Otto und Elise Hampel


Ab dem 2. September 1940 wurden in Berliner Treppenhäusern und an anderen Orten handgeschriebene Karten mit regimekritischen Texten (und zahlreichen Orthographiefehlern) gefunden, zum Beispiel: „Nieder mit der Hitler Regierung! Nieder mit dem ZwangsElendsDicktat in unser Deutschland! Eine Hitler Regierung dürfen wir nicht Entlasten!!“

Als am 13. Juli 1942 im Kabelwerk der Firma Siemens-Schuckert in Berlin-Gartenfeld zum zweiten Mal eine Karte auftauchte, führte eine Spur zu Otto Hermann Hampel (* 21. Juni 1897). Otto Hampel war seit 1923 bei Siemens beschäftigt und arbeitete seit 1937 als Einrichter. Am 23. Januar 1937 hatte der Arbeiter in zweiter Ehe die Näherin Elise Lemme (* 27. Oktober 1903) geheiratet. Sie wohnten in der Amsterdamer Straße im Stadtteil Wedding.

Einige Zeit später beobachtete die vierundsechzig Jahre alte Witwe Gertrud Waschke in Schöneberg, wie ein Ehepaar im Treppenhaus eine Karte mit einem gegen das NS-Regime gerichteten Text ablegte. Sie meldete den Vorfall der Polizei.

Kriminalsekretär Willy Püschel (* 1920) leitete die Ermittlungen. Am 20. Oktober 1942 wurde die Wohnung des Ehepaars Otto und Elise Hampel durchsucht, und die Polizei stellte Beweismaterial sicher. Daraufhin erhob der Oberstaatsanwalt beim Volksgerichtshof am 8. Dezember Anklage.

Otto und Elise Hampel wurden am 22. Januar 1943 zum Tod verurteilt und am 8. April vom Scharfrichter Wilhelm Röttger in Berlin-Plötzensee mit dem Fallbeil hingerichtet.

Nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reichs“ übergab Johannes R. Becher (1891 – 1958), eines der Gründungsmitglieder des Kulturbunds zur demokratischen Erneuerung Deutschlands, dem Schriftsteller Hans Fallada einen Teil der Prozess-Akte. Nach anfänglichem Sträuben schrieb Hans Fallada auf dieser Grundlage im Herbst 1946 innerhalb weniger Wochen den Roman „Jeder stirbt für sich allein“. Er starb allerdings noch vor der Veröffentlichung im folgenden Jahr. Paul Wiegler (1878 – 1949) lektorierte das Typoskript. Ungekürzt erschien der Roman erstmals 2011 in der Bearbeitung von Almut Giesecke.

© Dieter Wunderlich 2011

Hans Fallada (Kurzbiografie)
Hans Fallada: Jeder stirbt für sich allein

Martina Brandl - Schwarze Orangen
Bei "Schwarze Orangen" handelt es sich um eine Provinzposse. Die Geschichte ist nicht besonders ausgefeilt, und bei den Figuren handelt es sich um Klischees, aber wie Martina Brandl erzählt, ist amüsant.
Schwarze Orangen

Martina Brandl

Schwarze Orangen

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