Die heiße Spur

Die heiße Spur

Die heiße Spur

Die heiße Spur – Originaltitel: Night Moves – Regie: Arthur Penn – Drehbuch: Alan Sharp – Kamera: Bruce Surtees – Schnitt: Dede Allen, Stephen A. Rotter – Musik: Michael Small – Darsteller: Gene Hackman, Jennifer Warren, John Crawford, Melanie Griffith, Susan Clark, Ed Binns, Janet Ward, James Woods, Harris Yulin, Kenneth Mars u.a. – 1975; 95 Minuten

Inhaltsangabe

Der Privatdetektiv Harry Moseby überführt seine Ehefrau Ellen des Ehebruchs. Sie will sich mit ihm aussprechen, aber statt darauf einzugehen, stürzt er sich in einen neuen Fall. Er soll die vermisste 16-jährige Delly Grastner suchen und zu ihrer Mutter zurückbringen. Schließlich findet Harry sie bei ihrem Stiefvater und dessen Lebensgefährtin in Florida. Die Entdeckung des Wracks eines Kleinflugzeugs mit einer Leiche darin schockiert Delly so, dass sie mit Harry nach Los Angeles zurückkehrt. Er hat seinen Auftrag erledigt. Einige Tage später erfährt er, dass Delly tot ist ...
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Kritik

Bei "Die heiße Spur" handelt es sich um einen düsteren Detektivthriller. Arthur Penn vermittelt eine desillusionierte Vorstellung von der moralisch verkommenen Gesellschaft. Ebenso wie der Antiheld haben wir als Zuschauer Schwierigkeiten, uns zu orientieren.
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Früher gehörte Harry Moseby (Gene Hackman) zu den Profispielern im American Football. Inzwischen arbeitet er als selbstständiger Privatdetektiv in Los Angeles. Er spioniert auch seiner Ehefrau Ellen (Susan Clark) nach, die ein eigenes Ladengeschäft betreibt, und sieht, wie sie mit einem Fremden aus dem Kino kommt und ihn küsst. Erst nachdem er den Mann – er heißt Marty Heller (Harry Yulin) – unter vier Augen zur Rede gestellt hat, konfrontiert er Ellen mit seiner Beobachtung. Sie leugnet die Affäre nicht und versucht, sich mit Harry auszusprechen, aber er stürzt sich in einen neuen Fall und behauptet, keine Zeit für ein längeres Gespräch zu haben.

Sein in einer größeren Detektei angestellter Kollege Nick (Kenneth Mars) hat ihm den Auftrag vermittelt: Er soll Arlene Iversons (Janet Ward) Tochter Delina („Delly“) Grastner (Melanie Griffith) suchen und zu ihrer Mutter zurückbringen. Die Sechzehnjährige ist seit zwei Wochen verschwunden. Arlene, die von 1946 bis 1956 in einigen Kinofilmen mitgespielt hatte, war von 1949 bis 1962 mit dem Filmproduzenten Irvin Grastner verheiratet. Delly wurde 1957 geboren. Ihr Vater Irvin starb 1964 und hinterließ ihr ein beträchtliches Vermögen, das bis zu ihrem 25. Geburtstag von der Mutter verwaltet werden soll. Arlene hatte noch einmal geheiratet, aber auch die Ehe mit Tom Iverson scheiterte. Inzwischen ist sie Mitte vierzig und alkoholkrank. Sie weiß, dass ihre Tochter Marihuana konsumiert und sich sexuell freizügig verhält. An den Namen eines Mannes, mit denen Delly zusammen war, kann sie sich erinnern.

Harry sucht ihn auf. Es handelt sich um den Automechaniker Quentin (James Woods). Widerwillig erzählt er, dass er Delly zuletzt bei Dreharbeiten in New Mexico sah. Dort war der Stuntpilot Marv Ellman (Anthony Costello) ihr Liebhaber.

