Blues Brothers

Blues Brothers

Blues Brothers

Originaltitel: The Blues Brothers - Regie: John Landis - Drehbuch: Dan Aykroyd und John Landis - Kamera: Stephen M. Katz - Schnitt: George Folsey jr. - Musik: Ira Newborn und Elmer Bernstein - Darsteller: John Belushi, Dan Aykroyd, James Brown, Cab Calloway, Ray Charles, Aretha Franklin, Steve Cropper, Donald Dunn, Murphy Dunn, Willi Hall, Tom Malone, Lou Marini, Matt Murphy, Alan Rubin, Carrie Fisher, Steven Spielberg, Kathleen Freeman u.a. - 1980; 130 Minuten

Inhaltsangabe

Nachdem Jack eine dreijährige Haftstrafe verbüßt hat, suchen er und sein Bruder Elwood die verstreuten Mitglieder der alten Blues-Band zusammen, um 5000 $ zu verdienen. Damit wollen sie die Steuerschulden des Waisenhauses bezahlen, in dem sie aufwuchsen, weil es sonst geschlossen wird. Aber sie werden von allen möglichen Leuten verfolgt.
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Kritik

"Blues-Brothers" ist überdreht und urkomisch, albern und ausgelassen. Zwischen turbulenten Verfolgungsjagden treten legendäre Jazzmusiker auf. Die furiose Mischung aus Musik, Klamauk, Action und Road Movie gilt zu Recht als Kultfilm.
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Wegen guter Führung wird Joliet Jake Blues (John Belushi) nach drei Jahren vorzeitig aus dem Gefängnis in Chicago entlassen. Sein Bruder Elwood (Dan Aykroyd) holt ihn ab, ausgerechnet mit einem ehemaligen Streifenwagen, aber den hat er billig bekommen. Ihre erste Fahrt führt in das Waisenhaus, in dem sie aufgewachsen sind. Schwester Mary Stigmata (Kathleen Freeman) freut sich über ihren Besuch. Sie hat Sorgen, denn wegen einer Steuernachforderung von 5000 $ will der Erzbischof das Waisenhaus dem Erziehungsministerium verkaufen. Doch als Jake und Elwood das Geld durch einen Einbruch oder Überfall besorgen wollen, wirft sie die beiden entrüstet hinaus.

Curtis (Cab Calloway), der Hausmeister des Waisenhauses, der die Brüder schon kannte, als sie noch Kinder waren, rät ihnen, Reverend Cleophus James (James Brown) aufzusuchen. In dessen Kirche singen und tanzen die Menschen gerade zu Gospel-Musik. Da kommt Jake die Erleuchtung: Die Band! Er will die „Blues Brothers“ wieder zusammenbringen, um durch die Auftritte das Geld für die Steuernachzahlung zu verdienen.

Einfach ist das nicht, denn die Mitglieder sind verstreut, und einige von ihnen haben inzwischen gute Jobs gefunden. Aber die Brüder sind guter Dinge und machen sich auf den Weg. Als Elwood bei Rot über eine Kreuzung prescht, winkt ihn die Besatzung eines Streifenwagens (Armand Cerami, Steven Williams) heraus. Durch einen Check auf dem Polizeicomputer stellen die Cops fest, dass Elwoods Führerschein eingezogen wurde. Aber da jagt Elwood auch schon los. Eine wilde Verfolgungsjagd beginnt. Kaum aus dem Gefängnis, muss Jack damit rechnen, wieder eingesperrt zu werden. Elwood rast mitten durch ein Einkaufszentrum, um die Polizisten abzuhängen. Schließlich parkt er vor einem schäbigen Hotel. Da feuert eine Frau (Carrie Fisher) von einem anderen Auto aus auf den Eingang. Der wird zwar völlig zerstört, aber Jack und Elwood, die sich auf den Bürgersteig geworfen haben, bleiben unverletzt. Die Attentäterin entkommt.

Elwood, der in dem Hotel ein Zimmer hat, stellt Jack dem Besitzer vor: „Das ist mein Bruder. Er kommt gerade aus dem Knast und wird erst einmal eine Weile bei mir wohnen.“ „Ja, wenn er’s aushält“, lautet die lapidare Antwort des Hoteliers.

Ein Spitzel verrät der Polizei, wo die Brüder zu finden sind. Am nächsten Morgen will eine Polizeieinheit gerade das Zimmer der beiden stürmen, da drückt die Frau, die am Vorabend auf Jack und Elwood schoss, in ihrem Wagen auf den Knopf eines Funkgeräts und löst damit eine Bombenexplosion aus, die das Hotel zum Einsturz bringt. Die Brüder krabbeln jedoch unverletzt unter den Trümmern hervor, und Elwood meint nach einem Blick auf die Uhr: „Es ist schon 9 Uhr; wir müssen los.“

Mr. Fabulous (Alan Rubin), der früher zur Band gehört hatte, arbeitet inzwischen als Chefkellner in einem vornehmen Restaurant. Entsetzt muss er zusehen, wie Jack und Elwood sich selbst einen Tisch aussuchen, Champagner schlürfen und einen Gast fragen, wieviel er für seine Frau und die Töchter haben möchte. Mit der Drohung, von jetzt an jeden Tag zum Frühstück, Mittag- und Abendessen zu kommen, bringen sie Fabulous dazu, seinen Job aufzugeben und sich ihnen anzuschließen.

Bei der Weiterfahrt werden sie vor einer Brücke angehalten, die wegen einer Veranstaltung amerikanischer Neonazis blockiert ist. Jack und Elwood mögen diese Fanatiker nicht. Sie halten auf die Gruppe zu und zwingen die Nazis, von der Brücke in den Fluss zu springen. Deren Anführer (Henry Gibson) schwört Rache.

