Jan Seghers : Die Akte Rosenherz

Die Akte Rosenherz

Jan Seghers

Die Akte Rosenherz

Die Akte Rosenherz Originalausgabe: Wunderlich Verlag, Reinbek 2010 ISBN: 978-3-8052-0848-2, 476 Seiten, 19.95 € (D) Rowohlt Taschenbuch, Reinbek 2011 978-3-499-24672-2, 476 Seiten, 9.99 € (D)
Buchbesprechung

Inhaltsangabe

Frankfurt, 2005. Tereza Prohaska, die schwangere Lebensgefährtin des Kommissars Robert Marthaler, wird bei einem Kunstraub schwer verletzt. Marthaler darf sich nicht an den polizeilichen Ermittlungen beteiligen. Ein Obdachloser, der die Hintermänner des Kunstraubs zu kennen scheint, wird erschlagen. Er hinterlässt einen Zettel mit dem Wort "Rosenherz". Gibt es einen Zusammenhang mit der Ermordung der Frankfurter Edelprostituierten Karin Rosenherz im Jahr 1966?
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Kritik

Der Thriller "Die Akte Rosenherz" von Jan Seghers ist spannend. Die szenisch aufbereitete, mit einer Fülle konkreter Einzelheiten gespickte Darstellung fesselt den Leser, obwohl einige Episoden nicht anders als hanebüchen bezeichnet werden können.
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Tereza Prohaska, die aus Prag stammende Lebensgefährtin des Frankfurter Hauptkommissars Robert Marthaler, ist im vierten Monat schwanger. Wegen des erwarteten Kindes bittet Marthaler seine Chefin Charlotte von Wangenheim, die Leiterin beider Mordkommissionen in Frankfurt am Main, um eine Versetzung in den Innendienst. Sie beauftragt ihn, sich die Akten unaufgeklärter Mordfälle aus früheren Jahrzehnten vorzunehmen.

Ohne Wissen seiner Chefin observiert Marthaler in seiner Freizeit zusammen mit Kollegen einen Mann namens Bernd Kirchhoff, denn er ist überzeugt, dass dieser am 12. Mai 2001 die zwölfjährige Tochter eines wohlhabenden, in Frankfurt lebenden türkischen Geschäftsmannes entführte und ermordete. Vor Gericht wurde Kirchhoff allerdings freigesprochen. Später verbüßte er wegen einer versuchten Vergewaltigung eine Haftstrafe. Seit sechs Wochen ist er wieder frei. Nun hoffen Kirchhoff und seine Kollegen, ihn doch noch als Mörder der zwölfjährigen Yasemin überführen zu können.

Am 9. August 2005 wird Marthaler gerade von Kerstin Henschel bei der unauthorisierten Beschattung Kirchhoffs abgelöst, als er Tereza mit einem Fremden aus einem Haus kommen sieht. Zum Abschied küsst Tereza den Mann auf den Mund. Marthaler ist entsetzt. Ziellos läuft er herum, bis er sicher ist, dass Tereza bereits schläft, wenn er nach Hause kommt.

Am nächsten Morgen muss Tereza zum Flughafen. Sie soll das „Paradiesgärtlein“ des Oberrheinischen Meisters als Leihgabe des Städel Museums nach Budapest bringen und dort bei der Vorbereitung einer Ausstellung mithelfen. Am Vortag bat sie den stellvertretenden Direktor des Museums Giersch, ihren früheren Kommilitonen Ludwig Dormann, für den erkrankten Mitarbeiter des Städel Museums einzuspringen, der sie begleiten sollte. (Ihr Verhältnis mit Dormann – dem Mann, mit dem Marthaler sie sah – ist rein freundschaftlich.) In dem Kleintransporter, mit dem sie zum Rhein-Main-Airport fahren, sitzen außerdem zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes.

Diese können allerdings einen Überfall im Stadtwald bei Schwanheim nicht verhindern. Zwei bewaffnete Motorradfahrer halten den Wagen an, schießen sofort und rauben das wertvolle Gemälde. Thomas Dressler, einer der beiden Bewacher, stirbt noch am Tatort. Tereza wird mit einem Lungendurchschuss ins Krankenhaus gebracht.

Als Terezas Lebensgefährte ist Marthaler von den Ermittlungen ausgeschlossen.

Von Kerstin Henschel erfährt er, dass der Mann, den Tereza am Vorabend vor der Haustüre küsste, mit im Wagen saß.

Arne Grüter, der Chefreporter des „City-Express“, ruft Marthaler an. Der Hauptkommissar will zwar nichts mit dem sensationsgierigen Journalisten zu tun haben, lässt sich aber doch zu einem Treffen überreden. Sie fahren zu Mirko, der als Koch und Wirt den „Club Gourmet“ betreibt, weil er keine Chance hat, eine Lizenz für ein Restaurant zu bekommen. Dort ist Grüter mit einem weiteren Mann verabredet. Er arbeitet als Aufseher in der Justizvollzugsanstalt Butzbach. Gundlach bot Grüter eine Information gegen Bezahlung an, bestand jedoch darauf, dass an dem Gespräch auch ein Polizist teilnimmt, um nicht später wegen Mitwisserschaft in Schwierigkeiten zu geraten.