Auf dem Set in New Mexico freundet Harry sich mit dem Regisseur Joey Ziegler (Edward Binns) an. Das Mädchen ist nicht mehr da. Harry erfährt, dass Quentin hier als Wartungsmechaniker für das Flugzeug des Stuntpiloten beschäftigt ist und dass dieser sich wegen Delly mit Marv prügelte. Marv soll auch mit Dellys Mutter eine Affäre gehabt haben.

Eine Spur führt nach Florida, wo Dellys Stiefvater Tom Iverson (John Crawford) mit seiner Lebensgefährtin Paula (Jennifer Warren) wohnt. Tom besitzt neben einer Yacht auch ein Wasserflugzeug. Tatsächlich ist Delly bei Tom und Paula.

Bei einem gemeinsamen Bootsausflug entdecken Harry, Delly und Paula das gesunkene Wrack eines Kleinflugzeugs, in dessen Pilotenkanzel eine Leiche sitzt. Paula markiert die Stelle mit einer Boje – für die Küstenwache, wie sie sagt.

In dieser Nacht schläft Paula mit dem Besucher.

Die durch den Leichenfund unter Schock stehende Delly reist am nächsten Tag mit Harry nach Los Angeles und kehrt zu ihrer Mutter zurück. Harry hat seinen Auftrag erledigt.

Ein paar Tage später erfährt er von Ellen, dass Delly Grastner bei Dreharbeiten für einen Film von Joey Ziegler tödlich verunglückte. Harry lässt sich von Joey die Aufnahmen von Dellys letzter Autofahrt zeigen. Er bezweifelt, dass es sich um einen Unfall handelte und verdächtigt Quentin, das Fahrzeug manipuliert und seine frühere Geliebte ermordet zu haben.


Wenn Sie noch nicht erfahren möchten, wie es weitergeht,
überspringen Sie bitte vorerst den Rest der Inhaltsangabe.


Als Harry herausfindet, dass es sich bei dem Toten in dem Flugzeugwrack um Marv Ellman handelt und der Leichenfund nicht der Küstenwache gemeldet wurde, fliegt er erneut nach Florida. Offenbar war Marv an einem Schmugglerring beteiligt, durch den auch Tom viel Geld verdient.

In der Nähe von Toms Grundstück findet er Quentins Leiche im Meer.

Harry beschuldigt Tom, den Mechaniker umgebracht zu haben.

Danach lässt er sich von Paula mit dem Motorboot zur Boje bringen. Er argwöhnt, dass sie die Boje nicht für die Küstenwache, sondern für Tom setzte und in der Nacht nach der Entdeckung des Flugzeugwracks mit ihm schlief, um ihn abzulenken; er sollte wohl nicht merken, dass Tom aufs Meer hinausfuhr.

Paula taucht nach dem Flugzeugwrack. Während sie unter Wasser ist, wird Harry aus einem Wasserflugzeug beschossen und ins Bein getroffen. Paula taucht auf und schwimmt auf das Boot zu. Vergeblich versucht Harry sie zu warnen. Sie hört ihn nicht und sieht nicht das auf sie zurasende Wasserflugzeug. Sie wird getötet. Das Flugzeug rammt das Boot und geht unter. Erst jetzt erkennt Harry, dass Joey in dem sinkenden Wrack sitzt.

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Bei „Die heiße Spur“ handelt es sich um einen düsteren Detektivthriller, der eine desillusionierte Vorstellung von der moralisch verkommenen Gesellschaft vermittelt. Arthur Penn erzählt langsam und abwechselnd von Harrys Konflikt mit seiner Ehefrau, seiner Identitätskrise und einem Auftrag, bei dessen Erledigung Harry immer stärker in ein undurchschaubares Geflecht aus Lügen und Täuschung, skrupelloser Profitgier und mörderischer Gewalt verstrickt wird. Ebenso wie der Antiheld haben wir als Zuschauer Schwierigkeiten, uns zu orientieren.

Die damals achtzehnjährige Melanie Griffith spielte in „Die heiße Spur“ ihre erste größere Filmrolle.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2011

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