Jo Baier


Josef-Albert („Jo“) Baier wurde am 13. Februar 1949 in München geboren, wuchs in Dietramszell auf und besuchte ein Gymnasium in München, wo er 1969 das Abitur machte.

Dieses Aufwachsen in einem Bauerndorf hat mich sehr nachhaltig geprägt, denn so ein Dorf ist ja wie eine komplette eigene kleine Welt. Es spiegelt sich unglaublich viel wider in so einem Dorf und man erlebt dort auch sehr, sehr viel. Das Leben ist dort regelrecht ungefiltert. In der Stadt kann man sich immer irgendwie zurückziehen, in einem Dorf kann man sich hingegen nicht wirklich zurückziehen: Man nimmt Anteil an allem, was um einen herum geschieht, an den erfreulichen wie an den unerfreulichen Dingen, an den grausamen wie an den freundlichen. […] Auf jeden Fall hat dieses Aufwachsen im Dorf etwas ausgelöst, das ich jetzt im Rückblick als förderlich für meinen Beruf erkenne: Es hat meine Fantasie sehr gefördert. Das musste auch die Fantasie fordern und fördern, denn es gab nur sehr wenig. Das heißt, ich bin in sehr bescheidenen Verhältnissen groß geworden, eben nicht als Kind reicher Bauern.
(Jo Baier im Interview mit Carlos Gerstenhauer, 13. Februar 2009)

Nach dem Studium der Theaterwissenschaften, Germanistik und Amerikanistik promovierte Jo Baier 1981 an der Ludwig-Maximilians-Universität.

Schon als Student war Joe Baier beim Bayerischen Rundfunk tätig gewesen, beispielsweise als Studioaufnahmeleiter. Mit dem Kameramann Hubertus Meckel zusammen drehte er Dutzende von Beiträgen für die 1969 eingeführte Sendung „Unter unserem Himmel“.

1984 inszenierte Jo Baier den Kurzfilm „Rauhnacht“. Über Emerenz Meier drehte er 1986 zunächst mit Laiendarstellern und Daniela Schötz in der Hauptrolle den Film „Schiefweg“ und fünf Jahre später dann den Kinofilm „Wildfeuer“ mit Anica Dobra als Hauptdarstellerin.

Zumeist arbeitete Jo Baier fürs Fernsehen. Nach „Wildfeuer“ (1991) entstanden erst 2010 wieder Kinofilme: „Henri IV“ und „Das Ende ist mein Anfang“.

Jo Baier wurde mehrmals ausgezeichnet, zum Beispiel mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Deutschen Fernsehpreis und dem Bayerischen Fernsehpreis.

Jo Baier: Filmografie (Auswahl)

  • 1986: Schiefweg
  • 1989: Rosse
  • 1991: Wildfeuer
  • 1994: Die indische Ärztin. Die Heimkehr
  • 1995: Die indische Ärztin. Die Hochzeit
  • 1995: Hölleisengretl
  • 1996: Die indische Ärztin. Herzen in Not
  • 1996: Der schönste Tag im Leben
  • 1998: Der Laden
  • 2000: Der Weibsteufel
  • 2001: Wambo
  • 2002: Verlorenes Land
  • 2003: Schwabenkinder
  • 2004: Stauffenberg
  • 2006: Nicht alle waren Mörder
  • 2006: Das letzte Stück Himmel
  • 2007: Liesl Karlstadt und Karl Valentin
  • 2010: Henri IV
  • 2010: Das Ende ist mein Anfang
  • 2011: Meine Heimat. Zweimal
  • 2012: Die Heimkehr

© Dieter Wunderlich 2014

Christa Wolf - Kassandra
Der gewaltige Innere Monolog Kassandras reißt den Leser mit, und das hohe intellektuelle Niveau fordert zur Auseinandersetzung mit den angesprochenen Themen heraus.
Kassandra

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