Gundlach berichtet, er sei am Vortag dem vor vier Monate entlassenen Häftling Bruno Kürten über den Weg gelaufen. Der frühere Antiquitätenhändler war am 28. Juli 1994 an dem spektakulären Kunstraub in der Schirn beteiligt. Als einziger der drei Täter wurde er überführt, aber er verriet seine Komplizen nicht. Die geraubten Gemälde – „Nebelschwaden“ von Caspar David Friedrich aus der Kunsthalle Hamburg, „Light and Colour“ und „Shade and Darkness“ von William Turner aus der Tate Gallery in London – wurden nach der Jahrtausendwende unter geheimnisvollen Umständen von den Kunstmuseen zurückgekauft. Nun behauptet Gundlach, Kürten habe ihm bei der zufälligen Begegnung zugeflüstert, er wisse, wer das „Paradiesgärtlein“ rauben ließ. Und weil das den Tätern bekannt sei, habe Kürten schreckliche Angst.

Bei der Entlassung aus der Haftanstalt gab Bruno Kürten als Adresse die des Frankfurter Tierheims an. Vermutlich lebt er auf der Straße. Marthaler telefoniert die Einrichtungen für Obdachlose ab und trifft schließlich auf die Sozialarbeiterin Steffi, die Kürten gut kennt. Ihr übergab er einen Umschlag, den sie an die Polizei weiterleiten soll, falls ihm etwas zustößt. Auf dem Zettel in dem Kuvert steht allerdings nur ein einziges Wort: Rosenherz.

Daraus wird Marthaler nicht schlau. Aber Grüter erinnert sich an einen alten Mordfall. 1966 – neun Jahre nach Rosemarie Nitribitt – wurde die Frankfurter Edelprostituierte Karin Niebergall in ihrer Wohnung brutal ermordet. Ihr Mädchenname lautete Rosenherz. Als die Vierundzwanzigjährige 1957 schwanger geworden war, hatte sie Heinrich Niebergall geheiratet, sich aber von ihm noch vor der Geburt des Kindes getrennt. Im Sommer 1958 brachte sie ihre Tochter in ein Heim, und im folgenden Frühjahr erzählte sie ihrem Ex-Mann, das Kind sei an einer Lungenentzündung gestorben.

Am 3. August 1966 nahm Karin Rosenherz bis 20 Uhr an einer Gartenparty anlässlich des 22. Geburtstages eines Bekannten teil. Philipp Lichtenberg veranstaltete sie in der Villa seiner verreisten Eltern im Mummschen Park.

Fausto Albanelli, ein Italiener, der als Zimmerkellner im Frankfurter Hof beschäftigt war, wunderte sich am nächsten Morgen über die nur angelehnte Wohnungstüre seiner Nachbarin Karin Rosenherz. Als die Tür am Abend immer noch offen stand, ging er hinein und entdeckte die Leiche der Mieterin. Nachdem er sich mit seinen Freunden Guido und Dario beraten hatte, meldete er sich bei der Polizei.

Die Tote lag so gut wie nackt auf ihrem Bett. Alles war voll Blut. Der Gerichtsmediziner zählte sechzehn Stichwunden, stellte aber auch Würgemale am Hals fest. Aufgeklärt wurde der Mordfall nicht.

Arne Grüter schreibt im „City-Express“, Hauptkommissar Robert Marthaler habe die Ermittlungen im Mordfall Rosenherz wieder aufgenommen.

Durch Google Alert wird Anna Buchwald auf den Artikel in der Online-Ausgabe der Frankfurter Boulevard-Zeitung aufmerksam. Anna Buchwald war mit zwei Drillingsbrüdern am 5. März 1981 in Bamberg zur Welt gekommen. Drei Monate später verließ die überforderte Mutter Birgit Buchwald die Familie. Holger Buchwald, der als Realschullehrer arbeitete, zog mit den drei kleinen Kindern in sein zehn Kilometer entferntes Heimatdorf. Anna studierte schließlich in Hamburg Jura, und nach dem Ersten Staatsexamen bewarb sie sich erfolgreich an der Henri-Nannen-Schule. Dort soll die Vierundzwanzigjährige nun mit einem Praktikum beginnen.

Stattdessen packt sie nach der Lektüre des Zeitungsartikels ihre Sachen, um nach Frankfurt zu fahren. Ingeborg Kalz, die Leiterin der Henri-Nannen-Schule, gibt ihr zwei Wochen Zeit. Falls Anna bis dahin ihr Praktikum nicht angetreten hat, braucht sie nicht mehr zurückzukommen.

