. Bones (gespielt von Harvey Keitel) geht zum Schließfach. In diesem Augenblick kommt Chili (gespielt von Martin Weir) hinzu. „Aus!“, schreit der Regisseur.

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Die Romanvorlage „Get Shorty“ (1990; deutsch: „Schnappt Shorty“, 1991) stammt von dem amerikanischen Schriftsteller Elmore Leonard. Es handelt sich um eine witzig-unterhaltsame Satire auf das Filmgeschäft in Hollywood, das hier spaßeshalber mit dem organisierten Verbrechen verglichen wird.

Trotz des außergewöhnlichen Staraufgebots und vieler schriller Einfälle ist „Schnappt Shorty“ nicht so gelungen wie etwa „Men in Black“ oder „Addams Familiy“. Barry Sonnenfelds Film leidet auch ein wenig darunter, dass man ihn unwillkürlich – nicht zuletzt wegen John Travolta – mit „Pulp Fiction“ vergleicht. Und das ist eine andere Klasse.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2003

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