José Saramago


José M. Sousa Saramago wurde am 16. November 1922 in Azinhaga in der portugiesischen Provinz Ribatejo geboren. Wie er in seiner Rede anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Literatur am 10. Dezember 1998 in Stockholm ausführte, waren seine Großeltern väterlicherseits – Jerónimo Melrinho und Josefa Caixinha – noch analphabetische Schweinezüchter gewesen. Bei seinen Eltern – José de Sousa und Maria da Piedade – hatte es sich um landlose Kleinbauern gehandelt, bis sein Vater 1924 mit der Familie nach Lissabon zog, wo er eine Anstellung als Polizist bekam. Obwohl Josés Mutter bis ans Lebensende weder schreiben noch lesen lernte, kaufte sie ihrem wissbegierigen Sohn ein Buch, als er zwölf Jahre alt war. Den Besuch des Gymnasiums musste er 1936 allerdings vorzeitig abbrechen, weil seine Eltern das Schulgeld nicht länger aufbringen konnten. José wechselte auf eine technische Realschule und absolvierte eine Schlosserlehre. Abends saß er häufig in einer öffentlichen Bibliothek.

1944 heiratete er die Malerin Ilda Reis. Drei Jahre später wurde seine Tochter Violante geboren, die Saramagos einziges Kind blieb. Den Lebensunterhalt für die Familie verdiente er nacheinander als technischer Zeichner, Behördenangestellter, Verlagsmitarbeiter, Übersetzer, Journalist und Literaturkritiker.

Im Alter von 47 Jahren schloss er sich der unter Salazar und Caetano verbotenen Kommunistischen Partei Portugals an. Nach dem Scheitern seiner ersten Ehe, die 1970 geschieden wurde, lebte er bis 1986 mit der Schriftstellerin Isabel da Nóbrega zusammen. 1988 heiratete er die spanische Journalistin Pilar del Río, mit der er sich fünf Jahre später – nach dem Skandal um seinen Roman „Das Evangelium nach Jesus Christus“ – auf die kanarische Insel Lanzarote zurückzog.

Seinen ersten Roman hatte José Saramago im Alter von fünfundzwanzig Jahren veröffentlicht („Land der Sünde“, 1947). Dann vergingen dreißig Jahre, bis sein zweiter erschien („Handbuch der Malerei und Kalligraphie“, 1977). International bekannt wurde er 1982 mit dem Roman „Das Memorial“. 1998 wurde José Saramago mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

Als er gefragt wurde, warum er in seinen Roman-Parabeln ein düsteres, pessimistisches Weltbild vermittle, antwortete er: „Ich bin kein Pessimist, sondern bloß ein gut informierter Optimist.“

José Saramago starb am 18. Juni 2010 in seinem Haus auf Lanzarote.

José Saramago: Bibliografie (Auswahl)

© Dieter Wunderlich 2005 / 2011

José Saramago: Die Stadt der Blinden
José Saramago: Das steinerne Floß
José Saramago: Der Doppelgänger
José Saramago: Die Stadt der Sehenden
José Saramago: Eine Zeit ohne Tod
José Saramago: Kain

Ian McEwan - Solar
In einer Satire wie "Solar" sind deftige Überspitzungen erlaubt. Auf ein paar billige Gags hätte Ian McEwan jedoch verzichten sollen. Auch ohne sie würden funkelnder Wortwitz, Situationskomik und gut vorbereitete Slapsticks den Leser gut unterhalten.
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