Auf dem Sandelmühlen Camp im Frankfurter Stadtteil Heddernheim schlägt Anna ihr Zelt auf. Im Kofferraum ihres Autos liegen neun Kartons. Sie enthalten etwa 10 000 Blatt Papier: die Akte Rosenherz.

Anna hatte sie zunächst im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden eingesehen. Am nächsten Tag rief sie dort an und log, sie habe sich bei einem Unfall beide Beine gebrochen, könne also nicht ins Archiv kommen. Der Gesprächspartner zeigte Mitleid und ließ sich überreden, ihr die Akte zu schicken. Seither hat nie wieder jemand danach gefragt.

Das ändert sich, nachdem Robert Marthaler festgestellt hat, dass die Akte aus dem Archiv der Kriminalpolizei im Germania-Bunker verschwand und die Staatsanwaltschaft ihre Kopie vernichtete, aber eine weitere Kopie im Hessische Hauptstaatsarchiv vorhanden sein müsste.

In einem Telefongespräch mit Ingeborg Kalz von der Henri-Nannen-Schule erfährt Marthaler, wo Anna Buchwald sich aufhält, und er findet sie auf dem Campingplatz. Widerstrebend fährt sie mit ihm in seine Wohnung. Erst nachdem sie einige Zeit über den Mordfall Rosenherz gesprochen haben, verrät sie ihm, dass die Akte in ihrem Kofferraum liegt. Noch in der Nacht liest der Kommissar einen Teil der alten Protokolle. Dazu trinkt er Rotwein. Anna schläft währenddessen auf seinem Balkon.

Am anderen Morgen wird Marthaler auch nicht durch das Klingeln des Telefons wach. Anna hebt ab und brummt etwas. Am anderen Ende der Leitung ist Bruno Kürten. Er glaubt, mit dem Kommissar zu sprechen und will sich mit ihm am Hauptfriedhof treffen. Zur Bestätigung murmelt Anna kurz etwas mit tiefer Stimme und legt auf. Weil Marthaler noch seinen Rausch ausschläft, fährt sie an seiner Stelle zum Friedhof. Als ob es sich um eine Schnitzeljagd handeln würde, lotst Kürten sie mit kurzen Anweisungen auf Zetteln ins Mausoleum Gans. Dort findet ihn Anna. Jemand hat ihm den Schädel eingeschlagen. Seine letzten Worte sind: „Karin Rosenherz. Es ging um die Bilder.“

Statt die Polizei zu verständigen, fährt Anna zu Fausto Albanelli, der inzwischen einen Handel mit gebrauchten Fahrrädern in Frankfurt betreibt. Sie kauft eines. Dann fordert sie den Sechzigjährigen unverblümt auf, mit ihr zu duschen und schläft anschließend mit ihm. Erst danach fragt sie ihn über die Nacht vom 3./4. August 1966 aus. Albanelli erzählt ihr, er sei damals zur Tatzeit nach Hause gekommen und im Treppenhaus auf einen blonden Mann gestoßen, der sich offenbar ebenso wie er erschrocken habe. Drei Wochen nach dem Mord brachte ihm Karin Rosenherz‘ Verlobter einen Umschlag mit Fotos und Zeitungsausschnitten der Toten, den er deren Vater geben sollte. Herr Rosenherz zeigte daran jedoch kein Interesse. Vor einem Jahr schaute Albanelli sich die Sachen an und entdeckte ein Foto, auf dem Karin Rosenherz neben dem Mann steht, dem er in der Mordnacht begegnete.

Marthaler wird darüber informiert, dass die Ärzte einen Abortus einleiten mussten, um Terezas Leben zu retten.

Nachdem Anna ihm berichtete, was sie von Albanelli erfuhr, trifft Marthaler sich mit Traugott („Terry“) Köhler, dem früher äußerst ehrgeizigen, inzwischen jedoch frühpensionierten Staatsanwalt, der damals für den Mordfall Rosenherz zuständig war. Köhler bestätigt, dass Albanelli in einer zweiten Aussage von seiner überraschenden Begegnung mit einem Mann sprach, dessen Beschreibung auf Philipp Lichtenberg zutraf, bei dem die Edelprostituierte am Nachmittag vor ihrer Ermordung noch war. Hubert Ortmann und Klaus-Rainer Stickler, zwei Freunde Lichtenbergs, versicherten allerdings ebenso wie zwei Prostituierte, sie hätten die Nacht mit dem Verdächtigen in dessen Elternhaus verbracht. Er könne also zur Tatzeit nicht bei Karin Rosenherz gewesen sein. Auf Marthalers Frage, warum darüber kein Protokoll in der Akte Rosenherz zu finden sei, weiß Köhler keine Antwort. Jedenfalls ist er sicher, dass eines angefertigt wurde.

