Ins Leben zurück

Ins Leben zurück

Ins Leben zurück

Originaltitel: Ins Leben zurück - Regie: Markus Imboden - Drehbuch: Fabian Thaesler - Kamera: Jo Heim - Schnitt: Annemarie Bremer - Musik: Anette Focks - Darsteller: Martina Gedeck, Ulrich Thomsen, Herbert Knaup, Annette Uhlen, Maren Eggert, Dietrich Hollinderbäumer, Marit Falk, Victoria von Trautmannsdorff, Natalie Thiede u.a. - 2003; 90 Minuten

Inhaltsangabe

Lilly Lorenz wird seit acht Jahren vermisst. Verzweifelt klammert ihre Mutter Clara sich an die Hoffnung, Lilly werde eines Tages wieder auftauchen. Martin Lorenz hat sich dagegen mit dem Verlust der Tochter abgefunden. Er liebt seine Frau und zeigt viel Verständnis, aber Clara wehrt sich gegen seinen Realismus.
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Kritik

"Ins Leben zurück" ist ein ergreifendes Psychodrama. Markus Imboden setzt dabei auf leise Töne und eine sensible Hauptdarstellerin: Martina Gedeck.
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Clara und Martin Lorenz (Martina Gedeck, Herbert Knaup) besuchen ein dörfliches Apfelfest und tanzen ausgelassen. Clara kann gar nicht genug kriegen. Spät in der Nacht fahren sie nach Hause. Plötzlich ein dumpfer Schlag. Clara hält an, und Martin geht einige Schritte zurück: Ein totes Reh liegt am Straßenrand. Weil sie beide zu viel getrunken haben, fahren sie nach Hause, ohne die Polizei zu verständigen, und Martin bringt das Auto gleich am nächsten Morgen in die Werkstatt.

Nach dem Unfall verfällt Clara wieder in eine tiefe Depression. Ihre Tochter Liliane („Lilly“) wird seit acht Jahren vermisst. Sie wäre jetzt dreiundzwanzig Jahre alt. Verzweifelt klammert Clara sich an die Hoffnung, Lilly werde eines Tages wieder auftauchen. Martin hat sich dagegen mit dem Verlust der Tochter abgefunden. Er liebt seine Frau und zeigt viel Verständnis, aber Clara wehrt sich gegen seine realistische Einschätzung der Situation und schottet sich in ihrem Leid ab.

In der nächsten Nacht steht sie leise auf und geht ins Wohnzimmer, wo sie mit Kerzen und Fotos ihrer Tochter eine Art Altar aufgebaut hat. Wie in Trance hält sie eine der Kinderzeichnungen in eine Flamme. Auch die Fotos an der Wand fangen Feuer. Als Martin aufwacht und herunterkommt, brennen bereits die Vorhänge. Clara bricht bewusstlos zusammen.

Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass ihre Brandverletzungen nicht ernst sind und ihr organisch auch sonst nichts fehlt. Martin setzt sich mit der Psychiaterin Dr. Gisela Nenntwig (Annette Uhlen) in Verbindung, die Clara überredet, sich für einige Tage in ihre Abteilung verlegen zu lassen. Widerstrebend fügt Clara sich.

Ein paar Tage später blättert sie desinteressiert in einem Nachrichtenmagazin, bis ihr Blick auf ein Foto fällt. Das ist Lilly! Es handelt sich um einen Bericht über den Untergang des schwedischen Fährschiffs „Andrea Baltika“ vor fünf Jahren. 528 Menschen starben bei dem Unglück; 123 überlebten. Auf einem Foto von zwei Stewardessen, die auf der gesunkenen Fähre gearbeitet hatten, glaubt sie ihre damals achtzehnjährige Tochter zu erkennen. Aufgeregt ruft sie Martin an. Der bestätigt zwar, dass das Mädchen auf dem Foto Lilly ähnlich sieht, aber er gibt zu bedenken, dass die Schiffskatastrophe eingehend untersucht wurde und man sie bestimmt benachrichtigt hätte, wenn Lilly auf dem Schiff gewesen wäre. Clara hält dem entgegen, dass Lilly einen falschen Namen benutzt haben könnte. Darauf geht Martin nicht ein, denn er will kein weiteres Mal erleben, wie eine Hoffnung aufkeimt und sich dann als vergeblich erweist.