Matt Murphy (Matt Murphy) und seine Frau (Aretha Franklin) führen zusammen ein Café-Restaurant. Sie kann nicht verhindern, dass Matt auf der Stelle seine Schürze auszieht und alles liegen und stehen lässt, sobald Jack und Elwood hereinkommen. Er freut sich, wieder mit ihnen Musik machen zu können.

In einem Musikladen, dessen Besitzer Ray (Ray Charles) sie gut kennen, besorgen die Brüder Instrumente.

Den nächsten auf ihrer Liste rufen sie von einer Telefonzelle aus an. Die Attentäterin beobachtet sie und setzt den gesamten Platz mit einem überdimensionalen Flammenwerfer in Brand. Die Telefonzelle fliegt mit Jack und Elwood in die Luft. Als sie wieder auf dem Boden landen und aus den Trümmern kriechen, macht Elwood seinen Bruder auf die herumliegenden Münzen aufmerksam: „Das sind mindestens sieben Dollar!“

Weil Steve Cropper, Donald („Duck“) Dunn, Murphy Dunne, Willie Hall, Tom Malone, Lou Marini, Matt Murphy und Alan Rubin ungeduldig nach Engagements fragen, hält Jack vor einer Country Bar, an der sie gerade vorbeikommen. Die Wirtsleute („wir haben hier beide Arten von Musik: Country und Western“) halten die Gruppe für die erwartete Country-and-Western-Band und zeigen Jack die Bühne. Nach dem Auftritt rechnet der Wirt (Jeff Morris) Jack vor, dass die Bierrechnung der Band das Honorar um 100 $ übertrifft. Außerdem fährt jetzt Tucker McElroy (Charles Napier) mit seiner Country-and-Western-Band vor, die eigentlich hätte auftreten sollen. Die Blues-Brothers fliehen in ihrem Auto. Der Wirt und die anderen Musiker nehmen die Verfolgung auf.

Am nächsten Abend sollen die „Blues Brothers“ im Palace Hotel spielen. Während sich der Saal füllt und die übrigen Musiker der Band sich auf der Bühne einrichten, geht Jack und Elwood das Benzin aus, und bei der Tankstelle, zu der sie ihren Wagen schieben, müssen sie erst noch auf den Tankwagen warten. Endlich erreichen sie das Palace Hotel – aber davor lauern die Polizei, die Neonazis und die Mitglieder der Country-and-Western-Band auf sie. Es gelingt ihnen, sich an den Verfolgern vorbei auf die Bühne zu schleichen und nach ihrem Auftritt mit der Gage durch einen Kabelschacht zu fliehen. In den unterirdischen Gängen werden sie allerdings von der Attentäterin überrascht, die Jack töten will, um die Ehre ihrer Familie wiederherzustellen. Er hatte sie nämlich bei der kirchlichen Trauung versetzt. Jack nimmt sogar die Brille ab, damit er ihr in die Augen sehen und sie umstimmen kann, doch sobald sie das Gewehr senkt, wirft er sie zu Boden und rennt mit seinem Bruder zum Parkplatz.

Hunderte von Streifenwagen verfolgen die Brüder in ihrem schrottreifen Auto. Auch die Nazis sind hinter ihnen her, aber die rasen über eine unfertige Brücke in den Abgrund. Immer wieder türmen sich Dutzende ineinander verkeilter Streifenwagen auf. Als Jack und Elwood vor der Finanzverwaltung aussteigen, bricht ihr Wagen auseinander. Von der Polizei mit Hundertschaften, Spezialeinheiten, Scharfschützen, Panzern und Hubschraubern verfolgt, fragen sich die Blues-Brothers zur Kasse durch und zahlen 5000 $ für das Waisenhaus ein. Als der Finanzbeamte (Steven Spielberg) ihnen die Quittung übergeben will, können sie nicht mehr zugreifen, weil in diesem Augenblick die Handschellen klicken.

Das nächste Konzert der Blues-Brothers findet im Gefängnis statt.

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Die Blues-Brothers tragen nur schwarze Anzüge; ihre Sonnenbrillen lassen sie auch auf, wenn sie mit ihrem schwarzen Auto durch die Nacht fahren, und ihre schwarzen Hüte nehmen sie nicht einmal in der Sauna ab. Sie trommeln ihre alte Band wieder zusammen, um mit den Gagen die Steuerschulden des katholischen Waisenhauses bezahlen zu können, in dem sie aufgewachsen sind. Am Ende gelingt es ihnen, aber sie hinterlassen auch eine Spur der Verwüstung und werden in ein Gefängnis gesperrt.

„Blues-Brothers“ ist überdreht, albern und ausgelassen. Zwischen den gefährlichen, aufregenden Situationen und den belanglosen, coolen Sprüchen der Protagonisten kommt es zu komischen Diskrepanzen. Urkomisch sind auch die Bewegungen von John Belushi und Dan Aykroyd, besonders wenn sie tanzen. Zwischen turbulenten Verfolgungsjagden, bei denen mehrere Dutzend Autos zu Schrott gefahren werden, sind legendäre Songs wie „Everybody Needs Somebody to Love“ zu hören. Die furiose Mischung aus Musik, Klamauk, Action und Road Movie gilt zu Recht als Kultfilm.

Weil John Belushi 1982 an einer Überdosis Drogen gestorben war, drehte Dan Aykroyd achtzehn Jahre nach „Blues Brothers“ das Sequel „Blues Brothers 2000“ ohne ihn.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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