Als Nächstes sucht Marthaler Konrad Morell auf, der seit acht Wochen die Kriminalpolizei in Offenbach leitet. Von dort kamen die beiden Zeuginnen, die Lichtenberg das Alibi verschafften. Margarete Hielscher starb 1986 im Alter von achtunddreißig Jahren an Leukämie. Hannelore Wilke wurde am 30. April 1989 von ihrer Tochter Katja vermisst gemeldet und tauchte nicht wieder auf.

Anna nimmt sich Katja Wilke vor. Sie haust mit ihrem epilepsiekranken Sohn Stefan in einer verwahrlosten Wohnung. Immerhin hat sie Unterlagen ihrer Mutter aufgehoben. Die gibt sie Anna mit. Bei der Durchsicht fällt der angehenden Journalistin auf, dass Hannelore Wilke ab August 1987 zu Beginn jeden Monats 2000 DM per Dauerauftrag von einem Bankkonto in Österreich überwiesen wurden. Die regelmäßigen Zahlungen endeten im April 1989. Der Dauerauftrag wurde also zu einem Zeitpunkt gekündigt, als Hannelore Wilke noch gar nicht vermisst gemeldet war. Das lässt darauf schließen, dass der Auftraggeber mit ihrem Verschwinden zu tun hatte.

Von Sebastian Haberstock, einem früheren Kunststudenten, der damals im Haus gegenüber von Karin Rosenherz wohnte, erfährt Marthaler, dass die Prostituierte kurz vor ihrem Tod noch zwei Buntstiftzeichnungen von Paul Klee neben ihrem Bett hängen hatte. Sie fielen ihm auf, als er sie auf ihren Wunsch hin fotografierte. Vom Wert der Kunstwerke ahnte sie nichts. Ein Freier habe ihr die Bilder geschenkt, erklärte sie. Auf den Polizeifotos vom Tatort fehlen die beiden Zeichnungen.

Haberstock kennt auch Philipp Lichtenberg. Sie studierten zusammen an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach. Lichtenbergs Eltern besaßen eine Galerie und betrieben ein erfolgreiches Auktionshaus. Ende der Sechzigerjahre begann Lichtenberg ein Firmenimperium aufzubauen, und inzwischen gilt er als einer der reichsten Bewohner Hessens. Sein Elternhaus im Mummschen Park überschrieb er vor längerer Zeit seinem Freund und Generalbevollmächtigen Hubert Ortmann. (Klaus-Rainer Stickler war in den Siebzigerjahren nach Australien ausgewandert und dort gestorben.) Er selbst ließ sich in den Achtzigerjahren eine Traumvilla in Danzwiesen in der Rhön errichten. Die Öffentlichkeit scheut er ebenso wie Karl und Theo Albrecht; er gibt keine Interviews, und das letzte Foto von ihm ist Jahrzehnte alt.

Ohne Marthaler in ihr Vorhaben einzuweihen, fährt Anna am 16. August 2005 nach Danzwiesen. Die Kellnerin Sylvia, die sie nach der Villa fragt, erzählt ihr, dass dort gerade eine Gartenparty stattfindet. Als Anna ihr anvertraut, dass sie sich dort einschmuggeln möchte, leiht sie ihr ein Partykleid und High Heels. Zufällig haben sie die gleiche Figur. Am Eingang des Anwesens kontrollieren zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes die Einladungskarten. Anna wartet, bis ein Mann aus einem Taxi steigt. In dem Augenblick, in dem sie nach ihrer Einladung gefragt wird, täuscht sie einen Sturz vor und tut so, als habe sie sich den Knöchel verstaucht. Wie erwartet, nimmt der gerade ausgestiegene Gast, der sich als Caetano vom Berg vorstellt, Anna mit hinein und sorgt dafür, dass ihr Fuß gekühlt wird. Zwischendurch klärt er sie darüber auf, dass Philipp Lichtenberg sich auch bei seinen eigenen Partys niemals zeigt.

Von ihrem Handy aus telefoniert sie mit Marthaler, der ihr ankündigt, dass der Hessische Rundfunk die Nachrichten um 22 Uhr mit einer von Arne Grüter lancierten Meldung über neue Ermittlungen gegen Philipp Lichtenberg aufmachen wird. Damit soll der Unternehmer aufgeschreckt werden. Marthaler hofft, dass er dadurch unvorsichtig wird. Anna geht zu dem Tontechniker, der die Lautsprecher-Anlage bedient. Der lässt sich ohne weiteres von ihr überreden, um Punkt 22 Uhr von Tanzmusik auf Radio umzuschalten. Der Sprecher berichtet, dass Hauptkommissar Robert Marthaler im Mordfall Karin Rosenherz und wegen des Kunstraubs im Stadtwald bei Schwanheim gegen Philipp Lichtenberg ermittelt.

Anna hört sich die Meldung nicht bis zum Schluss an, denn Hubert Ortmann sucht nach der Frau, die sich ohne Einladung unter die Gäste mischte. Sie flüchtet sie über den Zaun und fährt zurück nach Frankfurt.