Clara nimmt Geld aus der Schwesternkasse, flieht aus der psychiatrischen Abteilung und fährt mit dem Zug nach Dänemark. Von dort setzt sie mit einer Fähre nach Göteborg über, wo sie sich an die Reederei des gesunkenen Schiffes wenden will. Sie muss sich die Kabine mit dem dänischen Polizisten Eric Lundquist (Ulrich Thomsen) teilen, der seine schwedischen Kollegen bei der Fahndung nach Drogenschmugglern unterstützt.

Von Bengt Wahlberg (Christian Fiedler), einem Anwalt der Hinterbliebenen der Opfer des Schiffsunglücks, erfährt Clara die Adresse der Eltern der Stewardess Anna Johansson, die auf dem Foto neben dem Mädchen steht, das sie für ihre Tochter hält. Annas Leiche wurde zwar nicht gefunden, aber an ihrem Tod besteht kein Zweifel. Frode Johansson (Dietrich Hollinderbäumer), ihr Vater, legt sofort auf, als Clara anruft und erklärt, dass sie nach ihrer Tochter suche, die möglicherweise mit Anna befreundet gewesen sei. Weil sie ihren Führerschein nicht dabei hat, kann sie kein Auto mieten. Deshalb besinnt sie sich auf den Polizisten, der ihr beim Abschied seine Karte gab. Tatsächlich nimmt er sich frei und fährt mit ihr zu dem Ehepaar Johansson.

Frode Johansson weist die Besucher ab, aber seine Frau Lena (Marit Falk) schaut sich das Bild in dem Nachrichtenmagazin an und sagt, sie habe das Mädchen neben ihrer Tochter einmal gesehen, könne sich allerdings nicht mehr an den Namen erinnern. Die junge Frau stammte aus Deutschland und arbeitete mit Anna zusammen auch in der Garderobe der Oper in Göteborg, um sich etwas Geld zu verdienen. Lena Johansson zeigt Clara ein Fotoalbum mit Bildern ihrer Tochter, das sie seit fünf Jahren nicht mehr angefasst hat. Ihr Mann reißt es ihr aus der Hand und räumt es wieder fort. Clara hält es bei dem traumatisierten Mann und der von ihrem Schmerz überwältigten Frau nicht länger aus. Ohne Abschied läuft sie davon und fährt mit Eric Lundquist zurück nach Göteborg.

Kollegen, die Eric telefonisch um Hilfe gebeten hat, finden heraus, dass es sich bei der jungen Frau, die vor acht Jahren zusammen mit Anna Johansson in der Oper arbeitete, um Christina Andersson handelt, eine geborene Häcker. Hat Lilly einen anderen Namen angenommen? Eric und Clara fahren zu der Adresse. Christina Andersson (Erika Glaessen) hängt gerade Wäsche auf. Im letzten Augenblick zögert Clara, sie anzusprechen. Eric übernimmt das für sie und stellt fest, dass es sich bei der Frau nicht um Lilly handelt. Clara bricht zusammen: „Ich werde sie nie wiedersehen!“

Am nächsten Tag lässt Clara sich von Eric zum Denkmal für die Opfer der Schiffskatastrophe bringen. An den Wänden sind die Namen der Toten eingemeißelt. Vor dem Namen „Anna Johansson“ legt Clara Blumen nieder. Das sei sie der trauernden Mutter schuldig, meint sie. Ein zweites Blumengebinde wirft sie ins Meer, um von ihrer Tochter Abschied zu nehmen.

Im Fährhafen trennt Clara sich von Eric und bedankt sich dafür, dass er ihr dabei geholfen hat, zu begreifen, dass ihre Tochter nicht mehr zurückkommt. Jetzt geht es für sie „ins Leben zurück“.

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„Ins Leben zurück“ ist ein ergreifendes Psychodrama über eine Frau, die um ihre vermisste Tochter trauert und die Endgültigkeit des Verlustes auch nach acht Jahren nicht wahrhaben will. Markus Imboden setzt auf leise Töne und eine sensible Hauptdarstellerin: Martina Gedeck.

Im Abspann wird Marit Falk als Darstellerin der Figur Anna Johansson genannt. Ich vermute, dass es sich dabei um einen Irrtum handelt und Annas Mutter Lena gemeint ist.

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Inhaltsangabe und Rezension: © Dieter Wunderlich 2004

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Friedrich Dürrenmatt ist überzeugt, dass das logische bzw. kriminalistische Denken in der komplexen Wirklichkeit häufig versagt, weil Zufälle und Störfaktoren nicht damit erfasst werden können. Jedes nicht aufgeklärte Verbrechen bedeutet aber, dass ein Täter seiner gerechten Strafe entronnen ist.
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