Noch in der Nacht dementiert der Polizeipräsident, dass es Ermittlungen gegen Philipp Lichtenberg gibt.

Marthaler, der befürchten muss, vom Dienst suspendiert zu werden, versteckt sich bei dem mit ihm befreundeten Kriminaltechniker Carlos Sabato und dessen Ehefrau Elena.

Weil Hannelore Wilkes Auto 1989 am Schultheisweiher in Offenbach gefunden wurde, lässt er dort nach ihrer Leiche suchen. Die Hunde finden sie im Unterholz. Der Schädel ist eingeschlagen.

Wie erwartet, verlangen Lichtenbergs Anwälte vom „City-Express“ eine Gegendarstellung und drohen mit einer Klage. Obwohl der öffentlichkeitsscheue Unternehmer noch nie mit einem Journalisten redete, bietet Grüter den Anwälten an, er könne seine Sicht der Dinge in einem Interview darstellen. Tatsächlich nimmt Lichtenberg das Angebot an, lässt jedoch ausrichten, er erwarte zu dem Gespräch in Danzwiesen außer dem Journalisten auch den Hauptkommissar Robert Marthaler und die junge Frau, die sich bei seiner Party einschmuggelte.

Erst durch Grüters Anruf erfährt Marthaler am 17. August von Annas gefährlichem Alleingang. Er verspricht dem Reporter, er werde zur angegebenen Zeit mit Anna in Danzwiesen sein.

Am Eingang des Polizeipräsidiums warten seine Chefin Charlotte von Wangenheim und Staatsanwalt Arthur Sendler auf ihn. Marthaler geht jedoch erst einmal an ihnen vorbei und in sein Büro, um mit Anna zu telefonieren. Das ist jetzt wichtiger als die erwartete Standpauke wegen der Pressemeldung über seine Ermittlungen gegen Philipp Lichtenberg. Er fordert Anna auf, mit ihm nach Danzwiesen zu fahren und ihren neuen Freund Fausto Albanelli mitzunehmen. Außerdem soll sie die Bankauszüge aus Hannelore Wilkes Nachlass und das Foto von Karin Rosenherz und Philipp Lichtenberg einstecken.

Zu seiner Überraschung haben Charlotte von Wangenheim und Arthur Sendler gar nicht vor, ihn vom Dienst zu suspendieren. Im Gegenteil: Sie loben ihn wegen des Leichenfunds am Schultheisweiher und berichten ihm von einigen neuen Ermittlungsergebnissen. Thomas Dressler, der Mann, der beim Kunstraub im Stadtwald bei Schwanheim ums Leben kam, trug ein Handy mit eingebautem Mini Tracker bei sich, offenbar ohne es zu ahnen. Die Täter, die ihm ein angebliches Testgerät angeboten hatten, konnten auf diese Weise den Weg des Transporters verfolgen. Inzwischen weiß man auch, dass mit den monatlichen Überweisungen an Hannelore Wilke ein Konto in Österreich belastet wurde, das zu Lichtenbergs Firmenimperium gehört. Die beiden Motorradfahrer fielen an der Raststätte Rheinböllen auf und wurden identifiziert: Sie arbeiten als Fitnesstrainer für ein Unternehmen, das Philipp Lichtenberg gehört. Dressler war dort zum Training gewesen. Sendler rechnet damit, innerhalb der nächsten Stunden einen Haftbefehl gegen Lichtenberg zu bekommen.

Darauf kann Marthaler nicht warten. Ohne den Staatsanwalt oder die Leiterin der Mordkommissionen zu informieren, fährt er mit Anna und Albanelli los. Sie schaffen es, Danzwiesen eine halbe Stunde vor der vereinbarten Zeit zu erreichen. Albanelli gibt sich als Arne Grüter aus.

Zu ihrer Überraschung handelt es sich bei Philipp Lichtenberg um einen Krüppel, dessen Gesicht durch schwere Verbrennungen zerstört ist. Bei ihm ist Hubert Ortmann, der Generalbevollmächtigte der Firmengruppe.

Lichtenberg fragt Anna nach dem Mädchennamen ihrer Mutter. Sie muss zugeben, dass er Niebergall lautete. Anna ist die Enkelin von Karin Niebergall bzw. Rosenherz. Deshalb interessiert sie sich so brennend für den Fall. Das verschwieg sie Marthaler.

Die Besucher zeigen Lichtenberg das Foto, auf dem er neben Karin Rosenherz steht. Albanelli nennt seinen richtigen Namen und erklärt, er habe den Mann auf dem Foto in der Mordnacht im Treppenhaus gesehen. Marthaler legt die Bankauszüge vor und weist darauf hin, dass der Dauerauftrag von einem Firmenkonto Lichtenbergs bereits aufgehoben wurde, als Hannelore Wilke noch gar nicht vermisst gemeldet war. Das legt den Verdacht nahe, dass Lichtenberg von ihr erpresst wurde, bis er sie erschlug.

Sendler ruft Marthaler an. Der Richter hat den Haftbefehl gegen Philipp Lichtenberg unterschrieben, und der Staatsanwalt schickt ihn nun per Fax nach Danzwiesen. Die Polizei ist unterwegs.

Ortmann sagt, er wolle das Fax holen. Anna springt auf und bittet Ortmann, ihr die Toilette zu zeigen.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Während die beiden fort sind, erkundigt Lichtenberg sich nach dem Zeitpunkt der Ermordung von Hannelore Wilke und erklärt dann, er könne sie nicht ermordet haben, denn einen Monat vor Hannelore Wilkes Verschwinden habe er einen schweren Unfall gehabt. Deshalb sei er ein halbes Jahr lang im Krankenhaus gewesen. Am 26. März 1989 hielt er sich in dem von seinem Vater erworbenen und an ihn vererbten ehemaligen Atelierhaus des Malers Henri Matisse oberhalb von Nizza auf. Ortmann war bei ihm zu Besuch. Während Lichtenberg bereits schlief, rauchte Ortmann noch eine Pfeife, nickte dann jedoch ebenfalls ein. Die Pfeife setzte das Haus in Brand. Beide Männer konnten sich ins Freie retten. Lichtenberg wollte die Gemälde retten. Ortmann wies ihn zwar darauf hin, dass sie gut versichert waren, aber Lichtenberg ging es nicht um Geld. Trotz der Flammen kehrte er ins Haus zurück. Ein herabstürzender brennender Dachbalken zerschmetterte seine Beine. Wenn Ortmann ihn nicht herausgezogen hätte, wäre er tot.

Anna sei lange auf der Toilette, meint Lichtenberg spöttisch. Sie ist fort, ebenso wie Ortmann. Weder ihr Mazda noch sein Porsche Coupé stehen noch auf dem Parkplatz.

Marthaler ruft Charlotte von Wangenheim und fordert sie auf, sofort eine Fahndung nach den beiden auszulösen. Für Erklärungen habe er keine Zeit.

Lichtenstein erzählt Marthaler und Albanelli, nicht er, sondern Ortmann habe das Firmenimperium aufgebaut. Von ihm stamme nur das Kapital.

Am 3. August 1966 feierte er in der Villa seiner verreisten Eltern seinen 22. Geburtstag. Dazu lud er auch Karin Rosenherz ein. Sie verabschiedete sich gegen 20 Uhr. Um Mitternacht waren nur noch Ortmann und Stickler bei ihm. Die drei angeheiterten Männer wollten zu der Edelprostituierten. Nachdem Ortmann sie gegen 1.30 Uhr im Bahnhofsviertel gefunden hatte, gingen sie zu ihr in die Wohnung und überließen das Weitere ihr. Karin Rosenherz forderte die Männer auf, sich nackt auszuziehen und entkleidete sich auch bis auf einen BH, der ihre Brüste nur stützte und die Brustwarzen nicht verdeckte. Sie schlug Ortmann und Lichtenberg zunächst mit einem Tischtennisschläger. Stickler, der schwul war, schaute zu. Dann legte Karin sich aufs Bett und wollte von Lichtenberg gewürgt werden, während Ortmann sich zwischen ihren gespreizten Beinen zu schaffen machte. Plötzlich bewegte sie sich nicht mehr. Die Männer gerieten in Panik. Sie verließen die Wohnung und zogen sich erst im Treppenhaus wieder an. Stickler rannte los. Ortmann meinte, es sei ratsam, einen Raubmord vorzutäuschen und kehrte noch einmal in die Wohnung zurück, während Lichtenberg im Treppenhaus auf ihn wartete und dabei von Albanelli überrascht wurde. Nach ein paar Minuten kam Ortmann mit Geld, Schmuck und zwei Zeichnungen von Paul Klee. Zehn Jahre lang glaubte Lichtenberg, Karin Rosenherz erwürgt zu haben, denn die Polizei hielt die Information über die Todesursache zurück. Erst als die Ermittlungen in den Siebzigerjahren noch einmal aufgenommen wurden, erfuhr Lichtenberg, dass die Leiche beim Eintreffen der Polizei sechzehn Stichwunden aufwies. Ortmann gestand ihm schließlich, Karin Rosenherz habe noch gelebt und sei wie eine Furie auf ihn losgestürzt, als er zurückkam. Es sei ihm nichts anderes übrig geblieben, als auf sie einzustechen, bis sie tot war.

Mit dem Kunstraub im Stadtwald bei Schwanheim will Lichtenberg nichts zu tun haben.

In der Zwischenzeit verfolgt Anna den flüchtigen Ortmann bis zum Parkplatz eines Hotels. Von einem Vater und dessen Tochter, die mit ihren Rädern unterwegs sind, erfährt sie von einem Felssturz auf der anderen Seite eines nahen Tunnels. Es gelingt ihr, Ortmann mit seinem Porsche Cayenne Cabriolet in den Tunnel zu treiben. Wider Erwarten bremst er rechtzeitig vor den Felsen. Er schießt auf Anna, die rückwärts aus dem Tunnel fährt. Sobald sie ins Freie kommt, blockiert sie mit ihrem Mazda die Straße.

Anna stellte den Motor ab und stieg aus. Sie ging um das Auto herum, öffnete den Kofferraum und nahm den Wagenheber heraus.
Sie lauschte in das Innere des Tunnels. Es war nichts zu hören.
Sie schaute sich um, bis sie eine Stelle gefunden hatte, an der die Böschung weniger steil war. Den Wagenheber in beiden Händen machte sie sich an den Aufstieg. Einmal rutschte sie aus. Das Werkzeug entglitt ihr. Auf allen vieren krabbelte sie ein paar Meter zurück, bis sie es wieder zu fassen bekam.
Dann hatte Anna es geschafft. Sie hatte die Plattform über dem Eingang des Tunnels erreicht.
Sie wartete. Der Wagenheber lag neben ihren Füßen.
Sie hörte den Cayenne kommen. Es war das Geräusch eines hochtourig laufenden Motors. Auch Ortmann hatte den Tunnel im Rückwärtsgang durchqueren müssen.
Er kuppelte aus. Es war nur noch ein leises Brummen zu vernehmen.
Zuerst erschien das Heck, dann schob sich der Rest des Wagens ins Freie. Ortmann stoppte einen halben Meter vor Annas Mazda.
Sie nahm den Wagenheber und hob ihn auf das Geländer der Plattform.
Das Panoramadach des Cayenne war noch immer offen. Anna konnte direkt auf Ortmanns Kopf schauen. Er befand sich acht Meter unter ihr.
Sie schob den Wagenheber zwei Zentimeter nach vorne. Dann ließ sie ihn in die Tiefe fallen.

Mit einem Hubschrauber wird der Schwerverletzte ins Klinikum Fulda gebracht.

Kurz darauf taucht Grüter in Danzwiesen auf. Marthaler hatte ihn völlig vergessen und nimmt sich auch jetzt keine Zeit für ihn.

Als Anna zu Katja Wilke fuhr, fühlte sie sich von einem Taxi verfolgt und fotografierte mit ihrem Handy den Mann auf dem Rücksitz. Denselben Kerl sah sie auch auf dem Hauptfriedhof, nachdem sie sich über den sterbenden Bruno Kürten gebeugt hatte. Marthaler fährt mit ihr zu einer der Einrichtungen für Obdachlose, wo er einen Penner mit dem Spitznamen „Büffel“ nach Kürten gefragt hatte. Sie zeigen ihm das Foto auf dem Display. Wie erwartet, ist es der Mann, vor dem Kürten Angst hatte. Marthaler kennt ihn. Hans-Jürgen Herrmann war früher sein Chef; er übernahm 1999 die Leitung der beiden Mordkommissionen in Frankfurt. Als er 2004 die Ermittlungen in einem Mordfall behinderte und Beweismaterial unterschlug, sorgte Marthaler dafür, dass er zunächst suspendiert und später aus dem Polizeidienst entlassen wurde.

Marthaler vermutet Herrmann in der Villa im Mummschen Park, die Lichtenberg seinem Stellvertreter Ortmann überschrieben hatte und fährt mit einem Einsatzkommando hin.

Als er klingelt, ruft tatsächlich Hans-Jürgen Herrmann aus einem Fenster. Marthaler verlangt von ihm, dass er herauskommt und sich ergibt. Aber als Herrmann erklärt, er werde ein Geständnis ablegen, wenn Marthaler allein zu ihm ins Haus komme, lässt der Kommissar sich eine zweite Pistole geben, steckt sich diese den Gürtel und folgt der Aufforderung.

Herrmann empfängt ihn mit einer Pistole in der Hand und nimmt ihm die Dienstwaffe ab.

Als er in den Siebzigerjahren von Staatsanwalt Arthur Sendler den Auftrag bekam, den Mordfall Rosenherz noch einmal aufzurollen, stieß er rasch auf das fadenscheinige Alibi von Philipp Lichtenberg und erkannte das Potenzial dieser Entdeckung. Er nahm Kontakt mit Hubert Ortmann auf und ließ das Protokoll der zweiten Albanelli-Aussage verschwinden. Nachdem Herrmann zum Leiter der Mordkommissionen avanciert und dann aus dem Polizeidienst entlassen worden war, erneuerte er die Komplizenschaft mit Ortmann und erschlug beispielsweise den lästigen Mitwisser Bruno Kürten im Hauptfriedhof.

Als Herrmann blitzschnell zu seiner Waffe greift, die er inzwischen auf den Tisch gelegt hatte, und sie auf Marthaler richtet, schießt dieser mit seiner zweiten Pistole. Marthaler zielt zwar auf Herrmanns Schulter, weil dieser sich jedoch bewegt, zerfetzt ihm das Projektil die Halsschlagader. Er ist nicht mehr zu retten.

Der Kommissar wundert sich darüber, dass er nur einen Schuss hörte. Als er das Magazin aus Herrmanns Waffe nimmt, bestätigt sich sein Verdacht: Es ist leer. Offenbar hatte es Herrmann darauf angelegt, dass Marthaler einen Unbewaffneten erschoss, um sich für die Zerstörung seiner Karriere zu rächen. Das Vorhaben musste er zwar mit seinem Leben bezahlen, aber er zog ohnehin den Tod einer Haftstrafe vor.

Als Marthaler wieder zu Tereza in die Klinik geht, kommt ihm im Eingangsbereich Ludwig Dormann entgegen. Er spricht ihn an, und als der Museumsdirektor merkt, dass der Kommissar eifersüchtig ist, versichert er ihm, Tereza und er seien nur befreundet, nichts weiter. Marthaler redet dann auch mit Tereza über den Kuss, den er beobachtete. Wie Dormann beteuert sie, dass es sich um eine reine Freundschaft handele. Und im Gegenzug fragt sie ihn nach seiner angeblichen Cousine aus Hamburg, die bei ihm auf dem Balkon schlief. Daraufhin muss Marthaler ihr erklären, um wen es sich bei Anna handelt.

Die beiden unter Mordverdacht stehenden Motorradfahrer Gerhard F. und Rüdiger L. werden am 29. August 2005 an der deutsch-polnischen Grenze festgenommen. Als Auftraggeber nennen sie Ortmann. Nach ihren Angaben wird das Gemälde „Paradiesgärtlein“ auf einem ehemaligen Bauernhof in Schwarzerden in der Rhön gefunden.

Der Prozess gegen Hubert Ortmann beginnt im Sommer 2006.

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„Die Akte Rosenherz“ lautet der Titel des vierten Kriminalromans, den Matthias Altenburg (* 1958) unter dem Pseudonym Jan Seghers nach „Ein allzu schönes Mädchen“ (2004), „Die Braut im Schnee“ (2005) und „Partitur des Todes“ (2008) über den Frankfurter Kriminalhauptkommissar Robert Marthaler schrieb.

Die Edelprostituierte Helga Matura wurde am 26./27. Januar 1966 in ihrer Wohnung in Frankfurt am Main brutal ermordet, ebenso wie Rosemarie Nitribitt neun Jahre vor ihr. Der Mordfall aus der Wirklichkeit bildete den Entstehungskern für den Roman „Die Akte Rosenherz“. Jan Seghers kombiniert eine ähnliche (fiktive) Bluttat am 3./4. August 1966 mit einem Kunstraub am 10. August 2005, bei dem ein Wachmann erschossen und Marthalers schwangere Lebensgefährtin schwer verletzt werden. Die Verknüpfung eines Jahrzehnte zurückliegenden Verbrechens mit einem Fall aus der Gegenwart ist zwar nicht neu, aber durchaus interessant, und Jan Seghers versteht es, die Möglichkeiten eines solchen Plots zu nutzen.

„Die Akte Rosenherz“ ist spannend. Die szenisch aufbereitete, mit einer Fülle konkreter Einzelheiten gespickte Darstellung fesselt den Leser, obwohl einige Episoden nicht anders als hanebüchen bezeichnet werden können. Eine angehende Journalistin schmuggelt sich unter die Partygäste eines der reichsten Männer Hessens, nachdem sie sich von einer Kellnerin, die sie gerade erst kennengelernt hat, ein entsprechendes Outfit lieh, das ihr zufällig passt. Den für die Party engagierten Tontechniker überredet sie mühelos, von Tanzmusik auf den Hessischen Rundfunk umzuschalten. Der Sender bringt nämlich eine Meldung über Ermittlungen der Frankfurter Mordkommission gegen den einflussreichen Gastgeber, ohne von ihm oder der Polizei eine Stellungnahme eingeholt oder sie auch nur informiert zu haben, einfach nur aufgrund einer Vorabmeldung eines Sensationsreporters. Das Revolverblatt, bei dem er beschäftigt ist, druckt am nächsten Tag den angekündigten Beitrag, und obwohl der Polizeipräsident die Meldung noch in der Nacht dementierte und mit einer gerichtlichen Klage des Unternehmers zu rechnen ist, versucht kein Redakteur, die Veröffentlichung zu verhindern. Dies sind nur einige Beispiele abstruser Passagen aus „Die Akte Rosenherz“.

Den Roman „Die Akte Rosenherz“ von Jan Seghers gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Miroslav Nemec (Regie: Jessica Güsken, Dicky Hank, Berlin 2010, 5 CDs, ISBN 978-3-8398-1001-9).

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2011
Textauszüge: © Rowohlt Verlag

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